Beiträge von adrausch

    Zurück zum eigentlichen Thema "PKV", die schon seit vielen Jahren (Jahrzehnten) in vehementer Kritik steht.

    Hierzu habe ich beispielhaft mal 4 "neuere" Belege herausgesucht (vielleicht besonders interessant der Beitrag von Finanztip)


    1. Annika Krempel Redakteurin des Finanztip.de in ZEIT-online aus 3/2017:

    "PKV - Unfair und riskant"


    2. Wirtschaftswoche aus 10/2016:

    3. Der Spiegel : Private Krankenversicherung / Studie der Bertelsmann Stiftung aus 2/2020:

    Zitat Bertelsmann-Stiftung: Der Gegenwind kommt von üblichen Verdächtigen, vom PKV-Verband, der Bundesärztekammer und dem Beamtenbund. Ihre Argumente sind immer ähnlich, und wir halten ihre Kritik nicht für gerechtfertigt.

    Erinnert mich an den bisherigen Dialog ; aber ein geneigter Leser des Forums kann dies nun googeln.

    Mein Wunsch war, dass FINANZTIP (so wie 2017) sich nochmals dieses Themas annimmt, für einen öffentlichen Diskurs zu den anstehenden Koalitionsverhandlungen. Die FDP wird sicher nochmals verhindern, dass die PKV die dringend notwendigen Korrekturen vornimmt. Die späten Korrekturen der Politik z.B. durch den § 204 VVG und die Kappung der Provisionen von 18 auf 10 Monatsbeiträge für Verkäufer sind jedenfalls nur Kosmetik.

    Wichtig : Ich habe bisher keine Fragen gestellt und beabsichtige dies auch in Zukunft nicht! Ich nenne Fakten, ich habe keine Fragen. Mein Beitrag wurde als grundfalsch eingestuft, anhand der herkömmlichen Argumente der PKV-Lobby.

    Aber: Wer einen Sumpf trockenlegen will, darf nicht die Frösche fragen.


    Keinesfalls wollte ich einen Dialog mit "Fröschen".

    Herr Schlemann,

    ihre Vermutungen sind leider genauso falsch wie ihre weiterhin wortreichen Erklärungen zur PKV. Zu meinen Fakten nehmen Sie ja weiter keine Stellung:

    - warum es eines § 204 VVG bedarf

    - warum es unterschiedliche Tarife mit gleicher Leistung bei einer PKV gibt

    - das jeder "Tarif" ein eigenes Kollektiv darstellt.

    Sie schreiben selbst in anderem Zusammenhang richtigerweise : Risikoausgleich im Kollektiv ist also nichts wirklich Neues. Bei nur rund 320 Mitgliedern wird das allerdings ziemlich sportlich, wenn ein paar davon "teuer krank" werden.

    Aber sie haben Recht , eine weitere Fortsetzung dieses "Dialogs" ist unsinnig und dient allenfalls ihrer Präsenz in diesem Forum.

    Daher wünsche ich ihnen viel "frische Luft" - ich für meinen Teil gehe jetzt golfen.


    PS: Sie zitieren sogar falsch. Ich habe auf Nachfrage geschrieben: Organ in einem großen VU (sprich: Tochter-Unternehmen einer Versicherungs-Gruppe); nicht : Organ oder AR in einer PKV. Auch über meine "Gewissenskonflikte" sollten sie sich keine Gedanken machen, ich habe meine Meinung zu Veränderungsnotwendigkeiten in der PKV auch in unserem Hause deutlich angesprochen, da nur eine Abkehr von diesen Praktiken die PKV langfristig vor dem politischen "AUS" bewahrt.

    Zitat von JD:

    1) Verbraucherberatung... Frage doch einmal herum - im richtigen Leben (live und auf der Erde) und in Foren - mit welchen "Hasenhirnen" man/frau es für gewöhnlich bei Verbraucherberatungen zu tun bekommt. Ich will gewiss nicht alle Verbraucherberater:innen über den gleichen Löffel barbieren... aber das Risiko, an einen Experten zu geraten, ist verhältnissmäßig gering.


    2) Finanztip... Hmmm, ja, die Leute bei Finanztip tragen alle braune Kutten mit einem Seil herum und ernähren sich, wie die richtigen Mönche, von... du weißt schon ;-)

    Wie sich FT - völlig legitim -finanziert, wird ganz offen kommuniziert...

    Übrigens wird Dr. Schlemann - nicht ohne Grund - von FT empfohlen.


    AD:

    Ist das schon alles was Ihnen dazu einfällt?

    Mitarbeiter anerkannter Verbraucherberatungen beleidigen?

    Das FT offen über ihre Finanzierung kommuniziert , spricht allenfalls für meine These!

    Ich gehe davon aus, das die Anzahl von "Hasenhirnen" (wie Sie es sagen!) in anderen Organisationen häufiger anzutreffen sind.


    Zitat JD:

    Darüber hinaus... gibt's mMn keine absolut objektive Beratung. Eine jegliche Beratung ist immer auch von den Erfahrungen und dem persönlichen Horizont der Berater:innen geprägt.


    AD:

    Es wird vorrangig vom persönlichen Interesse des Beraters geprägt.


    adrausch , aus meinem Beruf mache ich hier ja kein großes Geheimnis :). Wenn Sie sogar "Organ" waren, dann erschüttert mich die fachliche - nennen wir es charmant "Kreativität" - Ihres Beitrags noch etwas mehr.


    Verraten Sie uns, in welchen Tarifen Sie als Rentner versichert sind und wie viel Sie dafür monatlich konkret zahlen?


    Die Mär von den steigenden Beiträgen in geschlossenen Tarifen wird durch Wiederholung nicht richtiger. Jeder Versicherte ist bis zum statistischen Exitus durchkalkuliert, ein PKV Tarif ist nicht auf junge Beitragszahler angewiesen wie die GKV. Die einzige Frage, die sich in einem geschlossenen Tarif stellt, kann eine "Entmischung" sein, wenn ein ggf. kleiner werdendes Kollektiv (häufig aber ohnehin tarifübergreifend kalkuliert) überdurchschnittlich krank bzw. gesund ist. Und so richtig geschlossen ist seit § 204 VVG kein Tarif mehr.

    "Verraten Sie uns, in welchen Tarifen Sie als Rentner versichert sind und wie viel Sie dafür monatlich konkret zahlen?"

    Woher nehmen Sie diese Arroganz?

    Wenn ich Beratung benötige, würde ich sicher zuletzt einen Verkäufer fragen, nicht einmal in einer "unabhängigen GmbH und Co. KG ". Daher schätze ich ja auch Institutionen wie Verbraucherberatung oder Finanztip, die ohne am Produkt zu verdienen beraten.

    Natürlich ist die PKV eine cash-cow für jeden Finanzvertrieb, bei den gezahlten Abschlusskosten. Kein anderes Versicherungsprodukt (seit die kapitalbildende Lebensversicherung an Bedeutung verloren hat) bietet derartige Verdienstmöglichkeiten für Versicherungsverkäufer. Das liegt insbesondere an den von mir dargelegten "Besonderheiten" der PKV.

    Den Rest Ihrer Ausführungen lasse ich mal kreativ unkommentiert - sogar Ihr Hinweis auf die kleiner werdenden Kollektive und die Tatsache, dass Sie bisher zu den 100 und mehr Tarifen bei PKV`s die bei gleicher Leistung billiger sind (§204 VVG) bisher gar nichts feststellen.

    Bedauerlich finde ich es allerdings, das Sie dieses Forum eigentlich zur Selbstvermarktung nutzen.

    Ich muss es auch akzeptieren, dass im Sachbereich 10-20% meines Beitrag an meinen Vermittler abgeführt wird.

    Akzeptieren muss ich als Kunde zunächst mal gar nichts. Ich sprach aber von Transparenz: Akzeptieren setzt Transparenz voraus! Ich versuche darzustellen, dass es daran fehlt. Orientierung sollte sich der Kunde bei Beratern holen, die nicht am Verkauf partizipieren z.B. Verbraucherberatung oder Finanztip. Verkäufer verkaufen, sie sind für objektive Beratung ungeeignet. Daher kann man sich Abschlusskosten sparen. Verwaltungskosten fallen ohnehin zus. an.

    Gerade diese hohen Provisionen hat der Gesetzgeber 2012 gedeckelt:


    Das der Gesetzgeber hier tätig werden musste, ist ja allein schon bezeichnend! Allerdings wurden die Abschlussprovisionen von 18 Monatsbeiträgen auf rd. 10 Monatsbeiträge gedeckelt. Auch jetzt zahlt der Kunde die ersten 10 Monatsbeiträge immer noch an den Berater. Ob der Kunde dies akzeptieren würde, wenn er es wüsste?

    Herr Schlemann,

    ihre Ausführungen kann man wohl nur nachvollziehen, wenn man zur Kenntnis nimmt, das sie mit diesen Produkten ihre "unabhängige Finanzberatung" betreiben.

    1. was motiviert Sie eigentlich dazu, hier so starke Ansagen contra PKV und contra Versicherungsmaklern zu machen? Was machen Sie beruflich, wie sind Sie krankenversichert, was zahlen Sie dafür - sind Sie selbst betroffen?

    Zu ihrer Beruhigung:

    - ich bin PKV-Kunde

    - ich war zuletzt in der Executive eines großen VU.


    Nun zu Ihren "Fakten":

    Eine Versicherungsform die mit immer neuen günstigen Tarifen junge gut verdienende Menschen aus der GKV lockt - FALSCH, die große Mehrzahl der PKV Tarife ist entsprechend den gesetzlichen Vorgaben nachhaltig kalkuliert.

    - dies ist keine Antwort auf meine Feststellung! Wofür benötigt ein VU mehr als 100 Tarife mit unterschiedlichen Preisen für gleiche Leistungen sonst? Nur deshalb gibt es den § 204 VVG! Nur deshalb steigen die Beiträge in den Tarifen, weil sie für neue Kunden geschlossen werden.

    • und aus der es in der jetzigen Form im Alter keinen Ausstieg mehr gibt - FALSCH, ist zwar schwierig, aber nicht unmöglich. Außerdem stellt sich die Frage des Ausstiegs ja nur, wenn die Entscheidung falsch war.
    • - meine Feststellung ist richtig. Ein Wechsel des Anbieters in der PKV ist wg. Alter und Vorerkrankung praktisch unmöglich. Nur deshalb zahlen die VU die exorbitanten Abschlusskosten. Die Frage des Wechsels stellt sich bei Monatsbeiträgen von 1000€ und mehr im Alter.
    • grenzt an organisierte Übervorteilung - FALSCH, weder ich selbst als PKV Versicherter noch unsere Kunden werden übervorteilt. Im Gegenteil, PKV Versicherte profitieren von besseren Leistungen für weniger oder vergleichbaren Beitrag (mal abgesehen von Personen wie Kleinselbstständigen, die sich von Anfang an vorhersehbar nicht privat versichern sollten und wenigen weiteren Ausnahmen wie geschiedene frühere Beihilfeempfänger)
    • - insbesondere Rentner sehen dies deutlich anders!
    • Die günstigen Tarife werden nach einiger Zeit jeweils geschlossen - FALSCH, es gibt diverse schon lange laufende Tarife
    • - die Tarife werden für Neukunden geschlossen, nur dadurch steigen die Beiträge in dieser Weise und eine Solidargemeinschaft wird außer Kraft gesetzt.
    • und durch neue günstige für Neueinsteiger ersetzt - FALSCH, neue Tarife sind meistens leistungsstärker und teurer als alte Tarife, siehe z.B. den Übergang von Bisex zu Unisex.
    • - leider kein Beispiel, das als Gegenargument tauglich ist. Bisex und Unisex sind ein völlig anderes Thema.
    • und die darin befindlichen altern was dazu führt, dass die Beiträge steigen - VÖLLIG FALSCH, das ist die alte Mär von der Vergreisung von Tarifen. Altern ist jedoch einkalkuliert, das können Versicherungsmathematiker gerade noch vorhersehen.
    • - s.o.
    • § 204 VVG ... aber die Versicherer blockieren diesen Rechtsanspruch vehement - HALBRICHTIG, je nach Anbieter
    • - das es überhaupt eines § 204 VVG bedarf ist ein deutliches Zeichen für Handlungsbedarf.
    • Das hat dazu geführt, dass besondere Makler gegen "hohe" Gebühr eingeschaltet werden müssen um den Anspruch durchzusetzen - HALBRICHTIG diese Beratung übernehmen (sinnvollerweise) überwiegend spezialsierte Versicherungsberater, die nach Stundenlohn oder erfolgsabhängig bezahlt werden. Aber ja, es wäre schön, wenn die Versicherungsunternehmen schon selbst 100% kundenorientiert zum Tarifwechsel beraten würden.
    • - das ist wegen der von mir geschilderten Fakten nicht im Interesse der VU.
    • Das grundsätzliche Problem, dass es bei einer Versicherung gleiche Leistungen zu unterschiedlichen Preisen gibt - überwiegend FALSCH, bis auf wenige Ausnahmen kosten höhere Leistungen i.d.R. auch mehr, alles andere wäre betriebswirtschaftlich ja reichlich unsinnig.
    • - nur deswegen gibt es den § 204 VVG!
    • Es wird Zeit, offensiv diesen Missstand/Missbrauch auf dem Rücken langfristig Versicherter anzuprangern und zu revidieren - FALSCH, kein Missstand, wer genügend verdient, um sinnvollerweise in die PKV zu wechseln, zahlt i.d.R. dauerhaft weniger oder ähnlich viel bei besseren Leistungen.
    • - dies ist das Narrativ der PKV.
    • - Sorry, den Wodka müssen Sie allein trinken.

    was sollte an der Darstellung falsch sein? Es sind Fakten und nicht wie in ihrem Plot „Meinung“. Mindestens einen Fehler sollten Sie nennen. - -hunderte von Tarifen ohne sachlichen Grund bei der Mehrheit der PKV

    - daher seit Anfang 2000 der Paragraph 204 VVG

    - daher das Maklerunwesen

    - Prämien von mtl. 600 - 1000€ im Rentenalter ohne AG- Anteil

    - Wechsel zu einer anderen PKV ( geschweige denn GKV) faktisch unmöglich.

    Daher sind auch die AbschlussPraemien für Versicherungsvertreter in der PKV so exorbitant hoch!


    Noch Fragen?

    Nachdem nun die Ampel-Sondierung die Hoffnung auf eine Bürgerversicherung wohl endgültig geplatzt ist, ist es an der Zeit sich endlich kritisch mit der Privaten Krankenversicherung (PKV) auseinander zu setzen. Eine Versicherungsform die mit immer neuen günstigen Tarifen junge gut verdienende Menschen aus der GKV lockt und aus der es in der jetzigen Form im Alter keinen Ausstieg mehr gibt, grenzt an organisierte Übervorteilung. Die günstigen Tarife werden nach einiger Zeit jeweils geschlossen und durch neue günstige für Neueinsteiger ersetzt und die darin befindlichen altern was dazu führt, dass die Beiträge steigen. Zwar hat der Gesetzgeber mit dem § 204 VVG die Möglichkeit eingeräumt, das jeder Versicherte bei seiner Versicherung in einen preiswerteren Tarif bei vergleichbarer Leistung umsteigen kann, aber die Versicherer blockieren diesen Rechtsanspruch vehement. Das hat dazu geführt, dass besondere Makler gegen "hohe" Gebühr eingeschaltet werden müssen um den Anspruch durchzusetzen. Das grundsätzliche Problem, dass es bei einer Versicherung gleiche Leistungen zu unterschiedlichen Preisen gibt, wird aber nicht damit beseitigt. Offensichtlich gibt es an dieser Praxis keinen nennenswerten politischen Willen zur Änderung. Die FDP wird zudem hier blockieren! Es wird Zeit, offensiv diesen Missstand/Missbrauch auf dem Rücken langfristig Versicherter anzuprangern und zu revidieren. Der § 204 ist ein zaghafter Versuch dazu, genügt aber keinesfalls. Da alle Beamten (wohl auch die Mehrzahl der Politiker) über die Beihilfe hinaus zus. Privatversicherte sind, ist eine Veränderung wohl nur mit breiter Öffentlichkeit zu erreichen. Im Moment scheint mir die derzeitige Veränderungsbereitschaft für die Sozialsysteme günstig. Die vielen Privilegien von Privatpatienten sind aber nach wie vor attraktiv um neue Kunden zu akquirieren. Finanztip sollte sich dieses Themas annehmen.