Beiträge von Amnesty

    Mit dem Notgroschen entgehen Dir Zinsen. Das lässt sich nicht vermeiden. Nur wenn man mit 100% Aktienquote fährt, entgehen einem keine Zinsen, dafür schlagen bei unvorhergesehenen Verpflichtungen Kreditzinsen zu.


    Wenn man diese Notfallkredite vermeiden möchte (was mir sehr wichtig wäre), kommt man um eine Liquiditätsreserve nicht herum.

    Im Vegleich zum Rahmenkredit bei der ING spart man mit einer Liquiditätsreserve 5,99% p.a.


    Die FT und Forenempfehlung ist ja relativ klar: Der Notgroschen gehört auf ein möglichst ausfallsicheres Tagesgeldkonto. Alles, was günstiger als Rahmenkredit-/Dispozinsen ist, ist geeignet. (Selbst wenn Inflation oder (hypothetisch) Verwahrentgeld zuschlägt).


    Bei mir geht die Liquiditätsreserve in den risikoarmen Teil der Anlage über. Ein kleiner fünfstelliger Betrag liegt auf dem Tagesgeldkonto. Ein etwas größerer liegt in kurzlaufenden Deutschen Staatsanleihen, die ich bis zur Endfälligkeit halte, die im Notfall aber verkauft werden könnten (je nach dem, wie sich die Zinsen entwickeln, dann wahrscheinlich mit -1/-2%).

    Bei beidem vergleiche ich aber nicht, was mir an Aktienrendite entgehen könnte, sondern was ich im Zweifelsfall an Kreditzinsen spare (+gutes Gefühl auf unvorhergesehenes reagieren zu können).

    Um meine Nerven zu schonen, splitte ich Anlagebeträge auf und lege nicht alles bei einer Bank an

    Ist zwar ein bisschen Äpfel mit Birnen verglichen, aber aktuell kann man auch wieder über das schonen der Nerven mit kurzfristigen Staatsanleihen (die bis zur Fälligkeit gehalten werden) nachdenken (z.B. die hier: DE0001102366 .)

    Da hat man keinen Stress mit der Quellensteuer, muss keinen potentiell windigen Banken vertrauen und auf eine andere Einlagensicherung hoffen und v.a. bleibt man über die volle Laufzeit liquide.

    solltest Du dann Deinen Weg nicht konsequent zu Ende führen und ausschließlich in die bestgelaufene Aktie im S&P500 investieren?

    Genau das ist der Punkt.

    Wenn Du verschiedene Elemente hast, läuft eins immer besser als das andere. Wenn Du im Vorfeld weißt, welches das ist, solltest Du alles auf diese Karte setzen. Wenn nicht, ist es besser, breit zu streuen.


    Wenn man so unterwegs ist, könnte man auch antizyklisch investieren und jetzt statt des teuren US S&P günstige EU Aktien kaufen.


    Ist halt die Grundsatzfrage, von wie viel geglückter Prognose das Depot abhängen soll.


    Ich habe keine Ahnung, welche Aktien / Regionen in 10-50 Jahren erfolgreich sein werden. Deshalb fühle ich mich mit einem All World ganz wohl.

    Bei Scalable Capital hat mir das Design der App sehr gut gefallen.

    Bei mir hat sich aber nicht das nötige Vertrauen in den Broker eingestellt.

    Sparpläne werden manchmal einfach einen Tag später ausgeführt, es gibt immer wieder Probleme mit Dividenden, keine 2FA und ein Datenschutzvorfall, per Sepa eingezogenes Guthaben kann bis zu 8 Wochen nicht wieder abgebucht werden, etc.

    Manches davon liegt wohl nicht an SC, sondern an der holprigen Zusammenarbeit mit der Baader Bank.

    Man kann natürlich sagen: alles halb so wild, irgendwann werden die Aufträge ja ausgeführt bzw kommt man an sein Geld ja wieder ran.

    SC hat auch schon deutliche Schritte nach vorne gemacht. Wenn es um größere Summen geht, möchte ich sie aber nicht einem MVP anvertrauen, sondern einem fertig entwickelten Produkt.

    (Auch wenn das Design nicht mithalten kann, bin ich deshalb wieder bei der ING gelandet (Schwerpunkt liegt auf ETFs und Anleihen)).

    Jemand, der nach Antworten für die eigene mißliche Lage sucht, eher für diese Kanäle empfänglich?

    Das ist sicher möglich. Wenn die eigene Welt in Scherben liegt, kann es entlastend sein zu hören, dass man damit nicht alleine ist, sondern alles andere auch kaputt ist.

    Und, ja, da herrscht auch Zukunftsangst! ALG2 Bezug

    Angenommen die Crashpropheten haben Recht und es bricht alles zusammen: Euro, Staatsfinanzierung, etc.

    Welche Impulse nimmst Du aus den Videos mit?

    Hast Du Millionen, die Du von Marc Friedrich retten lassen könntest?

    Wenn nicht, welche Möglichkeiten hätte ein Staat mit einem zusammenbrechenden Finanzsystem, seine Sozialleistungen aufrecht zu erhalten?


    Eine Möglichkeit, etwas konstruktives aus den Videos mitzunehmen, wäre alles dafür zu tun, sich von so einem Staat so unabhängig wie möglich zu machen und das heißt in sich selbst zu investieren.

    Also z.B. umschulen/ eine neue Ausbildung machen, ggf dorthin umziehen, wo man seinem Beruf nachgehen kann, etc.


    Du schreibst, dass bei Dir viel innerlich kaputt gegangen ist. Das macht es besonders schwer, einen Neustart zu schaffen.

    Aber Du wirst gebraucht. In D sind 180000 Ausbildungsplätze frei. Vllt ist da ja auch was für Dich dabei.

    Die Frage stellt sich ja eigentlich nur, weil in der letzten Zeit ein ETF auf den S&P 500 deutlich besser gelaufen ist als auf den MSCI World.

    Deshalb kurz fürs Mindset: Breit diversifiziert streut das Risiko und dient nicht dazu, den Gewinn zu maximieren.

    Wenn man sich aus einem großen Index den besser performenden kleinen Index im Vorfeld (!) rauspickt, fährt man besser. Oder die maximal performende Einzelaktie aus dem kleinen Index.


    Bei einem Anlagehorizont von mehreren Jahrzehnten würde ich mich mit breiter gestreut besser fühlen.

    Wenn es nur eine Wette auf die nächsten paar Jahre ist: why not?

    Rechne doch einfach noch mal nach, wie viel man dank des Sparerpauschbetrags pro Jahr sparen kann und überlege dann noch mal, ob das der geeignete Ansatzpunkt für eine Grundsatzdiskussion über einen zu gefräßigen Staat ist.

    Meine Frage wäre, was man damit bestenfalls tut? ETF-Sparplan will ich aus persönlichen Gründen der Risikoabwägung nicht erhöhen. Festgeld ist ja wohl auch nicht das wahre im Moment.

    Wenn Du was findest, sag Bescheid. ;)


    Wenn Du keine Schwankung möchtest, bleibt Dir nur Festgeld (bei einer Bank in Deutschland, wenn es ums Sicherheitsgefühl geht).

    Wenn ein bisschen Schwankung in Summe ok ist, könnte man das, was übrig bliebt in (z.B.) 50:50 FG:ETF investieren. Dann wäre eine 10% Schwankung nur noch 5% groß. So wäre zumindest das Zinsänderungsrisiko von Anleihen draußen und man hätte kein Kursrisiko auf dem gesamten Betrag, der übrig bleibt.

    ich habe mich an dem weltportfolio von Gerd kommer orientiert

    Das wäre mir ehrlich gesagt nicht aufgefallen.

    In der Basisstufe empfiehlt Gerd Kommer 1 ETF (z.B. FTSE All World) und Tagesgeld/Festgeld bzw. kurzlaufende AAA €-Staatsanleihen. Mehr nicht.

    Staatsanleihen wären toll, wenn sie in den letzten 5 Jahre nicht eine Negativrendite eingefahren hätten (vgl. DE0006289473).

    Welchen Anleihen-ETF hast Du im Blick?


    In den fortgeschritteneren Stufen kommt anstelle des einzelnen ETFs halt noch Faktorinvesting dazu. Ob die Faktoren immer noch eine Überrendite nach Gebühren liefern wird kontrovers diskutiert.
    Zu Rohstoffen und Immobilien äußert sich Kommer sehr kritisch.


    Ist der Automation & Robotics ein Zock?


    Wenn der Bausparvertrag noch ordentlich Zinsen liefert und/oder einen Top-Zinssatz konserviert und keine Gebühren kostet, why not?

    Ich verstehe halt nicht, warum ich bei 10.000€ eine andere Strategie brauchen sollte als bei 100.000€ oder gar 1 Mio. €.

    Das ist rational gesehen natürlich so. Ich finde aber, dass Risikotragfähigkeit nicht zwangsläufig betragsunabhängig ist.

    Ich vermute, dass sich eine Volatilität von 16% bei kleinen Vermögen nicht für alle gleich anfühlt wie bei großen Vermögen. Es ist zumindest optisch ein anderer Eindruck, ob das Depot gerade mit 500€ im Minus steht oder mit 5.000.000€. (Natürlich sind auch die Chancen in absoluten Zahlen entsprechend größer.)

    Klingt plausibel. Negative Ausschüttungen sind bei ETFs ja wahrscheinlich gar nicht möglich, oder? Dann wäre der Substanzverlust das, was den Fond die letzt 5 Jahre die ca. 5% Kursverlust gebracht hat.


    Ich bin (wie wahrscheinlich alle ;) ) auf der Suche nach einer guten Lösung für den "Notgroschen". Der ist bei uns relativ groß und ich möchte ihn nicht einfach nur auf dem Tagesgeldkonto herumliegen lassen. Festgeld kommt aber auch nicht in Frage. Denn wenn ich an das Geld sowieso nicht rankommen möchte, würde ich es in Aktien investieren.

    Es ist aber gut möglich, dass die Liquiditätsreserve in den nächsten 20-30 Jahren gar nicht angetastet wird. Dann wäre so ein Staatsanleihen-ETF, der nach und nach aktuelle Zinskupons rollt gar nicht schlecht – vorausgesetzt er rentiert nicht nur negativ...

    In den letzten Jahren war der Zins in dem Laufzeitbereich schon negativ und durch die Kosten die Rendite noch negativer.

    Danke für die hilfreichen Antworten!

    Wie ist der negative Zins dann verrechnet worden? Wird der vom Fondvermögen abgezogen?

    Denn es gab ja in den meisten Jahren Ausschüttungen, nur in manchen 0,00.

    Noch mal zu den Bundesanleihen:

    Ist es richtig, dass bei diesem ETF (WKN 628947 (1,5-2,5 jährige)) in den letzten Jahren das Zinsänderungsrisiko zugeschlagen hat und der Kurs deshalb gesunken ist?

    Wäre dann bei nicht steigenden Zinsen damit zu rechnen, dass der Kurs nicht weiter fällt?

    Oder verstehe ich da etwas falsch?

    Fünf Jahresentnahmen halte ich für recht viel, aber natürlich bietet so ein Puffer dann auch viel Sicherheit.

    So übertrieben viel Sicherheit ist das nicht.

    Wenn ich Dich richtig verstehe, ist die Million kein Spielgeld, sondern wird dringend für Deinen Lebensunterhalt gebraucht.

    Bei 3000€/ Monat reicht sie für 30 Jahre nicht. D. h. Du wärest zwingend auf Zinsen angewiesen oder auf eine kürzere Lebenserwartung.


    5 Jahrsentnahmen wären auf der anderen Seite 180.000€. Wenn Du jetzt mit 820.000€ in den Aktienmarkt einsteigst und nächstes Jahr wäre Dein Depot nur 500.000€ wert, bist Du um jeden Euro froh, den Du nicht entnehmen musst. Erst recht, wenn es länger dauert (mehrere Jahre) bis sich die Kurse wieder erholen.


    Je nach Alter und Lebenserwartung ist der Spielraum für schlechte Börsenjahre nicht so groß.

    Wenn man der FT Empfehlung folgt, sollte nur das Geld investiert werden, das in den nächsten 15-20 Jahren nicht benötigt wird.

    Sorry an den TE! Ich wollte mit der Erwähnung von Klarna nicht vom Thema ablenken. Mittlerweile empfiehlt Finanztip ja auch andere Banken mit höheren Zinsen aufs Festgeld.

    Die haben aber wahrscheinlich auch kein Rating, sondern nur die Einlagensicherung der jeweiligen Länder.

    Für meinen Sicherheitsbaustein käme das auch nicht infrage.

    Hier geht es ja aber nicht um den Sicherheitsbaustein, sondern um eine Alternative zu Aktien ohne Volaitilität.

    Hast Du die Möglichkeit der Sondertilgung?


    Ich vermute, Du möchtest die 15.000€ investieren, um eine gewisse Rendite zu erzielen. Mit dem Kredit im Hintergrund ist das ja eine Art Kredithebel, nur mit der verschärften Bedingung, dass Du das Geld zu einem bestimmten Datum vollständig brauchst.


    Egal, ob das 5,10 oder 15 Jahre sind wäre die Frage, wie fix genau der Betrag am Ende verfügbar sein MUSS.

    Angenommen, Du bräuchtest den vollen Betrag, wärst genau an dem Tag 10% im Minus, müsstest Du den Verlust realisieren und wärst deutlich schlechter weggekommen, als wenn Du das Geld (z.B. mit dem "Klarna-Risiko") mit knapp 2% Festgeldzinsen angelegt hättest.

    Wenn Du nur 30% der Summe im Aktienmarkt investierst, ist der mögliche Rendite-Vorsprung im Vergleich zum Festgeld ja noch geringer.


    Wenn Du den Betrag wirklich brauchst, würde ich die Finger von Anlageformen mit Verlustrisiko lassen.

    Wenn ein gewisser Spielraum vorhanden ist, kann man es sich überlegen und dann – je nach Risikoneigung – nicht erst nach 10 Jahren verkaufen, sondern bei hohen Kursen schon ein paar Jahre früher.