Beiträge von FinanzPanda

    Für mich sieht das alles realistisch und solide aus. Ihr habt dann mit 40 ein abbezahltes und bereits renoviertes Haus, zusätzlich auch schon ein bisschen gespart, sinnvoll in ETF, und wenn alles gut geht noch 25 Jahre Erwerbstätigkeit vor Euch wo allein durch den Wegfall der Miete / Kreditrate noch einiges zusammenkommen wird. Ich würde mich da nicht übermäßig verrückt machen. Reparaturen am Haus (Dach, Heizung…) muss man natürlich auf dem Schirm haben.

    Ich halte das für eine ungute Konstruktion. Wenn Deine Eltern 100.000 (oder welchen Betrag auch immer) flüssig haben die sie nicht brauchen, dann können sie Dir das Geld schenken oder als Privatkredit leihen. Wenn sie das Geld nicht haben, dann solltet Ihr sie aus Eurer Finanzierung heraushalten. Ihr verpfändet ihnen das Haus buchstäblich unter dem Hintern weg.

    Klingt von der Gesamtsituation her gar nicht so schlecht, würde ich sagen.


    BU Versicherungen sind in ausreichender Höhe vorhanden?


    Ich würde überlegen, noch mal weitere Risiko-LVs abzuschließen, die mindestens laufen bis die Kinder ca. 25 sind (= Ausbildung fertig). Kostet nicht viel, erleichtert im Worst Case die Situation für die Hinterbliebenen deutlich. Höhe vielleicht 50 oder 100 tsd. pro Person?


    Generell scheint es mir in Eurem Alter der richtige Ansatz, alles was übrig ist in den ETF zu investieren. Ich gehe mal davon aus, dass ein gewisses Cash-Polster vorhanden ist, mit dem man ggf. ein kaputtes Auto ersetzten könnte o.ä.

    Es ist schon gut, dass Du dich informierst und Dir Gedanken machst. Aber es gibt im Englischen den schönen Spruch “Paralysis by Analysis”. Die Zukunft ist nun mal hochgradig unsicher. Ob diese Fein-Optimierungen irgendwas verbessern, ist am Ende völlig unklar. Ob Du jetzt noch ein bisschen vom dem beimischst, oder diesen oder jenen MSCI World ETF nimmst, keiner kann Dir sagen, ob sich das im Nachhinein als gute Entscheidung herausstellt oder überhaupt einen Unterschied macht.


    Daher ist auch mein Tip: Mach es nicht zu kompliziert. Mach Dir ein Depot bei einer seriösen Direktbank, und mach mal einen mittelgroßen Sparplan auf einen der großen MSCI World ETFs. Einfach Brot und Butter. Das ist wie beim Tennis. Du kannst ganz viele Bücher lesen, oder Du kannst Dich einfach mal auf den Platz stellen und schauen, wie sich das für Dich anfühlt.

    Na ja, die schlechte Wertentwicklung ist wahrscheinlich in erster Linie auf die Auswahl der enthaltenen Fonds zurückzuführen. Von daher willst Du die vielleicht gar nicht wirklich übertragen, sondern lieber alles verkaufen und woanders in einen ETF investieren?

    Kurze Antwort: Nein, glaube ich nicht. Die erste Frage ist ja, ob es in Deutschland überhaupt eine Immobilienblase gibt. Im internationalen Vergleich sind Wohnungen in Deutschland auch heute nicht ungewöhnlich teuer. Es wird in Deutschland auch wenig auf spekulativen Leerstand gebaut, die allermeisten Wohnungen werden tatsächlich bewohnt. Die reale Nachfrage ist also da.


    In bestimmten Lagen und Marktsegmenten kann es aber schon zu Korrekturen im Preisniveau kommen. Der Boom der absoluten High-End Wohnungen (bevorzugt in Hochhäusern) ist mir suspekt, ebenso wie die Schwämme der möblierten Pendler Apartments in vielen Städten. Ob die Münchner Innenstadt noch viel teuerer werden kann als sie heute ist, sei auch mal dahingestellt.


    Das ist meine Meinung, Garantie gibt es natürlich keine. Letztlich würde ich ein diversifiziertes Portfolio anstreben, und mich nicht komplett von Immobilien abhängig machen.

    Gemach und erst mal rechnen. Korrigiere mich, wenn ich falsche Annahmen treffe.


    Du schreibst dass der Bonus über 25 Jahre von 1% auf 100% steigt. Das heißt, im kommenden Jahr 8 erhältst Du ca. 30% Bonus?


    30% von 900 EUR sind 270 EUR.


    Eingezahlt hast Du 8 * 900 EUR, also 7200 EUR.


    Verzinsung ist dann 270 / 7200 = 3,75%.


    Das ist eine Verzinsung, nach der man sich heute im Bereich der risikolosen Anlagen die Finger schlecken würde.


    Wie viel zahlst Du denn in Deinen ETF Sparplan? Vielleicht fährst Du ja schon eine sinnvolle Aufteilung.

    Muss ehrlich sagen, ich wundere mich schon, was die Geiz ist geil Mentalität bei manchen für Blüten treibt. Wir haben in D mehrere gute und seriöse Direktbanken, z.B. ING, Comdirect, DKB. Wenn einem das dann immer noch zu teuer ist und man sein Geld lieber einem Fintech mit unklarem Geschäftsmodell und praktisch ohne jegliches Personal anvertraut, ja, dann braucht man sich am Ende auch nicht zu wundern, wenn es 0 Hilfe gibt falls mal etwas nicht genau nach Standard-Fall läuft.

    Mehrere Möglichkeiten:


    1. Du kaufst eine kleine Aktie, dann überzeugst Du ein paar Millionen Leute auch die Aktie zu kaufen. Dann verkaufst Du wieder.


    2. Du lässt Dich von Warren Buffet als Haushaltshilfe einstellen und spionierst seine Investments aus.


    3. Du findest in einer Mülltonne den Börsen-Almanach der Jahre 2022 - 2032.


    4. Du kaufst bei Vollmond ausschließlich rechtsdrehende Aktien, und verkaufst bei Neumond ausschließlich linksdrehende.


    Das ist was mir jetzt so spontan einfällt. Gibt bestimmt noch mehr.

    Am dringendsten scheint mir der Aspekt der Risiko-Absicherung / BU. Aufgrund der diversen Vorerkrankungen wird das aber sehr schwierig, eine ausgiebige individuelle Beratung wäre sinnvoll, ob/was noch sinnvoll möglich ist.


    Mit der Altersvorsorge ist das so eine Sache. Letztlich sind statistische Durchschnittswerte für den Einzelfall wenig relevant. Es kann sein, dass Du morgen bei einem Autounfall ums Leben kommst, und es kann sein, dass Du 90 Jahre alt wirst. Sehr wahrscheinlich ist, dass Du mit fortschreitendem Alter gesundheitliche Einschränkungen haben wirst. Da macht es dann Sinn, längerfristig vielleicht nicht im 10. Stock ohne Aufzug und 50 km von der nächsten Arztpraxis entfernt zu wohnen…


    Ob der Riester überhaupt generell eine sinnvolle Sache sein kann, ist eine andere Frage.

    Ad 1: Weiss nicht ganz, was Du meinst. Der thesaurierende ETF ist seit 10 Jahren auf dem Markt. Irgendwann hat UBS festgestellt, dass es auch eine Nachfrage nach einer ausschüttenden Variante gibt, und dann diesen zusätzlich auf den Markt gebracht. Diesen gibt es jetzt auch schon seit 3 Jahren und er hat jetzt ein Volumen von fast 700 Mio. EUR. Alles gut, würde ich sagen.


    Ad 2: Dahinter stehen ausschließlich steuerliche Überlegungen. Wenn Du Anteile aus einem Bestand verkaufst, wird für die Steuer immer angenommen, dass Du die ältesten verkaufst. Meist sind dies die Anteile, mit dem höchsten Gewinnanteil im Wert. Daher fällt beim Verkauf mehr Abgeltungssteuer an, als wenn Du jüngere Anteile verkaufen würdest. Andererseits: Wenn Du davon ausgehst, dass Du irgendwann alle Anteile aufbrauchen wirst, fällt die Steuer irgendwann eben sowieso an. Und es gibt auch keine Garantie, dass die Abgeltungssteuer immer 25% betragen wird. Wenn die irgendwann auf 35% erhöht wird, wärst Du vielleicht froh, wenn Du mehr Gewinne zu 25% realisiert hättest.


    Ad 3: Das soll das Risiko verringern, dass man die Einmalanlage komplett vor einem Kurssturz tätigt. Üblich ist eine Streckung auf 6 oder 12 Monate. In der Vergangenheit war es im Durchschnitt(!) aber besser, alles auf einmal zu investieren.


    Ad 4: Google mal nach Xetra vs. Tradergate.


    Ad 5: Unerwünschte Preisschwankungen bei ETF gibt es nur sehr selten in ganz extremen Marktsituationen. Denn der ETF ist ja absichtlich so konstruiert, dass der Preis im Normalfall nicht durch die Nachfrage beeinflusst wird. Wenn Du ca. 5% über aktuellem Preis als Limit setzt, ist das kein Fehler. Beim Sparplan gibt es kein Limit, aber da ist das Risiko sowieso auf den Betrag der Spar-Rate begrenzt.

    Der Vollständigkeit halber: Meine Aussage zum Totalverlust bezieht sich auf normale, breit streuende Index-ETFs wie die von Dir genannten. Es mag exotische Dinger geben (z.B. gehebelt), bei denen ein Totalverlust nicht auszuschließen ist.


    Grundsätzliche Gefahr des Totalverlusts besteht natürlich immer durch staatliche Eingriffe (Enteignung) oder krimineller Betrug auf Seiten des Emittenten oder Brokers (kauft gar keine Assets vom eingenommenen Geld sondern leitet es in dunkle Kanäle). Gegen letzteres gibt es aber die Finanzaufsicht.