Beiträge von Towo

    Vielleicht habe mich unklar ausgedrückt. Es ist quasi wie beim normalen Freisteller auch.


    Beispiel: Du machst im Mai 801 Euro Kursgewinne und hast ein Freistellungsauftrag über 801 Euro eingerichtet. Der Freisteller ist nun ausgeschöpft.
    Machst du nun im September im selben Depot 801 Euro Kursverluste so ist dein Freisteller wieder komplett offen und wenn du bis zum Jahrsende keine Einkünfte mehr hast kannst du nichts ins nächste Jahr mitnehmen.


    Hast du zwei Depots und überträgst vor dem Verkauf im September die Aktien auf ein Zweitdepot so landen die 801 Euro im Verlusttopf und werden ins nächste Jahr übertragen.

    Hat man normal alles in einem Depot und man macht keine Kursverluste dann wird selbstverständlich die ausländische Quellensteuer verrechnet (wenn der Freisteller ausgeschöpft ist).


    Die Aussage dass "nur dann" die Quellensteuer verechnet wird wenn man zwei Depots hat ist großer Unsinn.


    Man braucht jedoch u.U. deutlich mehr als 801 Euro Dividenden um Freisteller und Quellensteuern komplett zu verrechnen. Das kann insgesamt 2002,5 Euro werden (2,5 * 801 Euro) wenn man ausschließlich US-Aktien mit 15% Quellensteuer im Depot hat. Real meist etwas zwischen 801 und 2002,50 Euro, je nach dem aus welchen Ländern die Dividenden stammen.


    Ggf. einfach Kursgewinne zusätzlich realisieren um die QSt zu verrechen.

    Der Unterschied entsteht bei Kursverlusten.


    Beispiel: Du hast 3000 Euro Dividenden bekommen. Freisteller ist ausgeschöpft und QSt ist komplett verrechnet worden.


    Jetzt verkaufst du Aktien mit 100 Euro Kursverlust. Verluste aus Aktiengeschäften können nicht mit Gewinnen aus Dividenden verechnet werden. Wenn du jetzt denkst die 100 Euro Verlust kannst du im nächsten Jahr mit Gewinnen aus Aktienverkäufen verechnen dann irrst du. Deine 100 Euro Verlust werden nämlich mit der ausländischen Quellensteuer verrechnet. Du hast auf einmal wieder 100 Euro offen im Topf "nicht verrechnete ausländische Quellensteuer" und dieser Topf wird zum Jahresende genullt.


    Bei zwei Depots hast du das Problem nicht. Die 100 Euro Veräußerungsverluste werden ins nächste Jahr übertragen wenn es in dem Depot nichts mit ausl. Quellensteuer zu verrechnen gibt. Hatte ich selbst erlebt.


    Ich denke @Sara hat den Tipp irgendwo abgeschrieben aber selbst nicht wirklich verstanden.

    @Spacefly


    Ob Sutor verkaufen muss oder nicht hängt doch von deren Eigenkapital ab und nicht von irgend welchen Regularien. Diese waren doch stets bekannt.


    Wenn Sutor Riester mit 100% Aktienanteil anbietet müssen sie doch vorher wissen wie sie das Risiko managen.


    Ein Risikomanagement fand m.E. aber in keinster Weise statt, da ja auch noch in besonders volatilen ETFs investiert wurde (Small Caps, Schwellenländer etc.).


    Und warum wurden alle Aktien verkauft, also auch die Depots geräumt bei denen die Aktien noch im Plus waren?

    Das erklärt aber nicht warum Sutor nicht einfach alles in einen MSCI World oder MSCI World minimum volatility investiert hat.


    Bei der Zusammenstellung wurde m.E. überhaupt nicht berücksichtigt, dass es ein Problem bei schwankender Börse gibt.


    Ich bin ja gespannt wenn @Saidi mit dem Link zum Modell kommt. Er sagt es gibt eins, also kennt er es.

    @'Saidi


    Hast du mal eine Quelle zum Modell Sutors? Woher weißt du, dass es das wirklich gab?


    In den 90er ging auch schon einmal alles in den Keller (Aktien und Anleihen) als ein großer Fonds liquidiert wurde und alles verkaufen musste. Weiß gerade nicht mehr wie der hieß. Besonders außergewöhnlich ist das jedenfalls nicht.


    VG Towo

    Ich finde auch das ETF-Portfolie von Fairr interessant. Dort wird nicht einfach in einen Welt-ETF/MSCI-World angespart sondern in ein Mix mit zum Teil merkwürdigen Faktor-ETFs.


    Das Portfolie hat nicht nur schlechter performt als ein simpler MSCI World ETF, sondern ist auch noch volatiler.


    Nun kann man ja grundsätzlich das Portfolio auch versuchen zu "optimieren". Aber gerade wenn die Gefahr der Beitragsgarantie-Untersicherung besteht dann nehme ich doch eher einen besonders unvolatilen ETF als dass ich mir zusätzliche Vola ins Portfolio hole.


    Ich vermute, dass die Strategen des Portfolios gar nicht das Eigenkapital auf dem Schirm hatten. Wahrscheinlich hat es auf einer anderen Baustelle in der Sutor Bank geknallt und es mussten Reißleinen gezogen werden.


    Ein "Modell", wie Saidi sagt, hatte die wahrscheinlich gar nicht. Die haben einfach mal gemacht.


    Und jetzt machen sie einfach nix.

    @Florian36


    Hast du dir mal die "Förderung" ausgerechnet. Ich bin der Meinung, dass alleine ein Grenzsteuersatz von 42% nicht zu einem sinnvollen Riestervertrag führt. Da braucht man schon mehr (Hausfrau die 60 Euro selbst zahlt und 775 Euro Zulage bekommt zum Beispiel).


    Du bekommst von deinem eingezahltem Geld 42% zurück (Zulagen werden verrechnet, die bekommst du und werden vom FA wieder abgezogen).


    Das heißt von 172,41 Euro im Vertrag zahlst du 100 Euro selbst. Die 172,41 Euro musst du aber als Rentner versteuern. Bei einem Grenzsteuersatz von 28% werden aus 172,41 Euro brutto 124,14 Euro netto.


    Du hast also eine "Förderung" von 24,14% in sagen wir 30 Jahren, da der Vertrag insgesamt z.B. 60 Jahre läuft und deshalb das Geld im Schnitt 30 Jahre im Vertrag liegt.


    Das entspricht einer per annum Rendite von 0,72%, da du mit einer Verzinsung von 0,72% in 30 Jahren mit Zins und Zinseszins auch 24,14% machen würdest.


    Da sind selbst die Gebühren eines günstigen Riestervertrages höher als 0,72%.


    Oder wie rechnest du? Wie soll sich das lohnen?


    Viele Grüße Towo

    @Herrmann Tenhagen


    Das eingezahlte Geld plus Zulagen ist nicht garantiert, sondern die Sutor Bank garantiert dafür. Das ist ein Unterschied. Geht die Sutor Bank pleite ist die Garantie weg. Dann bleiben nur noch die Guthaben, die dann auch über die Einlagensicherung abgesichert sind.


    Das steht sogar auf fairr.de


    Die Sutor Bank musste die ETF verkaufen, da sie nicht über genügend Eigenkapital verfügt.


    Viele Grüße Towo

    Hi Scip,


    du bekommst doch weniger gesetzliche Rente als wenn du keine bAV abgeschlossen hättest, da du auch weniger Geld in die GRV einzahlst. Das umgewandelte Brutto fehlt auch bei ALG, Krankengeld, Elterngeld etc.


    Und Steuern musst du auch abziehen.


    Warum ziehst du nur Pflege- und KV ab?


    P.S. Hier gibt es einen Brutto-Netto-Rechner für die Rente:


    https://www.finanzrechner.org/…entenbesteuerungsrechner/


    Du musst aber zusätzlich noch die Differenz bei der gesetzlichen Rente berücksichtigen. Wer weniger in die GRV einzahlt bekommt auch weniger raus.

    Hi Scip,


    ja ok, das ist eine Verbesserung. Aber die verringerte Gesetzliche Rente und die Steuern sind dort noch unberücksichtigt.
    Du hättest also 27,50 Euro weniger Abzüge als ich vorhin ausgerechnet habe. Also ungefähr 125 Euro netto und nicht 160 Euro.


    Vorsicht auch bei einem Arbeitgeberwechsel. Der neue AG darf den Vertrag weiterführen (das hat man dir sicherlich gesagt), die meisten AG wollen aber dass du ihren Versicherer nimmst. Dann fängst du u.U. wieder von vorne mit einem neuen Vertrag an und lässt den alten ruhen. Das wäre doof, da man die Gebühren meist am Anfang des Vertrages zahlt (Zilmerung).

    Hi Scip,


    ich verstehe nicht wie Du auf 160 € nach Abzug der Sozialabgaben kommst bei 200 € Bruttorente.


    Du zahlst den vollen KV-Beitrag, also ca. 18% und indirekt den vollen RV-Beitrag. Direkt zahlt man natürlich als Rentner keine RV-Beiträge mehr aber Du hast ja Dein Brutto als AN verringert und weniger RV eingezahlt. Wenn man jetzt annimmt, dass die Rendite der GRV und die der bAV gleich hoch ist gehen also 18,3% Deiner bAV-Rente von Deiner GRV runter.


    Steuern zahlst Du auch mindesten 25% drauf (schon ab 14.000 Euro zu versteuerndes Einkommen im Jahr). Also eher mehr als 25% statt weniger.


    Die KV-Beiträge und die fehlende GRente müssen nicht versteuert werden.


    Also rund (18%+18,3%)-25% =27,22% Sozialabgaben und dazu 25% Steuern macht auf jeden Fall mehr als 50% Abzüge insgesamt.


    Aber vieleicht hast Du ja einen anderen Rechenweg. Wäre interessant für mich. Ich hatte das Angebot meines AG abgelehnt.