Beiträge von Teetsch

    Nunja, die Steuern zahle ich so oder so.

    Politisch richtig finde ich das nicht, denn Systeme die man erst einmal aus dem allgemeinen Staatshaushalt ausklammert, sollten sich selbst tragen.

    Lt. Dr. Schlemann müssten Sie aber um 502 Euro pro Jahr weniger Steuern zahlen, wenn Sie den Bundeszuschuss für die gesetzlich Versicherten nicht mitfinanzieren müssten (#9).

    Leider begnügen sich die privaten Krankenkassen nicht damit, "sich selbst zu tragen". Als Privatunternehmen ist ihr Ziel, einen Gewinn zu erwirtschaften.

    Den Zivilprozess wegen Körperverletzung und Schmerzensgeld führt auch immer der Patient gegen den Arzt, unabhängig davon ob GKV oder PKV versichert.

    War mir selbstverständlich bekannt. Aber: Im Zivilprozess ist ein Schmerzensgeld sicher leichter zu erstreiten, wenn vorher die GKV mit ihrem mächtigen Apparat den Prozess um die Behandlungskosten gewonnen hat.

    Wie immer gilt: Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.

    In Ihren Beiträgen sollten Sie sich auf sachliche Argumente beschränken. Persönliche Angriffe wirken abstoßend.

    Noch ein Argument gegen die private Krankenversicherung:

    Bei einem Behandlungsfehler (nicht so selten wie von Patienten erhofft) wird der Privatpatient von der privaten Krankenkasse völlig alleingelassen, weil der Patient Vertragspartner des Arztes oder der Klinik ist. Von der privaten Krankenkasse erhält der Versicherte keinerlei Unterstützung. Bei gesetzlich Versicherten führt die gesetzliche Krankenkasse als Vertragspartner des Arztes oder der Klinik den Rechtsstreit. Die GKV hat eine wesentlich stärkere Position. Urteile, die dem Patienten Recht geben, wurden von der GKV erstritten.

    Abgesehen vom Prozesskostenrisiko (Rechtsschutzversicherung) gilt für Privatpatienten: Vor Gericht bekommt man nicht Recht, sondern ein Urteil.

    Nachtrag:

    zu Dr. Schlemann:

    Ein PKV Beitrag als Rentner von 608 EUR ist wie JDS schon schreibt grundsätzlich sehr moderat verglichen mit dem GKV Höchstbeitrag von rund 930 EUR und ein deutlicher Beleg gegen Horrorszenarien von ausufernden PKV Beiträgen im Alter.

    Ich habe geschrieben, dass ich keine Rente beziehe. Wer monatlich 4.837,50 € verdient, kann auch den GKV-Höchstbeitrag zahlen, erst recht, wenn der Arbeitgeber die Hälfte trägt. Man sollte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Dass bei allen Privatversicherten im Alter das Einkommen drastisch sinkt und die KV- und PPV- Beiträge steigen, ist Fakt. In welcher Höhe Alterungsrückstellungen die Beiträge mindern werden, ist ein unbestimmtes Versprechen.

    Ich bin kein bedauerlicher Einzelfall. In meinem Bekanntenkreis sind mehrere privat Versicherte mit den gleichen negativen Erfahrungen. Kein Versicherungsberater kann vorhersehen, welche Wendungen ein Leben nehmen wird. Feststeht nur, dass der Staat seine gesetzlich Versicherten immer unterstützen wird.

    Die Privatversicherten zahlen doppelt, weil sie zusätzlich mit ihren Steuern den Bundeszuschuss für die gesetzlich Versicherten mitfinanzieren.

    In der privaten Krankenversicherung sind die Leistungen teilweise schlechter als die der gesetzlichen Krankenkassen: z.B. werden von meiner privaten KK die Kosten des ärztlich verordneten Transportes im Krankenwagen vom Krankenhaus in die Reha nicht erstattet (am 7.Tag nach einer schweren OP, dem Einsetzen eines künstlichen Kniegelenks, Tarif Gesundheit COMFORT = Etikettenschwindel).

    Hallo,

    auf das wichtigste Argument gegen die PKV geht niemand in den Antworten ein:

    Wer sich privat krankenversichert, handelt sich zwingend die private Pflegepflichtversicherung ein. Die gesetzliche und die private Pflegepflichtversicherung bieten die gleichen Leistungen, unterscheiden sich jedoch in der Beitragshöhe erheblich, weil nur die gesetzliche Pflegepflichtversicherung vom Bund bezuschusst wird. Vor der Wahl haben SPD, Grüne und die Linke wegen der gleichen Leistungen die Zusammenlegung der gesetzlichen und der privaten Pflegepflichtversicherung versprochen (z.B Olaf Scholz in der "Welt" am 08.07.2021). Dies ist dem Koalitionsvertrag geopfert worden.

    Die private Pflegepflichtversicherung ist keine Solidargemeinschaft, sondern kapitalgedeckt: das heißt, die Beiträge werden jährlich je Alterskohorte nach Leistungsaufwendungen neu kalkuliert. Es liegt auf der Hand, dass die Beiträge mit zunehmendem Alter extrem steigen, und das unabhängig vom Einkommen. Der PKV-Verband behauptet, diese Beitragssteigerungen würden durch Alterungsrückstellungen aufgefangen. Auf meine konkrete Nachfrage für meinen Fall erhielt ich vom PKV-Verband die Antwort, ich sei bei Einführung der privaten Pflegepflichtversicherung am 01.01.1995 schon relativ alt gewesen (Jahrgang 1942) und hätte nicht lange genug Alterungsrückstellungen angesammelt. Mein Beitrag zur Pflegepflichtversicherung ist vom 01.05.2010 i.H. von 49,00 € um 166 % auf 130,43 € am 01.01.2022 gestiegen! Die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlich Versicherten ist in den letzten 10 Jahren nur um 30% gestiegen!

    Allein die Pflegepflichtversicherung ist höher als mein Gesamteinkommen! Der Beitrag zur Krankenversicherung hat sich am 01.01.2022 um 50,52 € auf 477,86 € erhöht. Diese Beiträge muss ich in voller Höhe selbst tragen, weil ich weder Rente noch Pension beziehe. Ein Wechsel zurück in die gesetzliche Kranken- und Pflegepflichtversicherung war für mich wegen Gesetzesänderungen zu keinem Zeitpunkt möglich.

    Die beeindruckenden Grafiken des PKV-Verbandes für die Werbung für die PKV betreffen einen idealen Fall, der nicht die Wirklichkeit für die Mehrheit der Versicherten abbildet. Der PKV-Verband gibt offen zu, dass die privat Versicherten das Gesundheitssystem am Laufen halten. Auch ehrliche Ärzte geben zu, dass sie ihre Praxis schließen müssten, wenn sie keine Privatpatienten hätten. Die Privatversicherten sind also nicht nur bzgl. Krankenversicherung, sondern auch bei der Pflegepflichtversicherung die Melkkühe der Nation.

    Ich kann deshalb nur dringend davon abraten, sich privat zu versichern. Besser ist die gesetzliche Versicherung mit Zusatzversicherungen für Krankenhaus und Zahnersatz.