Beiträge von wawi

    Die Rechenaufgabe ist überschlägig sehr einfach. Mehr als überschlägig hat sowieso keinen Sinn, weil weder der durchschnittliche Ertrag noch die Geldentwertung genau bekannt sind.


    8 % Durchschnittsgewinn aus Aktien
    davon 1/4 an den Fiskus (ohne Berücksichtigung von Freibeträgen, Soli, Kirchensteuer)
    = 6 %
    minus
    2 % Geldentwertung
    1 % gewünschte reale Ertragssteigerung
    = 3 %


    Von anfänglich 100.000 € darfst du also 3.000 € entnehmen. Diese Entnahme darf jedes Jahr um 3 % nominal steigen weil das Vermögen um 3 % nominal ansteigt, real sind das aber nur 1 % mehr.


    Oder in Kurzfassung: Wenn du jährlich 3 % des Nominalwertes abschöpfst, hast du eine ewige Rente mit mindestens gleichbleibender Kaufkraft. Nach Kursanstieg etwas mehr und nach Kursverlust weniger abzuschöpfen, also immer 3 % vom aktuellen Wert, ist sinnvoll, denn gerade nach einem Kursrückgang sollte man eher weniger verkaufen, um das Erholungspotential nicht zu schmälern.

    Die Frage ist schon alt, aber egal: Vor vielen Jahren habe ich von der DKB einen Kontoauszug erhalten, auf dem falsch addiert war. Die DKB hat das (von mir) unaufgefordert nach ein paar Tagen korrigiert.


    So etwas glaubt man kaum, aber vor Jahren wurden ja auch schon ein Rechenfehler in einem Intel-Mikroprozessor, also in Hardware, entdeckt.

    @Nordnordlicht


    >> einheitliche Geräte für alle Banken


    > das widerspricht eigentlich der Sicherheitsarchitektur, das dürfte so nie kommen. Für jede Bank braucht man einen eigenen TAN-Generator


    Das mag für die Mini-Geräte, wie sie Consors einst oder immer noch anbietet gelten, die ohne Bankkarte arbeiten. Geräte wie Rainer arbeiten mit der jeweiligen Bankkarte zusammen, in der dann wohl die Kryptografie läuft. Das Gerät stellt mehr oder weniger nur eine gesicherte Anzeige und eine gesicherte Tatstatur bereit, was natürlich essentiell ist, denn die Anzeige und die Tastatur von Universalrechnern mit Internetverbindung wie PCs und Smartphones ist prinzipiell angreifbar.


    >> Beim Einschalten braucht man eine PIN


    > Ich kenne leider viele Fälle, in denen die Menschen aus Bequemlichkeit keine PIN vergeben (wollen)


    Das kann man dann aber nicht der Technik vorwerfen. Außerdem hast du oben genau umgekehrt argumentiert: Die biometrische Authentifizierung könnte im Falle einer Verletzung nicht funktionieren.


    >> Um die Gefahr der Handlungsunfähigkeit zu vermeiden ist eine Vollmacht auch für den Fall des Todes am sichersten.


    > Selbst mit einer Vollmacht über den Tod hinaus wurde im Falle meiner Mutter erst mal das Konto wochenlang dicht gemacht.


    Das ist übel, war bei mir aber nicht so. Also sollte man das Konto vorsichtshalber leer räumen, bevor die Bank vom Tod erfährt.

    Klar, ein separater TAN-Generator ist weit sicherer als ein Smartphon. Die Zahl der Angriffsmöglichkeiten ist bei einem Spezialgerät viel kleiner. Die Frage ist nur, ob es von allen Banken angeboten wird und wann endlich einheitliche Geräte für alle Banken kommen, denn gewöhnlich hat man mehr als eine Bank. Die von dir skeptisch beurteilte Biometrie dient, jedenfalls bei meinem Handy, nur als sekundäre Komfort-Authentifizierung. Beim Einschalten braucht man eine PIN und die PIN funktioniert in jedem Fall.


    Um die Gefahr der Handlungsunfähigkeit zu vermeiden ist eine Vollmacht auch für den Fall des Todes am sichersten.

    Zur Steuer kann ich nichts beitragen, möchte aber folgendes zu bedenken geben: Wenn man den Grundstock des Vermögens stehen lassen und nur den Ertrag abschöpfen will, dann sollte man

    • nur den durchschnittlichen Gewinn abschöpfen, denn es fallen ja auch mal Verluste an.
    • die Steuer berücksichtigen, die den verfügbaren Ertrag ggf. schmälert.
    • die Geldentwertung berücksichtigen. Wenn wir 2% jährliche Geldentwertung unterstellen, das Vermögen (und damit sein Ertrag) aber nicht schwinden soll, muss das Vermögen nominal 2% wachsen, um real gleich zu bleiben.
    • bei Bedarf eine *reale* Ertragssteigerung planen, was bedeutet, dass im Vermögensstock ein zusätzlicher Prozentsatz verbleiben muss.

    Hallo zf100,


    kannst du mal die Grundannahmen deiner Berechnungen erklären? Es sieht so aus, als ob du sonst kein (Arbeits-)Einkommen hast und das Ziel darin besteht, alle Steuerfreibeträge jedes Jahr auszunutzen, die sonst verfallen würden. Das scheint sinnvoll. Allerdings weiß ich nicht, wie die neuen Steuerregeln für ETF, die eine Vorab-Besteuerung vor dem endgültigen Verkauf vorsehen, hier schon in diese Richtung wirken.


    (Die Sache betrifft mich persönlich nicht, da ich ETF nur in (bisher) komplett steuerfreier Version halte, nämlich thesaurierende SWAP-ETF auf Aktien aus Altbestand. Neu kaufe ich nur noch Aktiennebenwerte, mit denen ich nach Steuern den Steuervorteil der ETF deutlich schlage.)

    Hallo @johannesD,


    bleib bitte sachlich. Sonst werfe ich dich aus dem Forum.

    Das fände ich schade, denn er hat nicht nur die politische Ursache zutreffend beschrieben sondern auch als Einziger im Thread den Work-Around beschrieben: Man muss stets ein zweites Smartphone mit aktiviertem TAN2go vorhalten, damit man bei Defekt oder Verlust eines Smartphones ein weiteres aktivieren kann, ohne auf zeitraubenden Briefverkehr angewiesen zu sein.


    Was fehlt ist ein bankübergreifend einheitliches Chip-TAN-Gerät für kleines Geld, das man sich mehrfach hinlegt und das mit der Bankkarte funktioniert. Das hätte die EU normieren sollen. Smartphones zählen ohnehin zu den unsicheren Geräten.

    Die Sache ist eigentlich ganz einfach: Langfristig (100 Jahre) bringt Gold 0% realen Ertrag, aber seine Kaufkraft bleibt - unter Schwankungen - ziemlich konstant. Ich habe das selbst nachgerechnet.


    Fiat-Währungen verlieren hingegen ausnahmslos, sofern sie nicht goldgedeckt sind. Das ist sogar gewollt. Der € soll jährlich knapp 2% an Kaufkraft verlieren. Die Rechnung mit 2% über 100 Jahre lautet:


    0,98 ^ 100 = 0,13


    Nach 100 Jahren sind also noch 13 % Kaufkraft vorhanden, WENN alles nach Plan läuft. Die tatsächliche Geldentwertung von Fiat-Währungen ist oft aber noch viel größer. Der Dollar nach dem Bruch des Goldeinlöseversprechens ist dazu ein schönes Beispiel.


    Wir sind es gewohnt, die Rendite in Fiat-Währungen zu messen. Zumindest langfristig sollte man Renditen in Gold messen.

    Das hatte ich ursprünglich vor, zumal damit mehr Leser erreicht werden, als hier. Ich habe jedoch darauf verzichtet, als Youtube mir folgendes anzeigte: "Mit dem Abschluss dieser Aktion erstellst du einen Kanal und erklärst dich mit den Nutzungsbedingungen von YouTube einverstanden."


    Soweit wollte ich dann doch nicht gehen, zumal damit wahrscheinlich meine Pseudonymität gebrochen wird, die ich für notwendig halte, sobald man persönliche finanzielle Verhältnisse durchblicken lässt, wie ich es getan habe. Ich gehe davon aus, dass die Finanztip-Autoren zumindest hier diese Feedback-Ecke mitlesen. Andernfalls kannst du Saidi gern darauf aufmerksam machen.

    Ich verdeutliche gern mit Extrembeispielen. Nehmen wir an, die zur Rettung vor den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Maßnahmen freigiebig ausgeschütteten, aus dem nichts geschöpften € führen zur Geldentwertung im Verhältnis 10:1.


    Gleichzeitig gelingt es Trump mit seiner Amerika-First-Politik den US-Aktienmarkt wie auch die Preise stabil zu halten.


    Dabei würde der € gegenüber dem $ auf 1/10 seines bisherigen Werts fallen. Der ETF auf US-Aktien stünde in $ gerechnet unverändert, in € dagegen 10 x höher. Der Euroland-Anleger hätte so sein Vermögen erhalten, weil er mehr von den schwindsüchtigen € bekommt. Hedgen würde bedeuten, dass die Umrechnung in € zu dem alten, inzwischen unvorteilhaften Kurs erfolgt, was 90% Verlust bedeutet.


    Natürlich funktioniert die Überlegung auch umgekehrt. Wenn der € durch Deflation steigt, bekommt der Anleger weniger € zurück, kann sich dafür aber das gleiche kaufen, weil die Preise in Euroland gefallen sind.


    Mit Hedgen hätte er im zweiten Fall natürlich Gewinn gemacht. Aber eigentlich ging es ja nicht um zocken sondern um die Vermeidung des Währungsrisikos. Und dazu ist genau gar nichts zu nötig.


    Kurzfristig ist es so, wie du schreibst. Die Märkte sind kurzfristig eben nicht effektiv, d.h. kurzfristig spiegeln die Umtauschverhältnisse nicht unbedingt die Kaufkraft der Währungen wider.


    Bei Finanztip scheint man noch zu überlegen...

    Während der Xetra-Handelszeit hat sich Gettex verpflichtet, den Xetra-Spread und Xetra-Kursniveau zu bieten

    Das nützt dir nichts, wenn du ein Limit innerhalb der Spanne von Geld und Brief setzt, was oft, wenn auch nicht immer sinnvoll ist. Dann kannst du zusehen, wie der Umsatz auf XETRA läuft und deine Order bleibt oft unbeachtet. "Es gibt kein kostenloses Mittagessen", wie der Deutsche sagen würde. Diese Zersplitterung des Umsatzes auf Mini-Börsen ist anlegerfeindlich.


    Hinzu kommt, dass die Nebenbörsen für Brief und Geld oft nur Tax-Kurse veröffentlichen, ohne das kenntlich zu machen, um Aufträge anzuziehen. Ausgeführt wird zu diesen Kursen nicht unbedingt.


    Siehe auch Preisvergleich XETRA mit GETTEX - Konto & Anlegen - Finanztip Community

    Hallo,


    ich meine, Saidi unterliegt einem Denkfehler, der sich sich zeigt, wenn er z.B. davon spricht, dass "US-Dollar in einem (Aktien-)Fond stecken". Auch wenn die Aktien mit Dollars auf Fondsebene gekauft wurden oder wenn die Aktien in Dollar notieren oder auch wenn der Fonds in Dollar notiert, spielt das alles keine Rolle, denn der Anleger besitzt damit Unternehmensanteile und eben keine Währung mehr. Der Wert dieser Unternehmensanteile hängt nur vom Geschäftserfolg dieser Unternehmen ab, der, wie Saidi richtig bemerkt, durchaus von Wechselkursen beeinflusst wird. So wäre z.B. ein fallender $ für ein in USA produzierendes Unternehmen, das seine Produkte auf dem Weltmarkt verkauft günstig, weil seine Produkte billiger/konkurrenzfähiger würden für alle, die nicht in $ rechnen.


    Bei der Rückgabe der ETF (die ETF-Intern zum Verkauf entsprechender Aktien führt) und Rückzahlung in € spielt es abermals keine Rolle, ob der ETF in $ oder € notiert. Dass ist ebenso belanglos, wie die Angabe einer Stecke in cm oder Zoll.


    Um das noch an Saidis Beispiel der USA-Reise zu verdeutlichen: Nehmen wir an, ein Europäer reist in die USA und kauft dort ein Produkt aus Euroland, nachdem der Dollar stark gefallen ist. Der US-Händler muss dann mehr Dollars ausgeben, um das Produkt in Europa zu kaufen und kann es nur zu einem höheren Dollar-Preis anbieten. Der Reisende bekommt für seine Euros jedoch im gleichen Verhältnis mehr Dollars und kann das Produkt zu gleichen Euro-Kosten kaufen. Genau so verhält es sich mit allen Sachwerten oder verbrieften Sachwert, z.B. Aktien, Aktien-ETFs oder Gold: In welcher Währung sie notieren, ist letztlich egal.


    Das Währungsrisiko schlägt nur bei Anleihen und Anleihen-ETF zu, abhängig davon, welche Währung im ETF liegt, während die Notierung des ETFs wieder bedeutungslos ist, denn es kommt immer auf den inneren Wert an, nicht auf den Maßstab, mit der er gemessen wird.

    Bausparen kommt eigentlich nur in Frage, wenn man ganz sicher weiß, dass man später einen Baukredit braucht. Aber wer weiß das schon Jahrzehnte vorher. Übrigens ist auch Bausparen eine Risikoanlage, falls sie mit Blick auf ein späteres Darlehen abgeschlossen wird. Das Risiko besteht darin,

    • dass das Bauspardarlehen zu teuer ist, im Vergleich zu künftigen allgemeinen Darlehenszinsen, somit nicht in Anspruch genommen wird und sich damit die (in normalen Zeiten) niedrigeren Sparzinsen als vergeblich geleisteter Verlust erweisen. Mit höher verzinster Sparanlage hätte man bereits einen größeren Teil des Kaufpreises decken können.
    • dass das Bauspardarlehen wegen nachlassendem Folgegeschäft (aus dem es typischer Weise finanziert wird) später als kalkuliert gewährt wird und sich damit der Gesamtaufwand der Immobilienfinanzierung verteuert.

    Und wie bei jeder
    Kapitalanlage, die nicht auf Sachwerten beruht (wie Aktien, ETFs usw.)
    besteht das Risiko in starker Geldentwertung oder einer Währungsreform,
    das mir nicht mehr zu vernachlässigen scheint, nachdem mit frisch
    geschöpften Geld riesige Rettungspakte verteilt werden. Ob als Kredit
    oder zum Verbleib macht keinen großen Unterschied - wie wahrscheinlich
    ist denn die Rückzahlung der Kredite, die an Staaten ausgereicht werden?

    Was ist so schlimm daran das Sparbuch "zu plündern". Wenn Urgroßeltern, Großeltern und Eltern schon nichts einviel für das sie ihr Geld ausgeben könnten, warum dann nicht die jüngste Generation?

    Schlimm ist höchstens, Vorfahren, die ihren Kindern etwas hinterlassen haben, mangelnde Phantasie im Geldausgeben zu unterstellen. Sparsamkeit halte ich für ein wichtiges Erziehungsziel, das offenbar nur unzureichend verfolgt wird, wenn man die verbreitete Neigung sieht, "von der Hand in den Mund" zu leben oder gar Konsum mit Kredit zu finanzieren.


    Ich erinnere daran, dass man Kapitalanlagen in Höhe des durchschnittlichen Wertes eines Arbeitsplatzes besitzen muss, damit man nach dessen Ertrag und abzüglich der in den Konsumgütern steckenden Kapitalkosten auf Null kommt. Vor Jahren waren das mal 300 TDM, heute werden das mehr als 300 TEUR sein. Einen solchen Betrag kann nicht jeder im Laufe seines Lebens ansparen. Über mehrere Generationen hinweg ist das aber leicht zu stemmen.

    Dass obiges Angebot mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Betrugsmasche ist, wurde ja schon geschrieben. Hinzufügen möchte ich, dass besonders lukrative Angebote kaum jemals ins Haus kommen. Die muss man mühsam suchen. Ist ja auch logisch: Wer als Anbieter den Kundennutzen maximiert, kann nicht gleichzeitig massiv in Werbung investieren. Er braucht die Werbung auch nicht.

    Edelmetall ist eine sichere, langfristige Anlage, die keinen Ertrag bringt, aber die Geldentwertung vollständig kompensiert. Kurzfristig muss man mit erheblichen Preisschwankungen rechnen, langfristig ist die Kaufkraft von Gold nahezu konstant und kann als Referenz für die Geldentwertung dienen.


    Kunst, Antiquitäten, Teppiche u.ä. unterliegen Moden und damit ebenfalls erheblichen Preisschwankungen. Eine Garantie für langfristige Kaufkrafterhalt gibt es nicht. Vor allem aber sollte man mindestens so viel von den Objekten verstehen, wie der Verkäufer. Wer hier fragt, was von Teppichen zu halten ist, sollte definitiv keine Teppiche zur Geldanlage kaufen.