Beiträge von LebenimSueden

    Dass man die Immo 'im Alter' liquidieren kann, ist hypothetischer oder mit mehr Fragezeichen versehen, als dies selbst bei volatilen Investments der Fall ist. Wir kennen schlichtweg die künftige Entwicklung der Marktpreise/Verkehrswerte nicht und wissen auch nicht, wie sich die Nachfrage entwicklen wird und wie sie sich gerade zu dem Zeitpunkt darstellen könnte, zu dem die Immo vertickt werden soll.

    Noch schlimmer...will man das überhaupt liquidieren?

    Letztendlich ist ja einer der Punkte für ein Eigenheim dass man sich das über die Jahre so einrichten kann wie man möchte. Und damit verkauft man eben nicht ein anonymes Asset sondern einen Teil seines Lebens. Dazu die Schwierigkeiten einen passenden Ersatz zu finden (was auch immer "passend" konkret bedeutet) und die Umstellung nicht mehr Herr im Haus zu sein.


    Deshalb bin ich da auch mehr bei der Fraktion ein Eigenheim unter den Cashflows zu betrachten und weniger als Vermögen.

    Ich würde das Depot erst einmal stehen lassen solange es keinen Aufwand macht. Mit thesaurierenden ETF beschränkt sich der ja auf ein paar Euro Freistellungsauftrag für die Vorabpauschale und dann ist man durch. Wer weiß wozu man das Depot später mal noch braucht.

    Lass dir mal einen Überblick ausgeben welche Branchen und Länder in diesen Branchen ETF drin sind. Ich habe den Verdacht dass du mit diesem Anteil dem MSCI World wieder verdammt ähnlich wirst

    Dennoch überlegen wir, den Schritt zu wagen, sollten wir jemals eine Immobilie finden. ;)

    Wir haben zusammen ein Haushaltsnettoeinkommen von ca. 6100 Euro und dachten an eine Neubau-Immobilie, die maximal 550.000 Euro kostet.

    Kann man machen. Schwierig könnte werden tatsächlich mit dem Budget hinzukommen, inklusive Grundstück, Versorgeranschlüssen, Carport/Garage, Außenanlagen, usw. Zu einem Neubau Haus kommt noch einiges dazu mit dem man erstmal nicht rechnet.

    Das Thema Nebenkosten sehe ich auch kritisch. Die Grunderwerbssteuer ist ein Punkt (aber im Vergleich zur Mehrwertsteuer die man bei einem Neubau zahlt...), viel mehr hat mich aber das Thema Makler geärgert. Bei unserer Suche haben wir von keinem Makler eine Leistung bekommen die auch nur annähernd etwas wert war. In der Regel läuft es ja so dass der Makler ein paar Bilder macht und die bei Immowelt/scout reinstellt, einen Tag lang alle halbe Stunde Termine vereinbart und dann sammelt er die Gebote. Alle wichtigen Informationen muss man dem Makler aus der Nase ziehen und am Ende empfiehlt er dem Verkäufer noch ein Bieterverfahren und treibt den Preis hoch. Die Interessen des Maklers und Verkäufers sind sich deutlich näher als denen des Käufers.

    Auch beim Notar sehe ich eine gewisse Diskrepanz zwischen dem was es kostet und der Leistung die in der Realität geboten wird.


    Aber letztendlich kommt das Problem nicht von den Nebenkosten sondern davon dass in vielen Regionen die Nachfrage das Angebot massiv übersteigt. Woran liegt das? Zum einen an der Demographie...die Baby Boomer sitzen alle alleine oder zu zweit in ihren Häusern während deren Kinder gerade Familien gründen und Platz brauchen. Und zum anderen daran dass seit Jahren viel zu wenig gebaut wird. Heute morgen habe ich diesen Artikel gesehen, interessant daran ist die rechte Grafik. Auch wenn man den anderen Eindruck haben könnte, verglichen mit früher (Generation Baby Boomer) wird wenig gebaut. Und zum anderen sind da die Niedrigzinsen die sich natürlich schnell in den Preisen niederschlagen da bei gleicher Rate ein höherer Preis gezahlt werden kann. Höhere Nachfrage trifft langsam wachsendes Angebot...


    Was man dagegen tun könnte? Mehr Bauland ausweisen und mehr bauen. Technologisch einfacher und entsprechend günstiger bauen. Weniger teure Auflagen machen, insbesondere bei der Sanierung.

    Und die Wohnbauförderung reformieren. Abseits von Förderkrediten qualifiziert man sich aktuell nur für eine Wohnbauförderung wenn das Projekt Immobilie finanzielles Kamikaze ist.

    Wohnen muss man ja irgendwie und irgendwo, daher ist das per se kein Luxus.

    Ja, aber mieten ist auch eine Option und auch nicht unbedingt rausgeworfenes Geld. Viele unterschätzen was eine Immobilie (gerade ältere) wirklich an Unterhalt kostet und wenn Immobilien dann für 40, 50 oder noch mehr Jahreskaltmieten angeboten werden, dann spricht nicht mehr so viel fürs Eigentum.

    Mit ist klar dass in vielen Gegenden auch der Mietmarkt kein Spaß ist. Hier bekommt man auch nur etwas vernünftiges wenn man jemand kennt der jemand kennt der gerade umzieht. Aber ich finde die Folgerung "Wohnen = Grundrecht => Eigentum kein Luxus" etwas zu stark vereinfacht.

    Danke für die schnelle Rückmeldung. Ist halt komisch, dass beim Sparplan 0,1%p.a. und bei der Einmalanlage 0,2%p.a. angezeigt wird. Kapiere ich immer noch nicht.

    Ich auch nicht. Eventuell kennt sich da jemand anders aus.



    Kannst du das bitte näher erklären, dass ich keinen Spaß beim Rebalancing haben werde bei nur 40€ Sparrate?

    Rebalancing bedeutet dass man die ursprüngliche Gewichtung wieder herstellt. Mit der Einmalanlage hast du schon eine halbwegs brauchbare Positionsgröße aber durch die Sparpläne kommen nur ca 500€ pro Jahr für die kleineren Positionen ins Depot. Durch die kleinen Positionen laufen die ETF in absoluten Zahlen auch nicht besonders weit auseinander. Bei 5€ + X pro Transaktion wirst du für die kleinen Umschichtungen zu viel Geld verlieren.

    Klar muss man nicht unbedingt rebalancen, dann bekommt man aber mittelfristig ein Portfolio nach Marktkapitalisierung und kann auch gleich so anlegen

    An der Gewichtung und den Fonds habe ich an sich nichts auszusetzen, aber 40€ pro Sparrate sind zu wenig. Damit wirst du keinen Spaß beim Rebalancing haben. Ich würde mir eher überlegen auf den MSCI ACWI oder FTSE All-World zu gehen und somit nur einen Fonds zu besparen.


    Die ING ist für Sparpläne ein guter Broker und solange die Konkurrenz durch Neobroker besteht wird sie vermutlich auch die Pläne kostenlos halt. Bei Einmalanlagen und Verkäufen ist die ING etwas teurer als Neobroker. Gerade wenn man Kleinbeträge rebalancen will (s.o.) ist das nicht ganz geschickt.


    Und zum Thema Kostenvorschau...das ist so ein fehlgeleiteter Versuch Verbraucherschutz durch Bürokratie zu erreichen. Am Ende kommt ein verwirrendes Dokument raus das keiner liest. Wichtig ist: Sparplangebühren (in dem Fall 0€), laufende Kosten (z.B. 0,2%), Verkaufskosten (bei der ING etwa 5€ + 0,25%).

    In die Überlegung könnte man auch seine Einstellung zum Grundgedanken des Solidaritätsprinzip einfließen lassen.

    Zum Beispiel die Solidarität dass man mit dem 2,8-fachen, meist aber 3,5-fachen Satz die Behandlung anderer Leute quersubventioniert? Eines der Probleme im deutschen Gesundheitswesen ist, dass ein Großteil der Patienten keine Ahnung hat was für seine Behandlungen abgerechnet wird (Stichwort Quartalspauschale) und sich entsprechend gar nicht vorstellen kann wie weit die Schere bei den Rechnungen auseinanderklafft. Aber das nur am Rande.


    Ich bin 26 Jahre und möchte später auf jeden Fall eine Familie mit am liebsten 2 Kindern

    Damit hast du meiner Meinung nach den kritischen Punkt schon erwähnt der rein finanzielle Überlegungen problematisch macht. Ob das auch mit 2 Kindern noch finanziell attraktiv ist, ist fraglich. Zumindest wenn deine Freundin sich nicht verbeamten lässt und Beihilfe bekommt.

    Das Thema Rente und PKV ist in deinem Alter auch eine Frage der politischen Erwartungen. Ich für meinen Teil habe große Zweifel dass es das System so noch geben wird wenn ich in Rente gehe. Irgendwann wird jemand eine "Bürgerversicherung" o.ä. einführen. Eine zwangsweise Zusammenlegung ist heikel, aber der Abbau von Wechselhürden könnte dabei helfen die Statistik aufzuhübschen ;)


    Unabhängig vom finanziellen gibt es auch gute Gründe für die PKV. Da ist zum einen die oben erwähnte Transparenz was abgerechnet wird. Auch ein gewisses Leistungsprinzip (Beitragsrückerstattung, Selbstbehalt) ist vorhanden was ich gut finde. Auch das ist meiner Meinung nach übrigens eine Form von Solidarität, wenn man der Allgemeinheit nicht mit jedem Mist zur Last fällt.

    Bin da auch gespalten. Auf der einen Seite hab ich schon einige Finanzierungen gesehen bei denen man die Leute unbedingt vor sich selbst schützen muss...und dem Vermittler der ihnen eine derartige Finanzierung besorgt hat. Da kommt die Katastrophe mit Ansage. Auf der anderen Seite...hier in KN werden für Altbauwohnungen im Wohnblock 5000€/qm aufwärts aufgerufen, da ist man mit 3 Zimmern schnell bei einer halben Million und versenkt 60 000€ in Kaufnebenkosten. Da noch Küche und Bad neu, dann sind 20% echtes Eigenkapital verdammt happig und eine vernünftige Rate auch. Deswegen ziehen wir ja auch weg...schön wohnen ist hier einfach nicht mehr mit gesundem Menschenverstand finanzierbar.

    Ob das die Preissteigerungen bremst...ich weiß nicht. In Deutschland gibt es noch genügend Geld das rumliegt und investiert werden will. Entscheidender wäre meiner Meinung nach dass Banken bei der Finanzierung auch das Sanierungsrisiko stärker bewerten. Da kommt auf viele Altbauten in den nächsten Jahren einiges zu

    Es ist das alte Rockband Problem. Entweder man bleibt kleiner Amateur und spielt in den Nachbarorten für Spritgeld und ein paar Drinks. Oder man wird richtig groß und reich. Zwischendrin reibt man sich komplett auf ohne dass etwas rausspringt.


    Und ja, zum Thema ist schon so ziemlich alles gesagt was sich allgemein sagen lässt. Weitere Änderungen nur durch neues Steuerrecht oder Rentenreform ;)

    Richtig wäre es, die Ölindustrie würde, anstatt die billigen Ablasszahlungen zu leisten, ausgleichend mehr grüne Kraftstoffe anbieten und mehr Ladesäulen errichten.

    Welche "grünen Kraftstoffe" gibt es denn? Agrodiesel aus Rapsmonokultur mit übelster industrieller Landwirtschaft? Das willst du ernsthaft als grün bezeichnen?

    Oder irgendwelche Träumereien der Sorte "wenn wir mal zu viel Strom haben erstellen wir künstliches Benzin" die es nirgendwo normal zu kaufen gibt und vermutlich auch nie zu kaufen geben wird?


    Du hast dich da in deiner Ideologie verbissen und jetzt kommen lauter Scheinargumente. Auf die eigentlichen Punkte (Vernachlässigung der Physik) gehst du schon gar nicht mehr ein.

    Wobei 2,35% jetzt auch nicht so super günstig sind und von den 20 000€ ja ca 40% selbst angespart werden müssen bevor der zuteilungsreif ist. Effektiv sichert man also nur die Zinsen für 12 000€ ab. Wir reden hier von gut 120€ im ersten Jahr pro Prozent Darlehenszins. Dafür bindet man Kapital über Jahre in einer unflexiblen Anlageform.

    Was bekommt man dafür? Einen Finanzierungsbaustein der heute selbst bei einer kleinen Wohnung nur ein kleiner Baustein ist.


    was bei der Mindestbewertungszahl von 33 in Anbetracht der derzeitigen Bewertungszahl von 0,83 aber wohl ziemlich lange dauern würde

    Kannst du das nochmal prüfen? Da du bereits knapp ein Drittel eingespart hast, kommt mir das viel zu niedrig vor.

    Aber welche Sparrate macht es überhaupt Sinn, sich in all die Strategien wie 70/30, 50/30/20, Allwetter, Pantoffel, ARERO etc. einzuarbeiten?

    Sinn macht es immer, schon alleine damit man nicht das Gefühl hat dass andere ein besseres Konzept haben. Nötig ist es aber nicht. Selbst bei sehr großen Vermögen spricht nichts grundsätzlich dagegen das weltweit nach Marktkapitalisierung gewichtet anzulegen.


    Entscheidender ist viel mehr der Schritt vorher. Was sind die finanziellen Ziele im Leben? Miete oder Eigenheim? Wie viel Schwankung kann ich mir leisten? Wie hoch ist mein Vermögen? Stoße ich an Grenzen (Negativzins, Einlagensicherung) oder eröffnen sich durch großes Vermögen neue Möglichkeiten (z.B. Direktinvestition in vermietete Immobilien ohne exzessives Klumpenrisiko)? Wie viel Aufwand möchte ich in mein Geld stecken?


    Grundsätzlich sind die gelisteten Strategien ja nicht alle gleich. 70/30 und 50/30/20 sind ja zum Beispiel reine Aktienstrategien, sollten aber mit einem risikoarmen Teil kombiniert werden. Allwetter und ARERO binden dafür noch Anleihen und Rohstoffe mit ein. Das Allwetter ist zum Beispiel auch durch seinen hohen Anleihenanteil für die heutige Zeit eher mit Vorsicht zu genießen, Rohstoffe und Gold werden dagegen nur ein bisschen gekleckert. Das Pantoffeldepot ist dagegen mehr auf die Realität von Privatanlegern ausgerichtet und ersetzt Anleihen durch Tagesgeld und Festgeld.

    Nicht nur in dem Thread sondern in ungefähr 15 anderen auch...

    Es findet sich auch unter diesem Namen keine Webseite eines Vermittlers, entsprechend ist fraglich ob es sich hier überhaupt um Werbung oder schlicht einen Betrugsversuch handelt

    Synthetische ETFs sind von der US Quellensteuer ausgenommen und somit eigentlich noch besser als physische ETFs aus Irland die 15% Quellensteuer auf Dividenden zahlen. Wobei der Vorteil wohl über die höhere TER in die Taschen von XTrackers geht ;)