Beiträge von donrodi

    Das Bundesfinanzministerium hat im Schreiben zur „Einkommensteuerrechtlichen Behandlung von Versorgungsaufwendungen und Altersbezügen“ (unter Randziffer 88) vom 19. August 2013 formuliert:

    Zahlt der Versicherte für seine Basisabsicherung zunächst einen erhöhten Beitrag, um ab einem bestimmten Alter durch eine entsprechend erhöhte Alterungsrückstellung i. S. d. § 12 Absatz 4a VAG eine zuvor vereinbarte zeitlich unbefristete Beitragsentlastung für seine Basisabsicherung zu erhalten, ist auch der auf die Basisabsicherung entfallende Beitragsanteil für die erhöhte Alterungsrückstellung nach § 10 Absatz 1 Nummer 3 Satz 1 Buchstabe a EStG abziehbar und im Rahmen der für den VZ der Zahlung geleisteten Beiträge zu melden.

    Sicher?


    Die Allianz ist ein großer solventer Versicherer. Aber wie wahrscheinlich ist es, dass gut 1600 Unternehmen im MSCI World gleichzeitig pleitegehen? Auch sehr unwahrscheinlich, oder?


    Da finde ich die Aussagen "steht in keiner Relation" oder "Risikoanlage" unpassend.

    Wenn die Welt untergeht, ist dein Geld nirgendwo sicher...aber:


    Der MSCI World spiegelt ja nach irgendeiner Gewichtung die Kurse der 1600 Unternehmen wieder also um hier einen hohen Verlust zu erleiden müssen diese ja nicht pleite gehen. Nicht mal ein einziges Unternehmen. Es müssen nur in Summe die Kurse entsprechend fallen - warum auch immer. Diesem Marktrisiko bist du hier als Anleger voll ausgesetzt.


    Die Rückstellungen bei Versicherungen (also das was von deinen gezahlten Beiträgen als Sparbeitrag eben in diese Rückstellungen fließt) sind Verbindlichkeiten gegenüber dir als Kunde und die Versicherung legt diese (sozusagen für dich) am Kapitalmarkt an.


    Eine Versicherung muss hier sicher stellen, dass diese Verbindlichkeiten auch gedeckt sind, wenn sich z.B. das Markrisiko in Form eines Finanzcrashs realisiert also sie ihre Verbindlichkeiten auch dann noch bedienen können (zumindest in 99,5% der Fälle oder sowas). Dafür müssen sie entsprechende Eigenmittel vorhalten bzw. sind hier (da sie diese Eigenmittel ja nicht unbegrenzt zur potentiellen Verlustdeckung zur Verfügung haben) garnicht in der Lage überhaupt in besonders viele riskante Anlageklassen wie Aktien zu investieren.

    Vielleicht noch als Ergänzung...


    Ja, die Beitragsentlastung ist deutlich unflexibler als z.B. ein ETF-Sparplan und die laufende Rendite ist hier (langfristig) wohl auch deutlich geringer. Aber:


    - Du kannst die Einzahlungen für die Beitragsentlastungskomponente zum Anteil deiner Basisabsicherung im Grundtarif steuerlich geltend machen, hier wird ja immer von ca. 80% gesprochen.


    - Selbst wenn du wieder in die GKV wechseln musst, ist hier nicht alles automatisch gleich weg. Hier am besten mal in den Bedingungen nachlesen wie man die Beitragsentlastungskomponente auch für die Umwandlung in eine Zusatzversicherung etc. nutzen kann.


    - Die Anlage ist (für mich zumindest) als "sicher" zu bezeichnen. Die Versicherer müssen hier in ihren Anlagen hohen Sicherheitsstandards genügen und für etwaige Risiko-Szenarien (wie eben auch einem Finanzcrash) genügend Mittel vorhalten (Stichwort Solvency II). Also so schnell geht eine Allianz nicht pleite - das steht in keiner Relation zu einer Risikoanlage wie einem ETF. Geht aber natürlich auch zu Lasten der Rendite...


    Ich für meinen Teil werde zum 1.1. (als Angestellter) auch zur Allianz in die PKV wechseln und die Beitragsentlastungskomponente wegen der Förderungen und als eine Art sichere Anlage zusätzlich zu meinen bereits bestehenden ETF-Sparplänen mit abschließen.


    Gruß, Sebastian