Beiträge von Pumphut

    Hallo,


    Danke @trumpet für den Hinweis. Das Urteil sollten sich alle Spezialisten hinter den Spiegel stecken. Es kommt nicht auf akademische Gedankenpirouetten über die Auslegung der Deckung an. Maßstab für den Deckungsinhalt ist einzig und allein das Verständnis des durchschnittlichen juristisch nicht vorgebildeten Versicherungsnehmers.


    Manchmal kann man ja staunen, was unsere Gerichte so urteilen. Hier fährt der BGH aber eine erfreuliche und verbraucherfreundliche Linie.


    Gruß Pumphut

    Hallo @11111,


    vorab, ich verstehe nicht ganz, warum Sie meinen Link nochmals angeben.


    Wie wäre es denn, wenn Sie sich aus den am Start fett zitierten Versicherungsbedingungen den folgenden Punkt § 3 (1) b einmal durchlesen. Bei Verständnisfragen können Sie Ihn ja auch noch mal zitieren. Daraus dürfte Ihre gewünschte Ja/Nein- Antwort hervorgehen.


    Versicherungen wechseln natürlich ab und zu ihre Bedingungen und kein Forist ist Hellseher zu erkennen, welche konkreten Bedingungen für Ihren Vertrag gelten. Zumindest nach den aktuell auf der Homepage der Medien- Versicherung veröffentlichen Wohngebäudebedingungen ist Ihr Heizkörperschaden nicht versichert. (Und bevor Sie empört sind, in Übereinstimmung mit der überwiegenden Mehrzahl aller Versicherer und des Branchenverbandes GDV.)


    Gruß Pumphut

    Hallo,



    ich muss feststellen, die Diskussion bewegt sich in die falsche Richtung. Ich habe mich auch etwas mitreißen lassen. Aber auch hier gilt: Klärung des Sachverhalts, Studium der Versicherungsbedingungen und erst dann die Entscheidung über die Deckung.



    Der Fragesteller spricht von einem Leck eines Heizkörpers, zitiert dann aber die spezifischen Bedingungen für den Bruch von Rohrleitungen.


    Nun kenne ich die Versicherungsbedingungen des Vertrages des Fragestellers nicht. Das Zitat stimmt aber wörtlich mit den Musterbedingungen des GDV überein: GDV http://www.gdv.de/wp-content/u…hnflaechenmodell_2013.pdf



    Diese Musterbedingungen haben aber auch eine Ziffer § 3 (1) b:


    frostbedingte Bruchschäden an nachfolgend genannten Installationen


    aa)…


    bb) Heizkörper, Heizkessel, Boiler oder…“



    @11111 Falls in Ihren Versicherungsbedingungen dieser Punkt b) auch so formuliert ist, hat Ihr Versicherer mit der Ablehnung recht. Heizkörper sind nur bei frostbedingten Bruchschäden versichert und das war ja wohl nicht die Schadenursache. Falls Sie andere Bedingungen haben, lohnt noch einmal ein vertieftes Lesen.



    @muc da es so schön war doch noch einige Bemerkungen zu der Frage, ob Korrosionsschäden sonstige Bruchschäden sind:


    • Was wären denn andere sonstige Bruchschäden von Rohrleitungen? M.E. z.B. äußere mechanische Belastung oder innerer Überdruck. Eine Heizungsleitung die z.B. mit 2 bar im Normalbetrieb betrieben wird, hält neu 5 bar aus. Durch die normale Korrosion über die Zeit hält sie in 10 Jahren vielleicht noch 4 bar aus. Und wenn die Leitung mit 5 bar beaufschlagt wird und bricht, was ist die Schadenursache - Überdruck oder Korrosion?
    • Die Korrosion schreitet natürlich allmählich voran, der Schadenereignis Bruch ist (zumindest für Druckleitungen) aber plötzlich und unerwartet – eines der wichtigsten Kriterien für eine Versicherung.
    • Die Formulierung „frostbedingte und sonstige Bruchschäden“ ist zumindest sprachlogisch so zu verstehen dass „alle Bruchschäden“ gemeint sind, d.h. eine Allgefahrendeckung. Jede Interpretation – 3 oder 5 namentlich nicht genannte Bruchschäden sind aber nicht gemeint – dürfte vor Gericht keinen Bestand haben. Soviel Erfahrungen haben die GDV- Juristen.
    • In den Ausschlüssen (beim GDV hier § 3 (4) Nicht versicherte Schäden) gibt es keinen Hinweis auf den Ausschluss von Korrosionsschäden.


    Nun muss man noch bedenken, dass beim Gesamtsystem Heizungsanlage die Rohrleitungen das billigste und auch langlebigste Element sind. Hier gibt man dem Versicherungsnehmer ein Zuckerchen. Bei den Teilen, wo es richtig Geld kostet, z.B. Heizkörper, hat man eben keine Allgefahrendeckung sondern eine einzige und leicht nachprüfbare Schadenursache als Trigger (Frost).



    Gruß Pumphut

    Hallo,


    @muc ganz so einfach ist es glaube ich nicht. Ich empfehle mal einen Blick in "Horst Dietz,Sven Fischer,Christian Gierschek, Wohngebäudeversicherung Kommentar".
    Es käme m.E. hier sehr auf die konkrete Schadenursache an. Sehr verkürzt würde ich sagen Leck durch Korrosion gleich Rohrbruch; Leck weil irgendjemand am Heizkörper rumgepfuscht hat kein Rohrbruch.


    Gruß Pumphut

    Hallo,
    sandraR: Ich hoffe, die geballte Argumentation von @ elijah2807, @muc und mir hat Ihnen die Funktion einer Risikoversicherung und deren grundsätzliche Sinnhaftigkeit nahe gebracht.

    Für alle anderen Foristen soll zur Schärfung der Diskussion noch auf einen Spezialfall hingewiesen werden. Falls Sie Hartz4- Empfänger sind und damit rechnen, dies ein Leben lang zu bleiben, brauchen Sie keine Privathaftpflichtversicherung. Das ist das Thema mit dem nackten Mann und den Taschen. Und falls ich richtig informiert bin, wird die Auszahlung einer Risikolebensversicherung an Hinterbliebene, die Hartz4- Empfänger sind, auf diese Leistungen angerechnet.

    Gruß Pumphut

    Hallo,
    ich glaube nicht, dass Finanztipp ein Forum für politische Diskussionen ist. Insofern nur als kurze Anmerkung: Ob Parlament und Regierung wirklich die „Mächtigen“ sind, kann man diskutieren.


    @muc Bevor Horst S. richtig traurig wird, wir haben derzeit im Deutschen Bundestag 4 Fraktionen und 5 Parteien.


    @Schoko3 Ihr Katastrophenszenarium ist unlogisch. Wenn die „Mächtigen“ es wirklich schaffen sollten, Bargeld absolut abzuschaffen (was ich nicht glaube, s. mein Posting dazu), dann schaffen sie es auch, den Besitz und Handel mit Gold zu unterbinden.


    Gruß Pumphut

    Hallo @sandraR


    ich glaube, Sie haben eine falsche Vorstellung von Versicherungen, die Ihnen ein bestimmtes Risiko abnehmen. Zum Beispiel wäre dass das finanzielle Risiko für Ihre Familie, wenn Sie versterben und Sie Ihre Familie nicht mehr mit Ihrem Einkommen versorgen können. Das ist sehr grob formuliert der Inhalt einer Risikolebensversicherung. Wie funktioniert so eine Versicherung? Ich will versuchen, es an einem einfachen Beispiel mit fiktiven (!) Zahlen zu erläutern.


    Sie entschließen sich, eine Risikolebensversicherung abzuschließen, die Ihren Hinterbliebenen bei Ihrem Ableben 100.000 EURO auszahlt. Dafür müssen Sie im Jahr 120 EURO Versicherungsprämie bezahlen. Nun schließen nicht nur Sie allein diese Versicherung ab, sondern Sie werden Teil eines Risikokollektivs, d.h. (im Beispiel) mit 999 anderen Versicherungsnehmern zusammen, die auch eine Versicherungssumme von 100.000 EURO haben und eine Jahresprämie von 120 EURO bezahlen. Der Versicherer organisiert und verwaltet dieses Risikokollektiv. 20.000 Euro (20 x 1.000) braucht der Versicherer für seine Verwaltung (Gehälter der Mitarbeiter, IT usw. und natürlich auch ein bisschen Gewinn). 100.000 EURO (1.000 x 100) sind der Risikoanteil. Stirbt nun in diesem Jahr einer der 1.000 Versicherungsnehmer, haben seine Hinterbliebenen Anspruch darauf, dass ihnen die 100.000 EURO ausbezahlt werden. D.h. Ihre Jahresprämie (und die Jahresprämie aller anderen 999 Versicherungsnehmern) von 120 EURO ist für die Versicherungsleistung und die Kosten verbraucht, da kann nichts zurückgezahlt werden. Ihre Prämie ist schlicht ausgegeben worden.


    Das grundsätzlich gleiche Beispiel kann man auch für die Haftpflichtversicherung konstruieren.


    Also sandraR, Sie werden keine Versicherung finden, die Ihnen die Prämie zurückerstattet, wenn Sie persönlich die Versicherung nicht in Anspruch nehmen. Andere Mitglieder in Ihrem Risikokollektiv machen es mit Sicherheit.


    Und auch vor Erhöhungen der Versicherungsprämie sind Sie grundsätzlich nicht gefeit. Um im Beispiel zu bleiben, was soll denn der Versicherer machen, wenn in einem Jahr noch ein zweiter Versicherungsnehmer stirbt? Seinen Hinterbliebenen sagen, Pech gehabt, ich habe kein Geld mehr? Nein, er sagt dann an die übrig gebliebenen 998 Versicherungsnehmer, gebt mir im nächsten Jahr statt bisher 120 nun 220 EURO (ich weiß, nicht ganz exakt gerechnet). Das nennt man dann Beitragserhöhung. Ein kluger Versicherer kalkuliert gleich mit 2 Todesfällen im Jahr und 220 EURO Prämie. Und wenn dann in einem Jahr tatsächlich nur ein Versicherungsnehmer stirbt, kann er großzügig 100 EURO zurückerstatten.
    (Nur der Vollständigkeit halber angemerkt; die tatsächlichen Verhältnisse und Berechnungen sind natürlich wesentlich komplexer.)


    Wenn Sie akzeptiert haben, dass Ihre Jahr für Jahr gezahlte Versicherungsprämie weg ist, finden Sie unter den entsprechenden Schlagworten im Finanztip viele Hinweise, um die für Ihre Bedürfnisse beste Versicherung zu finden.


    Gruß Pumphut

    Danke KaiRe; endlich lacht mal einer drüber. Es war ein Beispiel und kein ernst gemeintes, denn ernst kann ich die Diskussion über ein „Bargeldverbot“ nicht nehmen.


    Wie sähe denn ein solches Bargeldverbot aus? Ein absolutes Verbot des Besitzes von Bargeld jeglicher Sorte ist schlicht nicht durchsetzbar. Selbst die kleine und gut überwachte DDR konnte das Verbot des Besitzes von DM letztendlich nicht durchsetzen. Die einzige Möglichkeit wäre, dass die EZB erklärt, ab einem Stichtag sind die Münzen und Scheine kein gesetzliches Zahlungsmittel mehr und Restbestände können gegen Eigentumsnachweis auf ein Konto eingezahlt werden. Sofort würden jedwedes anderes Tauschäquivalent auftauchen, z.B. die ja schon jetzt vorhandenen Lokalwährungen (XY- Taler) und natürlich Bargeld aller anderen Währungen, vornweg der Dollar.


    Selbst den Versuch die Verwendung von Dollar in Europa zu verbieten, würde Uncel Sam nicht so gut finden und mit Sicherheit zu verhindern wissen. Letztendlich ist es ein fundamentales Interesse der USA, dass im Tausch gegen grün bedrucktes Papier Waren und Dienstleistungen in die USA fließen (von nützlichen Nebeneffekten, s.o., mal ganz abgesehen).


    Ich bin fest überzeugt, solange es Papierdollars gibt, wird es auch Papier- EURO (oder Nachfolgewährung) geben. Und obwohl in den USA wesentlich mehr mit Plastikgeld bezahlt wird als in der EURO- Zone, habe ich noch keine Diskussionen über eine Abschaffung der Dollarscheine gehört. Die Diskussion über eine Bargeldabschaffung ist m.E. nur ein Ablenkungsmanöver für das Volk.


    Davon abzugrenzen ist die Frage einer Obergrenze der Bezahlung mit Bargeld oder die Abschaffung großer EURO- Scheine. Niemand glaubt hoffentlich, dass dies die OK oder die Hochfinanz (wo ist der Unterschied?) beeindrucken wird. Vielleicht wird dem grundsätzlich ehrlichen Normalbürger ein Geschäft in der Grauzone etwas erschwert. Lohnen dafür Aufwand und Aufregung?


    Gruß Pumphut

    Hallo guemue,


    als kleine Entscheidungshilfe. Nach der Allgemeinen Sterbetafel 2010/2012 hat ein 65- jähriger Mann eine „Rest“ - Lebenserwartung von ca. 17,5 Jahren, eine 65- jährige Frau von ca. 20,7 Jahren.


    Wenn Sie also mindestens den Durchschnitt erreichen, machen Sie mit der vollen Rentenzahlung plus. Bei der Riesterrente können Sie sich max. 30% als Kapital auszahlen lassen. Wenn Sie von Erfindung der Riesterrente an dabei sind und immer den förderfähigen Höchstbetrag eingezahlt haben, kommen Sie bei den 30% kaum auf 10 TEURO.


    Nun kann man rechnen, ob man unter den heutigen Randbedingungen mit der Steuerlast, den KV/PV- Beiträgen und den Zinsen einer Kapitalanlage bei der einen oder anderen Variante etwas besser fährt. Aber keiner kann Ihnen sagen, welche Regelungen in 10 Jahren gelten.


    Meine Überlegung bei ziemlich gleich gelagerter Fragestellung war: Brauche ich die mögliche Kapitalauszahlung jetzt sofort für etwas Nützliches oder Schönes (von Wohnungsrenovierung bis Weltreise)? Wenn nicht, besser als die Zahl auf dem Konto ist die höhere monatliche Rente.


    Gruß Pumphut

    Hallo milkrun,


    da ich auch einen Bausparvertrag BS 1 der Debeka aus 2004 hatte, hier noch eine Ergänzung.


    In § 4 (2) b der ABB BS 1 steht:
    „ Für Zuteilungen können nur die Bausparverträge berücksichtigt werden, bei denen am zugehörigen Bewertungsstichtag das Bausparguthaben des Vertrages mindestens 40% der Bausparsumme (…) erreicht hat und die Bewertungszahl mindestens 2.400 (…) beträgt.
    Von diesen Bausparverträgen werden zu einem bestimmten Zuteilungstermin nur dann alle Bausparverträge zugeteilt, wenn die für die Zuteilung verfügbaren Mittel dazu ausreichen. Die Bausparkasse errechnet aus den für die Zuteilung verfügbaren Mitteln für jeden Zuteilungstermin eine Zielbewertungszahl. Dies ist die niedrigste Bewertungszahl, die zur Zuteilung ausreicht.“


    Die Bewertungszahl ist also nur eine Rangfolge der auf einen Kredit wartenden Bausparer, wann sie mit der Zuteilung an der Reihe sind. Mit einer Bewertungszahl von 2.400 hat man noch keinen Rechtsanspruch auf ein Darlehn erreicht. Die Bedingungen sind offensichtlich in für die Bausparkassen glücklicheren Zeiten geschrieben worden, wo alle Bausparer drängelten, wann bekomme ich meinen Kredit. Inzwischen ist es nun so, dass so wenige Bausparer einen Kredit erhalten wollen, dass die Zielbewertungszahl nach Absatz 2 unter die Grenze von 2.400 Punkten gefallen ist.


    Ob man die Bausparkasse auf die Regelung im ersten Absatz von § 4 (2) b festnageln kann, sollten die Juristen im Forum bewerten. Aus Sicht der ursprünglichen Bausparidee ist es ja eine gute Nachricht für den Bausparer, wenn der Kredit früher zugeteilt werden kann.


    Bei mir war es jedenfalls so, dass 2008 die 40% erreicht waren und auch schon damals bei einer Bewertungszahl von nur 1.280 der Vertrag zugeteilt wurde.


    Gruß Pumphut

    Hallo,


    und wieder wird diese Sau durchs Dorf getrieben. Ich kann mich elijah2807 nur anschließen, Aktionismus und sonst nichts.


    Irgendwelche Bargeldverbote oder –Einschränkungen erinnern an das Vorhaben, Küchenmesser zu verbieten, weil damit gelegentlich Menschen umgebracht werden. Es gibt für interessierte Kreise immer Umgehungsmöglichkeiten; im Beispiel tut es ein Schraubendreher oder Hammer auch.


    Bis zu dem von einigen Gruppierungen sicherlich gewünschten Verbot von Bargeld ist es ein langer Weg. Solange der Hegemon aus gutem Grund seine Dollars auch in Papierform in Umlauf sehen möchte (nur ein Beispiel: ehrenamtliche Mitarbeiter div. Geheimdienste lassen sich ihre Belohnung nur ungern auf ein Konto überweisen), wird es auch den EURO (oder Neu- EURO) in Papierform geben.


    Gruß Pumphut

    Hallo Suchende,


    ich glaube, Sie gehen die Frage nicht optimal an. Haben Sie sich schon einmal überlegt, warum es keine Berater für den Kauf von PKWs gibt? Da kann man auch 50 oder 100 TEURO ausgeben.


    Jeder, der ein Auto kaufen möchte, macht sich in diversen Veröffentlichungen, Tests, Bewertungsportalen u.ä. schlau, fragt Freunde und Bekannte, geht in Autohäuser und macht Probefahrten. Nach Aussortierung der ungünstigen Varianten bleiben 2-3 gute Typen mit jeweiligen Vor- und Nachteilen übrig. Machen wir uns nichts vor, die Entscheidung unter diesen erfolgt nach Bauchgefühl. Jeder, der schon einmal ein Auto oder ähnlich wertvolles materielles Produkt gekauft hat, weiß, es macht Aufwand. Und wenn sich nach einiger Zeit herausstellt, es war doch nicht die optimale Entscheidung, dann war es meine Fehlentscheidung.


    Ich kann es auch kürzer mit Warren Buffett fassen: Ich mache nur Geschäfte, die ich verstehe.


    Finanztip bietet für Ihre Fragestellungen sehr gutes Informationsmaterial und wenn es dann immer noch eine Fach- oder Verständnisfrage gibt, sind im Forum für fast jedes Gebiet Spezialisten vertreten.


    Wenn Sie so aufgerüstet noch mit einem Honorarberater sprechen wollen, ist das auf jeden Fall produktiver als wenn Sie Ihr finanzielles Schicksal in fremde Hände legen.


    Allerdings möchte ich Kater.Ka zustimmen, gut informiert brauchen Sie ggf. keinen Berater mehr.


    Nur Mut und viel Erfolg


    Pumphut

    Hallo magigstar,


    damit andere Foristen auch etwas davon haben, hole ich etwas weiter aus.


    Aus dem Halbsatz
    „Als Versicherung wird die Wohngebäude sowie die Haus- und Grundbesitzhaftpflicht.“


    vermute ich, dass es um den Abschluss sowohl einer Wohngebäudeversicherung als auch einer Haus- und Grundbesitzer- Haftpflichtversicherung (HuG) geht. M.E. eine Kombination, die oft Sinn macht und von vielen Versicherungsgesellschaften auch gemeinsam angeboten wird (gleichwohl sind es rechtlich getrennte Verträge).Wie Sie in Ihrem Zitat schon richtig festgestellt haben, kann die Versicherungsgesellschaft den Beitrag zur HuG nach der Gesamtwohnfläche, oder der Bruttojahresmiete oder der Anzahl der Wohnungen berechnen. Und eine vierte Gesellschaft kann den Beitrag nach noch einem anderen Kriterium festlegen. Solange dabei Risikoäquivalenz und Nachvollziehbarkeit gewährleistet sind, ist die Gesellschaft in der Wahl der Berechnungsmethode frei.


    In Ihrem Fall hat also Gesellschaft A die Bruttojahresmiete gewählt. Was Gesellschaft B gewählt hat, kann ich nur vermuten. Falls aber auch ein Angebot zur Wohngebäudeversicherung mit erstellt sein sollte, ist es naheliegend, dass dort die Versicherungssumme (und dann indirekt die Prämie) nach der Wohnfläche berechnet wurde; für Wohngebäudeversicherungen ein häufiger Berechnungsmaßstab. Wenn der Versicherungsvertreter diesen Wert also schon für die Berechnung der Wohngebäudeversicherung kennt, muss er ihn für die HuG nicht nochmal abfragen. Wie betont Vermutung! Reden Sie mit Ihrem Versicherungsvertreter. Und wenn er Ihnen keine Antwort gibt, sind die z.B. 50 EURO Prämienersparnis teuer erkauft.


    Wichtiger als der Berechnungsmaßstab der HuG sollte allerdings der Leistungsumfang sein. Ich hoffe, Sie haben mit den Vertretern ausführlich über Ihre individuelle Risikosituation und die optimale Absicherung gesprochen und dann das richtige Produkt ausgewählt.


    Gruß Pumphut

    Hallo forenteilnehmer,


    theoretisch kann Ihnen der Makler natürlich bei der Gesellschaft seiner Wahl Sonderbedingungen aushandeln. Aber ob er dies bei Miniprämien (s. meine obigen Erläuterungen) will und die jeweilige Gesellschaft mitspielt, ist eine andere Frage. Der Verkauf von Versicherungsprodukten für Privatpersonen nähert sich immer mehr dem Discouter, Sie kaufen die abgepackte Wurst oder nicht.


    Viel Glück bei der Suche nach so einem Makler und falls Sie in finden ganz lieb behandeln. Er ist vom Aussterben bedroht.


    Gruß Pumphut

    Hallo,


    die Meinung von trumpet über Makler"..der in aller Regel wenig Fachwissen über Vers.Bedingungen hat und selbst beim Versicherer rückfragen muß.." muss ich aus 20 Jahren täglichen beruflichen Kontaktes mit Versicherungsmaklern leider bestätigen. Wobei es überwiegend nicht die individuelle Fehlleistung des einzelnen Maklers sondern ein Systemfehler ist. Die meisten heutigen Makler sind immer noch Einhandsegler bzw. haben noch 1-2 technische Mitarbeiter. Und diese arme Makler(in) soll sich nun mit Leben-, Kranken-, Unfall- Sach-, Haftpflicht- und sonstige Spezialversicherungen auskennen und nicht nur für Privatpersonen sondern auch noch für Gewerbebetriebe. Und manch einer versucht zusätzlich noch, sein Geld als Finanzmakler zu verdienen; Respekt für diese Halbgenies. Natürlich gibt es auch die weltweit agierenden Maklerkonzerne, die für jede Detailfrage im eigenen Hause Spezialisten haben; deren Klientel sind aber keine Privatkunden.


    Dem Kleinmakler bleibt nur, sich für bestimmte Standardfallgestaltungen nach seiner Meinung gute Produkte bei den verschiedenen Versicherern herauszusuchen (Dass die Courtagehöhe auch eine Rolle spielt, soll nicht ganz vergessen werden.) Wenn dann aber ein Spezialfall auftaucht (wie im Ausgangsfall Radrennen) muss er entweder selbst nachlesen oder bei den Versicheren nachfragen. Im o.g. Fall hat der Anfrager mit seinem Makler richtig Glück gehabt.


    Ein kleines Rechenbeispiel: Eine Privathaftpflichtversicherung mit ein paar Extras bekommt der Versicherungsnehmer für max. 100 EURO/a brutto. Davon erhält der Makler (ca. 15-25% der Nettoprämie) max. 20 EURO/a. Dafür muss er mit dem potenziellen Kunden ein Gespräch führen, die Beratung dokumentieren, ein Angebot übermitteln und im positiven Fall, wenn der Kunde zusagt, die Unterlagen noch dem Versicherer übermittel. Hat er überhaupt nur seine Kosten verdient? Das macht ein Makler nur als Einstieg für weiteres - für ihn ertragreicheres - Geschäft.


    Und noch ein Aspekt zum Service der Versicherer - hier InterRisk. Diese hat zwar eine große Mutter aber mit 7 Mio EURO Prämienennahme 2014 in der Haftpflichtversicherung (Geschäftsbericht 2014 S. 4) ist die InterRisk eine der kleinen Gesellschaften im Haftpflichtgeschäft. Um die Abwicklung der Verträge kümmern sich nach üblichen Kennzahlen max. 10 Mitarbeiter. Die können keine Einzelberatung für Endkunden leisten, die sind schon von den Makleranfragen genervt genug (s.o.)


    Und bevor hier ein Forist den echten Honorarberater ins Spiel bringt, wieviel nimmt er für eine Beratung?


    In diesem Dilemma sehe ich die eigentliche Notwendigkeit von solchen Portalen wie Finanztip. Die Kunden (hier Versicherungsnehmer) sollen verstehen, wie Versicherungsprodukte funktionieren und dann die richtigen Fragen zu ihrer eigenen Situation stellen. Insofern ist der "Radrennfahrer" im Ausgangsbeispiel ein positiver Fall. Er hat erkannt, dass er ein besonderes Risiko hat, dass nicht unbedingt und immer mitversichert ist. Aber ich befürchte, viele andere stellen sich die Fragen nicht und haben im Schadenfall Probleme. Ob im konkreten Test die Versicherung A mit dem Produkt X oder B mit Y besser ist, ist m.E. eine sekundäre Frage.


    Gruß
    Pumphut

    Hallo trumpet,


    ich habs gefunden; vielen Dank. Benutzerfreundlich sieht allerdings anders aus.


    Noch ein kleiner Hinweis für den Systemadministrator der InterRisk: Unter "Haftpflicht/Bedingungen/Allgemeine Versicherungsbedingungen für das Privatgeschäft" erscheinen nicht die PHV- Bedingungen B62 sondern die Sachbedingungen B19.


    Mein Verdacht im Ausgangsstatement Pkt. 2 hat sich bestätigt. Die herausgehobene Mitversicherung von Flüssiggastanks bei der InterRisk ist ein Werbegag. Bei der Haftpflichtkasse werden die Flüssiggastanks nicht erwähnt, sind aber selbstverständlich mitversichert - da eben nicht explizit ausgeschlossen (s.o.).


    Gruß Pumphut

    Hallo trumpet,


    vielen Dank. Allerdings kann ich auch bei intensivem Suchen die konkreten Versicherungsbedingungen auf den Homepages der InterRisk und der Haftpflichtkasse nicht finden. Oder sind sie nur im geschlossenen Extranet für die Makler dargestellt? Falls nicht, wäre ein Link nett.


    Das dargestellte, hoffentlich wirklich nur theoretische, Beispiel, ist dramatisch. Ob die Deckungserweiterung in der privaten Haftpflichtversicherung aber wirklich der Königsweg zur Vorsorge vor so gravierenden Lebensrisiken ist, wage ich zu bezeifeln.


    Dem Fachmann sicher bekannt aber für die anderen Foristen nochmals erwähnt: Mit einer Haftpflichtversicherung kauft man ein Leistungsversprechen des Versicherers: Prüfung der Haftungsfrage, Abwehr unberechtigter Ansprüche und Befriedigung berechtigter Ansprüche und zwar in dieser Reihenfolge.

    Um auf das Beispiel zu kommen, wenn nun der Ehemann die Frau auf Schadenersatz verklagt, dann wird der Versicherer vertragsgemäß (!) erst einmal alles tun, um den Anspruch abzuwehren. Allzu kreativ sollte die Ehefrau bei der Darstellung ihres Verschuldens auch nicht sein, denn da droht noch § 229 StGB (Fahrlässige Körperverletzung). Wenn die Haftung dem Grunde nach feststeht, ist die nächste Aufgabe des Versicherers, die Schadenhöhe zu begrenzen, z.B. über ein Mitverschulden des Geschädigten/Klägers. Hat er einen Helm getragen; wäre die Verletzung mit Helm überhaupt nicht eingetreten oder wesentlich glimpflicher abgegangen? Hier droht ein langer und zermürbender Rechtsstreit.


    Wer solchen Schäden absichern will, sollte eine Unfallversicherung oder noch besser eine Berufsunfähigkeitsversicherung kaufen. Die Deckungserweiterung der Mitversicherung gegenseitiger Ansprüche unter Eheleuten gauckelt m.E. eine Sicherheit vor, die im Einzelfall zumindest fraglich ist.


    Gruß Pumphut

    Hallo
    Ich kann mich der Überschrift von trumpet nur anschließen, die Leistung ist entscheidend und nicht 3 oder 5 EURO mehr oder weniger Prämie.
    Auf das konkrete Beispiel von trumpet möchte ich nicht weiter eingehen, da es m.E. sehr speziell ist. Allerdings habe ich zum "Test private Haftpflichtversicherung" vom 30.09.2015 noch einige Fragen und Bemerkungen:


    1. @Franziska Erfolgte der Vergleich der Versicherungsbedingungen und die Punktevergabe nach den verbindlichen „Besonderen Bedingungen und Risikobeschreibungen“ der jeweiligen Versicherer für den konkreten Tarif oder nach den Deckungsübersichten? Zumindest für die beiden Erstplatzierten InterRisk und Haftpflichtkasse Darmstadt sind in der Homepage nur die Deckungsübersichten zu finden. Und was dann im Kleingedruckten steht, ist eine andere Frage.


    2. Die herausgehobene Mitversicherung von Flüssiggastanks bei der InterRisk ist ein reiner Werbegag. Bereits in der Minimaldeckung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (Allgemeine Versicherungsbedingungen für die Haftpflichtversicherung) sind alle gesetzlichen Haftpflichtansprüche privatrechtlichen Inhalts mitversichert, es sei denn, sie sind explizit ausgeschlossen. Und ein Ausschluss der Inhaberschaft von Flüssiggastanks existiert nicht.


    3. @Franziska Nachdem in diesem Jahr bereit zwei Versicherer (Astra und Berliner Versicherung AG) ,die auch private Haftpflichtversicherungen angeboten haben, insolvent gegangen sind, wäre es m.E. an der Zeit, in einem Versicherungsvergleich auch die finanzielle Stabilität von Versicherungsgesellschaften mit zu bewerten. Mir ist bewusst, dass bedeutet ein sehr dickes Brett bohren. Aber die besten Versicherungsbedingungen nutzen nichts, wenn der Versicherer sein Leistungsversprechen nicht erfüllen kann (s. Überschrift). Und bevor hier irgendwelche Firmenanwälte unruhig werden, ich will mit dieser Bemerkung keiner der im Test genannten Versicherungsgesellschaft unterstellen, sie wäre insolvenzgefährdet.


    Gruß Pumphut

    Hallo Jericho und die Moderatoren @Annika


    es ist nicht nur ein Grundsatz der Haftpflichtversicherung sondern des deutschen Zivilrechts, dass bei einem Schaden der Schädiger nur den Zeitwert ersetzen muss. Sonst würde sich der Geschädigte ja materiell durch den Schaden bereichern. Dass das Ergebnis für den Geschädigten dabei manchmal unschön ist - wie hier die Schadenersatzleistung reicht nicht für ein neues Fernsehgerät - ist vom Gesetzgeber, d.h. im Endeffekt also der Bevölkerung, so gewollt.


    Und Jericho, es gibt keine Rechtsgrundlage, dass Sie Ihrem "Freund" die Differenz bezahlen müssen. Falls er Sie verklagen würde, würde die Versicherung für Sie diesen unberechtigten Anspruch abwehren.


    Gruß Pumphut