Beiträge von Sternich

    Hallo Konstantin,


    du siehst ja, in welche Richtung die Vorposter argumentieren und ich stimme ihnen zu.


    Ich stand vor Kurzem genau vor derselben Frage und habe mich für die ETF-Variante entschieden.


    Hauptgründe

    1. Du kannst dir diese Sicherheit ganz leicht selbst geben:
      Frage dich rechtzeitig vor der Rente, wie viel Geld zum Rentenbeginn brauchen, um auch mal eine mehrjährige Durststrecke überwinden zu können. Im worst case sollten das die berühmten 10-15 Jahre sein.
      Verkaufe dann rechtzeitig vorher so viel, um diesen Durststrecke überwinden zu können. Die Versicherung würde auch nichts anderes tun: Sie steigt immer mehr aus Aktien aus und legt das Geld "sicher" (dafür mit geringerer Rendite) an.
    2. Du bist mit dem ETF ab Rentenbeginn flexibler und kannst einen guten Teil des Vermögens weiter für dich arbeiten lassen!
      Die Versicherung schichtet zu Rentenbeginn das komplette Versicherungsvermögen in "sichere" Anlagen um. D.h. aber auch, dass nun 100% des Versicherungsvermögens nur noch geringe Rendite abwerfen. Aber wer sagt, dass du gleich am Anfang 100% des Vermögens brauchst? Das soll doch eigentlich für den Rest deines (noch hoffentlich langen) Lebens reichen.
      Bsp: Du hast zum Rentenbeginn 100.000€ Fondsvermögen. Sagen wir weiter, du ziehst im ersten Jahr deiner Rente 10.000€ davon ab. Dann können die übrigen 90.000€ weiter vom Aktienmarkt profitieren und dir z.B. 5% Rendite, also 90.000€ * 0,05 = 4.500€ Wert erwirtschaften. Diese 4.500€ entsprächen wiederum deinen Opportunitätskosten (also entgangenen Gewinne), wenn du die Versicherungsvariante wählen würdest.

    Viele Grüße!

    Hallo zusammen,


    ich habe eine SBU bei der Alten Leipziger (AL) im Studium abgeschlossen. Das ist ca. 10 Jahre her. Die abgesicherte Rente ist für meine heutigen Lebensumstände nicht mehr angemessen, sodass ich mich auf die Suche nach Anpassungsoptionen begeben.


    Bisher stehen auf meiner Liste folgende Möglichkeiten:

    1. Nulloption bzw. Nichtstun falls es keine attraktiven Alternativen gibt: Keine weitere, (stufenartige) Erhöhung der Rente, sondern einfach über die 5% Dynamik über die Jahre erhöhen.
    2. Nachversicherung bei nächster Gelegenheit (Hochzeit, Geburt...). Nachversicherungsmöglichkeit ist vorhanden.
    3. Neue, ergänzende SBU abschließen.
    4. Alte SBU kündigen und komplett durch neue ersetzen.

    Ich habe nach einigen Recherchen gelernt, dass sowohl die AL als auch andere Anbieter vor wenigen Jahren ihre Tarife deutlich attraktiver gestaltet haben (bessere Leistungen / geringere Prämien), was 3. & 4. attraktiv macht.


    Bei Recherchen für 3. & 4. bin ich auch auf Nettopolicen gestoßen. Leider finde ich so gut wie gar keine Infos / Erfahrungen dazu.


    Finanztip empfiehlt z.B. unter Anderem den Anbieter Zeroprov (https://www.finanztip.de/berufsunfaehigkeitsversicherung/), welcher auch Nettopolicen anbietet.

    Im zugehörigen Erfahrungsthread von 2017 finden sich leider keine Einträge (Erfahrungen mit Zeroprov (BU-Makler)).


    Meine Fragen:

    Was sind Pro/Contra von Nettopolicen bei SBU?

    Hat jemand Erfahrung mit einem Anbieter von SBU-Nettopolicen, vllt sogar Zeroprov?


    Besten Dank und viele Grüße!

    Hallo Xenia,


    meine Erfahrung war größtenteils neutral.


    Auf der Suche nach einer SBU habe ich mehrere Makler kontaktiert, um vergleichen zu können. Unter diesen war auch die Beratung von Dr. Schlemann.


    Fazit:

    • Alle Makler haben mir dieselben 3-4 SBU-Tarife empfohlen.
    • Alle Makler wollten mich über BU hinaus beraten, tendenziell ging es auch dort immer in dieselbe Richtung:
      • Krankenversicherung: Empfehlung von PKV.
      • Geldanlage/Altersvorsorge: Private Rentenversicherung (Fondssparen im Versicherungsmantel), wobei gerne auch aktiv gemanagte Fonds und Dimensional Funds ("Smart Beta", größere Gewichtung von small caps) beigemixt werden sollten.

    Zu diesen Produkten kann man nun stehen, wie man will. Ich bin tendenziell kein Fan davon und bevorzuge z.B. GKV & Sparen mit ETFs.

    Bezüglich der Beratungsqualität konnte ich im Großen und Ganzen keine signifikanten Qualitätsunterschiede zwischen den Maklern erkennen.


    Viele Grüße

    Hallo Dennis4a1,


    eine Umstellung des bestehenden Vertrages kommt zwar nicht in Frage, aber eventuell könnte eine Kündigung des Altvertrages und Abschluss eines neuen Sinn machen.


    Ich bin gerade in einer ganz ähnlichen Situation: Im Studium vor ca. 10 Jahren habe ich dieselbe BU bei der Alten Leipziger (AL) abgeschlossen.

    Danach hat die AL ihre Tarifbedingungen verbessert, sodass man heute ein besseres Preis-Leistungsverhältnis hätte bzw. sogar bessere Leistung bei geringerem Preis bekommen könnte.


    Falls Gesundheit etc dem nicht im Wege stehen, ist das vielleicht eine Überlegung wert.


    Viele Grüße!

    Hallo Tobias,


    danke für die Antwort! Das macht in meinen Augen auch mehr Sinn. Dann sind die typischen Aussagen aus diversen Quellen - wie im Eingangspost erwähnt - nicht korrekt.


    Heißt, wenn ich in meinem Beispiel bleibe:

    • zvE = 92.000€, davon 50.000€ aus der Auszahlung der Rentenversicherung
    • Ab 57.919 € (Stand 2021) gilt der Grenzsteuersatz 42%.
    • Der erste Teil der Auszahlung (92.000€ - 57.919€ = 34.081€) würde dann theoretisch mit 42% besteuert werden.
    • Der Rest iHv 15.919€ mit dem entsprechenden, progressiven Steuersatz.
    • Aus beiden abgeführten Steuerbeträgen kann ich einen Durchschnittssteuersatz bilden.
    • Diesen Durchschnittssteuersatz darf ich dank Halbeinkünfteverfahren halbieren und auf die 50.000€ anwenden --> das ist die letztendlich abzuführende Steuer.

    Mein Fazit: Durch die Anwendung des höheren Grenzsteuersatzes statt des durchschnittlichen Steuersatzes wird der Vorteil einer FRV im Vgl zum ETF-Sparen im Falle höherer Alterseinkommen verringert, da das steuerliche Delta zur Abgeltungssteuer kleiner wird.


    Dann gebe ich Finanztip auf jeden Fall recht: Die FRV lohnt sich nicht - nicht einmal als Nettopolice. ;-)

    Hallo Ritter,


    nur dass ich es richtig verstehe: Du könntest deinen Eigenbeitrag noch weiter reduzieren, sogar bis auf Null? Falls ja, dann ist das doch ein No-Brainer?


    Ich bespare über die Firma eine Direktversicherung der Allianz mittels InvestFlex. Mein "eigenes" Geld würde ich da nie reinschießen, aber der Mindestbeitrag beträgt 30€ von meinem Brutto, wobei 26.59€ vom Arbeitgeber kommen.


    Mit so einer Förderquote kann man das schon machen.


    Viele Grüße

    Hallo ywitt,


    ich kann das Dilemma verstehen: Ich & meine Partnerin befinden uns in einer ähnlichen Situation.


    Referat Janders hat schon die richtige Frage gestellt: Wie groß ist dein Immobilienwunsch? Geht es dir allein darum, was finanziell besser ist oder bist du bereit für den emotionalen Faktor "mein Eigenheim" im Zweifelsfall finanziell etwas schlechter zu fahren?


    Ich persönlich würde nicht warten (tue ich selbst auch nicht), zumal du ja gerade anscheinend eine gute Mietwohnung hast. Und natürlich ist es möglich, dass die Kurse gerade schlecht sind, wenn du deine Anlagen verkaufen müsstest. Aber es kann genauso gut sein, dass die Kurse gerade ok oder sogar gut stehen.


    Solltest du tatsächlich Pech haben, könntest du im Zweifel auch eine Immobilie mal aussitzen. Die nächste kommt bestimmt.


    Viele Grüße

    Hallo zusammen,


    ich bin 34 Jahre alt und beschäftige mich seit einigen Wochen/Monaten ausgiebig mit dem Thema Altersvorsorge. Dabei bin ich zuletzt über das Thema "Private bzw. fondsgebundene Rentenversicherung (FRV)" gestolpert, nachdem ich für mich Riester und Basisrente ausgeschlossen habe (vor allem wegen den hohen, von den Versicherern angesetzten Lebenserwartungen --> es dauert ewig, bis man sein angehäuftes Kapital ausgezahlt bekommen hat).


    Was ich bereits weiß:

    • Wenn überhaupt eine FRV, dann Nettopolice (obwohl mir mein Makler natürlich immer die Provisions-FR10 der Alten Leipziger empfiehlt).
    • Alternativ zur FRV käme auch ein ETF-Sparen in Eigenregie in Frage.

    Ich versuche gerade herauszufinden, welche der beiden Varianten die Bessere ist. Ich kenne die Artikel / Videos von Finanztip dazu (https://www.finanztip.de/alter…/flexible-altersvorsorge/ bzw. das entsprechende Youtube-Video "Rentenversicherung durchgerechnet: Warum sie sich (nicht) lohnt").


    Leider fehlen in den Artikeln detaillierte Rechenwege, was für mich das Nachvollziehen schwierig gestaltet. Ein ganz entscheidender Faktor ist die Besteuerung der FRV im Alter, insbesondere bei Kapitalauszahlung. Dann greift ja bei gegebenen Voraussetzungen (62+ Jahre, 12+ Jahre Laufzeit) das Halbeinkünfteverfahren. Sinngemäß liest man dann häufig Folgendes:


    Bei Auszahlung wird nur die Hälfte der Gewinne mit dem persönlichen Steuersatz versteuert.


    Als typischer Beispielwert werden dann 20% für den persönlichen Steuersatz genannt.

    Ich verstehe das mit dem persönlichen Steuersatz ehrlich gesagt nicht so recht. Laut Internet ist der persönliche Steuersatz synonym mit meinem Durchschnittssteuersatz. Ist das so korrekt?


    Sagen wir mal "ja". Also nehmen wir z.B. an, ich verdiene gut und mein Grenzsteuersatz läge heute als Arbeitnehmer bei 42%, und mein durchschnittlicher Steuersatz bei 30%.

    Wenn ich heute als besagter Arbeitnehmer etwas von der Steuer absetze, spare ich mir natürlich die 42% Steuern. Hier kann ich also den Grenzsteuersatz - nicht den durchschnittlichen Steuersatz - ansetzen.

    Wäre das im Alter bei Auszahlung des Kapitals aus einer FRV dann anders? Ist folgendes Szenario richtig?


    Annahmen:

    2.750 € gesetzliche Rente & 1.450€ Betriebsrente pro Monat. Das entspricht 50.400€ / Jahr. Das zu versteuernde Einkommen (zvE) nach allen möglichen Abzügen sei dann 42.000€. Weiter nehmen wir an, ich lasse mir (bereits nach Teilfreistellung) 50.000€ Gewinn aus der FRV im ersten Jahr des vollen Rentenbezugs ausbezahlen.


    Dann gilt für das besagte Jahr: 42.000€ + 50.000€ = 92.000€ zvE.

    Laut Steuerrechner des BMF (https://www.bmf-steuerrechner.de/) wäre der Grenzsteuersatz im Jahr 2021 dann 42% und der persönliche/durchschnittliche Steuersatz ca. 33%.

    Heißt: 50.000€ halbieren --> 25.000€. 33% von 25.000€ = 8.250€ Steuer.


    Stimmt diese Rechnung so? Falls nein, wie wäre der korrekte Rechenweg?


    Danke und viele Grüße!