Beiträge von helmut_ott

    Festgeld gibt es mit Laufzeiten ab 1 Monat, prolongiert sich dann automatisch, an das Geld kommt man nur mit Kündigung des Kontos zum jeweiligen Laufzeitende.

    Nachteil: man kann innerhalb der Laufzeit kein Geld nachschießen, man muß dann jeweils ein neues Festgeldkonto anlegen.

    Wenn ich lese, Kreditkarte ohne Kontrollmöglichkeit, kommt mir ehrlich gesagt das Gruseln.

    Eine Kreditkarte oder eine Debitkarte aka Girocard sind ja auch immer verfügbar und verführt ggf. zu impulsiven Käufen. Hat man dann noch keine Info über das verfügbare Budget, ist das keine gute Kombination. Kontrollverlust und Vermögensaufbau paßt einfach nicht zusammen. Ich würde eher mehr Kontrolle und Übersicht empfehlen. Demzufolge also das konsequente Führen eines Haushaltsbuchs inkl. Budgetplanung. Wenn du das mit einer Software-Lösung verbinden möchtest, wäre mein Vorschlag "Moneyplex".

    helmut_ott : Das heisst jetzt was? Das am Einverständnis schreiben mit ziemlicher Sicherheit alles ok ist und man nicht über´s Ohr gezogen wird?


    Dankeschön.

    Ich kenne die Sparda-Bank München ziemlich gut, war dort über 20 Jahre Kunde und Mitglied. Ich halte heute noch Genossenschaftsanteile, habe aber mittlerweile sämtliche Konten gekündigt. Früher fand ich die Sparda ziemlich gut, gebührenfreie Kontoführung, gut ausgebautes Filialnetz, ansprechendes Online-Banking faire Finanzierung für Immobilienerwerb. Mittlerweile bin ich weniger begeistert, es fing an mit der Einführung von Kontoführungsgebühren, die jetzt glaub ich schon wieder erhöht werden, dann kam die Einführung des TEO-Online- und Mobilbanking (miserable Softwarequalität und Datenkrake) und letztendlich die Einführung von Verwahrgebühren. Ich habe allmählich den Eindruck, das Geschäftsmodell der Sparda München (reines Privatkundengeschäft, Konsumenten- und Immobilienkredite, kein Gewerbegeschäft) funktioniert nicht mehr so richtig, und die Gebührenstruktur ist jetzt auch kein nennenswerter Vorteil gegenüber anderen Genossenschaftsbanken mehr.

    Auch gefallen mir manche geschäftspolitische Entscheidungen wie die in folgendem Links

    beschriebenen, nicht sonderlich.

    Sparda München: 70-Mio.-Euro-Deal kaschiert GuV-Implosion

    Sparda-Banken erhöhen Gebühren


    Die Einverständniserklärung benötigt die Sparda m.E. hauptsächlich für ihre Gebührenerhöhungen (eine Folge des BGH-Urteils).


    Letztendlich gibt es attraktivere Wettbewerber, auch im genossenschaftlichen Bereich, beispielsweise VR Bank Niederbayern-Oberpfalz oder die PSD-Bank München.

    Danke für Eure Anlageideen.
    Wie hoch bzw. niedrig ;-) werden denn Genossenschaftsanteile verzinst?

    Das kommt auf die jeweilige Genossenschaftsbank an. Anbei ein Link zu einer Übersicht von Biallo: https://www.biallo.de/geldanla…videnden-bei-volksbanken/

    Die Spanne reicht derzeit bis zu 15 %. im Durchschnitt dürften es knapp 4% sein.

    Dabei ist allerdings zu beachten:

    Genossenschaftsanteile sind Einlagen als Eigenkapital der Genossenschaft. Sie erwirtschaften keine Zinsen, sondern Dividenden. Sie sind nicht durch die Einlagensicherung geschützt. Im Fall der Insolvenz besteht daher ein Verlustrisiko von 100%. Allerdings ist seit Bestehen der Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland noch keine insolvent gegangen, da sich die 840 VR-Banken untereinander stützen.

    In den Satzungen mancher Genossenschaftsbanken ist eine Nachschußpflicht festgelegt. D.h. bei schlechtem Geschäftsverlauf muß der Genosse ggf. Geld nachschießen. Diese Nachschußpflicht fälllt jedoch 2022 weg.

    Die jährliche Dividende ist nicht garantiert. Auszahlung und Höhe hängen vom Geschäftsergebnis der jeweiligen Genossenschaft sowie der Entscheidung der maßgeblichen Genossenschaftsgremien (Vorstand, Mitglieder- bzw. Vertreterversammlung) ab.

    Die Anlage in Genossenschaftsanteilen ist nicht gerade liquide. Die Kündigungsfrist beträgt üblicherweise mindestens ein Jahr, manchmal auch länger (bei der GLS Bank z.B. 5 Jahre). Es geht also hier um ein Langfristinvestment.

    Viele Genossenschaftsbanken verknüpfen die Mitgliedschaft mit dem Regionalprinzip (d.h. Sie müssen in der Geschäftsregion der jeweiligen Bank wohnhaft sein) und/oder der Führung eines Girokontos. Auch ist die Anzahl der erwerbbaren Anteile begrenzt, manche VR Banken lassen nur den Kauf eines einzigen Anteils oder von Anteilen bis maximal 1000 Euro zu, andere erlauben bis zu 50000 Euro. Das hängt immer von der jeweiligen Bank an, hier muß man sich deshalb vorab informieren.

    Empfehlenswert wären etwa DKB oder ING - also reine Direktbanken. Geldabhebung mittels Kreditkarte an jedem Geldautomaten möglich. Wenn du im genossenschaftlichen Bereich bleiben willst, wäre die VR Bank Niederbayern-Oberpfalz eine Überlegung wert, Geldabhebung an jedem Geldautomaten im VR-Netz möglich. Die VR Bank Niederbayern-Oberpfalz ist regional in Ostbayern angesiedelt, nimmt aber Kunden und Mitglieder aus dem ganzen Bundesgebiet auf. Gibt halt keine Filialen in deiner Region. Wenn du eine lokale Filialbank suchst, wirst du höchstwahrscheinlich nicht um Kontoführungsgebühren herumkommen. Ob die Gebührenfreiheit bei DKB, ING und VR Bank Niederbayern-Oberpfalz zukünftig bestehen bleibt, kann dir wohl kein Außenstehender sagen ...

    Natürlich hast du recht...

    Das mit der "Anlageform Kopfkissen" hatte ich eher spaßig gemeint... ohwohl das Risiko dabei eher als hoch einzustufen wäre... je nachdem mit wem der/die TE das Bett teilt ;-)


    U.U. könnte man/frau über Genossenschaftsanteile (von "soliden" Geldinstituten) nachdenken; fraglich ist dabei, ob man bei den üblichen Eigenkapitalquoten überhaupt "solide" Anbieter findet.

    Volks- und Raiffeisenbanken würde ich jetzt schon als "solide" einstufen - und es gibt welche, bei denen man bis zu 50.000 Euro in Form von Genossenschaftsanteilen anlegen kann.

    Bisher hat die BayernLB und damit der Freistaat Bayern für alles bei der DKB vollumfänglich gehaftet. Diese Sicherung ist ab Ende November weg und die DKB wird eine „normale“ Bank. Die Kündigung des Beherrschungsvertrags könnte darauf hindeuten, dass die BayernLB gerne Kasse machen will und ein (Teil-)Verkauf der DKB (oder Börsengang) zumindest vorbereitet wird.

    Die Einlagensicherung privater Banken ist hier detailliert beschrieben:

    Über-den-Einlagensicherungsfonds

    andiii_98, es reicht ein beliebiger Zahlungseingang, ich habe Giro-, Tagesgeld und Depot bei DKB, zahle monatlich 700 Euro per Dauerauftrag von meiner Hausbank ein. Girokonto ist übrigens auch ohne monatlichen Geldeingang kostenlos, die Konditionen sind allerdings schlechter als bei Aktivkunden.

    Wie man hört, wird die Guthabengrenze für Verwahrgeld (Strafzinsen) bei Neukunden jetzt auf 50.000 Euro reduziert.

    Viele Regionalbanken haben ein Regionalitätsprinzip. Es werden keine Kunden aus anderen Regionen akzeptiert. Sparkassen, Volksbanken und Sparda-Banken leiden unter dieser Krankheit.

    Das Regionalprinzip ist keine Krankheit, sondern stammt aus dem öffentlichen Recht und betrifft die Rechtsbeziehung zwischen den öffentlichen Trägern und ihren öffentlich-rechtlichen Sparkassen, denen weitgehend verboten ist, außerhalb ihres Geschäftsgebiets Bankgeschäfte zu betreiben. Auch Genossenschaftsbanken beachten das Regionalprinzip, das für sie allerdings nicht gesetzlich vorgeschrieben ist.

    Die regionale Ausrichtung der Genossenschaftsbanken dient der Umsetzung ihres Förderauftrags – der wirtschaftlichen Förderung ihrer in der Region ansässigen Mitglieder.


    Das Regionalprinzip stabilisiert Finanzmärkte. Welche fatalen Auswirkungen entstehen können, wenn es durchbrochen oder aufgelöst wird, zeigt der Fall der spanischen Großsparkassen („Cajas“). In Spanien wurde das Regionalprinzip im Jahr 1988 aufgehoben. Dies hatte einen ungesunden Expansionsdrang der zuvor regional ausgerichteten Cajas zur Folge, welcher die Immobilienblase befeuerte und schließlich in der europäischen Bankenkrise mündete. Insofern wirkt die von Sparkassen und Kreditgenossenschaften praktizierte Fokussierung auf regionale Märkte risikomindernd und dient der Finanzstabilität.

    Quelle: https://www.gv-bayern.de/stand…ankensektor-erhalten-3086