Beiträge von Ozymandias

    Wenn Ihr doch keine Ahnung habt, dann lasst es doch einfach - Danke!

    Schreib dir das bitte mal auf die Stirn.


    Vorsorgevollmacht oder gerichtlich eingesetzter Betreuer hat die Vollmacht, da braucht es keine Willensfähigkeit. Leute wenn ihr schon an so einfachen Sachen scheitert, dann lasst es halt.


    Der Kernpunkt ist, jeder absehbare und schon eingetretene Pflegefall kann sich noch versichern. Die einzige Bedingung ist, dass noch kein Pflegeantrag gestellt wurde.


    Und genau das ist der Grund, warum die Versicherung ein absolutes Minusgeschäft ist. Jeder abgeschlossene Pflegebahr ist quasi eine Dummensteuer der Pflegefällen zu Gute kommt.

    Das heißt, es ist mit einer Beitragsexplosion zu rechnen?

    Ja, weil es keine Gesundheitsprüfung gibt, sondern nur die 5 Jahre Wartezeit bevor Leistungen erbracht werden.


    Eine Pflegeversicherung mit Gesundheitsprüfung wäre u.U. besser, da gibt es die 5 Euro vom Staat nicht, dafür umgeht man den "Moral Hazard" des Pflegebahrs.

    Pflege-Bahr ist leider ein sehr schlechtes Produkt.

    Es wäre besser zu kündigen und das Geld selber zu investieren.


    Das Problem ist nämlich die Kontrahierungspflicht. z.B. kann ein verunglückter Motorradfahrer im Koma sich noch über den Pflege-Bahr versichern lassen, wenn er noch keinen Pflegeantrag gestellt hat. Nach 5 Jahren erhält er dann Leistungen.


    Leute können also ihr brennendes Haus versichern und deshalb lohnt sich die Geschichte nicht für Normalbürger.

    Tariftreue und notwendige Gesundheitsprüfung ist eine Märchengeschichte.

    Man kann den Tarif wechseln. In welchen und ob es sich lohnt ist eine andere Frage.

    Das Geschlecht spielt dabei übrigens auch eine Rolle, da man nur noch in Unisex-Tarife wechseln kann.

    Ja, ich werde mich auch an den Ombudsmann wenden (Verjährung zu hemmen).

    Wir sollten uns alle bewusst sein: dieser Ombudsmann ist nicht neutral und schon gar kein Freund von den Versicherten: er wird von der PKV finanziert.

    Wichtig ist: Der PKV Ombudsmann ist zuständig.

    https://www.pkv-ombudsmann.de/


    Gibt auch noch einen für Versicherungen, dort wäre der Antrag unzulässig.


    Der Ombudsmann wird von allen Versicherungen bezahlt, nicht nur von deiner.

    Er ist schon etwas unabhängig. Richter werden auch vom Staat bezahlt und sind trotzdem dafür zuständig, wenn man gegen den Staat klagt.


    Jedenfalls ist es hauptsächlich davon abhängig, wie klar der Sachverhalt ist. Ein höchstrichterliches Urteil vom BGH hilft hier enorm, dieses Urteil betrifft aber nur die Axa und einen bestimmten Tarif. Für andere Tarife oder Versicherer will sich der Ombudsmann womöglich nicht aus dem Fenster lehnen. Muss man abwarten.

    Fände ich klasse. War mir nämlich auch zu pauschal. Und gerade beim Punkt Rendite. Da muss ich ja eine klassische Rürup gegen die GRV rechnen. Und da sollte die Rendite der GRV deutlich höher sein. Denn im Gegensatz zu den Zinsen, steigen die Löhne ja weiterhin. Und somit auch die Rentenanpassungen

    Hier liegt aber die verschobene Wahrnehmung. Unternehmen erwirtschaften immer mehr Gewinn, als sie als Lohnerhöhungen weitergeben. Der Kapitalmarkt schlägt die Lohnerhöhungen daher immer, das zeigen auch die historischen Daten.


    Die zukünftigen Leistungschränkungen der GRV, die schon heute absehbar sind, sollte man auch nicht kleinreden.


    Ich habe schon sehr viel rumgerechnet mit diversen vollen Erwerbsbiographien von z.B auch Großvater und Vater. Das Resultat =>Die GRV ist der größte Wohlstandsvernichter in Deutschland.


    Versorgungswerke haben übrigens den selben Maximalbeitrag wie die GRV, bieten aber 2-3 fach so hohe Leistungen. Der Kapitalmarkt bietet noch mehr.

    Ich glaube die GRV wird oft schlechter gemacht als sie wirklich ist. Und die Steuervorteile hat man dort auch. Meine Frau ist Freiberuflerin und zahlt auch freiwillig in die GRV ein. Die Steuererstattung landet in einem ETF

    Bei der GRV stehen schon heute absehbare Leistungskürzungen an (Rente mit 69, niedrigeres Rentenniveau, höherer Beitragssatz ab 2025).


    Die GRV bietet aber auch Versicherungsleistungen wie bei Erwerbsminderung (die aber auch nur schwierig zu bekommen sind). Oder auch für Reha.


    1:1 kann man GRV und Rürup daher nicht vergleichen. Wenn man aber alleine die Rentenleistung und Rendite betrachtet, kann man schon feststellen, dass die GRV kein gutes Investment ist.


    Für Freiberufler oder andere Selbständige kann es sich aber trotzdem lohnen den Mindestbeitrag in der GRV zu zahlen.

    Bei deiner Strategie möchte ich nach ca. 2 Monaten gerne wissen, ob und inwiefern es schon neue Informationen gibt.

    Ich habe Anfang Dezember den Schlichtungsantrag abgeschickt und bislang nur eine Eingangsbestätigung erhalten.


    Ein sehr großes Problem ist hier die Verjährung zum Jahresende, die Schlichtung hemmt die Verjährung.


    Ich denke bei der Schlichtung wird nichts rauskommen. Das jüngste BGH-Urteil hilft eventuell doch noch zu einem Vergleich zu gelangen. Danach kann man immer noch klagen.

    ... ich muss zugeben mich noch nicht näher mit so‘m Rürup-Zeuch befasst zu haben. Frage... kann man da auch 100k oder 1m anlegen... mit Steuervorteil?

    Maximum sind derzeit ca. 50k für Verheiratete pro Jahr, davon sind aber nur ca. 90% absetzbar.


    So viel macht meiner Meinung nach aber eher wenig Sinn. Mein Ziel hinter der Geschichte ist mit diesem Betrag eine gute Leibrente zu generieren, da ich von der gesetztlichen wegen Selbständigkeit nur ca. 200-300 Euro monatlich erwarten kann.


    Es wird immer behauptet Rürup lohnt sich nicht. Ich sage es kommt hauptsächlich darauf an, wie das Geld investiert wird. Bei Rürup gibt es eine ziemlich freie Wahl, bei Riester nicht.


    Bei Rürup kommt man nicht mehr an das Geld ran. Man kann auch ohne Steuervorteil im Privatdepot in den Nasdaq-100 oder iShares S&P 500 Information Technology Sector (Acc) investieren. Gerade gibt es sicherlich keine günstigen Einstiegskurse, bei einem sehr langen Anlagehorizont (20-40 Jahre) spielt das aber vermutlich keine größere Rolle.

    Naja, die 40% Steuererstattung sind aber mit der nachgelagerten Besteuerung erkauft. Muss man sich überlegen.

    Wie gesagt spielt hier der Zeitwert von Geld eine Rolle.


    400 Euro Steuerersparnis heute sind bei einem Rechnungszins von ~4% mehr wert als eine 2000 Euro Steuerzahlung in 40 Jahren.


    Ich bin mit meiner Rürup Turboversion zufrieden, ist halt nicht was für jedermann.

    Ozymandias ,


    schön, was du in deinem letzten Post geschrieben hast. Aber braucht man wirklich dafür ein solches Konstrukt, oder wäre eine direkte Investition in einen Fonds nicht doch vorteilhaft?

    Natürlich kann man das auch im privaten Depot machen.


    Aber in deinem privaten Depot sind 10.000 Euro halt 10.000 Euro.

    Bei Rürup bekommst du bei 10.000 Euro vereinfacht gesagt bis zu ~4000 Euro Steuer zurück. Dein tatsächliches investiertes Kapital beträgt also nur 6000 Euro.


    Das macht bei hohen Renditen und langer Laufzeit sehr viel aus.


    Es muss aber auch ins Gesamtkonzept passen. Bei mir hat es sehr gut gepasst, bisher.


    Ich habe Interesse an einer Leibrente, aufgrund von Selbständigkeit aber nur eine mickrige gesetzliche Rente zu erwarten.

    Ich habe kein Interesse daran hohe Summen in Rürup einzuzahlen. Ich investiere lieber in der 3. Schicht, die ist dann aber auch nicht pfändungsgeschützt, falls mal etwas schiefgehen sollte.


    Man muss sich dem Risiko eben bewusst sein, aber auch der Chance, dass tatsächlich ein sehr guter Ertrag rausspringen kann. Für junge gutverdienende Angestellte könnte eine solche Einzahlung jegliche Altersarmut verhindern und bei gutem Ausgang auch die gesetzliche Rente übersteigen.

    Du gehst dabei von einer Durchschnittsrendite von 15% über 30 Jahre aus? Also z.B. einem Nasdaq-ETF, falls die Zukunft genauso glücklich läuft wie die Vergangenheit?

    In der Tat. Ob es tatsächlich so kommt ist aber eine andere Frage.


    Historisch wäre man damit so gefahren. Ich weiß nicht was die Durchschnittsrendite vom Nasdaq-100 über die letzten 30 Jahre war, aber die letzten 25 Jahren waren es etwas mehr als 15% pro Jahr.


    Selbst wenn man Pech hat, sollte unter dem Strich über so eine lange Laufzeit aber eine ansehnliche Rendite rauskommen, die mit dem allgemeinen Aktienmarkt mithalten könnte.


    Die niedrigen Renditen der gesetzlichen Rentenversicherung kann man eben nicht ausgleichen, in dem man seine zusätzliche Altersvorsorge ebenfalls so risikolos investiert, jedenfalls bei Anlagehorizonten von 30-40 Jahren.


    5-10 Jahre vor der Rente könnte man anfangen in risikoärmere Anlagen umzuschichten. Ist bei den meisten Anbietern ja auch kein Problem.

    Ich habe das Produkt ebenfalls. Wichtig sind hier 100% Rabatt auf den Ausgabeaufschlag.


    Die Performance ist ganz gut und die Kosten sind niedrig.

    Der Nachteil ist in der Tat, dass es keinen Rentengarantiefaktor gibt und mit Rentenbeginn der Beitrag für die Rentenversicherung fällig wird.


    Versicherungsmakler wollen gerne Versicherungen verkaufen. Da bekommt man dann den Garantiefaktor, die Performance und Kosten sind aber nicht unbedingt besser über 40 Jahre Laufzeit.


    Nach meiner Recherche gehört DWS TopRente und der Condor Nettotarif derzeit zu den besten Angeboten auf dem Markt.


    Ich würde die Riester-Reform abwarten und dann schauen ob es bessere Angebote gibt.

    Die Rendite bei Rürup hängt in erster Linie davon, in was man investiert.

    Hier ist die Wahlmöglichkeit anders als bei bAV oder Riester sehr groß.


    Zweitens hängt die Rendite von den Kosten ab. Hier gibt es diverse Nettotarife oder Fairr.

    Ohne Nettotarif oder Fairr ist es schlichtweg ein schlechter Vertrag.


    Drittens hängt die Rendite davon, ob man auch eine tatsächliche Steuerersparnis hat.

    Hier muss man auch den Zeitwert von Geld berücksichtigen und den Hebeleffekt.


    Wer die richtige Wahl trifft, kann mit 10000 Euro einmaliger Einzahlung in Rürup über 30 Jahre Laufzeit eine größere Rente bekommen als durch 45 Jahre Beitragszahlungen an die GRV.


    10000*1.15^30

    Man muss aber auch dazu sagen, dass z.B. im OLG Köln, Urteil vom 28.01.2020 - 9 U 138/19

    Zitat

    "Daraus ergibt sich insgesamt eine Quote des Obsiegens von 45 %."

    die Klage nur zu 45% gewonnen wurde. Ohne RSV hätte es sich bislang nicht gelohnt und die Versicherungen erhöhen die Beiträge in Zukunft einfach um die Zurückzahlungen.


    Bei einem Streitwert von 15.000 Euro zu 55% zu verlieren und 3500 Euro letztendlich zu bekommen ist wirtschaftlich nicht vernünftig. Die Seriösität der Anwälte würde ich nicht bezweifeln, aber nicht alles was Anwälte vorschlagen macht wirtschaftlich Sinn. (Bei Wirecard sieht man das gerade leider auch).


    Man muss dazu aber auch sagen, dass die Anwälte in Zukunft bessere Obsiegensquoten erreichen werden, da nun klarer ist welcher Beitrag einklagbar ist.


    Ohne RSV halte ich es nicht für ratsam, dann lieber jetzt nach dem BGH-Urteil über den kostenlosen Ombudsmann versuchen.


    Leider gibt es bislang keine Neuigkeiten ob die Verjährungsfrist 3 oder 10 Jahre beträgt. Die BGH-Urteile sind leider noch nicht veröffentlicht.

    Ob das mit dem Finanzamt und dem Arbeitgeber stimmt, weiß ich nicht.


    Aber natürlich werden die Versicherer sich das Geld langfristig von den Versicherungsnehmern zurückholen. Es wird aber auf alle Versicherungsnehmer verteilt und nicht nur auf die, die sich das Geld zurückgeholt haben. Deshalb kann sich die Klage schon "lohnen", da nicht alle ihr Geld zurückfordern.

    https://www.bundesgerichtshof.…/2020161.html?nn=10690868


    BGH zeigt die Richtung an.


    Aber:


    Zitat

    Der Bund der Versicherten, der sich als gemeinnütziger Verein auch für die Rechte der Privatversicherten einsetzt und diese zu ihren privaten Versicherungsverträgen berät, warnt vor dubiosen Angeboten von Rechtsanwält*innen, die damit werben, hohe Rückzahlungen zu erstreiten. „Die jetzt zurückgeforderten Beitragserhöhungen holt sich der Versicherer zwangsläufig mit den nächsten Beitragsanpassungen zurück, da die Kosten ja feststellbar gestiegen sind


    https://www.bundderversicherte…nung-fuer-pkv-versicherte