Beiträge von Segensreich

    Wenn dein Makler dir das so vorgeschlagen hat, würde ich davon eher nichts halten.


    Ein Rürup-Vertrag ist eine Langlebigkeitsversicherung. Was du dort eingezahlt hast erhältst du (und nur du) als Leibrente bis zu deinem Tod. Stellt sich die Frage: willst du das? Wenn du den Spitzensteuersatz zahlst, hast du ja wahrscheinlich auch erhebliche Ansprüche gegenüber der GRV. Die hat den selben Zweck wie ein Rürup-Vertrag.


    Ich persönlich würde meine Langlebigkeit nur mit dem, was ich absolut zum Leben brauche, absichern. Für allen "Luxus" würde ich auf diese enorm teure Versicherung verzichten. Aber das ist Geschmackssache. Wenn du eine Langlebigkeitsversicherung haben möchtest, könnte man sich dein Modell ansehen. Ich kenne die von dir genannten Verträge nicht. Aber du schreibst von "garantierten Rentenleistungen". Wenn dem wirklich so ist, dann hat dieser Vertrag das selbe Problem wie jeder Riester-Vertrag und die Performance wird entsprechend schlecht sein. Rürup-Verträge müssen dir keine Rente garantieren - darum sind auch die Renditechancen höher. Ich würde bei einer Entscheidung von so großer finanzieller Tragweite dazu raten, einen Honorarberater hinzuzuziehen. Der wird dich in deinem Interesse beraten.


    Wenn du das alles als Steuersparmodell siehst: lass es. Dazu sind Rürup-Verträge zu teuer. Wenn du nicht planst 120 und älter zu werden wird der Verlust an Rendite die Steuerersparnis eher nicht ausgleichen.

    Wenn der Riestervertrag deiner Frau aufgelöst werden musste weil das Geld benötigt wurde, stellt sich auch die Frage, ob ihr einen hinreichend großen Notgroschen (3 bis 6 Netto-Monatseinkünfte) habt. Ist dies nicht der Fall solltet ihr zunächst darüber nachdenken diesen aufzubauen. Das beste Konzept zur Altersvorsorge nützt nichts, wenn es beim ersten größeren finanziellen Problem aufgegeben werden muss.


    Der Notgroschen sollte jederzeit verfügbar und sicher angelegt sein.

    Wenn du einen Broker mit geringen Transaktionskosten auswählst ist das von dir angedachte Vorgehen auf jeden Fall eine gute Idee. Der einzige Vorteil beim Ausschütter ist aus meiner Sicht die Tatsache, dass die Ausschüttung eben kostenlos ist und keine Gebühren anfallen. Wenn du immer einen fixen Betrag brauchst würde ich auch einen Therausierer nehmen und den entsprechend entsparen.

    Wie lange geht das noch gut, bis die SUTOR-Bank in die Knie geht? Einziger Vorteil für die Anleger: Wir kriegen die Einlage (+ Riesterzulage?) von der Einlagensicherung zurück und müssen uns nur die versprochene "Zusatzrente" aus dem Kopf schlagen. Und die Geldentwertung mitnehmen.

    Diese Einschätzung ist leider falsch. Die Beitragsgarantie kommt allein von der Sutor-Bank, sie ist nicht von der Einlagensicherung geschützt. Ist die Sutor-Bank insolvent gibt es auch keine Beitragsgarantie mehr.


    In diesem Fall wirst du dann wahrscheinlich die Wertpapiere in deinem Sutor-Depot an einen anderen Anbieter übertragen können oder die Wertpapiere werden verkauft und du wirst das erhaltene Geld übertragen können. Der neue Anbieter wird jedenfalls nur für das tatsächlich übertragene Geld eine Beitragsgarantie geben und nicht für den Betrag, den du ursprünglich eingezahlt hast.


    Weiter oben wurde angemerkt, dass eine Insolvenz der Sutor-Bank recht unwahrscheinlich ist. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass gerade das Riester-Geschäft für die Bank nicht besonders relevant ist. Trotzdem gehen Banken immer wieder mal pleite. Man sollte dieses Risiko meiner Meinung nach darum im Hinterkopf haben, wenn man Entscheidungen zu seinem Fairr-Riester-Vertrag trifft.

    Für alle die argumetieren "Ich stelle den Vertrag jetzt ruhend und die Sutor-Bank soll mal schön zusehen wie sie die Verluste am Ende ausgleicht": Abgesehen davon, dass dies möglicherweise nicht die Strategie mit der besten Renditeaussicht ist, sollte bedacht werden, dass die Sutor-Bank dafür zum Auszahlungszeitpunkt auch noch existieren muss. Meldet die Sutor-Bank auf dem Weg dorthin Insolvenz an, hat man nichts mehr von der schönen Beitragsgarantie und muss die Verluste im Zweifel doch einfach hinnehmen.

    4.) Kündigen - dann muss ich ca. 3500 Zulagen + Steuervorteile (unbekannt) zurückzahlen und den Spaß noch versteuern (25% Abgeltungssteuer?)

    Wenn dein Vertrag im Minus ist, wirst du keine Abgeltungssteuer auf den Auszahlbetrag zahlen müssen. Du hast ja keine Gewinne gehabt.


    Ansonsten ist es Geschmackssache was man macht. Ich persönlich würde mich mit 83 Jahren wahrscheinlich nicht mehr besonders über eine Zusatzrente freuen ;).

    Im Blog von Hartmut Walz gibt es zum Thema Versicherungsprodukte (und dies ist eine Rürup-Rente) einen sehr guten und aktuellen Blogartikel.


    Kurze Zusammenfassung des Artikels: Um Himmels Willen keine solchen Produkte abschließen. Es lohnt praktisch nie. Wenn man sich für die Ausnahme von der Regel hält, sollte man einen Honorarberater hinzuziehen, der einen unabhängig und ohne eigene finanzielle Anreize berät.

    Hallo zusammen,


    ich habe versucht mir die folgende Frage durch das Studieren des entsprechenden Gesetzes selber zu beantworten, aber das Einkommenssteuergesetzt ist wirklich nicht ganz einfach zu durchschauen. Vielleicht gibt es ja hier einen Experten der mir weiterhelfen kann.


    Sind Zahlungen, die ich im Rentenalter aus Riester- und Rürup-Vertragen erhalte, Einkünfte im Sinne des §2 Absatz 3 des Einkommenssteuergesetzes? Oder anders: wenn ich heute fleißig (und steuergefördert) in diese Altersvorsorgeprodukte investiere, verliere ich dann im Alter möglicherweise meine Beihilfeberechtigung als Ehepartner eines Beamten, wenn die Zahlungen aus diesen Verträgen die entsprechende Einkommensgrenze übersteigen?

    gilt das auch für beliebig viele Reisen im Jahr und egal wie lange der Aufenthalt ist??

    Für beliebig viele Reisen in der Regel schon aber häufig sind Auslandskrankenversicherungen auf einen relativ kurzen Zeitraum begrenzt (oft zwischen vier und acht Wochen) in denen du "am Stück" im Ausland sein darfst.

    Wenn du wirklich ein ganzes Jahr versichert sein möchtest, kannst du z.B. beim ADAC genau auswählen wie viele Tage die Versicherung "ununterbrochen" im Ausland gültig sein soll. Dann wird es aber erheblich teurer als bei den klassischen "Urlaubs-Auslandskrankenversicherungen".

    Und das gesparte Geld einfach für das Studium aufzuwenden und nicht auf staatliche Förderungen für einkommensschwache Studenten zurückzugreifen ist keine Option?


    Sobald du hinreichend viel von deinem Ersparten aufgebraucht hast, ist der Bafög-Antrag ja kein Problem mehr.


    Was man ansonsten noch prüfen könnte: zählen Vermögen in Basis-Renten ebenfalls zum zu berücksichtigen Vermögen? Die sind ja Hartz 4-sicher. Vielleicht kannst du Bafög beantragen wenn dein Vermögen nachweislich und ausschließlich der Altersvorsorge dient.

    Schau dir an welchen Betrag du aktuell ausgezahlt bekommen würdest (Depotstand minus Zulagen und Steuerermäßigungen). Jetzt prüfst du, ob dieser Betrag - würde er heute in ETFs angelegt werden - zum Ende der Laufzeit deines Riester-Vertrages voraussichtlich mehr oder weniger wert sein wird, als der Betrag den die Sutor-Bank dir garantieren muss (deine bisherigen Einzahlungen plus alle bisherigen Zulagen).


    Ist der ETF-Betrag größer als der garantierte Betrag macht eher eine Kündigung Sinn, ist er kleiner scheint eher ein Stilllegen des Vertrages sinnvoll.


    Natürlich kann dir keiner sagen mit welcher Rendite du für deine ETF-Anlage rechnen solltest - befrage dazu deine persönliche Glaskugel. Ein wenig solltest du zusätzlich noch die Gefahr berücksichtigen, dass die Sutor-Bank unterwegs irgendwann mal insolvent wird und dir dann niemand mehr deine Einzahlungen plus Zulagen garantiert. Wie groß dieses Risiko ist und wie du es monetär bewerten willst ist wiederum deiner Phantasie überlassen. Ebenfalls auf der Positivseite für die ETFs sollte noch die größere Flexibilität des Geldes stehen. Deinen fairr-Riester wirst du als Leibrente ausgezahlt bekommen und gegenüber einer ETF-Anlage nur bei hohem Lebensalter renditemäßig besser dastehen.


    Ich persönlich würde auch dann kündigen, wenn eine mit 6% jährlicher Rendite gerechnete ETF-Anlage aus dem Auszahlbetrag deines fairr-Riesters nur etwa 80% der Kapitalgarantie ausmacht. Aber das ist natürlich alles Geschmackssache.

    Kann mir mal einer erklären warum Fairr inzwischen praktisch jeden einzelnen Handelstag meine Aktienquote irgendwo zwischen 80 und 100% neu berechnet und zwischen Aktien und Anleihen hin und her schichtet?


    Ich hab die Sache mit der individuellen Quote und dem VIX schon verstanden - aber wie kommt man von einem strikten Buy-and-Hold Ansatz zu einem ich-kaufe-und-verkaufe-jeden-Tag-ein-paar-Aktien Ansatz. Ich will gar nicht wissen was da an Transaktionskosten drauf geht.


    Wirklich faszinierend...

    Die Einrichtung des Sparplans erfolgt so wie man es erwartet. Da muss nichts besonderes beachtet werden.


    Für eine Einmalanlage musst du ausrechnen wieviele Anteile du für dein Geld kaufen kannst und dann diese Summe angeben. Anders als beim Sparplan werden hier also keine Bruchstücke gekauft.


    Wenn dir der genaue Zeitpunkt der Einmalanlage egal ist, kannst du auch einfach deinen Sparplan einen Monat lang auf 5000€ erhöhen und nach der Ausführung wieder auf die reguläre Rate zurück stellen. Kostet dich dann nur 1,50€ statt 10€.

    Ich fürchte die Chancen stehen nicht besonders gut, dass du eine Erstattung der Hotelkosten erhalten kannst. Die EU-Fluggastrechte kommen hier nicht zur Anwendung da Turkish weder eine EU Airline ist noch der Abflugort in der EU liegt.


    Was du aber machen kannst:


    1. Turkish anschreiben und die Erstattung der Hotelkosten (mit Beleg) einfordern (hier)
    2. Dich an die türkische Luftaufsichtsbehörde wenden, falls Turkish nicht oder negativ antworten sollte (hier)


    Die Türkei hat ein eigenes Fluggastrecht (hier), das auch Hotelaufenthalte bei Nichttransport einschließen sollte.


    Stell dich jeweils auf ziemlich lange Bearbeitungszeiten ein. Wenn beides nichts bringt wirst du wohl ohne (türkischen) Anwalt nicht weiter kommen. Da wären mir persönlich aber der Aufwand und die Kosten zu hoch (und die Chance, dass dies positiv für einen ausgeht zu gering).

    Genau diesen Absatz meine ich. Könnte @Saidi mal dazu Stellung beziehen? Unterliegt das Geld auf dem Konto von Sutor NICHT der gesetzlichen Einlagensicherung?

    Naja, das ist vielleicht etwas reißerisch formuliert, aber man muss schon sehen, dass dies unter der Überschrift "Beitragsgarantie" steht. Und dafür stimmt die Aussage. Für den Erhalt aller Beiträge plus Zulagen garantiert nur die Sutor Bank. Diese Garantie ist nicht von der Einlagensicherung geschützt. Ist die Sutor Bank insolvent, gibt es auch keine Beitragsgarantie mehr. Das steht auch unmissverständlich im Infoblatt zum Vertrag.


    Wie gesagt ist das Guthaben auf dem Verrechnungskonto und das Depot davon nicht betroffen. Diese Gelder sind natürlich garantiert und auch abgesichert. Aber aufgrund der Kursentwicklung und der Produktkosten könnte dein Depot plus der Betrag auf deinem Verrechnungskonto zum Zeitpunkt der Verrentung ja niedriger sein als deine Einzahlungen + Zulagen. Für diese Differenz steht niemand außer der Sutor Bank gerade. Kann sie dies nicht, dann realisierst du die entsprechenden Kursverluste.

    Kann sich das mal jemand anschauen? Hier steht, dass das Geld dort, wo es gegenwärtig lagert, eben nicht durch die Einlagensicherung save ist und auch kein Sondevermögen ist.


    https://www.finanzberatung-bie…ter-ging-nach-hinten-los/

    Könntest du zitieren wo genau du das im Text findest? Ich finde nur einen Absatz über die Beitragsgarantie. Die ist in der Tat an den Fortbestand der Sutor Bank gebunden. Ist diese insolvent, garantiert auch niemand mehr dafür, dass zu Rentenbeginn mindestens alle Einzahlungen plus Zulagen vorhanden sind. Die ETFs im Depot und das Geld auf dem Verrechnungskonto sind natürlich weiterhin abgesichert. Aber wenn die Kurse gerade im Minus sind steht nur die Sutor Bank dafür gerade, dies zu Rentenbeginn auszugleichen.

    Magst Du noch mehr zu den Hintergründen sagen? Wer zwingt Dich zu dieser Wahl?

    Ist eine Vorgabe des Arbeitgebers. Es wird ein Zuschlag zur Altersvorsorge gezahlt. Dieser ist aber an die Einzahlung in eine Rürup-Rente oder in einen Riester-Vertrag gebunden. Wenn man das nicht macht, verzichtet man insgesamt auf den Zuschlag.