Beiträge von Giskard

    Zum Unterhaltsaspekt kann ich nichts beitragen, aber für die SGB-II-Bedarfsgemeinschaften soll der einmalige Kinderbonus nach allem, was ich bisher dazu mitbekommen habe, als privilegiertes Einkommen anrechnungsfrei bleiben. Im vorliegenden Fall dürfte die BG im Monat der Auszahlung daher 600,- Euro "über Bedarf" zur Verfügung haben.


    PS: Was spricht dagegen, einfach mal bei der zuständigen Unterhaltssachbearbeitung im Jobcenter nachzufragen?

    Hallo @neusser2015,


    aus den Fachlichen Hinweisen der BA zu § 12 (zu berücksichtigendes Vermögen), Randziffer 12.12, zweiter Absatz:

    Im Umkehrschluss aus § 9 Absatz 2 Satz 2 bleibt das Einkommen und Vermögen von Kindern bei der Berechnung der Leistungen der Eltern unberücksichtigt. Die dem Haushalt angehörigen Kinder haben mit ihrem Einkommen und Vermögen ausschließlich den eigenen Lebensunterhalt sicherzustellen. Übersteigende Beträge führen zu einem Ausschluss des Kindes aus der BG aufgrund von fehlender Hilfebedürftigkeit (§ 7 Absatz 3 Nr. 4). Eine Übertragung nicht ausgeschöpfter Vermögensfreibeträge der Eltern auf das Vermögen der Kinder bzw. nicht ausgeschöpfter Freibeträge von Kindern auf das Vermögen der Eltern ist daher nicht möglich.


    Unter dem Strich bedeutet dies, dass die Eltern grundsätzlich unabhängig von den Vermögenswerten ihrer Kinder Leistungen nach dem SGB II erhalten können. Die Bedarfe der Kinder bleiben bei der Berechnung allerdings außer Betracht (zurzeit für die geschilderte Konstellation je Kind 328,- Euro Regelbedarf und ein Viertel der Wohnkosten).


    Der "unredliche" kleine Mann löst die Sparbücher > 6 Monate vor Antragstellung auf und legt die übersteigende Kohle unter die Matratze des jeweiligen Kindes.


    Es gibt auch höhere Freibeträge (zusätzlich 750,- Euro pro Lebensjahr) für bestimmte Produkte, z. B. eine Kapitallebensversicherung mit unwiderruflichem Verwertungsausschluss (siehe Randziffer 12.19), wobei der Abschluss einer KLV für sich genommen nicht sonderlich attraktiv erscheint: https://www.finanztip.de/leben…apitallebensversicherung/. Ich weiß allerdings nicht, inwieweit der Transfer vom Kindessparbuch in eine KLV des Elternteils mit dem Kind als Begünstigten im Einklang mit dem bürgerlichen Recht hinsichtlich der elterlichen Vermögenssorge steht.


    Man hat so ein bisschen die Wahl zwischen Pest, Cholera und Corona...


    Gruß
    Giskard

    Bislang ging ich davon aus, dass Konditionenanfragen neutral sind, sich also nicht negativ auswirkten!?

    Spielt es im Zusammenhang mit der Selbstzahlung eine Rolle, ob die Beiträge von einem Gemeinschaftskonto oder von einem individuellen Konto gezahlt werden?


    Ich habe mal bei einem Versicherer online ein wenig mit den Einstellungen zu Köpergröße und Gewicht gespielt und dabei festgestellt, dass der Beitrag bei Erreichen einer gewissen BMI-Schwelle in die Höhe schießt. Finden beim Abschluss eines Vertrages bei Versicherern mit diesem Tarifmodell immer entsprechende Gesundheitsprüfungen vorab statt? Wie sonst sollte der Versicherer nachhalten, dass die Kundenangabe bei Vertragsabschluss richtig war bzw. wie sollte der Kunde/Bezugsberechtigte dies beweisen, wenn die Leistung verweigert wird?

    Mal zwei naive Ergänzungsfragen: Wie sinnvoll/unsinnig wäre es vor dem Haftungshintergrund, "einfach" eine UG (haftungsbeschränkt) zu gründen? Welcher konkrete zusätzliche Aufwand entstünde dadurch ggü. der Bruchteilsgemeinschaft?

    Zur bAV-Pensionskasse-Metall kann ich nichts sagen.


    Bzgl. Riester-Fondsparen läuft seit Beginn der Coronakrise eine lebhafte Diskussion zu Sinn und Unsinn dieser Produkte im aktuellen gesetzlichen Rahmen und zur vielfach vorhandenen Erwartungshaltung, damit ordentlich Rendite machen zu wollen. Siehe z. B. im Thread zu Fairr-Riester. Da Du noch kinderlos bist (nur Grundzulage) und mit ca. 25 Jahren eher noch am Anfang Deines Berufslebens stehst, dürfte das Thema Riester für Dich objektiv betrachtet noch nicht besonders attraktiv sein.


    Ich persönlich leite meine vermögenswirksamen Leistungen seit letztem Jahr in einen ETF-Sparplan bei Finvesto (gibt sicher auch ein-zwei andere Anbieter) und werde dies voraussichtlich auch immer wieder (nach Ablauf der jeweiligen sechsjährigen Sparphase) tun. Wenn Dein laufender ETF-Sparplan z. B. auf MSCI World geht, könntest Du mit einem VL-ETF-Sparplan Dein Portfolio bei überschaubarem monatlichem Eigenaufwand ein wenig diversifizieren (z. B. Emerging Markets oder Small Cap) oder akzentuieren (z. B. IT-Branche).

    Kleines Update:

    • Von Smartbroker habe ich auf meine E-Mail vom 16.03.20 noch keine Reaktion erhalten.
    • Bei der Ausführung des Sparplans heute wurde zu einem nachvollziehbaren Kurs gekauft (siehe Tabelle).
    • Als Vergleichskurse habe ich die zeitlich am nächsten liegenden Kurse herangezogen, zu denen laut finanzen.net auch Umsatz gemacht wurde. Zum weiteren Vergleich mein anderer Sparplan (MSCI World SRI von UBS). Werde die Tabelle einfach mal weiterführen, um die Entwicklung über einen längeren Zeitraum zu beobachten.
    IE00BJ5JNY98 16.03.20 Uhrzeit 15.04.20 Uhrzeit
    Kaufkurs Lang & Schwarz 4,6555 € 09:15 4,8865 € 09:15
    Times & Sales XETRA 4,3000 € 09:04 4,8900 € 09:10
    Times & Sales Frankfurt 4,0300 € 09:53 4,8200 € 16:35
    Times & Sales Stuttgart 4,2400 € 09:16 4,8700 € 09:19
    LU0629459743
    Kaufkurs Lang & Schwarz 84,3400 € 09:15
    Times & Sales XETRA 84,0800 € 09:23
    Times & Sales Frankfurt 84,0800 € 09:30
    Times & Sales Stuttgart 84,3900 € 09:16

    Habe hier noch ein kleines Depot aus alten Zeiten: Aktienquote liegt aktuell bei rund 50 Prozent. Bei 17 Jahren Restlaufzeit und in diesen Zeiten durchaus vertretbar.

    Das wäre natürlich, neben der besseren angenommenen Liquidität des Anbieters gegenüber Fairr/Sutorbank, ein gewichtiges Argument bei der Überlegung, einen Riester-Fondsparplan umzuziehen.

    Ich habe meinen VL-Sparplan ebenfalls bei Finvesto. Den Sparplan habe ich unterjährig irgendwann im 1. Halbjahr 2019 begonnen. Die Sperrfrist endet somit irgendwann im 1. Halbjahr 2026. So, wie ich das aktuelle PLV lese, rechne ich damit, bis zum Übertrag der Position in ein anderes, kostenloses Depot acht mal die 10,- Euro gezahlt zu haben, praktisch einmal für jedes betroffene Kalenderjahr.

    Ja, man sollte immer einkalkulieren, dass in Blogger-Publikationen auch schon mal gefährliches Halb- und Nichtwissen verbreitet wird. Da lobe ich mir z. B. Saidis Videos, in die sich höchstens mal Flüchtigkeitsfehler in die Darstellung einschleichen.