Beiträge von GoldGaleone

    Danke für die weitere Info samt Link … dennoch seufz … dieses Land war bzw. ist - bezogen auf Vermögensaufbau und Altersvorsorge - manchmal so kompliziert und unflexibel, und fast immer ist ein enormer Aufwand damit verbunden, wenn man alte Fehler korrigieren will 🙄

    Könnte mir jetzt noch in den Hintern treten, dass ich 2004 den Riester-Mist abgeschlossen habe. Von ETFs hatte da leider noch nichts gehört und gelesen …

    Referat Janders

    Zusätzliche Frage: In ca 8 Jahren kann ich in Rente gehen. Wäre es evtl eine Überlegung, mit der Minimal-Einzahlung von jährlich 60 Euro den Riestervertrag weiterzuführen, um noch etwas mehr Förderung/Steuererstattung abzugreifen?


    Wäre es theoretisch denkbar, aus dem Riestervertrag jährlich eine Summe X herauszunehmen, aber den Vertrag weiterlaufen zu lassen? Gibt es diese Möglichkeit?

    Hallo Community,


    Frage in die Runde: Gilt eine Riester-Kündigung als „schädliche Verwendung“, wenn ich damit einen Immobilienkredit tilgen will bzw. Sondertilgungen damit durchführen will? Oder greift in diesem Fall eine Ausnahmeregelung, von der Finanztip berichtet (siehe unten)?


    Hintergrund: Habe 2004 einen Riester-Vertrag bei der AltenLeipziger abgeschlossen; Rendite ist mäßig, momentan ist der Vertrag stillgelegt und ca 17.000 € sind angespart.


    Gerne würde ich spätestens 2024 Jahr diesen Vertrag kündigen, um das Geld für Sondertilgungen für meinen Immobilienkredit zu verwenden. Die Immobilie werde ich in Kürze selbst bewohnen und sie ist als Alterssitz gedacht, solange ich dort leben und wohnen kann. (Sondertilgungen für die Jahre 22 - 24 liegen quasi einsatzbereit auf der hohen Kante).


    Finanztip schreibt zur Riester-Kündigung Folgendes:

    „Riester-Verträge dienen der Altersvorsorge. Wenn Du Dich entscheidest, Deinen Riester-Vertrag vorzeitig aufzulösen oder das angesparte Geld für einen anderen Zweck zu verwenden, gilt das als schädliche Verwendung: Du musst alle erhaltenen Förderungen zurückzahlen. Das gilt sowohl für Zulagen als auch für Steuervorteile. Es gibt jedoch Ausnahmen, beispielsweise die Entnahme Deines Guthabens für den Erwerb einer selbstbewohnten Immobilie, was nicht als schädliche Verwendung gilt.

    Zusätzlich müssen die erwirtschafteten Zinsen nachträglich versteuert werden. Sie fallen als sonstige Einkünfte an, weil die Befreiung von der Abgeltungssteuer auch für frühzeitig gekündigte Verträge besteht.“


    Wie immer: Tausend Dank für eure Unterstützung!

    E.K. Nachtrag zu Neubauten:

    Da momentan so wahnsinnig viele Neubauten in Deutschland entstehen, leidet massiv die Qualität der Gebäude. Insbesondere das Sub-Sub-Sub-Unternehmertum, das gerne auf ungelernte Hilfskräfte zurückgreift, ist dafür eine Ursache.

    Klickt euch einfach mal durch diverse Häuslebauer-Foren durch und auch der „Spiegel“ hat kürzlich dazu einen Artikel veröffentlicht („Boom der Pfuscher“). Fazit des Artikels: Ein Neubau ohne gravierende Mängel ist aktuell scheinbar die große Ausnahme.

    Wie schon Alabama und MichaG geschrieben haben, stellen 4 Monate absolut kein Zeithorizont dar, zumal momentan die Kurse scheinbar generell etwas nachgeben - solche Phasen können auch deutlich länger anhalten …


    ETFs sind für Buy-and-Hold-Strategie ausgelegt und nicht für Kauf-und-Nervenflatter-Verkauf … also: Du solltest m. E. die Dinger halten und nicht verkaufen.


    Der Ishares S&P 500 Information Technology ist einer der renditenstärksten ETFs der letzten 10 Jahre und 4 Monate Minus dürften daran wenig ändern, auch wenn keiner die Zukunft kennt … Dir sollte allerdings klar sein, dass dieser Ishares - wie auch dein VanEck - eine reine Sektorwette ist, was per se schon mal ein höheres Risiko darstellt. Dass dieser Ishares zudem noch Apple und Microsoft mit zusammen fast 40% abbildet, macht das Risiko nicht wirklich geringer - oder sorgt in manchen Augen dagegen für mehr Stabilität, je nach Betrachtungswinkel.

    E.K. ich würde euch empfehlen, die Altersvorsorge NICHT NUR durch ein Eigenheim abzusichern und schließe mich ganz klar JDS an („…die Immo nicht als Altersversorgung zu betrachten, sondern doch tunlichst parallel zum Immobilien-Deal Vermögen aufzubauen...“).


    Denn keiner weiß, wie sich Immobilien in den nächsten 20, 30 Jahren entwickeln werden, und es gab z.B. in den 80er/90er einen längeren Zeitraum, da sind Immobilienpreise stagniert bzw. sogar gefallen. Und höchstwahrscheinlich steuern wir auf so eine Phase vermutlich gerade wieder zu, auch wenn es noch etwas dauern wird, bis sich das in den Preisen widerspiegelt … u.a. die Deutsche Bank hat dazu (kurz vor Weihnachten war’s, wenn ich mich nicht irre) ein entsprechendes Gutachten veröffentlicht, was an Deutlichkeit wenig zu wünschen übrig ließ. Dazu bzw. zu Immobilien gibt’s m.E bei Youtube auch gute Clips von Finanztip, Finanzfluss und der Pfennigfabrik …


    Andererseits: Die Kreditzinsen sind jetzt noch unglaublich niedrig, werden aber voraussichtlich ebenfalls in den nächsten Jahren steigen. Und dann ist es tatsächlich besser, JETZT bzw. innerhalb der nächsten 2, 3 Jahre zu kaufen, bevor die Kreditzinsen spürbar teurer werden.


    Aber zurück zum Ausgangspunkt: Vermögen lässt sich z. B. gut mit ETFs aufbauen … also, wenn finanziell möglich: Kredit stemmen UND parallel dazu ETF(s) besparen. Ich mach‘s auch so und mache damit bestimmt keinen Fehler, ganz im Gegenteil …

    In Bezug auf Depotwechsel kann ich nur unterstreichen, was Kater.Ka geschrieben hat: Depotumzug vermeiden, so lange es geht. In vielen Foren kannst du nachlesen, dass z. B. Anteile beim Übertrag verloren gegangen sind oder ein Teil bzw. ein ETF eines Depots relativ zügig, ein anderer Teil bzw. anderer ETF aber erst Monate später im neuen Depot gelistet wurde etc. etc.; kurzum: Ein kompletter Depotübertrag ist immer etwas aufregend, da er Zeit in Anspruch nimmt und man in einer Warteschleife hängt. Und wann noch etwas schief geht, kann einen das echt Nerven und im schlimmsten Fall auch Geld kosten.


    Und grundsätzlich vor einem Depotübertrag: Aktuelle/r Screenshot/s des Bestandes anfertigen, damit du einen Beleg hast, falls was schief geht beim Übertrag …

    Hallo Marder,

    bin zwar Angestellter, werde es aber voraussichtlich ähnlich machen wie Du: Baue gerade zwei ETF-Depots auf.

    A) Ein Dividenden-Depot, das mir monatliche Zahlungen sichert (als Ersatz für gekündigte Rentenversicherungen etc.) sowie

    B) ein Thesaurierer-Depot, aus dem ich bei Bedarf ETF-Anteile verkaufen werde.


    Wie chris2702 richtig schreibt, solltest du auch ein Worst-Case-Szenario einkalkulieren. Hier böte sich u.a. ein solide gefülltes Tagegeldkonto an. Und ich gehe zusätzlich davon aus, dass ich als Rentner zunächst einen 450-Euro-Job ausführen werde. Nicht, weil ich es brauche, sondern um einfach noch ein paar Extra-Groschein einzusammeln. Urlaub, Reisen, Hobbys etc. werden aber definitiv nicht zu kurz kommen.


    Wünsche dir einen schönen Start in die Rente!

    Kater.Ka: Schon richtig, dass der High Dividend schlechter läuft als der normale All World. Aber vielleicht sind ja Dividendenzahlungen ein Anreiz für seinen Vater - für mich sind sie es definitiv, und deshalb habe ich ihn auch 😉


    Und ja, die LifeStrategy kann man sich auch selbst zusammenstellen und das auch etwas günstiger in Bezug auf die TER. Aber für einen Rentner mag das vielleicht eine einfachere und damit angenehmere Art sein, wenn er solide ETF/Anleihen unter einem Hut hat und sich keine Gedanken um irgendwas machen muss.


    Ich habe bei meinen Vorschlägen nicht in erster Linie an Rendite und Kosten gedacht, sondern an Simplizität und in Bezug auf Dividenden an einen guten Anreiz.

    Hallo hoffy,


    vielleicht wäre folgender Vorschlag etwas für deinen Vater: eine gute Kombination aus Tagegeld - Anleihen - Aktien.


    Vanguard bietet z. B. mit seinen „LifeStrategy“-ETFs 4 „Kompakt-Varianten“ an, in denen man nach persönlichen Vorlieben bzw. Risikobereitschaft in Aktien-Anleihen (also quasi das Verhältnis Risiko-Sicherheit) investieren kann. (80-20 / 60-40 / 40-60 und 20-80).

    Beispiel: Die 80-20er-Variante (ISIN: IE00BMVB5R75) hat eine TER von 0,25% und weist inzwischen mehr als 100 Mio Fondsvolumen auf, performt nicht überirdisch gut, aber auch nicht unterirdisch schlecht - also sicherlich nicht die übelste Kompaktlösung, und dazu sollte dein Vater noch ein Tagegeldkonto eröffnen und dort Geld parken …


    Ansonsten meine privaten Favoriten:

    A) als Emitter: Vanguard FTSE ALL WORLD HIGH DIVIDEND YIELD (ISIN: IE00B8GKDB10). Weltweit gestreuter Ausschütter (mehr als 1800 Positionen), der vierteljährlich gutes Geld aufs Konto bringt. Tipp hierbei: Ab 2023 steigt der Steuerfreibetrag auf 1000 Euro!


    B) als Thesaurierer: Vanguard FTSE ALL WORLD (acc) (ISIN: IE00BK5BQT80), weltweit gestreuter, sehr solider Wiederanleger mit mehr als 3000 Positionen.


    Und ansonsten schließe ich mich Altsachse an: Selbst mit 80 kann man noch in ETFs und Anleihen investieren bzw. investiert sein, aber eben nur ein Teil des Vermögens und auf keinen Fall alles.


    Viel Erfolg!

    Pantoffelheld: Danke für deine Anmerkungen, denen ich zustimme und die ganz klar für Aktien-ETFs statt für Anleihe-ETFs sprechen.


    Dennoch: Es gibt neben schwächer rentierenden Unternehmensanleihen auch noch Staatsanleihen, die mehr Rendite abwerfen (Emerging Markets), aber eben auch eindeutig risikoreicher sind.