Beiträge von LebenimSueden

    Wuaahh...mein Post oben ist mit 53 auf dem Niveau einer Boulevardzeitung...


    Ich denke ein Problem bei den "Glaubenssätzen" ist dass die meisten "Experten" aus einer anderen Zeit kommen. Man muss ja auch gar nicht so weit zurück gehen um Immobilienzinsen von 4% zu haben und bei diesen Leuten schwingt sicherlich im Hinterkopf mit dass die aktuelle Situation nicht normal ist und sicherlich bald wieder verschwinden wird. Ob das so sein wird wage ich zu bezweifeln. Die EZB baut sich ja gerade die Hintertüren für eine längerfristige Staatsfinanzierung (Stichwort: Reinvestition von PEPP Mitteln)


    Bei 4% sieht die Abwägung wieder ganz anders aus, besonders im sicherheitsverliebten Deutschland. Läuft der Vermögensaufbau über Bundesanleihen in Versicherungen verpackt, dann ist es natürlich günstig einen Kredit der Höhe "Bundesanleihe plus Aufschlag" schnell zu tilgen und erst dann den "Vermögensaufbau" mit "Bundesanleihe minus Kosten" zu beginnen.

    Also mein Arbeitgeber erfasst nicht wann ich im Home Office bin und wann in der Firma. Könnte man natürlich über irgendwelche VPN Logs nachträglich ausrechnen, aber auch da gibt es Tage an denen ich morgens in der Firma bin und nachmittags zu Hause.


    Kann natürlich bei deiner Firma anders sein

    Was sagt der FAZ Lomann hierzu?:
    Bei der Abzahlung des Eigenheims gilt:Turbo einschalten!

    Nicht unbedingt. Bei den heutigen Zinssätzen ist es durchaus rational nicht alles Geld in Tilgungen zu stecken sondern auch einen Teil mit höherer Rendite zu investieren. Wie weit man das treibt muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich bin der Meinung dass ein Eigenheim in 20-25 Jahren abgezahlt gehört (und dabei eher Richtung 20 Jahre), aber noch schneller abzahlen macht wenig Sinn wenn man sich auf die Börse einlassen würde.


    Was Lomann angelangt...ich lese gerne seine FAZ Kolumne Dienstags zum Frühstück, meiner Meinung nach berücksichtigt er aber bei der Börse zu wenig dass Durchschnittsrenditen eben genau das sind. Dadurch sind seine Entnahmepläne nur bedingt geeignet und auch Immobilien und Börse zu vermischen, z.B. über endfällige Darlehen, ist bei der Vorgehensweise gefährlich.


    PS:

    Lustig finde ich dass die Variante bei der Bild nur halb so lange Sätze hat wie in der FAZ :D

    Wieso wird die Altervorsorge auf drei Säulen aufgeteilt?

    Weil manche Menschen gerne in Silos denken. Staat und privat zu trennen macht ja noch irgendwie Sinn. Aber eine bAV per Entgeltumwandlung ist nichts anderes als eine private Vorsorge komplex verkleidet.


    Und wie finde das beste Verhältnis meiner Beiträge zwischen RV, bAv und Immobilienfinanzierung heraus?

    Das lässt sich schwer zum jetzigen Zeitpunkt sagen. Dazu müsste man wissen was die Politik in den nächsten Jahrzehnten anstellt, sowohl bei gesetzlicher RV als auch bAV. Und ob die Zinsen jemals wieder so weit steigen dass sich eine private RV mehr Rendite einfährt als sie Kosten verursacht. Und wie die Immobilie sich entwickelt hängt von deiner konkreten Immobilie, sowie von solchen schwer vorhersehbaren Faktoren wie lokaler Demographie (= wie entwickelt sich diese Gegend), politischen Vorgaben (Sanierungs mit der Brechstange, Steuerregelungen) und nicht zuletzt Zinsniveau ab.


    Jetzt habe ich dir sehr lange beschrieben warum man nichts vorhersagen kann, jetzt ist Zeit zu erklären was Sinn macht. Kosten minimieren und selbst eine Altersvorsorge organisieren. Aufnehmen wieviel du im Alter brauchen wirst. x% des netto ist die falsche Antwort, die richtige Antwort ist nämlich vom Lebensstil abhängig. Schauen wie viel die gesetzliche Rente abdeckt, Mietersparnis und zukünftige Instandhaltungskosten der Immobilie ehrlich rechnen. Dann schauen wie man die Lücke am besten stopft. Eventuell hast du das Glück eine gute bAV zu bekommen, wahrscheinlich aber nicht. Dann die private RV unter die Lupe nehmen. Höchstwahrscheinlich kannst du das Geld am Kapitalmarkt selbst günstiger anlegen und das solltest du auch tun

    Wenn bei der aktuellen Zinslage der Immokredit selbst bei 3% Tilgung inklusive Zins pro Monat nicht mehr kostet als eine vergleichbar Wohnung zur Miete, dann könnte das Geld gut investiert sind

    Wenn du irgendwo etwas in der Hinsicht findest...aktuell habe ich eher den Eindruck dass die Kaufpreise den Mietpreisen weit enteilt sind.

    Und selbst wenn Kaltmiete = Rate gilt, die Rechnung ist falsch. Es muss heißen Kaltmiete = Rate + Instandhaltungsrücklagen




    Zum Thema Pfusch...billig, billig, billig gibt es schon lange nicht mehr, es gibt nur noch teuer und weniger teuer. Und selbst teuer schützt vor Pfusch nicht. Aber man hat über den Preis sicherlich eine gewisse Kontrolle und auch darüber dass man nach Möglichkeit ein Unternehmen aus der Region nimmt das mit festen Handwerkern zusammenarbeitet statt einem deutschlandweit agierenden Fertigbauer der nach Bedarf Subunternehmer rekrutiert.

    Und ansonsten muss man regelmäßig hinfahren und nach dem rechten schauen. Und auch die Kosten für einen Sachverständigen nicht scheuen. 500€ pro Termin sind zwar eine Hausnummer, aber selbst mit 10 Terminen ist man in der Regel bei weniger als einem Prozent des Gesamtbudgets. Das sollte einem Kontrolle wert sein

    Was denkt ihr dazu? Habt ihr Optimierungsvorschläge?

    Der MSCI World ist schon recht tech-lastig. Dazu noch zwei Themen ETFs mit Tech? Mir wäre das viel zu viel. Die letzten Jahre lief das super aber jetzt sind die hoch bewertet. Längerfristig wurde bisher auch jede dominierende Branche wieder von einer anderen abgelöst bis sich das Spiel wiederholt.

    Kann man sich ja anschauen, oben rechts ist ein Filter nach Kategorie. Congstar als einziger über 50% positiv, Vodafone bei 5% (!).

    Kann ich als langjähriger On-Off Vodafone Kunde jetzt nicht unbedingt bestätigen. Abgesehen dass Bestandskunden dort nichts wert sind, war alles OK

    Ja! Die Bestandsimmobilien, die bei uns in der Umgebung in den letzten 18 Monaten auf dem Markt waren, sahen leider ziemlich "gruselig" aus.^^ Ich bin mir auch unsicher, ob es unterm Strich unbedingt so viel günstiger als ein Neubau ist, wenn man saniert.

    Auf den ersten Blick wirkt Neubau oft günstiger als in ein altes Haus 100 000€ aufwärts reinzustecken plus die Kaufnebenkosten. Aber:

    - wenn du etwas vom Bauträger kaufst (=Haus und Grundstück) dann wird die Grunderwerbsteuer auf alles fällig. Ein Makler ist oft auch involviert und zweigt Geld ab

    - die Katalogpreise die man für Aktionshäuser sieht sind eben genau das. Wir hatten Gespräche mit mehreren Fertighausbauern und wären bei jedem Haus deutlich über dem Katalogpreis gewesen ohne irgendwelchen Luxus aufzumustern. Deutlich ist in diesem Fall so 100 000€

    - Dazu kommen in der Regel noch Posten die "bauseits" (= vom Bauherrn) zu erbringen sind, z.B. Erdarbeiten, Versorgeranschlüsse

    - Grundstücke musst du erstmal finden. Die sind fast überall Mangelware

    - Was für ein Haus du bauen kannst und wieviel dich das kostet (Stichworte Bebauungsplan, Hanglage) kann man erst seriös abschätzen wenn das Grundstück fix ist.

    - Bauen ist auch viel Arbeit, selbst wenn man kaum Eigenleistungen macht. Bis wir einen Bauvertrag hatten waren es 3 Monate die ich fast nichts anderes Abends gemacht habe als Hausbau. So ein Hausbau ist komplex (Grundriss, Bauleistungsbeschreibung, etc). Und manche Firmen haben es perfektioniert über Aufpreise Gewinn zu machen. Aktuell verbringe ich meine Freizeit damit Versorgeranschlüsse zu organisieren.

    - So ein Hausbau dauert. Ab Baugenehmigung bis Einzug ca ein Jahr, davor 3 Monate aufwärts.


    Wir werden preislich etwa in der gleichen Größenordnung herauskommen wie mit einer Bestandsimmobilie. Aber etwas weiter auf dem Dorf und ohne Keller. Wir haben auch das Glück dass wir für die Region ein günstiges Grundstück haben und den Vertrag nach vor der Preisexplosion letztes Jahr unterschrieben haben. Heute könnte die Rechnung wieder anders aussehen. Wenn dann die Ampel ganz offiziell beschließt dass Altbauten auf Neubaustandard (EH 70) saniert werden müssen, sieht es vermutlich wieder anders aus.

    Dass man die Immo 'im Alter' liquidieren kann, ist hypothetischer oder mit mehr Fragezeichen versehen, als dies selbst bei volatilen Investments der Fall ist. Wir kennen schlichtweg die künftige Entwicklung der Marktpreise/Verkehrswerte nicht und wissen auch nicht, wie sich die Nachfrage entwicklen wird und wie sie sich gerade zu dem Zeitpunkt darstellen könnte, zu dem die Immo vertickt werden soll.

    Noch schlimmer...will man das überhaupt liquidieren?

    Letztendlich ist ja einer der Punkte für ein Eigenheim dass man sich das über die Jahre so einrichten kann wie man möchte. Und damit verkauft man eben nicht ein anonymes Asset sondern einen Teil seines Lebens. Dazu die Schwierigkeiten einen passenden Ersatz zu finden (was auch immer "passend" konkret bedeutet) und die Umstellung nicht mehr Herr im Haus zu sein.


    Deshalb bin ich da auch mehr bei der Fraktion ein Eigenheim unter den Cashflows zu betrachten und weniger als Vermögen.

    Ich würde das Depot erst einmal stehen lassen solange es keinen Aufwand macht. Mit thesaurierenden ETF beschränkt sich der ja auf ein paar Euro Freistellungsauftrag für die Vorabpauschale und dann ist man durch. Wer weiß wozu man das Depot später mal noch braucht.

    Lass dir mal einen Überblick ausgeben welche Branchen und Länder in diesen Branchen ETF drin sind. Ich habe den Verdacht dass du mit diesem Anteil dem MSCI World wieder verdammt ähnlich wirst

    Dennoch überlegen wir, den Schritt zu wagen, sollten wir jemals eine Immobilie finden. ;)

    Wir haben zusammen ein Haushaltsnettoeinkommen von ca. 6100 Euro und dachten an eine Neubau-Immobilie, die maximal 550.000 Euro kostet.

    Kann man machen. Schwierig könnte werden tatsächlich mit dem Budget hinzukommen, inklusive Grundstück, Versorgeranschlüssen, Carport/Garage, Außenanlagen, usw. Zu einem Neubau Haus kommt noch einiges dazu mit dem man erstmal nicht rechnet.

    Das Thema Nebenkosten sehe ich auch kritisch. Die Grunderwerbssteuer ist ein Punkt (aber im Vergleich zur Mehrwertsteuer die man bei einem Neubau zahlt...), viel mehr hat mich aber das Thema Makler geärgert. Bei unserer Suche haben wir von keinem Makler eine Leistung bekommen die auch nur annähernd etwas wert war. In der Regel läuft es ja so dass der Makler ein paar Bilder macht und die bei Immowelt/scout reinstellt, einen Tag lang alle halbe Stunde Termine vereinbart und dann sammelt er die Gebote. Alle wichtigen Informationen muss man dem Makler aus der Nase ziehen und am Ende empfiehlt er dem Verkäufer noch ein Bieterverfahren und treibt den Preis hoch. Die Interessen des Maklers und Verkäufers sind sich deutlich näher als denen des Käufers.

    Auch beim Notar sehe ich eine gewisse Diskrepanz zwischen dem was es kostet und der Leistung die in der Realität geboten wird.


    Aber letztendlich kommt das Problem nicht von den Nebenkosten sondern davon dass in vielen Regionen die Nachfrage das Angebot massiv übersteigt. Woran liegt das? Zum einen an der Demographie...die Baby Boomer sitzen alle alleine oder zu zweit in ihren Häusern während deren Kinder gerade Familien gründen und Platz brauchen. Und zum anderen daran dass seit Jahren viel zu wenig gebaut wird. Heute morgen habe ich diesen Artikel gesehen, interessant daran ist die rechte Grafik. Auch wenn man den anderen Eindruck haben könnte, verglichen mit früher (Generation Baby Boomer) wird wenig gebaut. Und zum anderen sind da die Niedrigzinsen die sich natürlich schnell in den Preisen niederschlagen da bei gleicher Rate ein höherer Preis gezahlt werden kann. Höhere Nachfrage trifft langsam wachsendes Angebot...


    Was man dagegen tun könnte? Mehr Bauland ausweisen und mehr bauen. Technologisch einfacher und entsprechend günstiger bauen. Weniger teure Auflagen machen, insbesondere bei der Sanierung.

    Und die Wohnbauförderung reformieren. Abseits von Förderkrediten qualifiziert man sich aktuell nur für eine Wohnbauförderung wenn das Projekt Immobilie finanzielles Kamikaze ist.

    Wohnen muss man ja irgendwie und irgendwo, daher ist das per se kein Luxus.

    Ja, aber mieten ist auch eine Option und auch nicht unbedingt rausgeworfenes Geld. Viele unterschätzen was eine Immobilie (gerade ältere) wirklich an Unterhalt kostet und wenn Immobilien dann für 40, 50 oder noch mehr Jahreskaltmieten angeboten werden, dann spricht nicht mehr so viel fürs Eigentum.

    Mit ist klar dass in vielen Gegenden auch der Mietmarkt kein Spaß ist. Hier bekommt man auch nur etwas vernünftiges wenn man jemand kennt der jemand kennt der gerade umzieht. Aber ich finde die Folgerung "Wohnen = Grundrecht => Eigentum kein Luxus" etwas zu stark vereinfacht.

    Danke für die schnelle Rückmeldung. Ist halt komisch, dass beim Sparplan 0,1%p.a. und bei der Einmalanlage 0,2%p.a. angezeigt wird. Kapiere ich immer noch nicht.

    Ich auch nicht. Eventuell kennt sich da jemand anders aus.



    Kannst du das bitte näher erklären, dass ich keinen Spaß beim Rebalancing haben werde bei nur 40€ Sparrate?

    Rebalancing bedeutet dass man die ursprüngliche Gewichtung wieder herstellt. Mit der Einmalanlage hast du schon eine halbwegs brauchbare Positionsgröße aber durch die Sparpläne kommen nur ca 500€ pro Jahr für die kleineren Positionen ins Depot. Durch die kleinen Positionen laufen die ETF in absoluten Zahlen auch nicht besonders weit auseinander. Bei 5€ + X pro Transaktion wirst du für die kleinen Umschichtungen zu viel Geld verlieren.

    Klar muss man nicht unbedingt rebalancen, dann bekommt man aber mittelfristig ein Portfolio nach Marktkapitalisierung und kann auch gleich so anlegen

    An der Gewichtung und den Fonds habe ich an sich nichts auszusetzen, aber 40€ pro Sparrate sind zu wenig. Damit wirst du keinen Spaß beim Rebalancing haben. Ich würde mir eher überlegen auf den MSCI ACWI oder FTSE All-World zu gehen und somit nur einen Fonds zu besparen.


    Die ING ist für Sparpläne ein guter Broker und solange die Konkurrenz durch Neobroker besteht wird sie vermutlich auch die Pläne kostenlos halt. Bei Einmalanlagen und Verkäufen ist die ING etwas teurer als Neobroker. Gerade wenn man Kleinbeträge rebalancen will (s.o.) ist das nicht ganz geschickt.


    Und zum Thema Kostenvorschau...das ist so ein fehlgeleiteter Versuch Verbraucherschutz durch Bürokratie zu erreichen. Am Ende kommt ein verwirrendes Dokument raus das keiner liest. Wichtig ist: Sparplangebühren (in dem Fall 0€), laufende Kosten (z.B. 0,2%), Verkaufskosten (bei der ING etwa 5€ + 0,25%).