Beiträge von Pumphut

    Hallo,


    und wieder wird diese Sau durchs Dorf getrieben. Ich kann mich elijah2807 nur anschließen, Aktionismus und sonst nichts.


    Irgendwelche Bargeldverbote oder –Einschränkungen erinnern an das Vorhaben, Küchenmesser zu verbieten, weil damit gelegentlich Menschen umgebracht werden. Es gibt für interessierte Kreise immer Umgehungsmöglichkeiten; im Beispiel tut es ein Schraubendreher oder Hammer auch.


    Bis zu dem von einigen Gruppierungen sicherlich gewünschten Verbot von Bargeld ist es ein langer Weg. Solange der Hegemon aus gutem Grund seine Dollars auch in Papierform in Umlauf sehen möchte (nur ein Beispiel: ehrenamtliche Mitarbeiter div. Geheimdienste lassen sich ihre Belohnung nur ungern auf ein Konto überweisen), wird es auch den EURO (oder Neu- EURO) in Papierform geben.


    Gruß Pumphut

    Hallo Suchende,


    ich glaube, Sie gehen die Frage nicht optimal an. Haben Sie sich schon einmal überlegt, warum es keine Berater für den Kauf von PKWs gibt? Da kann man auch 50 oder 100 TEURO ausgeben.


    Jeder, der ein Auto kaufen möchte, macht sich in diversen Veröffentlichungen, Tests, Bewertungsportalen u.ä. schlau, fragt Freunde und Bekannte, geht in Autohäuser und macht Probefahrten. Nach Aussortierung der ungünstigen Varianten bleiben 2-3 gute Typen mit jeweiligen Vor- und Nachteilen übrig. Machen wir uns nichts vor, die Entscheidung unter diesen erfolgt nach Bauchgefühl. Jeder, der schon einmal ein Auto oder ähnlich wertvolles materielles Produkt gekauft hat, weiß, es macht Aufwand. Und wenn sich nach einiger Zeit herausstellt, es war doch nicht die optimale Entscheidung, dann war es meine Fehlentscheidung.


    Ich kann es auch kürzer mit Warren Buffett fassen: Ich mache nur Geschäfte, die ich verstehe.


    Finanztip bietet für Ihre Fragestellungen sehr gutes Informationsmaterial und wenn es dann immer noch eine Fach- oder Verständnisfrage gibt, sind im Forum für fast jedes Gebiet Spezialisten vertreten.


    Wenn Sie so aufgerüstet noch mit einem Honorarberater sprechen wollen, ist das auf jeden Fall produktiver als wenn Sie Ihr finanzielles Schicksal in fremde Hände legen.


    Allerdings möchte ich Kater.Ka zustimmen, gut informiert brauchen Sie ggf. keinen Berater mehr.


    Nur Mut und viel Erfolg


    Pumphut

    Hallo magigstar,


    damit andere Foristen auch etwas davon haben, hole ich etwas weiter aus.


    Aus dem Halbsatz
    „Als Versicherung wird die Wohngebäude sowie die Haus- und Grundbesitzhaftpflicht.“


    vermute ich, dass es um den Abschluss sowohl einer Wohngebäudeversicherung als auch einer Haus- und Grundbesitzer- Haftpflichtversicherung (HuG) geht. M.E. eine Kombination, die oft Sinn macht und von vielen Versicherungsgesellschaften auch gemeinsam angeboten wird (gleichwohl sind es rechtlich getrennte Verträge).Wie Sie in Ihrem Zitat schon richtig festgestellt haben, kann die Versicherungsgesellschaft den Beitrag zur HuG nach der Gesamtwohnfläche, oder der Bruttojahresmiete oder der Anzahl der Wohnungen berechnen. Und eine vierte Gesellschaft kann den Beitrag nach noch einem anderen Kriterium festlegen. Solange dabei Risikoäquivalenz und Nachvollziehbarkeit gewährleistet sind, ist die Gesellschaft in der Wahl der Berechnungsmethode frei.


    In Ihrem Fall hat also Gesellschaft A die Bruttojahresmiete gewählt. Was Gesellschaft B gewählt hat, kann ich nur vermuten. Falls aber auch ein Angebot zur Wohngebäudeversicherung mit erstellt sein sollte, ist es naheliegend, dass dort die Versicherungssumme (und dann indirekt die Prämie) nach der Wohnfläche berechnet wurde; für Wohngebäudeversicherungen ein häufiger Berechnungsmaßstab. Wenn der Versicherungsvertreter diesen Wert also schon für die Berechnung der Wohngebäudeversicherung kennt, muss er ihn für die HuG nicht nochmal abfragen. Wie betont Vermutung! Reden Sie mit Ihrem Versicherungsvertreter. Und wenn er Ihnen keine Antwort gibt, sind die z.B. 50 EURO Prämienersparnis teuer erkauft.


    Wichtiger als der Berechnungsmaßstab der HuG sollte allerdings der Leistungsumfang sein. Ich hoffe, Sie haben mit den Vertretern ausführlich über Ihre individuelle Risikosituation und die optimale Absicherung gesprochen und dann das richtige Produkt ausgewählt.


    Gruß Pumphut

    Hallo forenteilnehmer,


    theoretisch kann Ihnen der Makler natürlich bei der Gesellschaft seiner Wahl Sonderbedingungen aushandeln. Aber ob er dies bei Miniprämien (s. meine obigen Erläuterungen) will und die jeweilige Gesellschaft mitspielt, ist eine andere Frage. Der Verkauf von Versicherungsprodukten für Privatpersonen nähert sich immer mehr dem Discouter, Sie kaufen die abgepackte Wurst oder nicht.


    Viel Glück bei der Suche nach so einem Makler und falls Sie in finden ganz lieb behandeln. Er ist vom Aussterben bedroht.


    Gruß Pumphut

    Hallo,


    die Meinung von trumpet über Makler"..der in aller Regel wenig Fachwissen über Vers.Bedingungen hat und selbst beim Versicherer rückfragen muß.." muss ich aus 20 Jahren täglichen beruflichen Kontaktes mit Versicherungsmaklern leider bestätigen. Wobei es überwiegend nicht die individuelle Fehlleistung des einzelnen Maklers sondern ein Systemfehler ist. Die meisten heutigen Makler sind immer noch Einhandsegler bzw. haben noch 1-2 technische Mitarbeiter. Und diese arme Makler(in) soll sich nun mit Leben-, Kranken-, Unfall- Sach-, Haftpflicht- und sonstige Spezialversicherungen auskennen und nicht nur für Privatpersonen sondern auch noch für Gewerbebetriebe. Und manch einer versucht zusätzlich noch, sein Geld als Finanzmakler zu verdienen; Respekt für diese Halbgenies. Natürlich gibt es auch die weltweit agierenden Maklerkonzerne, die für jede Detailfrage im eigenen Hause Spezialisten haben; deren Klientel sind aber keine Privatkunden.


    Dem Kleinmakler bleibt nur, sich für bestimmte Standardfallgestaltungen nach seiner Meinung gute Produkte bei den verschiedenen Versicherern herauszusuchen (Dass die Courtagehöhe auch eine Rolle spielt, soll nicht ganz vergessen werden.) Wenn dann aber ein Spezialfall auftaucht (wie im Ausgangsfall Radrennen) muss er entweder selbst nachlesen oder bei den Versicheren nachfragen. Im o.g. Fall hat der Anfrager mit seinem Makler richtig Glück gehabt.


    Ein kleines Rechenbeispiel: Eine Privathaftpflichtversicherung mit ein paar Extras bekommt der Versicherungsnehmer für max. 100 EURO/a brutto. Davon erhält der Makler (ca. 15-25% der Nettoprämie) max. 20 EURO/a. Dafür muss er mit dem potenziellen Kunden ein Gespräch führen, die Beratung dokumentieren, ein Angebot übermitteln und im positiven Fall, wenn der Kunde zusagt, die Unterlagen noch dem Versicherer übermittel. Hat er überhaupt nur seine Kosten verdient? Das macht ein Makler nur als Einstieg für weiteres - für ihn ertragreicheres - Geschäft.


    Und noch ein Aspekt zum Service der Versicherer - hier InterRisk. Diese hat zwar eine große Mutter aber mit 7 Mio EURO Prämienennahme 2014 in der Haftpflichtversicherung (Geschäftsbericht 2014 S. 4) ist die InterRisk eine der kleinen Gesellschaften im Haftpflichtgeschäft. Um die Abwicklung der Verträge kümmern sich nach üblichen Kennzahlen max. 10 Mitarbeiter. Die können keine Einzelberatung für Endkunden leisten, die sind schon von den Makleranfragen genervt genug (s.o.)


    Und bevor hier ein Forist den echten Honorarberater ins Spiel bringt, wieviel nimmt er für eine Beratung?


    In diesem Dilemma sehe ich die eigentliche Notwendigkeit von solchen Portalen wie Finanztip. Die Kunden (hier Versicherungsnehmer) sollen verstehen, wie Versicherungsprodukte funktionieren und dann die richtigen Fragen zu ihrer eigenen Situation stellen. Insofern ist der "Radrennfahrer" im Ausgangsbeispiel ein positiver Fall. Er hat erkannt, dass er ein besonderes Risiko hat, dass nicht unbedingt und immer mitversichert ist. Aber ich befürchte, viele andere stellen sich die Fragen nicht und haben im Schadenfall Probleme. Ob im konkreten Test die Versicherung A mit dem Produkt X oder B mit Y besser ist, ist m.E. eine sekundäre Frage.


    Gruß
    Pumphut

    Hallo trumpet,


    ich habs gefunden; vielen Dank. Benutzerfreundlich sieht allerdings anders aus.


    Noch ein kleiner Hinweis für den Systemadministrator der InterRisk: Unter "Haftpflicht/Bedingungen/Allgemeine Versicherungsbedingungen für das Privatgeschäft" erscheinen nicht die PHV- Bedingungen B62 sondern die Sachbedingungen B19.


    Mein Verdacht im Ausgangsstatement Pkt. 2 hat sich bestätigt. Die herausgehobene Mitversicherung von Flüssiggastanks bei der InterRisk ist ein Werbegag. Bei der Haftpflichtkasse werden die Flüssiggastanks nicht erwähnt, sind aber selbstverständlich mitversichert - da eben nicht explizit ausgeschlossen (s.o.).


    Gruß Pumphut

    Hallo trumpet,


    vielen Dank. Allerdings kann ich auch bei intensivem Suchen die konkreten Versicherungsbedingungen auf den Homepages der InterRisk und der Haftpflichtkasse nicht finden. Oder sind sie nur im geschlossenen Extranet für die Makler dargestellt? Falls nicht, wäre ein Link nett.


    Das dargestellte, hoffentlich wirklich nur theoretische, Beispiel, ist dramatisch. Ob die Deckungserweiterung in der privaten Haftpflichtversicherung aber wirklich der Königsweg zur Vorsorge vor so gravierenden Lebensrisiken ist, wage ich zu bezeifeln.


    Dem Fachmann sicher bekannt aber für die anderen Foristen nochmals erwähnt: Mit einer Haftpflichtversicherung kauft man ein Leistungsversprechen des Versicherers: Prüfung der Haftungsfrage, Abwehr unberechtigter Ansprüche und Befriedigung berechtigter Ansprüche und zwar in dieser Reihenfolge.

    Um auf das Beispiel zu kommen, wenn nun der Ehemann die Frau auf Schadenersatz verklagt, dann wird der Versicherer vertragsgemäß (!) erst einmal alles tun, um den Anspruch abzuwehren. Allzu kreativ sollte die Ehefrau bei der Darstellung ihres Verschuldens auch nicht sein, denn da droht noch § 229 StGB (Fahrlässige Körperverletzung). Wenn die Haftung dem Grunde nach feststeht, ist die nächste Aufgabe des Versicherers, die Schadenhöhe zu begrenzen, z.B. über ein Mitverschulden des Geschädigten/Klägers. Hat er einen Helm getragen; wäre die Verletzung mit Helm überhaupt nicht eingetreten oder wesentlich glimpflicher abgegangen? Hier droht ein langer und zermürbender Rechtsstreit.


    Wer solchen Schäden absichern will, sollte eine Unfallversicherung oder noch besser eine Berufsunfähigkeitsversicherung kaufen. Die Deckungserweiterung der Mitversicherung gegenseitiger Ansprüche unter Eheleuten gauckelt m.E. eine Sicherheit vor, die im Einzelfall zumindest fraglich ist.


    Gruß Pumphut

    Hallo
    Ich kann mich der Überschrift von trumpet nur anschließen, die Leistung ist entscheidend und nicht 3 oder 5 EURO mehr oder weniger Prämie.
    Auf das konkrete Beispiel von trumpet möchte ich nicht weiter eingehen, da es m.E. sehr speziell ist. Allerdings habe ich zum "Test private Haftpflichtversicherung" vom 30.09.2015 noch einige Fragen und Bemerkungen:


    1. @Franziska Erfolgte der Vergleich der Versicherungsbedingungen und die Punktevergabe nach den verbindlichen „Besonderen Bedingungen und Risikobeschreibungen“ der jeweiligen Versicherer für den konkreten Tarif oder nach den Deckungsübersichten? Zumindest für die beiden Erstplatzierten InterRisk und Haftpflichtkasse Darmstadt sind in der Homepage nur die Deckungsübersichten zu finden. Und was dann im Kleingedruckten steht, ist eine andere Frage.


    2. Die herausgehobene Mitversicherung von Flüssiggastanks bei der InterRisk ist ein reiner Werbegag. Bereits in der Minimaldeckung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (Allgemeine Versicherungsbedingungen für die Haftpflichtversicherung) sind alle gesetzlichen Haftpflichtansprüche privatrechtlichen Inhalts mitversichert, es sei denn, sie sind explizit ausgeschlossen. Und ein Ausschluss der Inhaberschaft von Flüssiggastanks existiert nicht.


    3. @Franziska Nachdem in diesem Jahr bereit zwei Versicherer (Astra und Berliner Versicherung AG) ,die auch private Haftpflichtversicherungen angeboten haben, insolvent gegangen sind, wäre es m.E. an der Zeit, in einem Versicherungsvergleich auch die finanzielle Stabilität von Versicherungsgesellschaften mit zu bewerten. Mir ist bewusst, dass bedeutet ein sehr dickes Brett bohren. Aber die besten Versicherungsbedingungen nutzen nichts, wenn der Versicherer sein Leistungsversprechen nicht erfüllen kann (s. Überschrift). Und bevor hier irgendwelche Firmenanwälte unruhig werden, ich will mit dieser Bemerkung keiner der im Test genannten Versicherungsgesellschaft unterstellen, sie wäre insolvenzgefährdet.


    Gruß Pumphut

    Hallo Jericho und die Moderatoren @Annika


    es ist nicht nur ein Grundsatz der Haftpflichtversicherung sondern des deutschen Zivilrechts, dass bei einem Schaden der Schädiger nur den Zeitwert ersetzen muss. Sonst würde sich der Geschädigte ja materiell durch den Schaden bereichern. Dass das Ergebnis für den Geschädigten dabei manchmal unschön ist - wie hier die Schadenersatzleistung reicht nicht für ein neues Fernsehgerät - ist vom Gesetzgeber, d.h. im Endeffekt also der Bevölkerung, so gewollt.


    Und Jericho, es gibt keine Rechtsgrundlage, dass Sie Ihrem "Freund" die Differenz bezahlen müssen. Falls er Sie verklagen würde, würde die Versicherung für Sie diesen unberechtigten Anspruch abwehren.


    Gruß Pumphut

    Ach @Franziska,


    ich verstehe ja, dass es Ihr Job ist, die Diskussion der Community in Schwung zu bringen. Und ein Moderator kann nicht von allen Themen vertiefte Ahnung haben. Hier geht die Stossrichtung aber gründlich daneben. Man kann m.E. viele kritische Fragen zu einzelnen Handlungen oder Unterlassungen der Versicherungsunternehmen stellen, die Beitragsanpassung in der Privathaftpflichtversicherung ist aber systemnotwendig.


    Ich will es versuchen zu erklären:
    Sicherlich bezahlt den einzelnen Schaden "Der Versicherer". Alle Schäden bezahlen aber alle Versicherungsnehmer. Die Versicherungsunternehmen schaufeln das Geld letztendlich nur um. Ein kleiner Teil (manche meinen ein zu großer) bleibt für das Unternehmen übrig.
    Um es an Ihren 90 EURO Prämie pro Jahr einmal zu demonstrieren (alle Zahlen gerundet):
    - 17 Euro (19%) gehen als Versicherungssteuer in den Staatshaushalt, kommen also beim Versicherer nicht an;
    - von den verbleibenden 73 Euro fließen rund 60% in die Schadenzahlungen und 40% in die Betriebskosten und Gewinn;
    - rund 44 Euro bleiben pro Jahr von Ihrer Versicherungsprämie für Schadenzahlungen übrig.


    Vieviel Jahre müssen Sie Prämie zahlen, um einen Sachschaden von 5.000 Euro abgedeckt zu haben oder die Kosten von 2 Mio. Euro für eine querschnittsgelähmte Mutter nach einem von Ihnen verursachten Unfall.? Oder anders gefragt, vieviele Versicherungsnehmer müssen ihr ganzes Leben lang treu Prämie zahlen und keinen einzigen Schaden haben?


    Nun verteuert sich das Leben über die Jahre, wissen wir alle. Gegenstände und medizinische Leistungen werden teurer. Und in manchen Jahren steigen auch die Schadenmeldungen. Um nun nicht jedes Jahr mit jeden Versicherungsnehmer neu über die notwendige Prämie reden zu müssen, haben die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) organisierten Versicherungsunternehmen sich auf ein Verfahren der automatischen Prämienanpassung geeinigt, dass in der GDV- Empfehlung folgendermaßen lautet (AHB-2012):


    "15.2 Ein unabhängiger Treuhänder ermittelt jährlich mit Wirkung für die ab dem 1. Juli fälligen Beiträge, um welchen Prozentsatz sich im vergangenen Kalenderjahr der Durchschnitt der Schadenzahlungen aller zum Betrieb der Allgemeinen Haftpflichtversicherung zugelassenen Versicherer gegenüber dem vorvergangenen Jahr erhöht oder vermindert hat. Den ermittelten Prozentsatz rundet er auf die nächst niedrigere, durch fünf teilbare ganze Zahl ab. ..."


    und


    "15.3 Im Falle einer Erhöhung ist der Versicherer berechtigt, im Falle einer Verminderung verpflichtet, den Folge-jahresbeitrag um den sich aus Ziff. 15.2 ergebenden Prozentsatz zu verändern (Beitragsangleichung). Der veränderte Folgejahresbeitrag wird dem Versicherungsnehmer mit der nächsten Beitragsrechnung bekannt gegeben..."


    Sie sehen, Ihre regelmäßige Prämienerhöhung ist keine Willkür sondern ein standardisiertes und nachprüfbares Verfahren.


    Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass der Versicherungsnehmer bei Prämienerhöhung ein Sonderkündigungsrecht hat. Ich würde nicht empfehlen, nur wegen der Prämienerhöhung zu kündigen - die anderen Versicherer erhöhen meistens auch die Prämie - aber anlässlich dessen den Versicherungsschutz zu überprüfen, ob er noch zu meinen Lebensverhältnissen passt. Und wenn nicht, ist es ein guter Anlass, einen Vertrag mit besserem Preis-/Leistungs- Verhältnis abzuschließen.


    Gruß Pumphut

    Hallo trumpet,


    da die Autoren nicht antworten, will ich es versuchen.


    Leider wird in vielen Diskussionen und auch im Finanztip- Artikel die private Haftpflichtversicherung (PHV) nur unter dem Aspekt "Was zahlt die Versicherung?" betrachtet. Dabei sollte besser danach beurteilt werden, "Was leistet die Versicherung?"
    Nach den unverbindlichen Empfehlungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) umfasst der Versicherungsschutz (in etwas altertümlicher Sprache):
    ".. die Prüfung der Haftpflichtfrage, die Abwehr unberechtigter Schadenersatzansprüche und die Freistellung des Versicherungsnehmers von berechtigten Schadenersatzverpflichtungen." (Ziff. 5.1 AHB 2012)


    Man beachte die Reihenfolge; als erstes ist die PHV eine Teil- Rechtsschutzversicherung für gegen mich erhobene Ansprüche. Die Versicherung führt und bezahlt im Bedarfsfall den Prozess. Und nur, wenn die Ansprüche berechtigt sind, zahlt die Versicherung dem Geschädigten den Schadenersatz. Über die angemessene Höhe streitet sie dann auch mit dem Geschädigten, das muss ich nicht selbst machen.


    Die gesetzlichen Schadenersatzansprüche nach § 823 BGB sind zwar die häufigste Anspruchsgrundlage wegen fahrlässiger Schadenverursachung. Es gibt aber einen ganzen "Zoo" weiterer gesetzlicher Bestimmungen, u.a. auch verschuldensunabhängige Anspruchsgrundlagen, wo die reine Kausalität zwischen meinen Handlungen oder Unterlassungen und dem Schaden für eine Haftung ausreichen.


    Das inzwischen im Artikel wohl gelöschte Beispiel mit der Doppelhaushälfte könnte(!) so ein Beispiel sein, wo verschuldensunabhängig nach § 906 BGB gehaftet werden muss. Da kommt es aber sehr auf den Einzelfall an. Ich muss aber als Versicherungsnehmer einer PHV nicht einige Semester Jura studieren, um dass zu verstehen. Hier greift die wichtigste Leistung des PHV- Versicherers (s.o.).


    Es würde den Rahmen eines Forenbeitrages sprengen, hier eine sachgerechte und für Laien verständliche Darstellung aller wichtigen Leistungen einer PHV aufzuführen. Deshalb hier nur noch einige Bemerkungen zu gröberen Schnitzern im Artikel vom 13.05.2015 (in der heutigen Fassung):


    Das Beispiel mit dem Ball spielenden Kind und der Glasscheibe ist sehr komplex, m.E. für den Einstieg in das Thema zu komplex. Es könnte z.B. auch sein, dass nach der reinen Rechtslage der Nachbar auf seinem Schaden sitzen bleibt. Wer das um der lieben Nachbarschaft willen vermeiden will, sollte eine sog. Deckung für nicht deliktfähige Kinder mit kaufen. Um das verständlich auszuführen, wäre aber ein extra Beitrag sinnvoll.


    Das Laufen über eine rote Ampel kann als (bedingt) vorsätzlich betrachtet werden Beim (vollendeten) Vorsatz leistet der Versicherer garantiert nicht. Alles andere ist wieder Frage des Einzelfalles. Also besser nicht bei Rot über die Ampel gehen und für den Artikel ein sehr schlechtes Einstiegsbeispiel.


    Die Betriebshaftpflichtversicherung deckt in aller Regel nicht die Schäden ab, die der Inhaber oder ein Arbeitnehmer dem Unternehmen als Rechtssubjekt zufügen. Für die Arbeitnehmer gilt das sog. Haftungsprivileg - ein ganz anderes Thema. Wenn aber Privatpersonen mit einer PHV nebenberuflich gewerblich oder freiberuflich tätig sind, sind die Haftungsansprüche aus diesen Tätigkeiten im Regelfall - es gibt Ausnahmen - nicht über die PHV gedeckt.


    "Sie fahren mit dem Auto einen Familienvater an..." Wie weiter unten richtig ausgeführt, deckt die PHV keine Schäden aus dem Gebrauch eines KfZ ab. Liebe Autoren, was soll also dieses Beispiel?


    Aber trotz aller Kritik am Artikel; eine private Haftpflichtversicherung ist ein absolutes Muss.


    Gruß Pumphut

    Hallo Foristen,


    mit "Lokusparole" und "Blödsinn" wäre ich vorsichtig. Die Rechtsfragen dazu hat Prof. Freitag in seinem Blog http://www.verfassungsblog.de/…lungsverbot/#.VUYkNZPLJyc
    ausführlich dargestellt.


    Letztendlich handelt es sich um eine politische Frage und zweifellos gibt es gesellschaftliche Akteure, die ein Bargeldverbot gut finden würden. Das Recht passt sich dann immer dem politischen Willen an.


    Ich glaube allerdings, dass Finanztip nicht das richtige Forum für politische Fragen ist und würde empfehlen, diese Diskussion hier zu beenden.


    Gruß

    Zum Artikel: "Bausparkassen: Wir geben Ihrer Zukunft kein Zuhause"


    Ich verstehe nicht ganz, warum sich Herr Tenhagen aufregt. In einer Zeit, wo es keine Guthabenzinsen und fast keine Schuldzinsen mehr gibt, ist das Geschäftsmodell der Bausparkassen weggefallen. Das haben die Manager der Bausparkassen nicht verursacht, aber ihre Unternehmen leiden darunter. Und wenn die Bausparkasse "nur" das Kleingedruckte für sich ausnutzt, handelt sie noch fair. Unfair wird es erst, wenn die erste Bausparkasse insolvent wird.
    Das volkswirtschaftliche Experiment der EZB wird noch wesentlich gravierendere Ergebnisse zeigen als eine Bausparkasse, die um vielleicht zu überleben die Bedingungen in ihrem Sinne auslegt.

    Hallo merforth und Foristen,


    bei der Diskussion um die Rentenabschläge wird gern vergessen, dass man in der Zeit, in der man noch Arbeitet auch noch weiter Rentenpunkte sammelt. Insofern wird der vorzeitige Renteneintritt doppelt "bestraft", weniger Rentenpunkte plus Abschlag von 0,3 % pro Monat. Und wenn man vereinfacht den "Eckrentner" (1 Rentenpunkt pro Jahr) ansetzt, wäre die Rente im Beispiel von merforth nach 2,5 Jahren weiterer Arbeit zusätzlich zu den aufgeführten 55 EURO um ca. 70-75 EURO/Monat höher als bei Ruhestandsbeginn in Oktober 2015.


    Es soll ja Menschen geben, die gern arbeiten.

    Hallo,


    erst einmal vielen Dank für die qualifizierte Antwort.


    Die Notwendigkeit einer (einseitigen!) Geschäftsanweisung bedeutet aber auch, dass Gesetz ist - warum auch immer - unscharf und auslegungsfähig.

    Hallo,


    mich irritiert in § 136 (2) SGB III:
    "Wer das für die Regelaltersrente im Sinne des Sechsten Buches erforderliche Lebensjahr vollendet hat, hat vom Beginn des folgenden Monats an keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld."
    die Formulierung Lebensjahr.


    Bedeutet dies, dass bei Anspruch auf Regelaltersrente mit z.B. 65 Jahren und 6 Monaten, dass die Zahlung von ALG 1 trotzdem im Monat des 65. Geburtstages endet? (Die Erfüllung aller anderen Voraussetzungen zur Zahlung von ALG 1 wird vorausgesetzt.)


    Danke für qualifizierte Hinweise