Beiträge von RaphaelP

    Hier hilft ausnahmsweise das Gesetz mal weiter:


    Rentenversicherungsbeiträge sind Vorsorgeaufwendungen nach § 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG. Und in § 10 Abs. 3 EStG steht:


    "Vorsorgeaufwendungen nach Absatz 1 Nummer 2 sind bis zu dem Höchstbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung, aufgerundet auf einen vollen Betrag in Euro, zu berücksichtigen."


    Krankenversicherungsbeiträge dagegen sind Vorsorgeaufwendungen nach § 10 Abs. 1 Nr. 3 und Nr. 3a EStG. Und in § 10 Abs. 4 S. 1 EStG steht:


    "Vorsorgeaufwendungen im Sinne des Absatzes 1 Nummer 3 und 3a können je Kalenderjahr insgesamt bis 2 800 Euro abgezogen werden."


    Und ganz wichtig in Satz 4:
    "Übersteigen die Vorsorgeaufwendungen im Sinne des Absatzes 1 Nummer 3 die nach den Sätzen 1 bis 3 zu berücksichtigenden Vorsorgeaufwendungen, sind diese abzuziehen und ein Abzug von Vorsorgeaufwendungen im Sinne des Absatzes 1 Nummer 3a scheidet aus"


    Zusammenfassend kann man also sagen: Rentenversicherungsbeiträge unbegrenzt bis zum entsprechenden Höchstbeitrag und mindern nicht den KV Abzug.
    KV Beiträge auch in unbegrenzter Höhe solange es sich um Basisvorsorge handelt. Und sobald diese KV Basisbeiträge Euro 1.900,- bzw. Euro 2.800,- übersteigen sind alle sonstigen Versicherungen (Haftpflicht, BU, Hausrat, Unfall etc.) nicht mehr abzugsfähig.
    Diese spielen somit nur bei Niedrigverdienern überhaupt noch eine Rolle

    Wie meinst Du das? Meinst Du das ETF-Anleger grundsätzlich zittriger sind als Anleger in Einzelaktien oder aktiven Fonds? Wenn ja, warum meinst Du das?Anders als früher die aktiven Fonds hat man den Anlegern die ETFs nicht per "Bankberatung" aufgequatscht. Daher würde ich eher vermuten, dass jetzt die persönliche Überzeugung hinter den Investments steht.


    Im übrigen ist das kein Problem auf der Ebene eines bestimmten Finanzproduktes, sondern ein Problem in der Psyche der Anleger.


    Auch das verstehe ich nicht.In Zeiten steigender Kurse kauft ein ETF nicht das geringste und in Zeiten sinkender Kurse verkauft er auch nichts.
    Das geschieht allenfalls wenn dem Fonds mehr Mittel zufließen bzw, entzogen werden. Das ist bei aktiven Fonds natürlich genauso.
    Da kann ich mich auch nicht damit trösten, dass aktive Fonds in der Regel mehr liquide Mittel vorhalten oder mit Derivaten handeln. Ich will einen Aktienfonds. Ein Tagesgeldkonto brauche ich nicht, das habe ich selbst.

    Schön, dass Du es offensichtlich auch nicht verstehst. Daher habe ich den Thread gestartet, weil ich dieser Argumentationen eben auch nicht so ganz nachvollziehen konnte :)


    Den ersten Punkte hatte ich so verstanden, dass der deutsche Michel nach Meinung der Autoren halt anfällig für die Börsenpsychologie ist und in Verlustzeiten eher zu spät und dann zu hektisch verkauft. Das kann man denke ich nicht ganz von der Hand weisen. Und ich glaube, dass genau solche Menschen eher in ETFs investieren als in Einzeltitel. Aber wahrscheinlich auch viele in aktive Fonds. Daher sehe ich auch nicht, warum das nur ETFs betreffen soll. M.E. betrifft es den gesamten Markt.

    https://boerse.ard.de/anlagefo…as-passive-risiko100.html


    Wie seht Ihr das?


    Einerseits sind manche Punkte wie die zittrigen Hände oder das erhöhte Verlustpotential bei Verkaufsdruck nicht von der Hand zu weisen.


    Andererseits ist es doch gerade das schöne an ETFs, dass sie auch die Menschen an den Markt bringen, die sich nicht mit Einzeltiteln und den Unternehmen dazu beschäftigen wollen. Wichtig ist doch schlicht, dass die junge Generation endlich überhaupt an den Markt geht.
    Und haben aktiv gemanagte Fonds nicht auch den Druck schnell zu verkaufen wenn sie den Index schlagen wollen (klappt ja immer suuuper :whistling: )


    Was also in Zeiten steigender Kurse gut ist (nämlich dass über ETFs viele Aktien gekauft werden) ist also in Zeiten sinkender Kurse ein Problem? Ich finde, dass es doch beim Anleger in Einzeltitel und gemanagten genau dasselbe ist oder? So sehr unterscheiden sich die ETFs doch da nicht vom Rest der Anlageprodukte.


    Oder seht Ihr das fundamental anders?

    Der Typ ist schon echt sehr geil.


    Wie oft hat der jetzt schon den Crash prophezeit?
    Ich mein wir Alle wissen doch, dass die Korrektur mal kommen wird. Und wenn ichs alle 2 Wochen vorhersage habe ich alle 100 mal Recht oder irgendwie so.... Ist das sein Ernst?


    Feiert er sich dann wenn es beim 100. mal stimmt? Wer hört dem noch ernsthaft zu?


    Das der noch Geld verdienen kann und ihm noch irgendwer seine Scheisse abkauft, egal ob in Aktien oder Buchform, das lässt mich echt am Verstand der Menschheit zweifeln :cursing:


    Wenn man in anderen Berufen 2-3 mal Scheisse erzählt oder Mist verkauft, kriegt man keine Aufträge mehr, aber der... ?(

    Ja na klar greift § 20 aber die Folge daraus ist die Abgeltungssteuer mit 25%. Nur in einem Fall werden die 25% auf alle Erträge erhoben und im anderen Fall nur auf die Hälfte der Erträge. Nur wenn der persönliche Steuersatz unter 25% liegt kommt der persönliche Steuersatz zur Anwendung. Bei einer Kapitalauszahlung eher unwahrscheinlich.


    Das Gesetz haben Sie richtig zitiert und gelesen. Das BMF Schreiben müssen Sie als Präzisierung des Gesetzes sehen. Die Finanzverwaltung erklärt darin wann ihrer Meinung nach ein Vertrag die Voraussetzungen für die Anwendung des §20 Abs. 1 Nr. 6 erfüllt.


    Denn sonst würde jeder Anbieter einen Fonds oder ein anderes ähnliches Produkt in einen wie auch immer gestalteten Versicherungsmantel packen und die Anleger würde bei Auszahlung nur die Hälfte der Erträge versteuern müssen. Wäre ein ziemlicher Vorteil gegenüber Leuten, die einfach nur ihre Aktien verkaufen.


    Daher werden an solche Produkte eben erhöhte Anforderungen gestellt von Seiten der Finanzverwaltung. Und das sind die im BMF Schreiben.
    Ob ein Gericht das auch so sieht ist damit aber nicht gesagt. Ein BMF Schreiben stellt nur die Interpretation des Gesetzes aus Sicht der Finanzverwaltung dar.

    Da bringen Sie ein paar Sachen durcheinander. Zum Einen zahlt man nicht 50% Steuern sondern versteuert nur die Hälfte der in der Kapitalauszahlung enthaltenen Zinsen.
    Erfüllt man die Voraussetzungen nicht versteuert man alle Zinsen. In beiden Fällen wird in den meisten Fällen die Abgeltungssteuer iHv 25% zur Anwendung kommen.


    Wenn Sie eine lebenslange Rente wählen haben Sie immer die Besteuerung mit dem Ertragsanteil unabhängig von irgendwelchen in den Zahlungen enthaltenen Zinsen.


    Die beiden Varianten gelten aber nur, wenn es sich um eine sog. "begünstige Lebensversicherung" handelt. Und wann es eine solche ist hängt von den Kriterien ab, die der Artikel in Abhängigkeit vom Abschlussdatum erwähnt (konkrete Zusagen bzw. Beginn in Abhängigkeit der Lebenserwartung).


    Erfüllt der Vertrag die Kriterien nicht, sind die Erträge voll zu besteuern

    Naja das ist ein klassischer Fall für ein Doppelbesteuerungsabkommen.


    Nach dem zwischen Deutschland und Schweden hat bei Sozialversicherungsrenten der Kassenstaat das Besteuerungsrecht ausser wenn der Empfänger der Zahlung schwedischer Staatsangehöriger ist.


    Nach Ihrer Auskunft sind die Kinder das nicht. Also ist das Vorgehen der deutschen Finanzverwaltung korrekt.


    Sie wären daher gut beraten, die Erklärungen für Ihre Kinder abzugeben. Zum einen kann ich mir nicht vorstellen, dass die Steuer da sonderlich hoch wird, zum Anderen bestünde eventuell die Möglichkeit, wenn Ihre Kinder sonst keine Einkünfte haben, einen Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht zu stellen. Dann bekommen die Kinder den Grundfreibetrag iHv. Euro 9.000,-. Zumal die Renten ja auch nur in Höhe des Besteuerungsanteils steuerpflichtig sind.

    gewesen bei 100% zu verkaufen und bei 60% wieder einzusteigen. Es gibt aber leider Anleger, die diesen optimalen Punkt nicht immer treffen.

    Da hast Du mich perfekt beschrieben. Daher bleibe ich bei buy & (zu 90%) hold. Spart Zeit und Nerven. Aber bis man soweit ist, dass mans durchzieht dauerts lang. Auch ich denke mir immer wieder "jetzt nehm ich die Gewinne mit und warte den Wiedereinstieg ab". Habs bisher aber nie übers Herz gebracht. Bereut hab ichs bis heute nicht. Wir Alle wissen aber dass es Morgen schon anders sein kann. Dann dürfen sich mal andere freuen, dass sie Recht hatten ;)

    Ich muss @Oekonom da zustimmen.


    Ich betrachte das auch schon länger mit Kopfschütteln. U.A. deshalb habe ich keine Aktien der hier genannten Konzerne, ich halte sie für absolut überbewertet (doch... Intel habe ich).


    Ich war schon oft kurz vor einer Order bei Amazon, habe es aber jedes Mal gesteckt. Hätte ich es damals als ich mir es das erste Mal überlegt hatte gemacht, wäre ich schon weiß Gott wie weit im Plus.


    Insbesondere wenn ich mir überlege wie oft ich bewusst oder unbewusst Amazon oder Google nutze wäre es nur logisch mir auch Aktien davon zu kaufen.
    Aber irgendwie hab ich n schlechtes Gefühl dabei (außerdem mag ich dividendenlose Aktien nicht).


    Der Artikel bestärkt mich darin, die Finger davon zu lassen.


    Das Problem ist halt, dass wenn in dem Sektor die Blase platzt, sicher in einem erheblichen Umfang der gesamte Kapitalmarkt (egal wie gut die Zahlen bei den anderen Unternehmen sind) in Mitleidenschaft gezogen werden wird....


    Ich werde trotzdem nicht eine Aktie verkaufen (auch Intel nicht ;-) )

    Warum wertfrei? Finde das ansich richtig. Wegen mir auch 10 Jahre wie bei Immobilien. Ich mache es nicht aus Spekulation und die Leute, die ich kenne machen es auch nicht (mehr).


    Sobald man arbeitet und Kinder hat, hat man keine Zeit mehr für Spekulationen und auch keine Lust mehr. Habs persönlich noch nie gemacht, bin nicht der Typ dafür. Aber meine Bekannten, die es mal gemacht haben, kamen Alle davon ab. Der Schnitt war auch eher schlecht.


    Aber man sieht ja schon dort in der Diskussion im Forum, dass das Thema sehr emotional ist. Viele sehen es halt so, dass davon nur die Reichen profitieren. Das Thema Finanzbildung ist da halt einfach ein Thema...

    Hier noch etwas Nachweise dazu entnommen aus der offiziellen Verlautbarung des GKV Spitzenverbands zur Beitragsbemessung:


    https://www.gkv-spitzenverband…hler_siebte_Aenderung.pdf


    Unter § 6 Abs. 5 steht:


    (5) Sofern und solange Nachweise auf Verlangen der Krankenkasse nicht vorgelegt werden, sind für die weitere Beitragsbemessung für den Kalendertag beitragspflichtige Einnahmen in Höhe von 1/30 der monatlichen Beitragsbemessungsgrenze zugrunde zu legen.

    Und unter § 7 Abs. 3


    (3) Für hauptberuflich selbstständig Erwerbstätige gilt als beitragspflichtige Einnahmen für den Kalendertag 1/30 der monatlichen Beitragsbemessungsgrenze (§ 223 Abs. 3 SGB V). Werden niedrigere Einnahmen nachgewiesen, sind diese als beitragspflichtige Einnahmen heranzuziehen, mindestens jedoch für den Kalendertag 1/40 der monatlichen Bezugsgröße (§ 18 Abs. 1 SGB IV).

    D.h. für mich wenn Du nichts einreichst, dann musst Du immer den Höchstsatz zahlen. Hast Du ja auch nichts dagegen. Von daher bedarf es keiner Nachweise.

    Ich persönlich sage seit Jahren meiner KV, wenn wieder das dämliche Formular kommt, dass ich auch dieses Jahr wieder über der BeitragsbemGrenze bin und daher wieder den Höchstbeitrag zahle. Einen Bescheid habe ich noch nie eingereicht.
    Er wurde dann auch nicht angefordert.


    Ich bezweifle dass die den haben dürfen wenn ich keine Verringerung beantrage. Er wäre ja nur von Nöten, wenn ich die einkommensabhängige Festsetzung des Beitrags möchte.


    Ich hatte der Kasse auch mal vorgeschlagen, dass sie mir immer den Höchstbeitrag abbuchen können und ich mich melde, falls ich mal weniger zahlen will. Habe dann die Auskunft bekommen, dass sie verpflichtet sind mir jedes Jahr den Bogen zukommen zu lassen und ich einfach ankreuzen soll, dass ich über der BBMG verdiene. Weitere Unterlagen seien dann nicht nötig...

    Hausbankberater und auch Versicherungen sehe ich persönlich eher skeptisch.
    Zur Geldanlage sind letztere sicher wenig geeignet. Bankberater haben das Dilemma, ihre Kunden nicht optimal beraten zu können, da sie ja dem Arbeitgeber verpflichtet sind.
    Nimmt man die Geldanlage aber in die eigenen Hände, kann man mit etwas Finanzbildung die Sache nach und nach optimieren. Diese Erfahrung habe ich jedenfalls gemacht.
    Gruß


    Altsachse

    100% agree :thumbup:

    Sehr interessant Eure Berechnungen. Vergesst aber bei all Euren Berechnungen bitte nicht, dass je nach zukünftiger Regierung gerne auch mal die Steuer von heute auf Morgen wieder höher als 25% sein könnte. Wäre nicht das erste Mal, dass wir mit neuer Gesetzgebung mit diversen Ausnahmergelungen hantieren müssen ;-)


    Ich halte dahe mehr davon günstige Steuersätze mitzunehmen solange es sie gibt, also eher pro Ausschütter, als sich auf Konstanz der Steuergesetzgebung zu verlassen.


    Schliesslich sind Geldmarktinvestments böses, unproduktives Einkommen, dass nur die Reichen haben, die die arbeitende Bevölkerung ausnehmen....

    Die Progessions-Einkünfte müssen immer nach dt. Steuerrecht ermittelt werden. Es muss bei ausl. Sozialversicherungsrenten also nicht der Bruttobetrag eingetragen werden sondern der steuerpflichtige Teil nach § 22 Nr. 1 S.3 a) aa). Außerdem darf noch der Werbungskostenpauschbetrag nach 9a Nr. 3 EStG abgezogen werden

    @Meiermueller danke für das Video. Norbert Blüm macht da ja sowas von geil mit.


    Und leider stimmt einiges was die so erzählen, trotz aller Satire...
    Die Reduzierung von Lohnersatzleistungen ist da noch nicht mal angesprochen worden.


    Das Ganze lohnt sich nur bei großzügigen AG Zuschüssen, aber wir sind leider offtopic mit dem Thema

    Das ist so gesehen kein "neuer" Kinderfreibetrag. Es geht in dem Urteil eher darum, wer von den Eltern was geltend machen kann.


    Den "normalen" bekommt man indem man eine Anlage Kind abgibt. Jeder Elternteil, egal ob verheiratet, unverheiratet oder getrennt hat Anspruch auf die Hälfte, unabhängig davon wer das Kindergeld bekommt.


    Wenn einer der Eltern jedoch für den Unterhalt in keiner weise aufkommt, kann der andere Elternteil die Übertragung des kompletten Teils auf sich beantragen, dann bekommt der sich nicht kümmernde Elternteil seine Hälfte nicht. (Antrag Zeile 38 Anlage Kind 2017)


    Das selbe gilt für den Freibetrag für Betreuung, Erziehung- und Ausbildungsbedarf (BEA), nur das hier die Voraussetzung ist, dass das Kind nicht beim anderen Elternteil gemeldet ist (Zeile 40 Anlage Kind).


    Im Obigen Urteil geht es darum, dass selbst wenn das Kind bei Ihnen nicht gemeldet ist, Ihnen trotzdem der halbe BEA zusteht, wenn es regelmäßig bei Ihnen ist.


    Wenn nun beispielsweise die Kindsmutter beantragen würde, dass sie den ganzen BEA bekommt, weil das Kind nur bei ihr gemeldet ist, könnte der Vater gem. obigem Urteil entgegen halten, dass das Kind regelmäßig bei ihm ist und dann müsste das Finanzamt jedem die Hälfte des BEA anrechnen.