Beiträge von Joergi

    Hallo zusammen,


    bei der Steuererklärung gibt es zwei Möglichkeiten, auf die man die Riesterrente behandeln kann:

    - Entweder man nutzt den Sonderausgabenabzug und zahlt gleichzeitig die Zulage steuererhöhend zurück.

    - Oder man macht weder das Eine noch das Andere.


    Folgende Frage habe ich in diesem Zusamenhang:


    Wirkt sich die Entscheidung für eine der zwei Möglichkeiten irgendwie auf die Zulage aus, die tatsächlich gewährt wird?

    Eine erste Tätigkeitsstätte kann nicht nur durch Zuordnung, sondern auch durch verschiedene quantitative und qualitative Kriterien begründet werden. Ein arbeitsvertraglicher Ausschluß einer Zuordnung verhindert nicht per se das Vorliegen einer ersten Tätigkeitsstätte.

    Es besteht keine Verpflichtung, sich gemeinsam veranlagen zu lassen, nur weil eine gemeinsame Veranlagung gesetzlich möglich ist. Es reicht, wenn derjenige mit der Kurzarbeit eine Erklärung abgibt.


    In der Regel wird dabei eine Nachzahlung herauskommen, weil das Kurzarbeitergeld ja nicht versteuert wurde, es aber den Steuersatz auf die steuerpflichtigen Einnahmen erhöht.


    Bei einer Zusammenveranlagung würde das Kurzarbeitergeld den einheitlichen Steuersatz _beider_ Ehegatten erhöhen. Es würde also mehr Steuer auf das gemeinsame, zu versteuernde Einkommen anfallen.


    Ohne es berechnet zu haben würde ich davon ausgehen, dass daher eine getrennte Veranlagung zu einem günstigeren Ergebnis führt, weil damit nur die Einkünfte des einen Ehegatten höher belastet werden - und die des anderen nicht.

    Ein Risiko, das du nicht bedacht hast, ist folgendes: Wenn das Limit gar nicht erreicht wird, müsstest du später noch einmal aktiv werden und einen Auftrag mit einem höheren Limit geben. Das ist einerseits zusätzlicher Aufwand für dich. Andererseits hast du die zwischenzeitlichen Kursgewinne dann versäumt.

    Es ist dann also genau der Fall eingetreten, den du vermeiden willst: Du hättest auch einen günstigeren Einstiegskurs bekommen können (nämlich den von dem Zeitpunkt, als du deine ursprüngliche Order aufgegeben hast). Diesen (wie du später feststellst: eigentlich doch ganz günstigen) Kurs hast du aber nicht genommen.


    Das grundlegende Problem ist, dass niemand weiß, wie sich der Kurs entwickeln wird. Bei einer langfristigen Anlage ist der Einstiegskurs nicht der eine entscheidende Faktor. Entscheidend ist es, lange dabei zu bleiben und Kursrückgänge aussitzen zu können.

    In deinem Fall musst du eine Anlage für dein Gewerbe und eine Einnahmenüberschussrechnung abgeben. Ich meine, dass elster.de die notwendigen Formulare bereitstellt.


    Je nachdem wie viel Hintergrundwissen du hast, wie komplex die Sache ist und wie viel Zeit du zum Einarbeiten investieren willst oder eben nicht willst, lohnt es sich aber ggf. auch, das einen Steuerberater machen zu lassen.

    Die Günstigerprüfung muss man beantragen. Das geht ganz oben in der Anlage KAP. Man muss nur einen Haken setzen. Das ist nicht kompliziert.


    Losgelöst von dem, was bis jetzt geschrieben wurde gibt es bzgl. der Kapitalerträge noch eine andere Option: Sie setzt voraus, dass man nicht das komplette, angelegte Geld jetzt sofort braucht.

    Wenn dem so wäre, man also auch mit einem Teil der Gesamtsumme auskommt, dann könnte man nicht _alle_ Aktien verkaufen, sondern nur so viele, dass der Gewinn unterhalb des Sparerpauschbetrags von 801€ bleibt. Womöglich sind das dann ja sogar auch alle Aktien? Du solltest dir mal von der Deka sagen lassen, wie hoch deine Anschaffungskosten für diese Anteile waren und wie sie versteuert werden.

    Die Günstigerprüfung funktioniert nur in eine Richtung: Günstiger. Sollte das Ergebnis sein, dass der individuelle Steuersatz über 25% liegt, dann bleibt es bei der Kapitalertragsteuer. Ungünstiger wird es nicht.

    Die 15.721€ zu versteuerndes Einkommen sind (oder waren früher mal?) der Betrag, bis zu dem man einen individuellen Steuersatz von unter 25% hat. Unterhalb dieses Betrags lohnt sich die Günstigerprüfung für Kapitalerträge, weil die Versteuerung zum indiviuellen Steuersatz dann für eine geringere Steuerbelastung sorgt. Die Günstigerprüfung beantragt man in der Einkommensteuererklärung.


    Wenn man in Elternzeit ist, bekommt man ja idR gerade kein Gehalt, sondern Elterngeld. Das macht steuerlich einen sehr großen Unterschied: Gehalt stellt steuerpflichtige Einnahmen dar - Elterngeld dagegen ist steuerfrei. Allerdings unterliegt Elterngeld dem Progressionsvorbehalt, d.h. es erhöht den Steuersatz, der auf die anderen Einnahmen zu zahlen ist.

    Wenn es sich um Aufwendungen handelt, die auf mehrere Jahre verteilt werden können, dann ist meine ich nur der Teil verloren, der auf die bereits erklärten Jahre entfällt, in denen die Aufwendungen nicht abgezogen worden sind. Dabei unterstelle ich, dass die Bescheide für diese Jahre schon bestandskräftig sind.


    Sprich: Ich meine, man kann die Aufteilung auf mehrere Jahre für die Folgejahre noch nachholen. Wenn man z.B. in 2018 entstandene, aufteilbare Aufwendungen nicht abgezogen hat, dann kann man sie ab 2019 noch ansetzen, sie z.B. auf 5 Jahre aufteilen und sie die verbleibenden 4 Jahre lang noch abziehen. Verloren ist dann also nur der Teil, der auf die alten Jahre entfällt, die bereits bestandskräftig sind. In meinem Beispiel wäre also 1/5 der Aufwendungen steuerlich verloren - der Rest aber nicht.

    Den Altersentlastungsbetrag gibt es tatsächlich auf alle Einkunftsarten, jedoch nicht auf diejenigen Einkunftsbestandteile, bei denen bereits bei der Berechnung des steuerpflichtigen Anteils eine Art von "Altersrabatt" gewährt wurde.


    Namentlich sind z.B. Versorgungsbezüge und Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung ausgenommen. Sie erhöhen den Altersentlastungsbetrag nicht. Es kann daher tatsächlich sein, dass für den Fragesteller kein Altersentlastungsbetrag zu gewähren ist.

    Ich würde mit meinem heutigen Wissen keine Mischfonds mehr kaufen. Stattdessen würde ich mir meine Wunschmischung selbst zusammenstellen, indem ich passive Einzelprodukte kaufe. Die Mischfonds schlagen einen entsprechenden Vergleichsindex eh nur in manchen Jahren und je länger man den Zeitraum wählt, desto seltener gelingt das. Die Finanztest hat dazu mal einen Artikel gebracht. Der Titel war so in etwa "Mischfonds - es geht besser".


    Um nochmal auf das Thema Aktien zurückzukommen: Aktien bieten halt mehr Renditechancen als Festgeld und auch als Rentenpapiere. Aber bei dem was deine Mutter will, wäre ein hoher Aktienanteil meiner Meinung nach wie gesagt ein Fehler. Deine Mutter verzichtet also auf Rendite zugunsten von Sicherheit - siehe das magische Dreieck. Wenn ich es wäre, würde ich höchstens überlegen, ob ich einen (kleinen) Teil des Anlagebetrags in ein Produkt mit einem etwas höheren Risiko investiere, z.B. in einen MSCI World. So hätte ich auf die Gesamtsumme gesehen nur für einen Teil ein höheres Risiko, aber eben auch die Chance auf eine etwas höhere Rendite, wenn sich dieser Teil besser entwickeln sollte. Vom Prinzip her schlägt dein Bruder so wie ich das verstanden habe, ja auch vor, einen Teil mit etwas höherem Risiko anzulegen. Mir wäre - wenn ich mich als deine Mutter auf einen Aktienanteil einlassen würde - wichtig, dass das Risiko möglichst breit gestreut ist. Ich würde also keine Einzeltitel kaufen.


    Dabei gilt immer: Am Ende ist das hier keine Anlageberatung, sondern nur meine Meinung. Und am Ende ist auch deine Meinung nicht entscheidend. Am Ende muss deine Mutter die Entscheidung treffen. Und wenn sie partout kein Risiko will, dann verzichtet sie halt auf die damit verbundenen Chancen, hat dafür aber eine höhere Sicherheit. Das kann sie ja ruhig so machen.

    Hallo Adrian und herzlich willkommen im Forum! :-)


    Lass mich für den Anfang einige Optionen auflisten:


    - Die üblichen, langfristigen ETFs würde ich in Anbetracht des kürzeren Anlagehorizonts und auch wegen des Wunsches nach viel Sicherheit für ungeeignet halten.

    - Festgeld ist 100% sicher, bringt aber eine Rendite unterhalb der Inflationsrate. Wenn Sicherheit sehr wichtig ist, dann könnte das ja vielleicht trotzdem was sein.

    - Rentenpapiere brachten in der Vergangenheit oft eine höhere Rendite als Festgeld. Aber sie unterliegen Schwankungen.

    - Aktien würde ich wegen des Risikos und wegen der Anlagedauer entweder gar nicht nehmen oder nur zu einem kleinen Anteil und dann auch nur breit gestreut.


    - Wie sieht es mit einer freiwilligen Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung aus?

    Hallo und herzlich willkommen im Forum! :-)


    Deka-Fonds liegen in der Regel nicht bei der Sparkasse, sondern bei der Deka. Man kann sie in der Regel kostenfrei an die Deka zurückgeben. Die Deka nennt das Verkauf.


    Einen relativ aktuellen Stand der Produkte siehst du im Quartalsbericht, den die Deka dir vermutlich per Post schickt. Da siehst du, wie genau die Produkte heißen und wie viele Anteile du davon hälst. Die aktuellen Rückgabekurse kannst du auf deka.de nachschauen.


    In deinem Deka-Depot ist eine Bankverbindung hinterlegt. Auf diese erfolgt die Auszahlung des Verkaufserlöses. Ggf. würde ich die vorher überprüfen, ob es die gewünschte Verbindung ist.


    Versteuern musst du nicht den Wert der Produkte. Versteuert werden muss immer (nur) der Gewinn. Je nachdem, um was für Produkte es sich genau handelt, ist evtl. auch nicht der gesamte Gewinn steuerpflichtig, sondern z.B. nur 70%.


    Du solltest unbedingt einen Freistellungsauftrag einrichten - und zwar vor dem Verkauf. Das machst du übrigens für die Deka und nicht für die Sparkasse - beide sind verschiedene Institute. Wenn es beim Verkauf im Deka-Depot zu Erträgen kommt, dann ist das bei der Deka der Fall und dann braucht es da den Freistellungsauftrag.


    Versteuert wird dann nur der Teil des steuerpflichtigen Gewinns, der den Freistellungsauftrag überschreitet. Davon behält die Deka dann 25% + Soli (auch in 2021 noch) + ggf. Kirchensteuer ein.

    Ich könnte mir vorstellen, dass die Berechnung von Galileo ungefähr hinkommt. Es wurde halt im Lauf des Jahres deutlich zu wenig Steuer gezahlt.



    Die Auskunft, dass man als Rentner nicht Steuerklasse IV haben können soll, halte ich übrigens für falsch.



    Ich würde einen Antrag auf Steuerklassenwechsel stellen und beide Ehegatten wieder in Steuerklasse IV/IV einordnen lassen. Auf diese Art werden vom Arbeitslohn der Ehefrau ungefähr 3.000€ mehr Lohnsteuer abgeführt. Das macht also jeden Monat 250€ netto weniger. Dafür ist bei der Steuererklärung die Nachzahlung dann aber deutlich niedriger - oder es gibt sogar eine Erstattung.

    Grundsätzlich hat Janders das gut zusammengefasst: Die Rente ist eine Bruttorente - anders als es ein früheres Gehalt immer war. Wenn jetzt (durch eine evtl. änderungswürdige) Steuerklassenwahl die Ehefrau auch noch ständig zu wenig Steuern zahlt, dann erhöht das die fällige Nachzahlung noch weiter.


    Bei deinen Werten müsste sich für die Rente ergeben:

    Jahresbetrag der Rente: 15.000€

    - Rentenfreibetrag 3.700€

    - Pauschbetrag 102€

    = Renteneinkünfte 11.198€.


    Diese Einkünfte müsste die Software im ESt-Schema ausweisen und für die Besteuerung zugrunde legen.


    Die wichtigsten Abzugsbeträge sind vermutlich der Rentenversicherungsbeitrag der Ehefrau und die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge von beiden Ehegatten. Bei dir selbst müsste vermutlich noch ein Altersentlastungsbetrag abgezogen werden. Am Ende des Schemas sind vielleicht noch ein paar Euro Handwerkerleistungen abziehbar.


    Man müsste einmal das gesamte Schema durchprüfen, um zu sehen, ob (z.B. die genannten) Abzugsbeträge noch angesetzt werden müssen und ob die Eingaben alle korrekt sind.

    Die Antwort ist: Vom Steuerbrutto zum SV-Brutto kommst du gar nicht. ;-)


    Der Grund dafür ist, dass die einzelnen Lohnbestandteile nicht zwangsläufig im Steuerbrutto enthalten sein müssen, damit sie sich auf das SV-Brutto auswirken. Stattdessen werden Steuer- und SV-Brutto unabhängig voneinander ermittelt.


    Das Steuerbrutto in deiner Abrechnung entspricht der Höhe der Bezüge des Monats. Das ist in aller Regel auch richtig so.

    Das SV-Brutto ist interessanterweise höher(!) als die Summe der Bezüge in dem betreffenden Monat. Das ist nicht der Regelfall und insofern schonmal bemerkenswert. Das kann zum Beispiel vorkommen, wenn die Sozialversicherungsbeiträge auf einzelne Lohnbestandteile nicht in dem Monat abgeführt werden, in dem diese Lohnbestandteile gezahlt wurden. Ein Beispiel dafür ist die sog. Märzklausel, bei der sich eine Verschiebung ergibt, mitunter sogar in das vorherige Jahr.


    Die von dir markierten 4.687,50€ sind die Beitragsbemessungsgrenze in der KV und PV - mehr als dieser Betrag wird in diesen beiden Versicherungszweigen nicht beitragspflichtig, selbst wenn an sich ein höherer Betrag zu berücksichtigen ist, der SV-pflichtig wäre. RV- und AV-Brutto können höher sein - hier liegt die Beitragsbemessungsgrenze in 2020 bei 6.900€, so dass hier auch mehr beitragspflichtig sein kann als in KV und PV. Weshalb bei der das RV- und AV-Brutto bei 4.855,40€ liegt, können wir dir nicht sagen. Denkbar ist wie oben angesprochen eine Verschiebung. Wenn du das wissen möchtest, müsstest du in der Lohnabteilung nachfragen.

    Nachdem man KV-/PV- und RV-/AV-Brutto kennt, werden darauf die entsprechenden Prozentsätze angewandt, so dass sich die Abzugsbeträge ergeben.

    Die Homeoffice-Regelung gilt schon für 2020. Es ist die Rede davon, dass die Home-Office-Pauschale nur für diejenigen Tage abgezogen werden darf, an denen der Arbeitnehmer "seine betriebliche oder berufliche Tätigkeit ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausübt und keine außerhalb der häuslichen Wohnung belegene Betätigungsstätte aufsucht". Das scheint mir hier nicht erfüllt zu sein.