Beiträge von Thebat

    "Dewegen ein höheres Darlehen zu nehmen, macht bei mir nicht viel aus. Oder habe ich da einen Denkfehler?"


    Wenn wir einen Normalfall annehmen, dann ja.


    Höheres Darlehen = in einem normalen Fall wird dieses freie Kapital eine durchschnittliche Rendite von 6-7% erreichen.


    (56.000 Euro x 6,5%) abzgl. (56.000 Euro x 0,66%) = 3.270 Euro plus pro Jahr


    Aber wie gesagt, es kann halt auch dumm laufen. Jede Anlage beinhaltet nun mal ein gewisses Risiko, damit wird man immer leben müssen.

    Wenn du ein kalkuliertes Risiko eingehen möchtest, dann nimm 180.000 Euro auf.


    Die Zinsen kannst du in voller Höhe als Werbungskosten in der V+V abziehen (spart den persönlichen Grenzsteuersatz ein). Die Zinserträge bzw. Kurssteigerungen aus den ETFs werden dagegen nur mit 25% + KiSt und Soli besteuert (Stand heute). Die Differenz zwischen deinem persönlichen Steuersatz und der Abgeltungssteuer streichst du als zusätzlichen Gewinn ein.


    Einzige Risiken dabei:


    - Die ETFs werfen in den 10 Jahren im Schnitt weniger als die Verzinsung des Darlehens ab. Dann hast du einen entsprechenden Verlust zu verzeichnen (Zinsen bezahlt, aber keine Erträge generiert).


    - Die Besteuerung von ETFs wird auf den persönlichen Steuersatz umgestellt.

    Als Kopfmensch mit Hang zum kalkulierten Risiko würde ich die Sondertilgungen komplett 20 Jahre lang in die ETFs packen.


    Dein Vermögen baust du mit dem auf, was du die ersten 15-20 Jahre ins Depot pumpst (Zinseszins-Effekt). Was du die letzten 10 Jahre deines Arbeitslebens einzahlst fällt dagegen nicht mehr so ins Gewicht.


    Hinzu kommt, dass du möglicherweise in der Zukunft Geld für das Haus benötigst (Solardachpflicht etc.). Dann kannst du locker die ETFs anzapfen und musst dir keine Gedanken um eine Zweitfinanzierung machen.


    Gegen Ende der Zinsbindung kannst du dann ja je nach Marktlage entscheiden, ob du den Kredit verlängerst oder die ETFs zur Darlehensablösung heranziehst.

    "Als Mittel zum Vermögensaufbau scheint mir das völlig ungeeignet, schon allein weil es sich um Zertifikate handelt, und man schlicht den Anlage-Ideen von mehr oder weniger random People folgt."


    Ja, da es Zertifikate sind, muss man die Entwicklung der Wikis schon ein wenig im Auge haben. Falls der Anbieter irgendwann den "Biss" verliert, dann sollte man umschichten/verkaufen. Ansonsten wird das Emittentenrisiko dadurch abgemildert, dass die Wikis entsprechend besichert sind.


    Wenn man die Szene etwas verfolgt, dann erkennt man schon, welche Trader dort etwas taugen und ein langfristig tragfähiges Konzept vorweisen können. Gibt auf jeden Fall mehr als genug Anbieter dort, die sich quasi wie Trüffelschweine in bestimmte Unternehmen hereinwühlen und Zahlen/Märkte auswerten. Deren Depots sind für Anregungen immer ganz gut. :-)

    Mein Portfolio:


    ca. 3% in Silbermünzen

    ca. 2% in ETFs

    ca. 15% in Wikifolios

    ca. 80% in Aktien


    Dazu noch ein in 2 1/2 Jahren abbezahltes Einfamilienhaus auf dem Dorf.


    Ich bin am Neuen Markt bestimmt härter als du auf die Fr**** gefallen und habe trotzdem 2006 wieder mit Aktien angefangen. ;-)

    "Wirklich alles? Ich habe ein bisschen was dazu gelesen, dass Privatanleger zwar in der zweiten Reihe zu stehen scheinen. Papiere vorab zu ergattern ist schwer, aber nicht unmöglich? Oder gilt das nur für den vorbörslichen Aktienhandel kleinerer Unternehmen?"


    Geh mal davon aus, dass die wirklich guten Investments vorher von Risikokapitalgebern gekauft und entsprechend für die Börse aufgebaut werden. Die meisten Papiere kommen dann bereits zu überzogenen Preisen an den Markt und sind nicht mehr interessant.


    "Und wie unterscheidest du "wirklich gut" und "weniger gut / schlechter"?""


    Ohne die Zahlen zu kennen kannst du das eigentlich nicht erkennen. Und die Zahlen gibt es "geschönt" immer erst zum Börsengang (= zu spät). Etwas anderes ist es, wenn du die Firma kennst, da arbeitest oder von den Produkten zu 120% überzeugt bist. Dann hast du evtl. einen Wissensvorsprung vor dem Markt und ein Invest könnte Sinn machen.

    "Ist das so korrekt?"


    Ja. Im Falle einer schädlichen Verwendung müsste der Staat bzw. die Bausparkasse die Wohnungsbauprämie bei dir wieder zurückfordern. Wenn du das Geld auf den Kopf gehauen hast und blank bist, dann haben die eine Menge Scherereien mit dir. Deshalb erst die Auszahlung, wenn du die unschädliche Verwendung nachweist.

    "Leider ist der Herr von der Verbraucherzentrale jetzt erstmal 2 Wochen im Urlaub, deshalb muss ich mir einen Anwalt suchen."


    Übersetzung: Ich habe keinen Bock darauf, such dir einen Anwalt und lass mich damit in Ruhe.


    "Ja wer es glaubt wird selig, es handelt sich hier um geplanten Betrug."


    Du scheinst ja handfeste Beweise zu haben, denn so eine Aussage dürfte nicht unter die Meinungsfreiheit fallen.

    "Ach, sieh mal einer an, arbeitet ja doch noch einer bei diesem Betrügerhaufen."


    Mit solchen Äußerungen wäre ich vorsichtig. Meiner Meinung nach hat die DEP bislang exakt nach Vertrag und AGBs gehandelt, auch wenn die Vertragsbedingungen für den Allerwertesten sind. Aber ihr habt sie nun mal damals akzeptiert.


    Da eine Endabrechnung noch nicht erfolgt ist, sind eure ganzen Annahmen hier völlig spekulativ und emotional getrieben. Auf dieser Basis würde ich persönlich nicht einfach so SEPA-Einzüge zurückbuchen lassen.

    Alle haben im Vorfeld schon geahnt, dass das Angebot nicht klappen kann (siehe die ersten Postings in diesem Thread). Man wollte es entgegen dem gesunden Menschenverstand trotzdem mal ausprobieren, weil Geiz ja doch schon ziemlich geil ist.


    Warum zur Hölle jammen nun alle herum? Es ist doch nur das eingetreten, was alle schon im Februar vermutet haben.


    Vermutlich würden die geprellten Kunden in spätestens 6 Monaten auch wieder ein super Zinsangebot einer ganz neu gegründeten angolanischen Bank annehmen, bei dem es 0,02% mehr Zinsen gibt als auf einem deutschen Sparbuch.

    Evtl. solltet ihr einfach mal über den Tellerrand eurer eigenen Gasabrechnung schauen und das Ganze im globalen Kontext betrachten.


    Viele sind Freitags herumgehüpft und haben bestimmte Forderungen gestellt. Die Politik ist diesen Forderungen nachgekommen und als eine Folge davon, gehen die Großhandels-Gaspreise europaweit durch die Decke. Über den Daumen gepeilt wollen das >50% aller Deutschen exakt so haben.


    Dazu kommen noch einige weitere Faktoren wie die immensen Kosten für CO2 Zertifikate, den Zoff um North-Stream 2, die steigende weltweite Nachfrage etc.


    https://www.wallstreet-online.de/rohstoffe/kohlendioxid-preis#t:1y||s:lines||a:abs||v:day||ads:null


    Resultat: Die Gaspreise sind in 2021 in kürzester Zeit europaweit rasant gestiegen und liegen ca. 500% über dem Niveau aus 2020.


    https://www.finanzen.net/rohstoffe/erdgas-preis-natural-gas


    Die betreffende Firma wird vermutlich überhaupt keine Wahl haben, als die Verträge so schnell es geht zu kündigen, denn die kalkulierten Preise können bei der geringen Marge und einer 20% Preissteigerung innerhalb eines Monats niemals ausreichend sein. Folge = Insolvenz.


    Laut Bundesanzeiger liegt die Bilanzsumme 2019 bei rund 800.000 Euro. Was denkt ihr denn wohl, wie viele Reserven die Firma damit hat, um diese Preisanstiege zu kompensieren?


    Ich denke es wird so langsam Zeit, dass sich hier einige an die neuen Realitäten hinsichtlich unseres "Kampf gegen den Klimawandel" gewöhnen. Da werden in den nächsten Jahren noch ganz andere Kosten auf uns zukommen (z.B. die Zementhersteller, die derzeit reihenweise einseitig bestehende Lieferverträge kündigen und für 2022 drastische Preiserhöhungen >20% ankündigen).


    Nachlieferung dazu:


    https://www.welt.de/wirtschaft…rt-Firmen-vor-Pleite.html