Beiträge von Tonke3

    Ich sehe es auch als Erweiterung der Wahlmöglichkeiten und befürworte es, dass die GKV nun in BW künftig wählbar sein soll. Kann mir nur vorstellen, dass der DBB da für die PKV Wirtschaft lobbyiert, der so möglicherweise Anteile einiger Generationen an Neu-Beamten wegbröckeln.


    Bleibt die Frage, wie man mit den bereits verbeamteten Personen (relativ neuverbeamtete vs. altverbeamtete) umgehen soll? Können die alle auch in die GKV wechseln - oder nur die neuverbeamteten Leute? Vermutlich letzteres. Von den Altverbeamteten werden die meisten eh nicht tun, da sonst die Altersrückstellungen (= Kohle) bei der PKV weg wären und natürlich auch die bessere medizinsiche Versorgung dahin wäre.

    Wenn ein PKV Versicherer einen Umstellungsservice anbietet, macht es dann Sinn, den zu nutzen? Das funktioniert ja dann meines Wissens so, dass der Vertrag bei Änderungen der jeweiligen Beihilfevorschriften im Rahmen der für den Verkauf zur Verfügung stehenden Tarife bedarfsgerecht umgestellt wird. Die Teilnahme ist meist widerrufbar, d. h. man entscheidet sich nicht für immer dafür. Durchgeführte Vertragsumstellungen im Rahmen des Umstellungsservice können ggf. innerhalb einer bestimmten Frist (z. B. 1 Monat) rückgängig gemacht werden. Die DBV bietet das z. B. an. Ist sowas hilfreich für den Versicherungsnehmer?

    Ich habe mich nun selbst dran gemacht und bei kv fux (Danke, Muenchner für diesen Tipp!) nach den Schwächen der DBV geschaut.


    Generell ist der Beihilfeergänzungstarif z. B. im Vergleich zu Barmenia oder R+V (Versicherer, die weiter vorne bei kv fux gelistet sind) schwächer, d. h. die DBV leistet vergleichsweise wenig mit diesem Tarif und die Beihilfelücke wird so in vielen Fällen nicht geschlossen. Das kann ja auch zukünftig erst relevant werden, wenn die Beihilfen ihre Leistungen kürzen sollten.


    AMBULANTER BEREICH

    - Heilmittel unterliegen einem tariflichen Preis- und Leistungsverzeichnis

    - Hilfsmittel müssten für 100%ige Erstattung über die DBV bezogen werden, ansonsten ggf Erstattung nur zu 80%

    - Vorsorgeuntersuchungen auf GKV Niveau

    - Erstattung ambulante Transportkosten teilweise nur zu 80 % (z. B. zur Dialyse, Chemotherapie)


    STATIONÄRER BEREICH

    - Aufenthalt in gemischten Anstalten nur mit vorheriger Zusage

    - Geltungsbereich außereuropäisch limitiert

    - Anschlussheilbehandlung (Reha) nur mit vielen Einschränkungen

    - zum versicherten Prozentsatz medizinisch notwendige Transporte zum und vom nächstgelegenen geeigneten Krankenhaus

    - Entziehungsmaßnahmen mit vielen Einschränkungen und nur bis max. 80 % erstattungsfähig


    ZAHN-BEREICH

    - tarifliches Preis- und Leistungsverzeichnis

    - Sachkostenliste bei Material- und Laborkosten


    Bei der DBV sind also schon einige Leistungslücken und "versteckte Selbstbehalte" enthalten.

    Sie scheint sich an den Beihilfesätzen zu orientieren. Auch wenn sie noch nicht die aktuellen Sätze hat. Dies kann in der Praxis zu Selbstbeteiligungen führen. Aber wenn der Rest des Tarifs passt, würde mich das nicht vom Abschluss abhalten. Man sollte es nur vorher wissen. Du kannst dann nicht zur Logopäden gehen und sagen, meine Versicherung zahlt aber nur 59 EUR wenn sie mit dir vorab 80 pro 45 min vereinbart hat. Dein Versicherungsschutz geht sie nichts an. Du bist Selbstzahler und es gibt halt keine Gebührenordnung. Wieso die PKV das Thema nicht mal angeht und sich mit den Heilmittelverbänden zusammensetzt, weiß ich aber auch nicht

    Ich finde bei der DBV die Sachkostenliste im Bereich Zahn, den Bezug von Hilfsmitteln über den Versicherer (sonst ggf Kürzung auf 80 %) und nochmal eine Liste bei Heilmitteln echt nervig ... Das riecht doch nach versteckten Selbstbehalten.

    Danke, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, zu antworten, Dr. Schlemann . :)

    Ich finde Ihre Vorgehensweise, hier Werbung für Ihre Beratung zu machen, grundsätzlich vollkommen in Ordnung. Bevor ich mich allerdings in eine "kostenlose Beratung" (gibt es sowas im Finanzbereich, zahlt man nicht immer (indirekt) irgend einen Preis?) begebe, möchte ich mir hier im Forum, durch Lektüre bei Finanztip oder Finanztest erstmal versuchen ein neutrales Grundgerüst anzulesen und auch andere Meinungen (z. B. die von Muenchner ) zu lesen. So wie ich Sie hier verstehe, ist das auch etwas, was Sie respektieren und auch verstehen können.

    Dr. Schlemann Sie könnten doch mir und den anderen Kritikern hier im Forum total einfach den Wind aus den Segeln nehmen, indem Sie ähnlich kritische Artikel über bspw. die AXA (da gibt es auch genug zu schreiben, insbesondere über die bei Beamten ebenfalls beliebte DBV), oder eine andere der großen Versicherer veröffentlichen würden, dann könnte man den Eindruck echter Neutralität gewinnen.

    So aber bleibt die Frage offen, warum Sie diese offene Flanke nicht einfach schließen (was ja total leicht möglich wäre), bei echter Neutralität, wäre das doch kein Problem?

    Das sehe ich auch so - entweder auf seiner Website oder auch hier im Forum. Das hat er bei der HUK und v. a. der Debeka ja auch getan und mich würde nach wie vor z. B. eine Gegenüberstellung der 5 größten Stärken und Schwächen der DBV aus Ihrer Sicht, Dr. Schlemann , interessieren. Das sollte doch auch hier im Forum ggf leistbar sein, oder? Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen. :)


    Besonders sind natürlich die Schwachpunkte der DBV interessant, auch hinsichtlich der auf Ihrer / Dr. Schlemanns Website benannten besonders wichtigen "Beamten-Kriterien":

    • "Erstattet Ihr Tarif auch Kürzungen der Beihilfe im Bereich der Vorsorgemaßnahmen, die über die Programme der Beihilfe hinausgehen, wie bspw. zur Früherkennung von Krankheiten sowie im Rahmen der „Mutterschafts-Richtlinien“?
    • Werden Kürzungen bei Schutzimpfungen gem. Empfehlungen der STIKO übernommen?
    • Werden die Differenzkosten für Heilmittel übernommen, die über die Beihilfeverordnung hinausgehen?
    • Trägt der Beihilfeergänzungstarif die Differenzkosten für Hilfsmittel, die über die Leistungen der Beihilfe hinausgehen?
    • Erstattet der Tarif auch nicht beihilfefähige Hilfsmittel?
    • Erstattet Ihr Tarif den Anteil der Kosten, die über die GOÄ/GOZ hinausgehen, insbesondere wenn der Restkostentarif eine Erstattung über die Gebührensätze vorsieht?
    • Werden die Kürzungen der Beihilfe im Bereich der Zahnbehandlung und Zahnersatz vom Tarif aufgefangen?
    • Für Brillenträger: Leistet der Tarif auch bei operativen Maßnahmen zur Behebung einer Fehlsichtigkeit (z.B. LASIK)?"

    Konkrete Quelle dieser Fragen: https://schlemann.com/krankenv…versicherung-fuer-beamte/ (gern geschehen, Dr. Schlemann ;))

    Herr Dr. Schlemann, auf Ihrer Website beschreiben sie Auswahlkriterien für eine PKV. Dabei taucht z. B. "Übernahme von Analogabrechnungen, z.B. für Wurzelbehandlungen, Stoßwellentherapie, Schlafapnoe- bzw. Schnarcherschiene, Herztransplantation, Kapselendoskopie oder Transkranielle Magnetstimulation" auf. Manchmal, wie bei den Analogabrechnungen, schreiben Sie auch: "gute Anbieter übernehmen diese Kosten".


    Könnten Sie die sogenannten "Hochleistungstarife" (für Beamte!) nennen, die Sie als "gute Anbieter" bezeichnen würden? Meines Erachtens sind dies Barmenia (die nennen Sie auf Ihrer Website auch gelegentlich), R+V, Signal Iduna / Deutscher Ring, universa und Alte Oldenburger. (Und natürlich ist das sehr individuell und muss zum jeweiligen Bedarf passen, das ist klar ...)

    Sie scheint sich an den Beihilfesätzen zu orientieren. Auch wenn sie noch nicht die aktuellen Sätze hat. Dies kann in der Praxis zu Selbstbeteiligungen führen. Aber wenn der Rest des Tarifs passt, würde mich das nicht vom Abschluss abhalten. Man sollte es nur vorher wissen. Du kannst dann nicht zur Logopäden gehen und sagen, meine Versicherung zahlt aber nur 59 EUR wenn sie mit dir vorab 80 pro 45 min vereinbart hat. Dein Versicherungsschutz geht sie nichts an. Du bist Selbstzahler und es gibt halt keine Gebührenordnung. Wieso die PKV das Thema nicht mal angeht und sich mit den Heilmittelverbänden zusammensetzt, weiß ich aber auch nicht

    Gibt es aus Deiner Sicht weitere Schwächen oder explizite Stärken der DBV?

    Der Unisex Tarif ist z. B. in meinen Augen deutlich stärker als der Bisex Tarif.

    Die Heilmittelliste ist wirklich nicht besonders. Da muss mit einer kleinen Selbstbeteiligung gerechnet werden, was man ja auch in Kauf nehmen kann. Als Beispiel erstattet die DBV nach dieser Liste für Logopädie 45min 59 EUR. Da ist der Beihilfesatz bis 31.12.21. Vermutlich werden sie den Satz auch dem neuen Beihilfesatz von 63,20 anpassen. Der GKV Satz liegt übrigens bei 63,19. Grundsätzlich können Heilmittelerbringer aber ihre Privatpreise bestimmen, wie sie wollen. Viele richten sich an dem Beihilfesatz. Ein guter Tarif würde aber auch mehr erstatten, wenn die Preise ortsüblich und angemessen sind.

    Danke für Ihre Antwort Ltotheeon . Sie meinen, dass die Heilmittelliste nicht besonders gut ist, aber auch nicht sehr schlecht, oder?

    Wie gesagt, das sprengt den Rahmen von kurzen Beiträgen. Wir sprechen hier über rund 100 Kriterien, von denen die meisten ziemlich erklärungsbedürftig sind. Siehe sehen ja in dem HUK Thread, wie der Versuch zu helfen ausarten kann. Empfehlungen für Gesellschaften würde ich auch nicht pauschal abgeben. Selbst die Debeka kann für jemand mit Vorerkrankungen, der woanders nicht unterkommt, oder jemand mit einem niedrigen Anforderungsprofil eine passende Lösung sein.


    Was hält Sie denn davon ab sich fachkundig beraten zu lassen? Außer uns gibt's ja auch noch einige andere Kollegen, die das können.

    Danke für Ihre Antwort, Dr. Schlemann , ich lasse mich gerne fachkundig beraten, (erst) wenn ich selbst ein paar grundlegende Infos zusammengetragen habe. Hätte mich halt interessiert, wo ein Experte Stärken und Schwächen der DBV sieht.

    Tonke3 , die Axa DBV ist wie Sie richtig schreiben auch einer der "größeren" Beamtenversicherer und hat ganz manierliche Tarife. Ob

    • diese zu Ihren individuellen Anforderungen passen - es gibt ja auch noch einige andere "gute" Anbieter von Beihilfetarifen,
    • Sie woanders gesundheitlich versicherbar sind (dann gewinnt die Anwartschaft bei der Axa an Bedeutung),
    • Sie in Bisex besser aufgehoben sind (für Männer im Verhältnis etwas günstiger, in einigen Punkten leistungsschwächer, teilweise aber auch leistungsstärker, z.B. bei Hörgeräten, die in den neueren Axa Tarifen betragsmäßig gedeckelt sind, Möglichkeit zur Nutzung des Standardtarifs etc.) oder ob
    • Sie mit Unisex besser fahren

    lässt sich nicht aus der Hüfte auf "Forums-Niveau" beantworten. Dazu sollten Sie sich bei einem Berater, der sich mit Beamten auskennt, eingehend beraten lassen. Ich wüsste da evtl. jemand. :)

    Guten Tag Herr Dr. Schlemann ,


    vielen Dank für Ihre Antwort. :)


    "Manierlich" klingt in meinen Ohren wie "OK" - weder besonders gut noch besonders schlecht. Ich finde v. a. die Heilmittelliste und die Sachkostenliste der DBV unsympathisch.


    Was ich an der DBV jedoch interessant finde ist, dass dort mit der Anwartschaft eine Rückkehr in Bisex möglich wäre und dann zukünftig (wenn man die besseren Leistungen aus Unisex benötigt oder Bisex Beiträge stark ansteigen) auch jederzeit ein Wechsel in die Unisex Tarifwelt. Das ist aber kein inhaltlicher Vorteil der Tarifbedingungen.


    Auf Ihrer Website steht auf der Seite https://schlemann.com/krankenv…ersicherung/optionstarif/ unter der Rubrik "Optionstarife für Beamte und Beamtenanwärter" ein Vergleich, bei dem die DBV/AXA mit ca. 88 % (zumindest Stand 2018) nicht so schlecht wegzukommen scheint (wobei nicht ganz klar ist, was der Tarif "50T" jeweils bedeutet ...) - jedenfalls P/L technisch vermutlich weit weg von der HUK und sogar vor der Debeka (85 %).


    Sie hatten an anderer Stelle einmal zur HUK eine sehr gute Übersicht über deren Nachteile in der Bisex vs Unisex Welt gegeben: RE: Versicherungsberater Tarifwechsel PKV


    Deshalb die Fragen:

    • Könnten Sie so eine kurze Zusammenfassung der aus Ihrer Sicht wesentlichen Nachteile auch für die DBV erstellen? Ich meine wie gesagt besonders diese Listen (Sachkosten Zahn, Heilmittel ...) als negativ identifiziert zu haben.
    • Wenn Sie für sich als Beamten wählen müssten: Debeka oder DBV?

    Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung - gerne auch die von anderen, die etwas Substanzielles beizutragen haben. :)

    Guten Abend,


    ich werde bald verbeamtet und habe eine kl. Anwartschaft in einem Bisex Tarif der DBV (heute AXA).


    Mich würde interessieren, wie die DBV (AXA) heute auch in Unisex in der PKV zu bewerten ist? Von der Debeka liest man ja so einiges (z. B. hier https://schlemann.com/krankenv…ankenversicherung/debeka/ und hier https://schlemann.com/debeka-unisex-oder-debeka-bisex/) und das ist leider eher negativ (v. a. im Bisex Bereich).


    Wie ist die DBV (AXA) demgegenüber heute (Unisex) vs. früher (Bisex) aufgestellt? Dr. Schlemann, Sie sind ja hier im Forum auch aktiv und von Ihnen stammen die oben genannten Links. Außerdem haben Sie hier im Forum neulich auf HUK Bisex vs Unisex Bezug genommen und die Nachteile des HUK Bisex Tarifs schön aufgeschlüsselt. Wie ist Ihre Meinung und wie sind Ihre Erfahrungen (und die der anderen ForistInnen) mit der DBV (AXA) als einem weiteren der großen Beamtenversicherer?


    Abendliche Grüße

    Ltotheeon , bei meinem privat abrechnenden Kölner Wirbelsäulenspezialisten ist ein Orthopädenkollege tätig, der gleichzeitig auch Physiotherapeut und Osteopath ist. Somit bekam ich bei einer extrem schmerzhaften Facettengelenksentzündung, die ca. 10 Tage lang nur mit Opioiden halbwegs erträglich war, ohne Wartezeit das volle Programm 1) Sofortiges MRT (ok, hier musste ich 20-30 Minuten warten), um einen Bandscheibenvorfall auszuschließen 2) Spritzen ca. alle 2 Tage, 3) Physiotherapie / Osteopathie ca. alle 2 Tage und 4) PRT (Spritze unter CT). Mit dieser Kombi wurde es dann langsam besser. Ich hätte auf keine dieser Maßnahmen auch nur einen einzigen unnötigen Tag warten können und wollen und ich hätte mit diesen Schmerzen, die nur im Liegen mit erhöht gelagerten Beinen halbwegs aushaltbar waren, keine 15 Minuten unnötige Wartezeit in irgendeinem Wartezimmer ertragen. Das sind Situationen, in denen ich meine PKV extrem schätze!

    Darf man fragen, bei welcher PKV Sie sind, Dr. Schlemann?