Beiträge von Galileo

    So lange man nicht zu viel beimischt spricht da aus meiner Sicht nichts dagegen (ich fahre selbst 70% DevWorld, 20% EM und 10% Europa). Wichtig ist, dass man sich persönlich mit der Aufteilung wohlfühlt und diese auch 20+ Jahre durchzieht inkl Rebalancing (also nicht nach 2 Jahren umstellt, weil wie zu erwarten irgendetwas besser läuft als etwas anderes).

    Auch wenn Du in beiden Ländern einen Wohnsitz hast, bist Du nur in einem Land unbegrenzt steuerpflichtig. Vermutlich in dem Land, in dem Du Dich über 163 Tage aufgehalten hast. Dieses sollte auch Einfluss auf Deine polnische Steuererklärung haben.


    Ich kann mich den Vorrednern nur anschließen. Du kannst auch leicht zu viel Steuern zahlen, was zwar nicht strafbar, aber sehr ärgerlich wäre.

    Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, man können nur in einem Land unbegrenzt (i.e. unbeschränkt) steuerpflichtig mit dem Welteinkommen sein. Für Deutschland reicht z.B. ein gewöhnlicher Aufenthalt, die 183 Tage braucht es nicht. Damit kann man in mehreren Ländern (z.B. wie hier möglicherweise: 2) unbeschränkt steuerpflichtig sein. Gerade deshalb gibt es ja Doppelbesteuerungsabkommen (also nicht um zu definieren, dass man nicht unbeschränkt steuerpflichtig ist, sondern gerade weil man doppelt unbeschräntk steuerpflicht sein kann um zu regeln, dass dennoch keine Doppelbesteuerung vorliegt). Siehe hier für ein solches Beispiel https://www.pe-magazin.de/bfh-…-bei-mehreren-wohnsitzen/


    Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass die polnischen Erträge (unter Berücksichtigung nach deutschem Recht aufgelisteter Werbungskosten) in Deutschland bei der Steuer dem Progressionsvorbehalt unterliegen (also selbst nicht besteuert werden, aber insgesamt den Steuersatz etwas erhöhen). Wie gesagt: Einmal zum Steuerberater (ggfs einem, der damit wirbt, sich beim DBA Polen-Deutschland auszukennen), und dann ist das in den Jahren darauf kein Hexenwerk.

    Was Hornie hier schreibt ist alles richtig, insbesondere auch die alternativen Gestaltungsmöglichkeiten je nach Fall. Die wichtigsten Worte hier sind wenn sie sich einig sind und ich will hinzufügen und sich in Zukunft auch einig bleiben.


    Denn der Teufel steckt im Detail:


    Wenn es ein wie oben beschriebenes Testament gibt, in dem nur A erbt (allerdings mit der Auflage der Zahlung an B), dann hat B weiterhin einen Pflichtteilsanspruch. Wasserdicht wird die Lösung erst, wenn B per Erbvertrag darauf verzichtet, wobei wir wieder beim oben genannten Problem wären. Und wenn es kein Testament gibt, müssen sich beide einig sein, dass A an B zahlt und die Immobilie übernimmt, sonst muss verkauft werden, ggfs an einen Dritten.


    Dass die angestrebte Lösung nicht klappt, muss noch nicht mal an B liegen (der ggfs Stress machen oder Neid entwickeln könnte). Es könnte auch passieren, dass die Erbschaft erst in z.B. 10 Jahren stattfindet, das Haus entsprechend an Wert gewonnen hat, und A die dann notwendige deutlich höhere Ausgleichszahlung nicht aufbringen kann/will.


    Wenn das Elternteil heute Gewissheit haben möchte, dass alles geregelt ist, wäre ein vorzeitiger Übergang (mit Nießbrauch etc) und entsprechenden Zahlungspflichten etc die sicherste und sauberste Lösung. Alternativ Testament nur mit Pflichtteilsverzicht und entsprechender Gestaltung der Zahlungsflüsse.

    Der BFH sieht das anders:

    https://www.anwalt-heinsberg.de/news/1513519213.html

    (Es ist klar, dass das Problem nur aus dem Pflichtteilsverzicht kommt, aber den Immobilienübertrag ohne einen solchen durchzuführen würde für Kind A das Risiko bedeuten, an Kind B 250k UND zusätzlich den Pflichtteil sofern er eingefordert wird zahlen zu müssen).


    So oder so ein Fall für Fachleute, die das dann auch rechtssicher umsetzen.

    Wenn Kind A die Immobilie (500k) mit der Auflage 250k an Kind B zu zahlen erbt, dann hat das Erbe einen Wert von 250k, ist also erbschaftssteuerfrei.

    Selbst wenn das so ginge, würde es das Problem nur verlagern (und ggfs verschlimmbessern), da zwischen Geschwistern nur ein Schenkungssteuerfreibetrag von 20.000 Euro gewährt wird, und auf alles darüber Schenkungssteuer anfällt, noch dazu in einer ungünstigeren Kategorie als von Eltern zu Kindern.


    Auch wenn es teuer ist: Lasst euch von einem auf Erbrecht spezialisierten Anwalt (und dann auch vom Notar) beraten. Hier gibt es viele Fallstricke und Gestaltungsmöglichkeiten, und diese Summen sind aus meiner Sicht schlicht zu hoch / die Dinge zu wichtig, um einem Internetforum zu vertrauen.

    Arbeitnehmende können politische und andere Bildungsveranstaltungen (-reisen) im Rahmen eines Bildungsurlaubs steuerlich absetzen. Wie sieht es bei ehrenamtlich und ohne Vergütung tätige Rentner*innen aus, wenn sie an für ihre Arbeit notwendigen Bildungsveranstaltungen (Beispiel: Fachexkursion) teilnehmen, die sie selbst bezahlen müssen?

    Die Idee der Absetzbarkeit bei Arbeitnehmern ist ja, dass man Verhalten fördern möchte, das die Zahlung von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen schafft. Bei Rentnern und generell unentgeltlichen Tätigkeiten ist das nicht gegeben, daher gibt es keine Absetzbarkeit.

    Der einzige Tipp, den ich habe, ist hier noch einige Infos nachzureichen, damit die Antworten fundierter werden: Wie soll der Kauf finanziert werden (inkl Zinssatz)? Was ist das Eigenkapital, und wie wäre es bei der Miete angelegt? Was genau gefällt Dir bei der Mietoption ganz grundsätzlich? Warum

    denkst Du über den Kauf nach? Um welche Immobilie geht es (Gutachter da gewesen)? Einkommensverhältnisse in Bezug auf die Zahlungen?

    Wobei die Kündigung hier „sinnlos“ ist, da man die steuerliche Förderung zurückzahlen muss und die Beiträge dennoch erst mit Rentenbeginn zurückerhält (wenn der AG überhaupt zustimmt). Die Versicherung beitragsfrei zu stellen, ist ratsamer sofern man die Versicherung nicht fortsetzen möchte. Für eine weitere Analyse fehlen Zahlen zum Vertrag.


    Zur Kündigung der bAV: Siehe Google oder zB

    https://horizon65.com/de/alter…e/betrieblich/kuendigung/

    Gute Idee mit der Vorbereitung. Nennen wir den Berater/Versicherungsmenschen lieber Verkäufer, das ist näher an der Realität.


    Um den 15%-Zuschuss des AG umzusetzen gibt es zwei Möglichkeiten bei Altverträgen so wie hier:

    1. Der Zuschuss kommt einfach dazu. Dadurch erhöht sich aber der monatliche Betrag, der insgesamt in die Versicherung fließt. Bei manchen Altverträgen ist der gedeckelt, und die Versicherung hat aufgrund hoher Zinszusagen kein Interesse an einer Erhöhung auf Kulanz. Daher gibt es noch die andere Option.

    2. Der Betrag der Entgeltumwandlung wird leicht abgesenkt, so dass mit dem 15%-Zuschuss der neue Gesamtbetrag dem alten entspricht, nur mit höherem AG-Anteil. Das muss immer gehen.


    Der Verkäufer hat natürlich ein Interesse an Kündigung+Neuvertrag, weil für ihn neue Provisionen entstehen und der Altvertrag aufgrund höherer Garantiezinsen für die Versicherung teurer ist.

    Ggfs noch einen Ausdruck von einem relevanten Gerichtsurteil mitbringen, z.B.


    Die Beratungspflichten eines Versicherungsvermittlers, der einem Versicherungsnehmer nicht nur den Neuabschluss einer Personenversicherung, sondern zugleich die Kündigung eines bereits vorher bestehenden Versicherungsvertrages empfiehlt, dem Versicherungsnehmer also einen Versicherungswechsel nahelegt, sind weitgehend. In einem solchen Fall muss ein Versicherungsmakler über sämtliche Folgen des Wechsels aufklären. Er muss seinem Kunden einen nachvollziehbaren und geordneten Überblick über alle wesentlichen leistungs- und beitragsrelevanten Unterschiede der bestehenden und der angebotenen Versicherung verschaffen


    Quelle: https://www.versicherungsrecht…bei-versicherungswechsel/

    Das klingt alles so als seiest Du da ziemlich ausgenommen worden. Ich verstehe die Zurückhaltung hier gleich mit dem Anwalt zu kommen, ggfs gibt es ja einen Mittelweg, denn die Bekanntschaft der Familien / Dorfherkunft funktioniert ja auch umgekehrt als Zwang und ich kann mir nicht vorstellen, dass er ein großes Interesse daran hat, wenn die grob nachteilige „Beratung“ publik wird - vorausgesetzt, die Alt- und Neu-Verträge sind tatsächlich so stark unterschiedlich, wird sich eine Empfehlung zum Wechsel ja nicht rechtfertigen lassen (weder im Protokoll, noch vor Gericht oder im Gespräch), denn für 2 Euro-Prämienersparnis wäre das nicht verhältnismäßig. Suche doch mal das persönliche Gespräch, frage genau nach den Gründen für den empfohlenen Wechsel, nach seinem Berufsverband (da gibt es ggfs eine Schlichtungsstelle) und erbitte eine Kopie des Beratungsprotokolls. Da wird er schon merken, dass Du es ernst meinst und Dein Problem (Kündigung ist nicht widerrufbar) wird zu seinem. Nicht abspeisen lassen und dann schauen, was er macht, wäre ein Weg, der zumindest zu Beginn ohne Anwalt auskommt.

    Wenn Du die Kündigung unterschrieben und abgesendet hast, bist Du auf das Wohlwollen der Versicherung angewiesen. Und Kontrolle ist bekanntlich besser als Vertrauen.


    Gab es ein Beratungsprotokoll oder Zeugen/schriftliche Belege für die Aussage des „Bekannten“, dass der neue und der alte Vertrag vergleichbar sind? Ggfs kann man ihn gerichtlich dazu verpflichten lassen, den Schaden zu ersetzen (also Dich so zu stellen, als wäre die alte Versicherung noch aktiv)

    Die rechtliche Situation in AT kenne ich nicht. In DE gibt es ein Sonderkündigungsrecht nur im extremen Ausnahmefall (Tod des Anlegers, Insolvenz der Bank). Reine Arbeitslosigkeit reicht nicht aus, selbst bei einer Privatinsolvenz streitet man vor Gericht. Ich gehe auch nicht davon aus, dass einen eine Bank aktuell leicht ziehen lässt. Festgeld heißt nicht ohne Grund so.

    Danke für die schnelle Antwort, betrifft aber nicht meine Frage.

    Doch, tut es, denn um den Wert der monatlichen 400 Euro zu errechnen ist es wichtig zu wissen, ob die diese ab einem Alter von z.B. 68 Jahren oder ab 62 Jahren gezahlt werden.

    Zur umfassenden Beurteilungen fehlen Infos zur steuerlichen Situation, Risikotragfähigkeit (Aktien-ETF vorhanden?), Rentensteigerungen, genaue Art der Betriebsrente, etc

    Dann wohl eher "oder was auch immer".

    Wenn ich das Geld für die Sondertilgung oder den Urlaub nicht auch anderweitig parat habe, dann würde ich mir persönlich Gedanken machen, ob ich die Steuerrückzahlung wirklich dafür verwenden möchte. aber da tickt ja jeder anders.

    Die Meinung kann man haben, aber sie geht aus meiner Sicht am Thema vorbei: Ich halte es für ungeheuerlich, dass es sich eine digitale Bank im Jahr 2022 erlauben kann, derart langsam und fehleranfällig zu agieren wie die comdirect beim Thema Steuern. Die verzögerte Jahreserklärung ist ja nur die Spitze des Eisbergs (siehe falsche Berechnung der Kapitalertragssteuer etc). Ich hatte vor zwei Jahren dort eine falsche Abrechnung, die die Kundenbetreuung in 1.5 Jahren (!) nicht korrigieren konnte - wie im Irrenhaus wurden jeden 2. Monat hunderte Korrekurbuchungen eingefügt ohne das Problem zu lösen. Am Ende haben wir uns geeinigt, dass ich eine sachlich falsche Jahressteuerbescheinigung akzeptiere und die comdirect eine zwischenzeitlich getätigte Ausgleichszahlung nicht zurückfordert. Einfach unprofessionell.


    Hier sollte die Bafin genau hinsehen und eine Frist für die Jahresbescheinigung (zB Ende Februar, wie für viele andere steuerlich relevante Meldungen) wäre angezeigt.

    Der Kunde soll sich also selber beraten. Wie sollen Unwissende wissen, welche Beratungsleistung Sie beantragen müssen. ^^^^^^^^

    Ich finde man sollte keinen einzigen Cent für Steuerberater oder Anwälte ausgeben. Absolut unnütze Berufe.

    Das ist mir viel zu pauschal. Nicht jeder hat Zeit/Wissen/Lust, diese Dinge selbst zu machen. Und nur weil ich zB mein Fahrrad selbst repariere, ist Fahrradmechaniker ja kein unnützer Beruf. Ich will nicht ausschließen, dass der Steuerberater auch korrekt auf die Vorauszahlungen hingewiesen hat, es aber schlicht nicht angekommen ist - Kommunikation bei komplizierten Sachverhalten kann leicht schief gehen und ohne umfassendes Mandat wie Thebat schon sagte ist es weiter die Verantwortung von einem selbst.