Beiträge von LebenimSueden

    Was siehst du an der Transparenz kritisch?

    In der ex-ante Kosteninformation steht alles drin was die an Rückvergütung bekommen. Das Dokument liest nur keiner. Und Rückvergütungen sind überall üblich, Direktbanken halten nur zusätzlich nochmal kräftig die Hand auf.

    Während der XETRA Handelszeiten müssen sich auch L&S, Tradegate und co an XETRA Referenzkursen orientieren. Hintenrum Spreads erhöhen ist nicht.


    Das auf jeden Fall. Ich bin deshalb bei der DKB und zahle da lieber 1,50 Euro. Da habe ich mir vorher überlegt, welchen Plan ich habe.

    Vorher überlegen sollte man ohnehin. Das ist kein Argument dafür noch extra Geld liegen zu lassen. Und natürlich sind 1% für einen Sparplan nicht die Welt und langfristig nicht so schlimm. Trotzdem bin ich der Meinung dass den höheren Gebühren in der Regel kein Mehrwert gegenübersteht

    Ich habe mal kurz zur Santander geschaut. 0,2% Ordergebühr (online) sind außerhalb der Neobroker relativ OK, das Minimum von 7,90€ ist aber schon relativ hoch und schreit nach größeren Transaktionen (erst ab 4000€ sind es auch tatsächlich 0,2%). 0,85€ pro Sparplan sind auch mehr oder weniger OK, sprechen aber für einfachere Depots und wieder größere Sparplansummen. 50€ Sparpläne sind da recht teuer.


    Verglichen mit den Neobrokern kann die Santander natürlich nicht mithalten. Wenn man kein unnötiges Geld ausgeben will, ist man bei einem Neobroker sicherlich besser bedient. Ich finde auch die ING hat mit ihren kostenlosen Sparplänen ordentlich aufgeholt und bietet für buy-and-hold Anleger ein gutes Angebot.


    PS: Mein Altbestand liegt bei der ING und das aktuelle bei Trade Republic.

    Das mit der Zeit kenne ich. Vor meinem Studium habe ich schon eine Ausbildung gemacht und wenn ich dann nach der Arbeit noch zum Sport gegangen bin war es auch schon 20-21 Uhr als ich zuhause war.

    Später mit wohlmöglich noch Kindern hast du da schon recht, aber meine Eltern haben das auch irgendwie geschafft. Man wird's sehen :)

    Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, mit Kindern wird alles anders. Die Zeit zwischen Feierabend und "Kind muss ins Bett" ist viel kleiner als man denkt und kollidiert dummerweise auch oft mit dem was man Abends selbst noch vor hat.

    Unabhängig davon...als zukünftiger Chef einer Praxis und Herr über 5 Mietwohnungen solltest du dich mit dem Gedanken anfreunden zu delegieren. Sonst machst du dich kaputt.


    Früh anfangen schadet sicherlich nicht. Man muss sich ja auch daran gewöhnen dass alles schwankt und wenn dann mal die erste Woche mit -10% kommt ist es besser wenn die Beträge klein sind als wenn dann gleich 20 000€ vernichtet werden

    1) Bleibe mit deinen Ansprüchen immer etwas unterhalb deiner Möglichkeiten. Keine teuren Scheidungen, Ferienhäuser oder Boote ;-).

    Ganz wichtig an der Stelle auch: kein überteuertes Eigenheim. Nur weil man eines für 1,5 Millionen locker finanziert bekommt, bedeutet es nicht dass man es auch tun sollte.


    Und bei den vermieteten Wohnungen die Rücklagen nicht vergessen, da kann auch einiges kommen

    Wie verfolgt ihr euer Portfolio? Ich hab viel über das Programm Portfolio-Performance gehört und auch oft gelesen, dass händisch geführte Excel-Tabellen ausreichen.

    Excel Tabelle. Einmal im Monat - nach Ausführung der Sparpläne - wird der aktuelle Wert eingetragen und das wars. Wobei der Plan ist in Zukunft nur noch alle 2-3 Monate ein Update zu machen

    Ich finde die Diskussion über Sparkonten verkürzt das Problem. Zinsen betreffen ja auch nicht nur Sparkonten sondern sind über Anleihen in Kapitallebensversicherungen, Rentenversicherungen, usw drin. Auch als Altersrückstellung in der PKV. Man hat also oft gar nicht die Wahl ob man so anlegen will

    In der Theorie hat die BPB ja recht. Wenn man sich darauf einlässt die Realität radikal zu vereinfach und Menschen nur noch die Wahl zwischen Sparkonto und Konsum haben. Und konsumierte Produkte im Land hergestellt werden statt in China. Problem ist, in der Praxis sind halt Theorie und Praxis exakt wegen dieser Vereinfachung ziemlich verschieden.


    In der Praxis tragend sind meiner Meinung nach vor allem zwei Probleme:

    1. In der Praxis verteilt sich zusätzliches billiges Geld nicht gleichmäßig (Cantillon Effekt). Das Geld wandert nicht nur in Investitionen sondern treibt auch die Preise von Aktien und Immobilien bis hin zu Blase

    2. Ein niedriger Leitzins ist eher unproblematisch, aber der Markteingriff durch Quantitative Easing ist es. Der Markt hat keine Chance mehr Risikoaufschläge für Anleihen schlechter Qualität durchzusetzen da sich mit der Zentralbank immer ein Käufer zu beliebigen Preisen findet.


    Die Ziele der Niedrigzinspolitik sind klar, durch QE wird ein Risikoaufschlag für schwache Länder verhindert während gleichzeitig die Schulden langsam weginflationiert werden. Anders kommt man aus der Situation nicht mehr raus.

    Die Feststellung, dass sich die Gesossenschaft durch den Verkauf von Anteilen letztendlich nur Geld leiht, führt aber erst recht zu der Frage, warum diese 4% Dividende auszahlen sollte. Denn eine solide geführte Genossenschaft (viele Jahre Gewinne) mit ordentlichem Immobilienbstand wird derzeit problemlos Kredite für weniger als 4% bekommen.

    Genossenschaftsanteile sind Eigenkapital. Ein Kredit ist Fremdkapital. Eigenkapital braucht eine höhere Rendite als Fremdkapital da es ein höheres Risiko im Fall einer Pleite trägt.

    Soweit ich weiß ist das vor allem in Amerika populär, in Deutschland weniger. Letztendlich kauft man Aktien auf Kredit, hebelt also neben der Rendite auch sein Risiko.

    Problematisch daran ist dass viele Risiken nicht alleine auftreten (also unabhängig sind) sondern im Rudel kommen. Wenn eine Wirtschaftskrise ist und man seinen Job verliert, dann ist es sehr wahrscheinlich dass auch die Börse im Keller ist und der Immobilienmarkt schlecht läuft. Das macht einen fragil und erhöht das Risiko alles zu verlieren.


    Für mich persönlich habe ich beschlossen einen Mittelweg zu gehen und alle Optionen offen zu halten. Ich versuche nicht mit allem verfügbaren Geld den Kredit abzuzahlen und habe eine ordentliche Sparrate die ins Depot geht. Gleichzeitig ist aber das Haus ist so finanziert dass es alleine durch die Rate in vernünftiger Zeit abbezahlt wird. An Eigenkapital werde ich gute 20% eingesetzt haben wenn es mal fertig ist (Haus ist noch im Bau).

    Sondertilgungen sind keine vereinbart (da freut sich auch das Risikomanagement der Bank). Falls am Ende des Baus noch Geld übrig bleibt, kommt das in ein gesondertes Depot, ebenso alle früh möglichen "Sondertilgungen". Spätere "Sondertilgungen" je nach dann herrschenden Zinssätzen ins Depot oder Festgeld. Bei der Anschlussfinanzierung in 10 Jahren wird dann geschaut wie alles steht und danach entschieden ob ein Teil des Kredits durch das "Haus-Depot" abgelöst wird (hohe Zinsen, Börse steht gut) oder nicht (niedrige Zinsen, Börse steht schlecht).

    Grundsätzlich würde ich - und vermutlich alle anderen Aktiven hier - empfehlen zum finanziellen Selbstentscheider zu werden. Verstehen was man kauf und wie sich das auf Risikoprofil und Rendite auswirkt.


    Am Ende landet man dann in der Regel nicht bei Versicherungsprodukten zur Geldanlage da diese zu viel Kosten verursachen und unflexibel sind sondern eher beim ETF Sparplan. Der hat aber halt den Nachteil dass Kurse schwanken können, dafür ist er sehr flexibel und kostenmäßig unschlagbar.


    Versicherungsprodukte sind für Risiken da und zwar hauptsächlich für existenzbedrohende Risiken. Alt werden ist per se kein Risiko. Langlebigkeit (=älter werden als geplant) ist ein Risiko und darf unter Umständen abgesichert werden. Das lohnt sich aber nicht mit mehr als 40 Jahren Vorlauf zu planen, in der Zwischenzeit wird das Steuerrecht und Rentensystem noch 10 mal reformiert, der medizinische Fortschritt verändert die Lebenserwartung, usw. Die Unsicherheit was zur Rente relevant sein wird ist unglaublich groß, deshalb flexibel bleiben und Anlagen vermeiden die durch hohe Kosten die Rendite drücken.

    Er meinte außerdem, dass es Sinn macht, das dieses Jahr noch abzuschließen, da die Garantie von 1 % nur noch für Verträge, die dieses Jahr abgeschlossen werden.

    Überleg dir mal was du gerade geschrieben hast. Du willst noch schnell was abschließen weil man dir 1% Zins garantieren will (natürlich nicht jedes Jahr sondern über längere Zeiträume gemittelt) während das Inflationsziel der EZB langfristig bei 2% liegt. Auf gut deutsch, diese Garantie garantiert Verluste und zwar über den Zeitraum ziemlich massive.


    Unabhängig davon...das wichtigste für lang laufende Anlagen sind die niedrigen Kosten. Der Zinseszins-Effekt schlägt über 40 Jahre knallhart auch bei den Kosten zu. Geringe Einzahlung und "recht hohe Administrationskosten" sind die Kombination für Geldverschwendung.

    Und so löblich ich es finde dass du dich bereits jetzt um die Rente kümmern willst aber als Selbstständige sehe ich eher da die Priorität. Schau dass die Firma läuft und Geld abwirft als zu viel Energie in die Rentenvorsorge zu stecken. Lieber mit Anfang 30 mit 500€ monatlich in die Altersvorsorge einsteigen als mit 27 etwas mit 50€ abzuschließen. Bis dahin hat sich vielleicht auch geklärt ob das mit der Selbstständigkeit wirklich läuft oder ob du dich doch anstellen lässt.

    Tech übergewichten würde ich persönlich jetzt nicht machen, mir ist das eigentlich schon zu hoch gewichtet, insbesondere da das hohe Gewicht vor allem durch eine handvoll Firmen getrieben wird. Wenn das aber deine persönliche Vorliebe ist, warum nicht?

    Grundsätzlich macht man mit World + EM + Europa nichts falsch

    Eine andere Möglichkeit als Aktien verkaufen und ETF kaufen gibt es nicht. Man kann aber die Kosten etwas optimieren wenn man möchte indem man z.B. die Mitarbeiteraktien auf ein Depot mit geringen Transaktionskosten überträgt.


    Der größte Kostenpunkt dürften ohnehin Steuern sein und nicht die Brokergebühren. Je nach Menge und Gewinnanteil wäre eine Überlegung die Aktien in Raten umzuschichten um den jährlichen Freibetrag auszunutzen. Das macht meiner Meinung nach aber nur Sinn wenn du in 2-3 Jahren dann durch bist.

    Ich habe einen Anteil an einer Immobilie. Der Wert ist momentan ca. 125.000 €. Das ist ohnehin nicht viel mehr als 84.000 €.

    Ok, das ist ein bisschen viel weniger als erwartet. Anteil bedeutet in dem Fall über eine Erbengemeinschaft oder kannst du über die Immobilie in diesem Fall frei verfügen und die auch verkaufen wenn du magst? Das ist ja für beide Verkaufszeitpunkte relevant.

    Und du rechnest unter falschen Annahmen. 125 000€ jetzt sind viel mehr wert als 84 000€ über die nächsten 7 Jahre (zum einen Inflation, zum anderen kann das Geld Rendite erwirtschaften). Den Kapitalstock zeitig aufzubauen erlaubt dir eine deutlich höhere Entnahme. Machen wir mal als Überschlag 200 000€ in 7 Jahren, bei 3% Entnahme wären das 6000€/Jahr also 500€ pro Monat. Hast du zum gleichen Zeitraum nur 85 000€ dann sind 3% Entnahme 2550€/Jahr also 212€ pro Monat.


    Daneben: Ich habe halt mal 1.000 € / Monat übrig. Immobilie hin oder her, die Tausender pro Monat müssen sinnig angelegt werden.

    Finanzen sollte man ganzheitlich betrachten, nur dann wird das ganze auch sinnig. Und dazu fehlen mir persönlich ein paar Details. Welche Auszahlung erwartest du denn in € pro Monat, egal ob jetzt Versicherung oder Depot. Wieviel kannst du aus der gesetzlichen Rente erwarten?

    Wir reden hier über 300-500€ Entnahme aber bei 90 000€ brutto schaffst du aktuell nur 1000€ Sparrate. Das bedeutet grob überschlagen dass du jeden Monat über 3000€ verkonsumierst und dagegen sind 200€ mehr oder weniger Rente Kleinkram. Ich werde das Gefühl nicht los dass der aktuelle Lebensstil und der zukünftig finanzierbare absolut nicht zusammenpassen.

    Du willst also sagen, dass es sinnvoll ist, nachdem man seine Immobilie abbezahlt hat, noch mal einen Kredit zu nehmen, das Haus zu belasten und den Kredit in Aktien zu stecken und den Kredit die nächsten 20 Jahre bis zur Rente über das Gehalt abzubezahlen?

    Der Erwartungswert der Rendite ist höher wenn man das tut. Gleichzeitig macht man sich aber natürlich auch anfällig für Probleme ala Weltwirtschaftskrise mit Kündigung und Börsencrash. Effektiv hebelt man halt die Aktieninvestition über einen Kredit.

    Mein Plan war eigentlich, das Gehalt dann einfach vermehrt in die ETF Sparraten zu stecken statt in eine Tilgung.

    Das ist sicherlich ein guter Mittelweg.

    "Was kostet das Darlehen?" => weiß ich nicht, aber wir sind ja auch gar nicht an einem weiteren Darlehen interessiert. Oder meinst du für die Anschlussfinanzierung in 7 Jahren?

    Kann man sich jetzt schon einen Zinssatz für dann sichern?

    Bei einem Bausparvertrag ist der Zins für den Bausparkredit bereits am Anfang festgelegt. Sagen wir mal der Zins wäre 2,5% dann wäre es eine Option den als Baustein für die Anschlussfinanzierung zu nutzen wenn du glaubst dass die Zinsen deutlich drüber steigen werden. Ansonsten würde ich den auszahlen lassen und investieren.


    Wie du investierst hängt von deiner persönlichen Risikoneigung ab. Egal ob Sondertilgung oder ETF, 10 000€ sind im Vergleich zum Gesamtkredit vermutlich nur ein kleiner Teil. Entsprechend wird das nicht kriegsentscheidend sein

    Für mich ist die Sache relativ klar: Guthaben von 10k auszahlen lassen und in die Sondertilgung stecken, den Rest in ETFs oder anderweitig verkonsumieren. Weiterhin eine Sparrate von 100 EUR auf den BSV ist doch unnötig, oder?

    Sehe ich ähnlich. Aktuell machst du damit ein negatives Zinsdifferenzgeschäft. Damit sich das lohnt muss anderweitig was herkommen. Wohnungsbauprämie wurde schon genannt.

    Theoretisch könntest du den noch weiterlaufen lassen und für die Anschlussfinanzierung nutzen. Ob sich das lohnen kann hängt von deiner Laufzeit, dem Zins des Bauspardarlehens und dem erwarteten Zins für die Anschlussfinanzierung ab. Tendenziell würde ich in dem Fall aber auch eher zur Sondertilgung tendieren da der Effekt dann sofort wirkt und nicht eventuell irgendwann