Beiträge von ExileOnWallStreet

    Liebes Forum,



    seit der letzten Eintragung ist ein wenig Zeit vergangen und ich habe mich weiter informiert. Da ich noch mehr als 15 Jahre bis zu meinem regulären Renteneintrittsalter habe, tendiere ich stark dazu den o.g. Riester Banksparplan förderungsschädlich zu kündigen, auch wenn mich dies die geleisteten Zulagen (ca. 2000€) sowie die Steuervorteile (ebenfalls ca. 2000€) kostet. Ausschlaggebend für die Entscheidung sind zwei Dinge: Zum einen die Tatsache, dass da eine Menge Geld ansonsten noch für viele Jahre schwach verzinst „rumdümpelt“, zum anderen die – mir zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses vor vielen Jahren nicht bewusste – mangelnde Flexibilität in der Auszahlphase. (In meiner Naivität hatte ich geglaubt, dass ich Einfluss auf die monatlichen Rentenauszahlungen aus meinem Vertrag haben würde, das ist jedoch nicht der Fall. Mein Fehler, ganz klar. Bei der GRV ist das eingepreist und zu akzeptieren, bei einem von mir freiwillig abgeschlossenen Vertrag möchte ich jedoch gerne selbst darüber bestimmen können, was ich monatlich an zusätzlicher Rente erhalte)


    Blieben also nach Kündigung des Altvertrages 36.000€ investierbares Kapital.


    Jetzt stehe ich vor der Frage, was ich am besten mit dem „frei geschalteten“ Geld anstelle um etwas für meine Altersvorsorge zu tun. Hierzu habe ich mich von meiner Hausbank unverbindlich beraten lassen – wohl wissend, dass das nicht unbedingt eine neutrale Beratung ist. Folgende Optionen liegen nun auf dem Tisch: 1) Ich nehme das Geld und stecke es eigenverantwortlich in mein bereits existierendes Depot, z.B. in einen ETF auf dem MSCI World. Vorteile: niedrige Kosten, hohe Flexibilität (wenn ich das Geld doch vorher brauche, verkaufe ich einfach Anteile), relativ sicher höhere Rendite. Nachteil: Kein Altersvorsorgeprodukt im klassischen Sinne, also: keine Absicherung. 2) Ich schließe einen mir vorgeschlagenen Rürup-Vertrag ab (Basisrente). Vorteil: deutliche Steuerersparnis in den ersten Jahren der Ansparphase, ist außerdem sicher. Nachteile: Ist eigentlich genauso unflexibel wie der Riester Sparplan, bringt auch nicht mehr Rendite. 3) Abschluss einer Privaten Rentenversicherung neuen Typs (sog. "Wachstumsgarant"): Sparraten gehen zu gleichen Teilen in Sicherungsvermögen sowie in einen durch die Versicherung vorausgewählten Fonds (100 dividendenstärkste Unternehmen der Welt), 90% der eingezahlten Beiträge werden garantiert, zusätzlich gibt es die Möglichkeit von einer positiven Entwicklung des Fondsanteils zu profitieren. Natürlich hat mein Bankberater die diesbezüglichen Aussichten eher positiv dargestellt. Vorteil: Kombi aus Sicherheit und Risiko, jederzeit kündbar. Nachteile: Stiftung Finanztest bescheinigt den Versicherern eher unterdurchschnittliche Erfolge beim Anlegen in Fonds, ein Nullsummenspiel scheint wahrscheinlich, zusätzlich: deutliche Abschlusskosten.


    Ich bitte an dieser Stelle einfach mal um eure Einschätzungen, weil ich vor einer Entscheidung gerne möglichst sicher gehen möchte, keine wichtigen Aspekte außer Acht gelassen zu haben. Vielleicht hat ja jemand von euch noch eine weitere interessante Option oder Perspektive in petto, die ich noch gar nicht bedacht habe.


    Vielen Dank im Voraus für eure Anregungen und Rückmeldungen!

    Vielen Dank an alle, die mir eine Rückmeldung zu meinem Thema gegeben haben! Mein kleiner Frustrationsausbruch zwischendurch rührt sicher auch daher, dass ich absolut kein Zahlenmensch bin und mir die Dinge/Rechenwege mühsam draufschaffen muss. Banken und andere Institute sind manchmal nicht gerade freigiebig mit Informationen, ich freue mich sehr, dass ich in diesem Forum unkompliziert meine Fragen loswerden kann, das hilft mir sehr!

    chris2702


    Was mir die Tränen in die Augen treibt, ist ganz allgemein bei diesem Thema die Intransparenz, die es einem Laien wirklich schwer macht alle relevanten Faktoren für die Errechnung der Renten-Nettobeträge zusammenzuklauben. Ich meine damit sowas wie "Beiträge zur Krankenversicherung auf Betriebsrenten von 15,7%, allerdings nur auf Leistungen von mehr als 159,25€" usw. Wer denkt sich sowas aus? Warum muss das alles so elend kompliziert sein? Und warum wird einem Otto Normalverbraucher z.B. von der DRV in der jährlichen Renteninformation die Dimension der Abzüge noch nicht mal ansatzweise vermittelt? Geschweige denn, wo man das nachlesen oder selbst berechnen kann...


    Nochmal konkret zu meinem ruhenden Riester Banksparvertrag (der immerhin noch mit 0,5% jährlich verzinst wird, das ist ja heutzutage schon was:)): ich denke ernsthaft darüber nach das Ding förderschädlich zu kündigen, um das Kapital dann nach eigenem Gusto und mit besseren Renditechancen anderweitig zu investieren (ETF). Aber von dieser "Lösung" rät ja finanztip eher ab, wenn ich den entsprechenden Artikel dazu richtig verstehe...

    Auch hierzu bin ich offen und dankbar für Ratschläge.

    Hallo chris2702,


    vielen Dank für die schnelle Antwort.


    Nein, einen Rentenfaktor habe ich nicht angegeben. Und wenn ich ganz ehrlich bin: ich habe davon auch bis dato noch nie was gehört. War auch kein Thema bei Vertragsabschluss und steht nirgends in den Unterlagen.

    Wie gesagt: ich beschäftige mich gerade zum ersten Mal genauer mit dem Thema Rente und allen mehr oder weniger lustigen Hindernissen auf dem Weg dahin mal eine einigermaßen solide Vorstellung von meiner zu erwartenden Rentenhöhe aus verschiedenen Quellen zu bekommen.

    Deine "grobe Peilung" hilft mir schon mal sehr weiter.

    Und der Rentenfaktor ist dann meine Hausaufgabe... ;)

    Hallo liebes Forum,


    ich beschäftige mich gerade mit dem Thema Rente und versuche mir eine möglichst genaue Vorstellung davon zu machen, was mir ab Rentenbeginn (in ca. 15 Jahren, gerne früher;)) monatlich netto zur Verfügung stehen wird. Dabei bin ich auf folgendes Problem gestoßen: Ich halte noch einen Riester Banksparplan bei einer Volksbank, den ich jedoch seit einiger Zeit nicht mehr aktiv bespare. Darauf haben sich bis dato knapp 40.000€ angesammelt. Nun habe ich die Bank angeschrieben und gebeten mir zu sagen, welchen monatlichen Rentenbetrag das ergeben wird, wenn ich entweder a) die Gesamtsumme für die monatlichen Zahlungen verwende oder mir b) 30% der angesparten Summe zu Rentenstart auszahlen lasse und nur die restlichen 70% in die Rente fließen lasse. Antwort: Das könne man mir nicht sagen, eine solche Hochrechnung sei erst ca. ein halbes Jahr vor Beginn der Rentenzahlungen möglich.

    Gibt es einen Weg, wie ich das selbst errechnen kann? Oder hat jemand einen Lektüre-Tipp für mich? - Vielen Dank im Voraus für eure Rückmeldungen!

    Ich mache es genau andersherum wie du. 1 Auftrag über 1602 Euro an eine Bank (verheiratet) und dann gebe ich in der Steuererklärung sämtliche Jahressteuerbescheinigungen an, die ich erhalte. Im Endeffekt sind so 1602 Euro steuerfrei und ich kann keine Rückfragen und Ärger erzeugen.

    Habe ich das richtig verstanden? - Wenn ich mir und meiner Frau die Kaffeesatzleserei, bei welcher Bank welches Depot wie viel Gewinn abwerfen wird etc., ersparen will, kann ich einfach die 1602€ bei einer Bank einsetzen, bei der voraussichtlich das Gros der Kapitalerträge anfallen wird, lasse die Freistellungsspalten bei allen anderen Banken frei, gebe für die Steuererklärung alle Jahressteuerbescheinigungen in Anlage KAP ein und das sortiert sich dann über die Steuer-Rückerstattungen von selbst? Das wäre dann m.E. eine echte Erleichterung...

    Vielen Dank schon mal bis hierher für eure hilfreichen Einschätzungen!

    Lohnt denn ob des Zustands des Hauses/Technik (u.a. Isolierung/Fenster/Heizungsanlage) überhaupt eine Vermietung? Nutzt ja nix, wenn erstmal 50.000€ in eine zeitgerechte Sanierung/Technik investiert werden müssten um das Haus überhaupt vermietet zu bekommen.

    Wie ist denn die Nachfrage nach Mietobjekten in der Region überhaupt!?

    Nun ja, ich würde sagen, dass der Zustand des Hauses und der Technik weder richtig schlecht noch richtig gut ist, heißt: in der dortigen dörflichen Umgebung gilt das, was das Haus bietet, als normaler Standard. Mehr und moderner geht natürlich immer, aber ob das die erzielbare Miete am Ende so deutlich erhöht, dass sich das lohnt, vermag ich nicht zu sagen. Die Nachfrage nach Mietobjekten in der Region ist durchschnittlich (habe mir den Grundstücksmarktbericht angesehen...), wohingegen in den letzten Jahren immer wieder Häuser zu durchaus guten Preisen verkauft wurden (relative Nähe zu Luxemburg ist gegeben, das hilft;)).

    Wenn man selbst oder nahe Verwandte keine Absicht haben einzuziehen, könnte man auch über eine Erbpachtlösung nachdenken. Das Grundstück bleibt im Familienbesitz und generiert laufende Einnahmen, denen außer der Steuer kaum Ausgaben gegenüberstehen. Um das Haus muss sich der Erbpächter wie ein Eigentümer kümmern; geht einen nichts mehr an. In der Verwandtschaft wurde so eine Lösung gerade umgesetzt, zugegeben in einer 1b- Lage. Aber die Anzahl der Interessenten könnte man ja über die Konditionen steuern.

    Das klingt interessant, hatte ich zugegeben noch gar nicht auf dem Schirm, vielen Dank!


    Ich werde die Angelegenheit auf jeden Fall mal mit möglichst vielen Parametern durchrechnen, einfach um ein Gefühl für die Zahlen dafür zu bekommen, aber die Waage neigt sich auf Basis eurer Einschätzungen doch vernehmbar in Richtung Verkauf oder eben Erbpacht. Letzteres muss ich aber nochmal in Ruhe recherchieren.

    Jede Menge "Food for thought" - nochmals Danke!

    Hallo in die Runde,



    mir brennt ein Thema unter den Nägeln, das womöglich streng genommen mehr als nur Immobilienfinanzierung umfasst, vielleicht aber gerade deshalb für viele interessant ist.



    Es geht um Folgendes: Wir (meine Frau und ich, beide in den 40ern) werden aller Voraussicht nach ein Elternhaus erben. Wir sind nicht die einzige erbende Partei, jedoch die einzige, die erkennbar Interesse daran zeigt, das Haus eventuell zu halten statt es zu verkaufen. Das Haus steht nicht in einer der Boom-Gegenden Deutschlands, die Mieten in dieser Region bewegen sich seit Jahren eher zögerlich nach oben, und es handelt sich um einen Bau aus den 70er Jahren in der Provinz. Schöne Provinz allerdings! :)


    Wir würden nun gerne wissen, ob es unterm Strich finanziell Sinn macht dieses Haus zu halten, und zwar unter mehreren Gesichtspunkten: Lohnt es sich das Haus dauerhaft zu vermieten (selbst einziehen möchten wir in den nächsten 25 Jahren sicher nicht) und dadurch für uns (im Alter) ein passives Einkommen zusätzlich zur Rente zu sichern? Lohnt es sich steuerlich das Haus zu halten (bei Vermietung) und die anfallenden Instandhaltungs- und Reparaturkosten in den Jahren bis zum Beginn unserer Rente abzusetzen und damit unsere Steuerlast zu drücken? Oder ist der finanzielle Aufwand, den wir betreiben müssten um das Haus alleine zu erben (Auszahlen der anderen Erbparteien wäre notwendig, es handelt sich aller Voraussicht nach jedoch um eine sehr moderate Summe verglichen zu den Preisen, die für Immobilien in Boom-Regionen zurzeit aufgerufen werden), dauerhaft zu vermieten und instand zu halten höher als eingesparte Steuern und Mieteinnahmen uns jemals einbringen werden? Wiegt die Sicherheit von „Beton-Gold“ eine womöglich eher mäßige bis nicht existente Rendite auf, wenn man ansonsten finanziell auf einigermaßen soliden Füßen steht?


    Mir ist bewusst, dass in diese Rechnung sehr viele Parameter eingehen müssen, damit sie einigermaßen aussagekräftig ist. Das macht es so schwierig. Gibt es eures Wissens irgendwo eine umfassende Informationsseite (optimaler Weise mit Rechner), die all diese oder doch die meisten wichtigen Parameter für eine Einschätzung bereitstellt? Ich bin alles andere als ein Immobilienexperte, aber gerne bereit und in der Lage mir die wichtigen Informationen zur Berechnung zu beschaffen (z.B. Schätzwert des Hauses, durchschnittliche Mieten in der Region etc.), wenn ich weiß, was ich brauche und wozu.


    Trotz intensiver Suche bin ich bis jetzt leider nicht fündig geworden und hoffe auf eure Tipps und Einschätzungen! Wie sollte ich eurer Ansicht nach vorgehen, um möglichst viele relevante und wichtige Aspekte des Themas abzudecken?


    Vielen Dank im Voraus! :)

    Vielen Dank für die beiden fundierten Einschätzungen, monstermania und Kater.Ka!

    Eure Rückmeldungen haben schon mal deutlich zu meiner Beruhigung beigetragen.


    Zum Thema ausgewogene Geldanlage: ich habe mich in meinem Eröffnungsbeitrag im Forum ganz auf mein Depot konzentriert, weil ich in diesem Bereich die meisten Fragen hatte. Neben dem Depot habe ich aktuell noch Festgelder (in Höhe eines Jahresgehaltes) - zurzeit bei der Renault Direkt Bank - angelegt und habe vor, diesen Sicherheitsbaustein auch nach deren Fälligkeit beizubehalten. Im Gegensatz zu der Unternehmensanleihe. Diese lasse ich aus demselben Grund auslaufen, der mich auch bewogen hat die Einzelaktien zu verkaufen.


    Zum Ökoworld Fonds: Ja, die Kosten sind ein Faktor, der mich auch zum Nachdenken bringt. Aber ich finde die Idee dahinter spannend und "glaube" an die Wette auf besonders nachhaltig wirtschaftende Unternehmen. Ich schaue mir die Performance einfach mal in Ruhe an und kann dann ja ggf. gegensteuern, wenn sich mein "Glaube" nicht erfüllt :)


    Nochmals vielen Dank! :thumbsup:

    Hallo,



    als Neuling grüße ich zunächst einmal alle hier im Forum und danke für die vielen hilfreichen Beiträge bisher, die mir bereits an einigen Stellen beim Selbststudium geholfen haben!



    Nun zu meinem Anliegen: Ein Schicksalsschlag hat dazu geführt, dass ich in 2019 plötzlich Inhaber eines Depots wurde und mich seither mehr schlecht als recht in die Materie eingelesen habe. Da ich in diesen Dingen jedoch nie mehr sein werde als ein halbinformierter Laie, habe ich bis dato nur ein paar offensichtliche Korrekturen vorgenommen (weg von Einzelaktien, deren Entwicklung ich weder sicher beurteilen kann noch ständig verfolgen will und hin zu mehr ETF, die mir sicherer und pflegeleichter erscheinen) und wäre für eure Einschätzung meines aktuellen Portfolios sehr dankbar.



    Hier die Anteile meines Depots im Detail:

    • 82% ETF MSCI World bzw. ETF MSCI World AC
    • 4% ETF Government Bonds/Euro Stoxx
    • 1% ETF Emerging Markets
    • 9% Ökoworld Klima C Fonds
    • 4% Unternehmensanleihen


    Übernommen habe ich auch einen monatlichen Sparplan für den ETF auf den MSCI World. Das Depot ist auf zwei Banken (ING und Consors) aufgeteilt.



    Mein Anlagehorizont sind 10-15 Jahre, ich halte Kursschwankungen gut aus (2020 war die Nagelprobe...) und mein Ziel ist es möglichst ohne ständige nervöse Beobachtung der Märkte eine gute Rendite zu erzielen.



    Natürlich möchte ich nach Möglichkeit aber auch keine wichtige Entwicklung verschlafen und dabei sein, wenn sich Märkte bewegen. Daher meine Frage: Ist mein Depot eurer Meinung nach ausgewogen oder fehlt etwas Wichtiges? Wie seht ihr insbesondere die ETF auf Emerging Markets? Lohnt es sich hier stärker zu investieren oder reicht hierzu auch der ETF MSCI World AC? Und was ist mit dem Trendthema Nachhaltigkeit?



    Ich bin für jeden Hinweis und jede Einschätzung dankbar!

    :)