Beiträge von Iglufant

    Hallo zusammen,


    habe meinen Fairriester nun auch gekündigt. Eventuell aber etwas zu voreilig. Ich bin nämlich davon ausgegangen, dass ich meine eingezahlten Beiträge, abzüglich der Zulagen und Steuervorteile, zurück erhalte. Tatsächlich ist das aber nur der aktuelle Wert des Depots. :/ Der ist im Vergleich zu den Einzahlungen leider sehr gering. Normalerweise befasse ich mich mit solchen Fragen wesentlich intensiver. Daher dies als Hinweis für alle, die über eine Kündigung nachdenken...

    Das hatte ich für meinen Vertrag auch mal überschlägig ausgerechnet.
    Ich hatte also die vorhandene Summe um die mir bekannten Steuererstattungen der Jahre und um die gezahlten Zulagen verringert. Der verbleibende Betrag war schon nicht allzu hoch.

    Anschließend hatte ich diesen Restbetrag für die restliche Zeit bis zur Rente gedanklich in einen ETF gesteckt und bin von 6% Wachstum pro Jahr ausgegangen. Also einfach den Rest mit (1.06^n, n=Anzahl der verbliebenen Jahre) multipliziert, wie gesagt, überschlägig.

    Erstaunlicherweise hätte sich das für mich bei einer Laufzeit von 18 Jahren sogar gelohnt, ich wäre trotz der aktuellen heftigen Verluste am Ende oberhalb der Garantiesumme herausgekommen.

    Warum habe ich es trotzdem sein gelassen?
    Um ehrlich zu sein: Aus Verärgerung über f****** Fairr. Die haben sich die Suppe eingebrockt, dann sollen sie sie auch gefälligst auslöffeln, auch wenn die Entscheidung unvernünftig ist.

    Und natürlich weiß ich nicht, wie hoch die Kurse zum Zeitpunkt der Auszahlung stehen. Steige ich dann hoch ein, vermindert sich natürlich auch die Gesamtrendite.

    Ein weiterer Aspekt: Sollte ich meinen Job verlieren und keinen neuen finden, müsste ich im schlimmsten Fall mein Privatvermögen bis zu einer bestimmten Grenze erst einmal aufbrauchen. Das Kapital im Riester-Vertrag wäre davon ausgenommen.

    Ich habe auch noch nicht gekündigt und hoffe darauf, dass in den nächsten 3 Jahren eine Riester-Reform kommt. Wenn dann die Beitragsgarantie aufgeweicht wird, kann das Produkt hoffentlich wieder etwas ertragsreicher geführt werden.

    Eine reduzierte Beitragsgarantie wäre vor allem für Verträge mit langer Restlaufzeit interessant. Und unter der Voraussetzung, dass die Bank dann wieder stärker in renditeträchtige Anlagen investiert.

    Bei einem Depot, das noch deutlich unterhalb der Garantie ist, aber nur noch eine kurze Laufzeit hat, wäre solch eine Umstellung wohl eher kontraproduktiv: Im schlimmsten Fall hätte man dann Verluste realisiert, aber man wäre eventuell immer noch unter dem garantierten Betrag, hätte also auch weiterhin so gut wie keine Chance auf Rendite.

    Im Fall einer solchen Gesetzesänderung kann man nur hoffen, dass sie nicht ohne Einwilligung rückwirkend auf Altverträge anwendbar ist, was ich mir aber auch nicht vorstellen kann.

    Mir hat Fairr vor allem eines beigebracht: Investitionen in Aktien oder in Aktienfonds mit Garantien sind grundsätzlich eine schwachsinnige Kombination.

    Schon klar, in der Realität ist das Ganze viel komplizierter, aber wenn man das Vertrauen in die Bank verloren hat, dann sollte man sie auch nicht weiter füttern. Andere Banken haben auch schöne Töchter.

    Die Entscheidung, Sutor für vertrauenswürdig zu halten oder nicht, kann ich rational nur vor dem Hintergrund des bisherigen Verhaltens treffen. Und das war vor allem eins: Vollkommen inkonsistent. Erst wurde ein Anlagekonzept mit mehreren Fonds vorgestellt und umgesetzt, dann klammheimlich wieder geändert und später eventuell noch einmal.


    Freundlich betrachtet ist der Fairriester also eine Black Box. Könnte ich ebenfalls akzeptieren, bei gemanagten Fonds hat man ja im Prinzip etwas ähnliches. Also würde ich nur das Ergebnis betrachten, aber das spricht ebenfalls gegen den Fairriester. Nach der Umschichtung in Cash im März und weiteren Einzahlungen ist bei mir der Abstand zum Garantiebetrag konstant geblieben.


    Sutor hat also mit dem Fairriester nachgewiesen, dass die Bank Vermögen vernichten kann, aber eine plausible Begründung, warum das in der Zukunft nicht erneut passieren sollte, liefert Sutor nicht. Auch die Anleihefonds, in denen ein Großteil meines Geldes jetzt steckt, hatten im März Kursverluste. Woher weiß ich, dass bei der nächsten Krise nicht erneut in Cash umgeschichtet wird?


    Die Bank verhält sich hier wie ein Trinker bei der MPU, der dem Gutachter sagt: "Ach, wird schon nicht wieder vorkommen, ich bin von Wein auf Bier umgestiegen."


    Also unterstütze ich Sutor, indem ich den Riester-Vertrag beitragsfrei stelle, ich begrenze das Risiko der Bank.
    Konsequenterweise müssten sie eigentlich davor warnen, ihnen Geld zu geben. :D

    Kann mir mal einer erklären warum Fairr inzwischen praktisch jeden einzelnen Handelstag meine Aktienquote irgendwo zwischen 80 und 100% neu berechnet und zwischen Aktien und Anleihen hin und her schichtet?

    Wenn man sich mal die Änderungen der Anlagestrategie der vergangenen Monate ansieht und auch deren Nichtkommunikation, dann ist eigentlich jeglicher Erklärungsversuch überflüssig, denn in ein paar Monaten ändert sich sowieso wieder alles.


    Mich hat das dazu bewogen, den Vertrag beitragsfrei zu stellen. Rendite ist ja immer mit Zeit und mit Risiko verbunden, für mich heißt das Risiko hier eindeutig "Sutor". Und die Rendite ist dabei für mich als Single ziemlich mau.

    Eine Frage ist für mich auch, wie sich die Differenz zwischen dem garantierten und dem tatsächlichen Vermögen in den nächsten Monaten entwickelt, bei mir hat sie in ca. einer Woche um knapp 3% zugenommen, was natürlich noch innerhalb der normalen Schwankung liegt.


    Sollte Sutor aber mittelfristig die Differenz weiter vergrößern, dann müsste eine Beitragsfreistellung sogar im Interesse der Bank sein, weil sich dann auch deren Verbindlichkeiten nicht vergrößern. Mich würde mal interessieren, wie die Sutor Bank das sieht.


    Dass ihnen eine förderschädliche Kündigung gelegen kommt, weil sie sie aus der Haftung entlässt, ist ja klar.

    Da fehlen einem die Worte. Wenn's nicht so traurig wäre, könnte man nur noch drüber lachen. Selbst die Aufstockung von zwei auf vier ETFs wurde zumindest mir nicht kommuniziert. Nun also noch ein fünfter?!
    Wofür dann der große Aufriss der Information am 13.06.? Wohlgemerkt einen Tag NACH Beginn der Wiederanlage...
    Das Ganze wird immer lächerlicher...

    Die einzig ehrliche Verlautbarung den Kunden gegenüber wäre wohl in etwa gewesen:


    "Lieber Kunde, aufgrund der überkommenen Beitragsgarantie und unzureichender eigener Risikobetrachtung mussten wir leider Verluste realisieren. Wir wissen noch nicht, wie wir sie wieder ausgleichen können und müssen daher iterativ vorgehen. Wir investieren zunächst in nur zwei Fonds, beobachten die Performance und entscheiden dann ggf. neu."


    Wäre zumindest ehrlich, aber erwarte ich das von einem Unternehmen, das seine Kunden duzt?


    Mir persönlich ist das inzwischen egal. Die fehlenden Beiträge zum Erreichen der Zulage im nächsten Jahr zahle ich noch, danach wird der Vertrag beitragsfrei gestellt, um das Risiko im Fall einer Insolvenz der Sutor-Bank nicht noch weiter zu vergrößern und dann sollen sie sehen, wie sie die Verluste ausgleichen.


    Ich habe noch einen Rürup bei denen, der läuft bis jetzt problemlos.

    Das hatte ich auch getan, allerdings direkt bei Sutor. Und der Mitarbeiter am Telefon hat mir gesagt, dies sei nicht möglich. Interessant, das verbessert den ohnehin schlechten Eindruck der Bank nicht gerade.

    So, ich antworte mir mal selbst, der Fair(r)ness halber </grandioser Wortwitz>.


    Nach einem Anruf bei Fairr antwortete nun die Sutor Bank, dass die Depotgebühren ab sofort meinem Depotvermögen entnommen werden.

    Weiterhin habe ich Fairr drum gebeten die Konto- und Depotkosten ab sofort wieder vom Depot Guthaben einzuziehen

    Das hatte ich auch getan, allerdings direkt bei Sutor. Und der Mitarbeiter am Telefon hat mir gesagt, dies sei nicht möglich. Interessant, das verbessert den ohnehin schlechten Eindruck der Bank nicht gerade.

    Ahoi. Mein erster Beitrag hier. Nett bei euch.


    Lese diesen Thread schon eine Weile mit und hatte mich leider auch fairriestern lassen. Was mich in meinem Fall irritiert:


    Nachdem mein Depot durch die Panikverkäufe ca. 10% unter der Beitragsgarantie lag, wurde wieder angelegt, und zwar in einem Verhältnis von ca. 40% Atkien zu 60% Anleihen.


    Das hatte mich schon ziemlich gewundert, weil ich gemäß der Verluste und der nur noch 17 Jahre bis zum Renteneintritt eine sehr hohe Anleihenquote nach dem neuen Modell erwartet hätte.


    Möglicherweise ist das jetzt auch der Sutor Bank aufgefallen, denn jetzt werden meine Aktien-Fondsanteile wieder alle verkauft und die ohnehin schon großen Verluste noch weiter vergrößert, ich finde so viel planlosen Aktionismus schon bemerkenswert.


    Ursprünglich hatte ich vor, den Vertrag für dieses Jahr noch mit dem Mindestbeitrag zum Erreichen der Förderung zu besparen und dann am Jahresende zu entscheiden, ob es weitergeht, aber meine Einschätzung, ob die Sutor Bank mit solch einem Verhalten überhaupt imstande sein wird, auch nur die Garantie zu erfüllen, ist nicht sehr optimistisch.