Beiträge von Galileo

    Wie wäre es mit


    1. einem anderen Depotanbieter in Deutschland zu probieren? Gut möglich, dass sich da einige kooperativer anstellen als andere (auch wenn sie an so etwas direkt nichts verdienen), oder


    2. in Spanien verkaufen, vorausgesetzt es besteht in D unbeschränkte Steuerpflicht in 2022, und dann den Verlust manuell bei der Steuererklärung angeben. Funktioniert besonders gut, wenn 2022 auch Gewinne aus Aktien realisiert werden können.

    6,65€ sind in 6 Jahren immerhin 478€ (abzüglich 70€ Depotgebühren)

    Für die investierte Zeit ein Formular auszufüllen und ein depot aufzumachen ist es ok aber natürlich schon irgendwie dumm bei den kleinen Beträgen.

    478 Euro abzüglich Steuern + Sozialversicherungsabgaben (sagen wir ca. 30%) = 334 Euro minus 70 Euro Depotgebühren + 0.2% Transaktionsentgelt (1 Euro :-)) = 263 Euro. Ja, das ist Geld, aber nicht wirklich Vermögen....

    Nein, es macht steuerlich keinen Unterschied und einen bestimmten Grund aufzustocken sehe ich nicht. Es mag sich jeder selbst überlegen, ob man bei 6.65 Euro pro Monat wirklich von "vermögensbildenden" Leistungen sprechen kann, oder von Augenwischerei. In meinen Augen mal wieder ein Beispiel für eine viel zu kleinteilige Förderung, die administrativ viel mehr kostet als sie bringt. Das aber nur OT.


    Ich würde dann "Fachkraft" vom Finanzamt mal in Anführungszeichen setzen. Da ich selbst einen unterjährigen Wechsel aus dem UK nach Deutschland hinter mir habe, maße ich mir an, zu sagen, dass die Person, mit der Du gesprochen hast, schlicht falsch informiert ist.


    Nochmal: Verpflichtung zur Veranlagung (= Einreichung einer Steuererklärung) besteht nach §46 Abs. 2 Nr. 1 EStG, wenn mehr als 410 Euro dem Progressionsvorbehalt unterliegen. Ausländische Einkünfte, die nicht in Deutschland versteuert wurden, unterliegen dem Progressionsvorbehalt . Dies folgt aus dem Doppelbesteuerungsabkommen D+UK, Artikel 23 Nr. (1) Abs d. "Deutschland behält aber das Recht, die nach den Bestimmungen dieses Abkommens von der deutschen Steuer ausgenommenen Einkünfte und Vermögenswerte bei der Festsetzung seines Steuersatzes zu berücksichtigen." Und das passiert auch, wenn man die o.g. Zahl in WA-ESt eingibt, denn Deutschland nutzt dieses Recht gemäß §32 b Abs. 1, Nr. 2 und 3 EStG.


    Ergo: Pflicht zur Einreichung einer Steuererklärung.


    Ich gehe davon aus, dass die 10 000 GBP aus einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung (mit Income Tax und National Insurance Deducations) kommen, und nicht etwa ein Promotionsstipendium waren.


    Ich hatte (gerade was die Behandlung der Kapitalerträge angeht) selbst mehrfach falsche Auskünfte vom Finanzamt erhalten. Diese Fälle kommen schlicht nicht so häufig vor, und wenn der jeweilige Bearbeiter das dann nicht schon mal hatte und dann nicht zu einem spezialisierten Kollegen durchstellt, dann kommt leicht eine falsche Information raus.


    Sei's drum, es ist wahrscheinlich, dass sich eine Erklärung ohnehin lohnt, insofern ist es letztlich egal - ich wollt die offensichtlich falsche Auskunft des Finanzamts hier nur nicht unkommentiert stehen lassen für ggfs andere, die den Thread später finden.

    Ich würde gerne wissen wie ich erkenne ob ein ETF dafür in Frage kommt.

    Ich würde raten, nicht mit dem ETF, sonder mit dem Depot anzufangen. Im von Dir zitierten Finanztip-Artikel steht ja, dass das nur bei zwei Anbietern geht. Ggfs dort nochmal genauer lesen, die ansehen, und dann entscheiden. Und bei 40 Euro/Monat nicht zu viel überlegen, jeder beliebige MSCI World/Developed World/ACWI/ etc tut es.

    1. Ja. Ein Doppelbesteuerungsabkommen bedeutet ja nicht, dass alles automatisch läuft, sondern regelt wer und wie besteuert. Doppelt besteuert wirst Du nicht. Schau Dir an, was Progressionsvorbehalt bedeutet.

    2. Die Frage verstehe ich nicht. Du kannst auch alleine nach der Frist einreichen. Eine Strafe gibt es vor allem bei Nachzahlung, das ist unwahrscheinlich.

    3. Wie geschrieben: Das hängt von den Höhen (Plural) ab. Du kannst ja ggfs auch die Umzugskosten als Werbungskosten ansetzen. Eine Erstattung ist wahrscheinlich.

    4. Entweder Du liest Dich etwas ein (mehr Anleitung als oben geschrieben brauchst Du eigentlich nicht, es ist diese eine Zahl, die einzutragen ist) oder Du beauftragst einen Steuerberater. Ist vielleicht bei Deinem Kenntnisstand nicht verkehrt. Löchere ihn/sie mit Fragen, dann kannst Du die nachfolgenden Erklärungen alleine machen.

    Weitere Fragen wegen des Verbots der Steuerberatung kann ich hier nicht beantworten.

    Ich habe wurde für meine Arbeit in England entlohnt und werde auch für meine Arbeit in Deutschland entlohnt. Oder verstehe ich die Nachfrage falsch?

    In dem Fall, dass Du in England mehr als 410 Euro Einnahmen hattest, bist Du sogar zur Abgabe einer Steuererklärung für 2020 verpflichtet (§46 Abs. 2 Nr. 1 EStG). Die Frist dazu war der 31.10.21 (mit Steuerberater ist es Mai 2022).


    Ob Du tatsächlich zusätzlich Steuern zahlen musst, hängt von den Höhen der Einnahmen ab.


    Das Argument „ist kompliziert“ zählt jedenfalls nicht, um der Veranlagung zu entgehen.


    So kompliziert ist es aber nicht. Anlage WA-ESt hinzufügen und dort den englischen Brutto-Lohn (minus NI und Werbungskosten, aber nicht (!) minus Steuern) eintragen, die Berücksichtigung geht dann per Progressionsvorbehalt.


    Und wo Du gemeldet warst, ist steuerlich idR unerheblich.

    Hallo Zoshy , ich muss leider passen bei der Frage nach einer aktuellen Einschätzung. Ich hatte mich vor drei Jahren umgesehen, und bin damals bei fairr / Raisin gelandet. Transparente und niedrige Kosten, guter Rentenfaktor, nettes Online-Portal und die Möglichkeit, den Betrag andernorts (also nicht via mylife) verrenten zu lassen, falls gewünscht, hatten mich überzeugt. Diese Punkte gelten weiterhin. Allerdings ist das bei mir nur eine Zusatzabsicherung. Wäre ich wie Du selbstständig, und würde mein Lebensstand im Alter von dieser Wahl abhängen, würde ich mich vermutlich deutlich umfangreicher informieren, ggfs für Beratung zahlen und vermutlich auch mehrgleisig fahren wollen. Auch würde ich vermeiden, jetzt in 5 Jahren gezillmerte Kosten für 40 Beitragsjahre abzuzahlen, wenn sich abzeichnet, dass die Politik die GRV für Selbstständige öffnet.

    Hallo Martin,


    wenn Du ohnehin den Krankenkassenmindestbeitrag bezahlst, allerdings kein Einkommen hast, dann kannst Du auch Kursgewinne realisieren, ohne zusätzliche KV-Beiträge zu zahlen. Der Mindestbeitrag berechnet sich ja von ca. 1062 Euro fiktiven Einnahmen pro Monat. Du könntest Deine Kursgewinne also ohne Probleme aufgeteilt auf die beiden Jahre ohne KV-Beiträge und steuerfrei realisieren. So eine Chance/so viel Gestaltungsspielraum gibt es nicht zu häufig, würde ich daher nicht ohne weiteres verfallen lassen.

    Dass in dieser existentiellen Situation professioneller Rat und eine umfassene Prüfung vieler Optionen angeraten ist, sollte klar sein. Von den US-Finanzprodukten (auch wenn man über IKB im Gegensatz zu allen deutschen Banken dran käme) sollte man auch deshalb absehen, weil man als Nicht-US-Bürger sonst ab $60 000 Guthaben amerikanische Erbschaftssteuer zusätzlich zu zahlen hat (plus ungünstige Dividendenbesteuerung existiert). Siehe https://www.bogleheads.org/wik…avigating_US_tax_traps#A4

    Volle Zustimmung zu Kater.Ka: Gewinne würde ich bei Kindern, die sonst kein Einkommen haben, immer mal wieder (z.B. alle 5 Jahre, und im Jahr vor Aufnahme einer Ausbildung, eines Nebenkobs, ...) durch Komplettverkauf, und anschließendem Neukauf realisieren. Die Zeit, in der man fast 10 000 Euro Gewinn komplett steuerfrei vereinnahmen kann, kommt im Leben (hoffentlich!) so gut wie nicht wieder.

    Bei Riester sind die Beiträge und Zulagen doch zu 100% garantiert!

    Ich verstehe nicht, warum bei der Betrachtung von Riester-Verträgen, besonders von heute jungen Mitbürgern, so auf die Beitragsgarantie hingewiesen wird und die Inflation außen vor gelassen wird. Wer heute etwas einzahlt hat für den Fall, dass die Versicherung weniger Rendite als Kosten erwirtschaftet (sprich man durch die Beitragsgarantie den Nennbetrag bekommt) einen Kaufkraftverlust von ca. 50 % (bei 30 Jahren Laufzeit und einer mittleren Inflation von 2.2% wie von 1970 bis heute im Schnitt). Man bekommt also 100€ wieder (sprich: steht zur Verrentung zur Verfügung), nur ist zwischenzeitlich alles (1.022)^30 = 1.92, also ca doppelt so teuer geworden. Was daran toll sein soll, die Hälfte seiner Kaufkraft zu verlieren, verstehe ich nicht (mag sein, dass die niedrigere Steuer im Alter das etwas abfedert, aber es bleibt ein effektiver Verlust). Ich denke, dass die „Beitragsgarantie“ leider nur zur Blendung von häufig finanziell ungebildeten Bürgern taugt, gerade heute, wo manche eine deutlich steigende Inflation erwarten. Also häufig leider nicht:

    So kämst Du wenigstens ohne großen Verlust aus der Sache.

    Hallo Christoph, ja, das funktioniert so wie Du es geplant hast und klingt ingesamt stimmig. Natürlich gibt es gezahlte Kapitalertragssteuer zurück (entweder über Bank-interne Verrechnung mit später im Jahr anfallenden Verlusten, oder über die Steuererklärung zB wie hier mit der Günstigerprüfung, wodurch dann die Erträge nur mit dem persönlichen Steuersatz besteuert werden, wenn dieser wie hier deutlich <25% ist). Ich habe ähnliches vor mehreren Jahren gemacht, und zwar damals alles umgeschichtet (also keine Rücksicht auf den Freibetrag genommen), denn so ein Jahr mit wenigen sonstigen Einnahmen wird ja (hoffentlich) die Ausnahme sein. Außerdem schafft das Ordnung im Depot, wobei das eine persönliche Präferenz ist…

    Hallo zusammen,


    eine Bekannte hat 2003 eine Riester-Rentenversicherung abgeschlossen und jährlich in Unkenntnis der Regelungen den Höchstbetrag des Sonderausgabenabzugs eingezahlt (zuletzt 2100 Euro). Aufgrund der vielen Zulagen (eigene + drei Kinder) ist nun ein guter Anteil des Vertragsguthabens „ungefördert“, auch wenn das in den jährlichen Mitteilungen nicht ausgewiesen wird.


    1. Besteht ein Anspruch darauf, dass die Versicherung bei einem laufenden Vertrag das Guthaben getrennt nach gefördert und ungefördert ausweist?


    2. Ich finde an verschiedenen Stellen im Netz, dass das ungeförderte Guthaben entnommen werden könne und alle auf dieses zurückgehenden Erträge steuerfrei sein sollen (wie bei einer privaten Rentenversicherung, die vor 2005 abgeschlossen wurde). Ist dem so, und gibt es dafür (also die steuerfreie Entnahme aller ungeförderten Beträge) eine Grundlage?


    Auf Schreiben hat die Gesellschaft bisher nicht reagiert und am Telefon werden immer nur die üblichen 30% erwähnt. Im Idealfall würde sie alle ungeförderten Teile (ggfs als Teilkündigung) entnehmen, und vom verbleibenden geförderten Rest die 30%. Geht das?


    Danke schon jetzt an alle, die sich hier auskennen und weiterhelfen können! Da das Rating der Gesellschaft nicht sonderlich gut ist, geht es verständlicherweise darum, die Auszahlung zu Beginn des Ruhestands zu maximieren.

    Was meinst Du aber bitte mit dem Satz:

    "Ob dann ein zusätzliches Produkt, das die Zahlung einer lebenslangen monatlichen Leistung vorsieht, tatsächlich notwendig ist?"


    Die Frage ist doch immer was denn die Alternative ist. Mein oben geschilderter Grundgedanke ist ja, alles in einen Basis ETF zu umzuschichten.

    Das sind aber zwei unterschiedliche paar Schuhe, wie in Referat Janders und meinem Beitrag angeklungen. Möchtest Du Altersvorsorge (mit der Abdeckung des Langlebigkeitsrisikos, also mit der Option eine monatliche Rente zu erhalten) oder möchtest Du Vermögensaufbau (also Kapitalvermehrung). Natürlich kann man auch von einem ETF-Depot einen Auszahlplan anlegen, aber fundamental ist das eben doch etwas anderes, ob eine Versicherung das Risiko trägt (mit Kosten, beschränkter Einflussnahme, möglichen nachträglichen Vertragsänderungen, aber eben einem Vertrag) oder ob man es selbst macht (z.B. mit ETF, mit dem allgemeinen Marktrisiko und dem Risiko, dass man mangels Erfahrung oder Nerven oder ... es eben doch nicht gut hinbekommt). Ich habe für mich entschieden (von einem ETF-Rürup abgesehen) nur über ein ETF-Depot vorzusorgen/Kapital aufzubauen, aber ich gehe auch davon aus, dass die Renten und die Rürup-Zahlungen mehr als ausreichend sein werden für den Lebensunterhalt im Alter (spricht die Option der Verrentung über eine private RV ist nicht nötig).

    Der Sparplan begann mit 50 €/mtl. und dynamisierte sich bis heute auf ca. 86 € hoch.

    Die garantierte Rente beträgt ca. 171 € zzgl. Überschussbeteiligung.

    pro Jahr werden ca. 120 € Kosten abgezogen.

    Die Überschussbeteiligung wurde Ende 2020 auf 1,75 % gesenkt.

    Um das richtig im

    Vergleich zu rechnen, fehlen noch das aktuelle Vertragsguthaben, die Summe aller Einzahlungen, ab welchem Alter die Rente laufen würde und welchen Betrag aktuell die Überschussbeteiligung ausmachen würde.

    Gut möglich, dass die Kosten auch deshalb höher sind, weil für jede Erhöhung über die Dynamik erneut Abschlusskosten anfallen - das kann man ggfs im Vertrag prüfen.


    Der Punkt der Vorredner ist wichtig: Brauchst Du eine zusätzliche lebenslange Rente oder nutzt Du die Versicherung nur, um Vermögen aufzubauen (mit den immer beschworenen Steuervorteilen, die aber regelmäßig durch überhöhte Kosten ausgestochen werden)? Nach der Entscheidung kannst Du weiter überlegen (zahlen mit/ohne Dynamik, stilllegen, kündigen).

    Hallo, ich bin etwas überrascht über die tendenziell positive Bewertung (auch bei höherem Einkommen und 15% Mindest-Arbeitgeberzuschuss) der Entgeltumwandlung in Herrn Tenhagens neuster Kolumne auf Spiegel-Online.

    Ja, da warst Du nicht alleine. Hier eine mit Zahlen untermauerte Darstellung einer anderen Sichtweise:


    https://hartmutwalz.de/betrueb…eine-herbe-enttaeuschung/


    Es ist schade, dass in Deutschland vieles (bAV, Riester, ...) so kompliziert ist, dass man eigentlich keine einfachen Empfehlungen aussprechen kann. Das ist letztlich zum Schaden aller (sowohl derjenigen, die sich nicht kümmern (können) und derjenigen, die regelmäßig Zeit darauf zu verwenden die Produkte und Förderungen inkl steuerlichen und Renten-Auswirkungen zu verstehen).

    Es geht mir darum das meine Mutter abgesichert ist, selbständig entscheiden kann sie kaum noch etwas und meine Schwester beeinflusst sie stark.

    Das ist doch ein verständliches Ansinnen. Erbengemeinschaften (in diesem Fall Deine Mutter, Deine Schwester und Du) können am einfachsten durch Einigkeit zwischen allen aufgelöst werden. Mein Rat wäre, auf Deine Schwester zuzugehen und mit ihr das offene Gespräch zu suchen. Es wird vielleicht einige Runden benötigen, aber letztlich macht es die Sache um ein Vielfaches einfacher, wenn ihr eine gemeinsame Lösung findet.

    Natürlich kannst Du einen Rechtsanwalt hinzuziehen (und das mag je nach Konstellation auch ratsam sein), aber ich würde es erst mal mit einem offenen Gespräch versuchen. Ihr sitzt nun mal im gleichen Boot. Dann könnt ihr auch gemeinsam den Erbschein beantragen und alles weitere gemeinsam regeln.


    (Zum Viertel: Ja, ein Viertel des Besitztes des Vaters, also ein Achtel des Hauses, wenn dieses zu gleichen Teilen Mutter und Vater gehörten. Du hast zwei Jahre Zeit, ohne Kosten das Grundbuch bereinigen zu lassen, benötigst dafür allerdings den Erbschein. Und ja, die Schwester kann nicht das ganze Haus ohne Deine Zustimmung verkaufen während die Erbengemeinschaft besteht).


    Wie sich das aus der Ferne anhört, ist die Mutter nicht geschäftsfähig, kann also selbst keine größeren Rechtsgeschäfte mehr eingehen. Es mag sein, dass die Schwester viele alltägliche Dinge und auch Verträge für die Mutter regelt, aber rechtlich darf sie es ohne Vollmacht nicht (und wären bei Prüfung nichtig - das wäre ein Druckmittel, solltest die Schwester absolut nicht einsichtig sein). Und Haus/Wohnungs-Käufe und -Verkäufe müssen vor dem Notar erfolgen, der auch die Geschäftsfähigkeit der Mutter prüft (und dann möglicherweise verneinen würde, und selbst wenn nicht: Dann wäre der Verkauf möglicherweise ungültig und Du könntest Rückabwicklung verlangen). Auch hier wäre die beste Lösung das Gespräch mit der Schwester, um die Umstände zu kennen und ggfs (falls nötig) sich beim Gericht als Betreuer bestellen zu lassen (ist nicht garantiert, das Gericht kann auch eine fremde Dritte Person bestellen und es hat auch einige weitere Nachteile, z.B. Prüfvorbehalt des Gerichts, etc. bitte unbedingt fachmännisch informieren). Das wird ohne Einigkeit sonst sehr schnell sehr kompliziert, teuer und auf persönlicher Ebene unschön.

    Ja, Du hast sehr wahrscheinlich von Deinem Vater mind den Pflichtteil geerbt (vollständige Enterbung gibt es nur selten, bei Straftaten etc). Gab es ein Testament? Und welchen Güterstand hatten die Eltern? Falls ohne Testament und falls Zugewinngemeinschaft (also ohne Erklärung von Gütertrennung oder -Gemeinschaft) würde das „gemeinsame“ Vermögen von Vater und Mutter halbiert. Von der Hälfte des Vaters ging die Hälfte an die Mutter (inkl pauschalem Zugewinnausgleich) und die verbleibenden zwei Viertel an Dich und Schwester.


    Wenn Deine Mutter dement ist, ist sie nicht geschäftsfähig, kann also selbst kein Haus kaufen. Hat Deine Schwester oder wer anderes eine Vorsorgevollmacht? Oder gibt es einen gerichtlich bestellten Betreuer?


    Dem Verkauf des Hauses widersprechen geht (zB bei Teileigentümerschaft) nicht.