Beiträge von Sovereign

    Das ist Richtig, aber für den größten Teil der Bürger dieses Landes die Haupteinnahme im Alter.

    Bedauerlich (um nicht zu sagen traurig) genug. Stimmt aber.


    Ergänzende Ansätze gäbe es zahlreiche, wie der Blick in andere Länder zeigt (USA mit viel höheren Freibeträgen, Länder mit deutlich höherer Wohneigentumsquote wie in Südeuropa, Länder in Skandinavien wie Norwegen oder Schweden mit Aktien lastigen sog. Staatsfonds zwecks Altersvorsorge für jedermann etc.)

    Bisher klappt das auch recht zuverlässig,

    Nun ja, kenne auch genug Leute, die nach 35 oder noch mehr Jahren im Arbeitsleben mit sehr bescheidenen Renten auskommen müssen. Für bereits Rentner und sehr rentennahe Jahrgänge mag Deine Aussage dennoch teilweise (noch) stimmen. Für jüngere Menschen sieht es m. E. deutlich schlechter aus. Mit 20 oder 30 Jahren würde ich - ganz persönlich - die GRV nur noch als Beimischung sehen und verstehen.

    leider informieren sich viel zu wenige was sie zu erwarten haben und wie groß die Lücke zum Bedarf ist.

    Volle Zustimmung. Vermutlich gibt es aber auch an den Renteninformationen und/oder Rentenmitteilungen der GRV Verbesserungsbedarf. Erinnere mich da an die ein oder andere unübersichtliche Mitteilung aus der Vergangenheit in typischem Amtsdeutsch ...

    Leider kennen die von mir angesprochenen nicht dieses Forum, oder andere sinnvolle Quellen.

    Da würde ich vollumfänglich zustimmen. Da gilt aber Ähnliches wie in der Geldpolitik: Man kann die Pferde zur Tränke führen - aber saufen müssen sie dann selber (in dem Fall übersetzt: Man kann Angebote machen - aber sich mit dem Thema beschäftigen und Inhalte und Zusammenhänge "inhalieren" müssen die Leute dann schon selbst). Aus meiner Sicht: Erst recht, wenn es um relevante Themen (Beispiel Ruhestandsplanung) und/oder relevante Summen (höhere Geldbeträge) geht.


    In dem Kontext: Hier gibt es m. E wirklich sehr und einige sogar hoch kompetente User. Wenn es aber um relevante Beträge geht (jüngst hatte ich auf so einen Fragesteller mal geantwortet) also ab sechsstelliger Beträge aufwärts, würde ich mir (auch als Unbedarfter) zwar vielleicht Anregungen in einem guten Forum wie diesem holen - dies könnte aber niemals meine eigenen Recherchen ersetzen. Aber da sind die Menschen wohl sehr unterschiedlich.

    Bei "Ihre Vorsorge" macht die DRV Bund ja gar nicht mit.

    Das hatte ich übersehen. Die 16 Regionalträger der Deutschen Rentenversicherung verfolgen von der Sache her sprich inhaltlich sicherlich eine völlig andere Ausrichtung als die DRV Bund ... ^^

    (Die ist quasi die EZB unter den Rentenversicherungsträgern.) Wird also wohl gehen, wenn das Erzböse nicht dabei ist.

    Nur am Rande: Die BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich mit Sitz in Basel, Schweiz) ist übrigens die Notenbank der Notenbanken und auch deren Think Tank. Ausführungen sowie Kritik der BIZ kann man daher Interessierten nur empfehlen.


    Zu Deinem sarkastisch-ironischen Unterton (ECB als "Erzböse") empfehle ich Dir das öffentliche Memorandum ehemaliger hochrangiger ECB-Notenbanker aus dem Jahr 2019. Ein historisch einmaliger Vorgang, äußern sich ehemalige Notenbanker ansonsten doch niemals zur Geldpolitik aktueller Notenbanker. Darin sind schwere bis schwerste Vorwürfe seitens der ECB enthalten, die bis hin zur illegalen Staatsfinanzierung reichen.


    Das einzige, was ich an dem Memorandum kritisieren würde: Es kam schon im Jahr 2019, also vor drei Jahren, um viele Jahre zu spät.

    Soll ja sogar 'Medien' geben, die damit Geld verdienen 'Nachrichten' zu verbreiten.

    Das habe ich auch schon mal gedacht und auch irgendwo gehört ...


    Wenn ich beim Zappen mal an solchen 'Qualitätsmedien' wie Bild-TV hängen bleibe, frage ich mich manchmal welche Interessen damit eigentlich vertreten werden sollen. :/

    Vermutlich die Interessen der Zielgruppe - das sind bei der auflagenstärksten deutschen Tageszeitung mit m. W. > 1,1 Mio. verkauften Exemplaren ca. immerhin 7,6 Mio. Leser (Reichweite).


    Das ist m.E. auch absolut OK, so lange das öffentlich einsehbar ist und es Dir als Nutzer auch völlig frei steht Dich aus allen Quellen zu informieren.

    Davon mache ich als Nutzer schon seit geraumer Zeit (neben tendenziell eher weniger deutschen Medien wie FAZ) auch gerne Gebrauch mit Zeitungen beispielsweise aus der Schweiz, UK, USA usw. Der distanzierte Blick von außen schärft mitunter die Sicht.

    Wenn Du daher der Meinung bist, dass das was in diesem von Referat Janders verlinkten Artikel geschrieben wurde nicht richtig ist, kannst Du ja gerne Informationsquellen nennen, die zu einem anderen Ergebnis gelangen.


    Die dort getätigte Aussage (Tenor: Steigende Zinsen erschweren Immobilienfinanzierung) ist von derartiger Schlichtheit, daß dies einem halbwegs verständigen 15jährigern bewußt sein dürfte. By the way: Zu dem simplen Zusammenhang (Barwertermittlung von Vermögenspreisen via zu diskontierendem Zins) hatte ich hier selbst schon mal was geschrieben (m. W. beim Thema "100% Finanzierung mit 1% Tilgung"; Beitrag 35 Abs. 1).

    So abwegig erachte ich das in dem verlinkten Artikel geschilderte Szenario jetzt nicht.

    Das ist nicht abwegig sondern eine Binse. Jedenfalls so lange, bis die Immobilienpreise fallen und so für eine (gewisse mehr oder weniger starke) Kompensation bei der Finanzierung sorgen.


    Trotzdem sind mir noch keine Fälle persönlich bekannt, bei denen aktuell Immobilieneigentümer wegen der steigenden Zinsen ihre Immobilien verkaufen, um den Erlös in die DRV zu investieren. Was natürlich auch an meinem komischen Umfeld liegen könnte ...

    So wie generell mein Optimismus und Vertrauen in "Nachrichten" unter dem Deckmantel "neutrale" Berichterstattung:


    Googelt man die Seite "ihre-vorsorge.de" taucht da "unabhängiges" Vorsorge-Portal auf.


    Unter dem Impressum dann aber "eine Initiative ... der Deutschen Rentenversicherung". Unter Kontakt ist die Service- Telefonnummer der Beratungsstellen der DRV angegeben. Als Anbieter wird die wdv in Bad Homburg genannt. Die wdv-Gruppe kenne ich zufällig, die betreiben m. W. Content-Marketing.


    Oder (bin nur drüber geflogen) habe ich das falsch verstanden ?


    Die Seite samt (ausgewählter) "Informationen" muß deshalb per se ja nicht generell und komplett schlecht sein. Nach meiner Erfahrung spricht aber so gut wie alles dagegen, daß ein Unternehmen, eine Organisation, ein Verband etc. oder ein Sozialversicherungsträger viel Geld in die Hand nehmen für derartiges Marketing - um dann völlig ausgewogen und neutral zu informieren. Eine pro domo Auswahl - sprich tendenziöse Berichterstattung - dürfte in solchen Fällen eher die Regel als die Ausnahme sein. Was ja nicht verwerflich ist (davon lebt schließlich ein ganzer Dienstleistungszweig: Werbung, Public-Relations, Marketing usw.). Sollte man nur wissen und auf dem Schirm haben.


    Lief früher vom Wording her in den Konzepten und Strategiepapieren unter um "mittels Versachlichung das eigene Anliegen und die Vorteile des Produkts der Zielgruppe näher zu bringen und schließlich zu verkaufen" sowie um "mittels quasi-neutraler Information und Aufklärung die Debatte inhaltlich in gewünschte Richtungen zu lenken" und so perspektivisch "nicht nur das eigene Image zu verbessern" sondern auch "eine publizistische Marktführerschaft im Themenbereich" anzustreben, die schließlich dann im besten Fall "in eine tatsächliche Marktführerschaft mündet". Keine Ahnung, wie man das heute formuliert. Sinn und Zweck dürften aber damals wie heute ganz ähnlich wenn nicht identisch sein.

    Ich glaube das genau das Thema Zinsanstieg der Punkt ist. In den letzten 2-3 Wochen häufen sich meinem Eindruck nach die Artikel darüber wie die Preise bei den stark gestiegenen Zinsen auch mal nach unten gehen könnten. Ich habe den Eindruck vorher war der breiten Masse nicht so wirklich bewusst was ein Anstieg der Zinsen von 1% auf 3% für die Bonität potentieller Käufer bedeutet und wie sehr sich dann die Interessenten ausdünnen.

    Das Ausmaß einer (eventuellen) Immobilienblase - bezüglich der extrem niedrigen Zinsen - dürfte in Deutschland (und teilweise auch der Eurozone) deutlich höher sein als beispielsweise in den USA. Hierzulande konnte man (im besten Fall) Darlehen mit 10jähriger Zinsbindung für Konditionen um die 0,5 Prozent einsammeln. Das war in den USA m. W. so gut wie nie unter 2,5 Prozent möglich (mithin also dem fünffachen Zinssatz). In den USA nähern sich inzwischen Hypothekenzinsen mit 30 jähriger Festschreibung den 6 Prozent an.


    Man mag gedanklich einmal durchspielen, was ein auch nur ansatzweise vergleichbarer Zinsanstieg für den deutschen Immobilienmarkt (und einige Immobilienmärkte in der Eurozone) bedeuten würde.


    So wie die ECB bereits am 15. Juni eine Notfallsitzung abgehalten hat (nicht etwa wegen der extrem hohen Inflation sondern wegen der Schuldendiensttragfähigkeit Italiens ...), könnte als nächstes zügig das Stichwort "Finanzstabilität" (Financial Stability) zum Thema für die ECB werden. Die Immobiliendarlehen hängen ja zum einen in den Bankbilanzen drin. Und sich ärmer fühlende (und bei fallenden Preisen auch de facto ärmer werdende) Immobilieneigentümer dürften zum anderen auch eher weniger konsumieren (Stichwort: Konjunktur).


    Umso länger und heftiger zuvor Asymmetrien und Unwuchten via einer ultra-expansiven Geldpolitik aufgebaut wurden (sei es nun beabsichtigt (Beispiel: Zinsen für Staatsanleihen) oder als unerwünschte aber zwangsläufige Nebenwirkung (Beispiel: Immobilienpreise), desto unangenehmer und schmerzhafter wird jeder Weg zurück in eine auch nur halbwegs angelegte Normalisierung.

    Hallo zusammen ... Daher, was wäre eure Meinung, wie ich in meiner jetzigen Lebenssituation, ca. 100-150 Tsd € Kapital sinnvall anlegen sollte ? Für Anregungen und Tipps bin ich dankbar.

    Insgesamt wären mir das deutlich zu wenige Infos, um auf valide Empfehlungen hoffen zu können.


    Da die konkrete "Versorgungslücke" ja bekannt zu sein scheint (immerhin 800 - 1.000 EUR), was wurde denn bislang unternommen, um diese (für den Normalbürger nicht ganz unerhebliche) Lücke zu stopfen ? Ist die Versorgungslücke bereits "inflationsbereinigt" gerechnet oder nicht ? Wie sieht es mit weiteren (eventuellen) Anlagen aus ? (mit immerhin bereits Mitte 50 finde ich "nur" schuldenfrei, 3-4 Nettogehälter als Notfallrücklage und zudem Mieter (= also kein Wohneigentum) nicht üppig). Wie ist die steuerliche Situation ? Besteht die AV schon jetzt ganz oder überwiegend nur aus Ansprüchen an die GRV ? Sind weitere Schenkungen oder Erbschaften realistischerweise zu erwarten ? Wie ist es um den KV-Schutz bestellt ? (Beispiel: KVdR oder PKV ?). Wären hier aus der Erbschaft Ergänzungen noch sinnvoll ? (Beispiel: Pflegetagegeldversicherung). Wird aktuell regelmäßig gespart, wenn ja, wie viel und wohin fließt die Sparrate ? Könnte eine Kündigung des Hauses wahrscheinlich sein ? (Stichwort: Eigenbedarfskündigung, Hausverkauf). Sind (deutliche) Mieterhöhungen wahrscheinlich ? (u. a. auch von der Region abhängig). Soll das Häuschen auch im Alter der Wohnsitz bleiben ? - um nur mal einige Beispiele zu nennen.


    Nur ganz generell:


    1. Eventuelle (freiwillige) Einzahlungen - erst recht in dieser Größenordnung - in die GRV würde ich kühl und nüchtern prüfen. GRV ist politische Verteilungsmasse, ist eine Wette auf ein langes Leben, last but not least: Das Geld ist weg und Du kannst darüber nicht mehr verfügen (kann natürlich auch ein Vorteil sein, wenn man nicht diszipliniert ist und in finanziellen Dingen nicht eigenverantwortlich agieren kann oder will; zudem ist das einfach und bequem (für den, der sich nicht selbst kümmern will) mit einem (vermutlich) gewissen Inflationsausgleich).


    2. Wenn man noch niemals in seinem Leben mit Aktien (Stichwort: ETF mit 100% Aktien wie MSCI-World) zu tun hatte (klingt hier so), würde ich da vorab auf jeden Fall mal intensiv in mich gehen (objektive Risikotragfähigkeit und subjektive Risikotragfähigkeit als Stichworte).


    3. Sämtliche Betrachtungen dazu sind lediglich historische Werte (ex post Betrachtungen aus der Retrospektive). Es gibt zwar eine (hohe) Wahrscheinlichkeit, daß dies auch in Zukunft so läuft - aber keine Garantie (für meinen Teil habe ich auch schon erlebt, daß solche Märkte - wie Aktien und Immobilien - über lange Zeit einfach seitwärts laufen). Was dann in höherem Alter u. U. unangenehm sein kann.


    4. Erfahrungsgemäß nehmen die meisten Menschen Börsenschwankungen, Bärenmärkte oder gar Crashs mit 20, 30 oder auch noch mit 40 Jahren anders auf - als z. B. mit 60 plus und darüber. Schlicht, weil dann einfach weniger (Rest)Lebenszeit vorhanden ist, in der sich der Markt (hoffentlich) wieder erholen kann.


    5. Wenn kein großes Vermögen vorhanden ist (sprich die Altersvorsorge eher auf Kante genäht ist), muß man zwangsläufig einen (gewissen) Teil der (hoffentlich parallel noch vorhandenen) freien Mittel ins Risiko schieben (Beispiel: Aktien), um wenigsten halbwegs auf einen Inflationsausgleich hoffen zu können (eine Aktienquote von mindestens 30% dürfte hier eine Untergrenze darstellen, um überhaupt einen messbaren Effekt (Werterhalt) erzielen zu können - betrachtet auf das Gesamtvermögen).


    6. Flüssig sprich liquide zu bleiben (neben dem eventuellen Engagement in Aktien) ist aus meiner Erfahrung im Alter aber ziemlich wichtig. Die Rahmenbedingungen können sich manchmal nämlich schnell ändern (negativ: Krankheit, Pflegebedürftigkeit, erzwungener Umzug als Mieter, erforderliche altersbedingte Umbaumaßnahmen in der Wohnung, Hilfe im Haushalt erforderlich usw. - oder sei es auch nur, um positiv: nochmal einen bestimmten Traum zu verwirklichen, so lange man das noch kann; ob das nun eine Weltreise, Kreuzfahrt, ein Cabrio, ein neues Hobby oder was auch immer sein mag).


    Nur meine bescheidene Meinung und nur als Anregungen zum weiteren Nachdenken.


    Gutes Gelingen !

    aber es soll ja immer irgendwas mit Wettbewerb sein sonst isses DDR

    In Richtung DDR haben wir uns leider in vielen Bereichen bewegt - also weg von einer Ordnungspolitik mit marktwirtschaftlicher und wettbewerblicher Ausrichtung und Rahmen- sowie Anreizsetzung - das gilt insbesondere für die ECB und deren Geldpolitik; dazu schreibe ich aber besser nix, weil das hier einigen mißfällt ... das war nicht ganz ehrlich). Der wahre Grund: Ist hier ja nicht das Thema.


    Von Assekuranzen und Sozialversicherungen verstehe ich, wie schon eingestanden, so gut wie nix. Meine mich aber zu erinnern, mal gelesen zu haben, daß es einstmals über 1.800 gesetzliche Krankenkassen in Deutschland gab (70er Jahre ?) und diese Zahl auf nunmehr "nur" noch um die 100 geschrumpft ist. Da könnte man zumindest von einer gewissen Konsolidierung bei einem Restwettbewerb sprechen. Wenn das denn so stimmt ...


    Obwohl mir nichts ferner liegt als Sozialneid: Über die Bezüge in dem Bereich (von den gesetzlichen Krankenkassen angefangen bis hin zu den öffentlich-rechtlichen Banken (= Sparkassen)), wundere ich mich manchmal auch. Nette Gesamtpakte mit stattlichem Salär, Firmenwagen, Spesen usw. bis zu einer sehr üppigen Altersvorsorge. Und das meist ganz ohne Risiko.

    Sicherlich ist der Name Versicherung nicht für den einzelnen richtig.

    Das sehe ich ähnlich. Mir ging es dabei auch nur um etwas mehr sprachliche Präzision. Aber wie schon gesagt: Verstehe davon (Assekuranzbereich, Sozialversicherungen) so gut wie nix.

    Andererseits ist man abgesichert wenn man Hilfe braucht. Als Beispiel, meine Mutter hat über Jahrzehnte eingezahlt und nur sehr wenig, nennen wir es das Normale, in Anspruch genommen. Jetzt hat sich es komplett gedreht, die Beiträge sind für sie gesunken, aber sie braucht viele Untersuchungen und teure Medikamente. So gesehen ist es dann doch eine Versicherung.

    Wie das mit Deiner Frau Mutter läuft finde ich gut (sowie richtig und wichtig). Das dürfte ja auch der Kerngedanke einer "Versicherung" sein: Das Prinzip der Risikoabsicherung durch Einbringung des Risikos in ein (Versicherungs)Kollektiv. Der Teufel steckt wie so oft dann im Detail. Läuft das über ein Umlageverfahren oder über ein Kapitaldeckungsverfahren oder eine Mischung aus beidem - um nur ein Beispiel von mehreren Ausgestaltungsarten zu nennen.


    Für was auch immer man (Gesellschaft bzw. Gesetzgeber) sich entscheidet: Sprachliche Genauigkeit ist m. E. stets empfehlenswert.

    Nein, da könnte man beispielsweise eine Kopfpauschale festlegen. Oder einen Mindestbeitrag, wie auch immer man das Kind nennen will.

    Vorab: Bin absolut kein Versicherungsexperte und habe mich mit dem Assekuranz-Gedanken damals nur ganz rudimentär beschäftigt (Motto für mich: Nur das zwingend Erforderliche) - und selbst das Wenige ist sehr lange her.


    Schon die Terminologie der Gesetzlichen Krankenversicherung führt - aus meiner Sicht -etwas in die Irre. Eine klassische Versicherung arbeitet m. W. nämlich mit dem Kapitaldeckungsverfahren und kalkuliert die Beiträge adäquat nach dem individuellen Risiko des Versicherungsnehmers. Was übrigens über die Beiträge bzw. Prämien auch gewisse Anreize setzt (z. B. Motivation zur Schadenvermeidung, Schadenminimierung usw.).


    Die Gesetzliche Krankenversicherung heißt zwar Versicherung ist aber eben unter das Dach der Sozialversicherungen zu subsumieren - diese arbeiten m. W. nach dem Umlageverfahren (Rückstellungen für kommende und zu erwartende Lasten sind in aller Regel nicht vorhanden - ebenso wenig wie adäquat nach dem Risiko kalkulierte Beiträge).


    Kann man gut finden oder auch nicht.


    Eventuell wäre hier dann aber eine präzisere und der Realität entsprechende Benennung (statt "Versicherung") angezeigt. Einerseits.


    Andererseits: In Zeiten in den Schulden - jedenfalls semantisch - zu Sondervermögen mutieren ...

    Nun, es liegt in der Natur der Sache, dass es immer wieder Leute sind, die 'es zu etwas gebracht' haben, die bevorzugt durch 'Steuervermeidung' auffallen.

    Es liegt aber auch in der "Natur der Sache", daß denknotwendig nur der Steuervermeidung betreiben kann, der überhaupt Steuern (in relevantem Umfang) zahlt. Habe irgendwo mal eine Zahl gelesen, nach der in Deutschland nur noch um die 16 oder 17% der Menschen überhaupt "Nettosteuerzahler" sind, also - salopp gesagt - dem Staat mehr einbringen, als sie dem Staat Kosten verursachen - wenn man Zuwendungen/Zahlungen des Staates an die Menschen gegenrechnet.

    Und ohne Jemandem etwas unterstellen zu wollen, scheinen ganz offenbar die Möglichkeiten für Menschen 'die es zu etwas gebracht' haben, das 'erbrachte' auch an den deutschen Finanzbehörden vorbei zu schleusen, doch anders zu sein als für Lohnsklaven.

    Das wäre auch zu ändern, wenn man die Steuersätze deutlich runterschraubt, dafür aber alle unzähligen Ausnahmen, Umgehungsmöglichkeiten, Gestaltungsmöglichkeiten usw. komplett oder zumindest weitestgehend abschafft. Umso komplizierter ein Steuerecht ist (das deutsche gehört zu den komplexesten - ein Großteil der weltweiten Steuerliteratur bezieht sich auf das deutsche Steuerrecht), desto eher profitiert derjenige, der kompetente professionelle Hilfe und Beratung in Anspruch nehmen kann. Wenn nicht mal ein Professor seine Ekst-Erklärung alleine erstellen kann, ist an dem System einiges um nicht zu sagen Wesentliches aus dem Ruder gelaufen..

    Oder hast Du schon mal von einem angestellten Facharbeiter gehört, der z.B. in Cum-Ex-Geschäfte gemacht hat?

    Eher nein. Kenne aber hier vor Ort Dutzende Fälle von Klein- und Kleinstanlegern, denen eine ganz große Sparkasse (auch vor Ort) damals Lehmann-Zertifikate angedreht hat ... Das wäre aber wieder eine andere Baustelle.

    Gott sei dank, das wäre bitter, die ganze Schlepperei mit den (sauberen) Bargeldkoffern und dann erst die Goldbarren... und dann schon wieder umziehen :/

    Man könnte fast glauben: Wer es ein bißchen zu was gebracht hat, scheint gerade hierzulande in manchen Kreisen schnell in den Dunstkreis von Illegalität und Kriminalität zu kommen. Man kann sich meines Wissens (noch jedenfalls) seinen Standort und/oder Wohnort frei wählen. Jedenfalls wenn der gewünschte Zielort mitspielt. Oder ? Vielleicht dient diese Vorstellung (Bargeldkoffer) nur zur Beruhigung und/oder Entschuldigung, weil man Vergleichbares selbst nicht geschafft hat ... Würde übrigens bestens zur deutschen Neidgesellschaft passen. Wer weiß. Und wie auch immer ...


    Gut, daß Du das sauber in Klammern noch hinzugefügt hast. Sonst wäre ich noch versucht gewesen, so eine Aussage mal an einen der Protagonisten weiterzuleiten. Ein meines Wissens absolut korrekter Steuerzahler - der zudem Jurist ist und solche "Andeutungen" oder "Unterstellungen" eher nicht schätzt. Ob er Goldbarren hat, weiß ich nicht - Unternehmensbeteiligungen hat er jedenfalls.

    Hoffentlich nicht nach Schottland, die wollen ein neues Referendum starten um wieder in die EU zu kommen.

    Meines Wissens ist keiner der besagten Leute nach Schottland umgesiedelt. Von einigen weiß ich aber, daß sie aus diversen Gründen (auch klimatischen) die Kanalinseln bevorzugt haben. Auf Jersey oder Guernsey dürfte man - so wie in der Schweiz - von der EU samt Euro bestmöglich verschont und geschützt bleiben.

    Das ist in meinem Umfeld anders.


    Da haben sich einige u. a. nach UK und in die Schweiz verabschiedet (auch einige ihrer Kinder studieren inzwischen dort - ganz überwiegend mit der Perspektive dann auch da im Berufsleben zu bleiben). Und so gut wie keiner (bis auf eine Ausnahme: Der alleinlebende Vater wurde plötzlich pflegebedürftig und wollte auf keinen Fall in ein Pflegeheim) kam zurück.


    Eher trifft das Gegenteil zu: Inzwischen haben weitere Menschen aus meinem Umfeld und Bekanntenkreis die Eurozone verlassen.

    Ob der Linksrutsch in Chile (der neue Präsident Gabriel Boric Font ist ein ehemaliger Studentenführer und gerade mal Mitte 30) das wirtschaftliche Wohl des Landes und auch die Demokratie befördern wird, ist unter Fachleuten (von Politologen bis zu Analysten) jedenfalls durchaus umstritten.


    Direkt nach dem Wahlsieg von Boric brach der chilenische Leitindex in der Spitze um 7,5% ein, auch der Peso verlor direkt einige Prozent gegenüber dem US-Dollar.


    Chiles Wirtschaft hatte bislang jedenfalls eine Spitzenstellung in Lateinamerika (pro Kopf-Einkommen viel höher als in anderen lateinamerikanischen Länder; meine mich grob zu erinnern fast das Doppelte iVz Brasilien beispielsweise).


    In den letzten 30 Jahren jedenfalls hat Chile eine beispielslose Aufholjagd in Richtung entwickelter Industriestaaten hingelegt.


    Wie aus einigen Banken und Handelskammern zu hören ist, hat bereits jetzt eine gewisse Kapitalflucht aus dem Land eingesetzt. Zudem ist die Unsicherheit in der Wirtschaft und an den Finanzmärkten (chilenische Anleihen betreffend) nach dieser Wahl erheblich gestiegen.


    Bei nüchterner - statt euphorischer - Betrachtung wird man also abwarten müssen, ob Boric wirklich reüssieren kann und was er von seinen Reformen (Beispiel: Rente) tatsächlich umsetzen kann, ohne dabei den wirtschaftlichen Aufschwung Chiles zu gefährden.

    (Meine Laune trübt sich ein.)

    (Meine (Finanz)Laune hat sich schon 1992 (Vertrag von Maastricht) und noch deutlicher dann 1999 (Aufgabe der DM gegen eine Einheitswährung) eingetrübt).

    Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass Du hier im Thread falsch aufgehoben bist.

    Es freut mich immer, wenn andere sprich fremde Dritte mir genau sagen können, wo ich richtig und wo falsch aufgehoben bin. Vielen Dank dafür.

    Vielleicht schaust Du mal im Kommentarbereich unter einem Andreas-Popp-Video nach.

    Prof. Dr. Andreas Popp - so viel Zeit muß sein.


    Habe den Namen noch nie gehört. Geschweige denn je was von dem gelesen. Aufgrund Deines Vorschlages den Herrn aber eben gegoogelt: Gemäß Wikipedia könnte das vielleicht der o. g. Professor sein ?


    Derartige Zuschreibungen, Diskreditierungen usw. bin ich seit 1992 gewohnt. Hält mich aber nicht vom eigenständigen Denken und Nachdenken ab. Bislang hat sich das ausgezahlt. Und zwar in jeder Beziehung, also auch die Finanzen betreffend (in einem "Finanztip-Forum" geht es doch besonders auch um das Thema "Finanzen" ?).


    Bei der Gelegenheit und ganz generell: Lebe schon sehr lange in Deutschland und bin hier auch geboren. Grundsätzlich mag ich das bzw. mein Land. Nichtsdestotrotz hält mich das nicht davon ab, manche Dinge auch kritisch zu sehen und zu hinterfragen. So dürften wir uns vermutlich im Grad der Staatsgläubigkeit signifikant unterscheiden. Um nur ein Beispiel zu nennen.

    Da wirst Du bestimmt viele Freunde finden, die sehr gerne mit Dir diskutieren.

    Vielen Dank für den nächsten Vorschlag. Bislang bin ich bestens damit gefahren mir meine Freunde selbst auszusuchen. Ebenso die Quellen meiner Informationen. Das würde ich gerne auch weiterhin so halten. Dafür bitte ich um Dein Verständnis.