Beiträge von Fox68

    Hallo Camilla,

    es ist sicher toll, Aktien übertragen zu bekommen. Allerdings solltest du dir als Aktien-Neuling zunächst selbst über ein paar Dinge Gedanken machen. Wie ist deine finanzielle Gesamtsituation? Ist bereits genug Geld als "Notgroschen" auf Tagesgeld/Girokonto vorhanden? Sind Schulden oder andere Verbindlichkeiten vorhanden? In diesem Fall wäre es sinnvoll, zunächst Kredite zurückzuzahlen und ein ausreichendes liquides Polster (Notgroschen) aufzubauen.


    Wie in obigen Beiträgen bereits beschrieben, sind Einzelaktien nicht unbedingt für einen Einsteiger als alleiniges Investment empfehlenswert. Das Risiko eines Totalverlustes bei einzelnen Aktien kann ziemlich hoch sein (Stichwort: Wirecard Aktie). Auch solltest du deine persönliche Risiko-Toleranz kennen. Aktienkurse schwanken stark und können auch für mehrere Jahre im Verlust sein. Würdest du einen temporären Einbruch der Aktienkurse von 20, 30 oder sogar 50 % aushalten und noch ruhig schlafen? Wenn nein, dann denke über einen Verkauf der geschenkten Aktien nach und investiere in eine für dich besser geeignete Geldanlage.


    Eine Möglichkeit, das Risiko zu verringern, ist auf eine breite Streuung (Diversifikation) bei Aktien-Investments zu setzen. Dies erreichst du kostengünstig z.B. durch den Kauf von Aktien ETFs (idealerweise global gestreut z.B. ETF auf den MSCI World Index, der ca. 1600 Aktien aus Industrieländern enthält). Finanztip rät von aktiv gemanagten Aktienfonds wegen der im Vergleich zu Aktien ETFs hohen Kosten ab. Bei einem Aktieninvestment auch immer einen langen Anlagehorizont mitbringen (mindestens 10-15 Jahre). Stecke kein Geld in Aktien, auf das du nicht langfristig verzichten kannst.


    Eine weitere Möglichkeit der Risikoreduktion ist die Aufteilung des Investments auf risikoreiche, aber rendite-trächtige Anlageformen (z.B. Aktien ETFs) und Beimischung eines risikoarmen Anteils (z.B. Tagesgeld, Festgeld). Das richtige Verhältnis für dich ergibt sich aus deiner persönlichen Risiko-Toleranz.


    Um dich finanziell weiter zu informieren, brauchst du kein teures Seminar für 3000 € zu buchen. Kostenfrei gibt es jede Menge Finanzwissen auf der Finanztip Homepage und in Saidis Videos auf Youtube.

    Ein Einsteigerbeitrag findest du hier: Die beste Geldanlage - Sichere Geldanlagen im Vergleich & Test - Geld anlegen, Beste Zinsen, Tipps Geldanlegen, Gute Geld Anlage, Die Sichersten Anlagetipps, Anlagetipp - Finanztip


    Also zusammenfassend gesagt, frage dich ob Trading von Einzelaktien für dich als Einsteiger wirklich passt oder ob nicht einfachere Lösungen geeigneter sind (z.B. Aktien ETF mit langfristiger Buy-and-Hold Strategie sowie ggf. Beimischung von risikoarmen Anlageformen, um in deinem gesamten Anlagemix die durch Aktien verursachten Schwankungen abzufedern).

    Liebe Finanztip Community,

    nachdem ich schon länger fleißiger Mitleser des Forums bin, habe ich nun selbst ein Anliegen, zu dem ich Input gebrauchen könnte. Im Jahr 2021 habe ich meinen ungeförderten Riester-Fondssparplan (DWS TopRente Balance) gekündigt und das Kapital in mein Aktien ETF Depot gesteckt. Der zweite geförderte Riester-Vertrag (DWS TopRente Dynamic) läuft weiter, da er gut im Plus ist und eine hohe Aktienquote von aktuell 85 % hat.


    Bei der Steuererklärung für das Jahr 2021 hatte ich die Vertragskündigung vergessen und die Erträge nicht deklariert. Ist aber nicht schlimm, da das Finanzamt sowieso die Infos vom Anbieter übermittelt bekommt. Nun halte ich den Steuerbescheid 2021 in der Hand, der eine Nachzahlung vorsieht, da richtigerweise die Gewinne aus der Vertragsauflösung versteuert werden müssen. Na klar bekommt das Finanzamt die Kohle.


    Was mich jedoch komplett irritiert, ist die Tatsache, dass das Finanzamt nun für das Jahr 2022 (und Folgejahre) Vorauszahlungen auf die Steuer haben möchte. Im Dez. 2022 soll ich ca. 2.150 € rausrücken (zusätzlich zu der Steuernachzahlung für das Jahr 2021, die im Sept. fällig ist) und in den Folgejahren denselben Jahresbetrag nur quartalsweise aufgeteilt. ;(


    Im Steuerbescheid listet das Finanzamt in der Berechnung der Bemessungsgrundlage für die Vorauszahlung neben meinem Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit auch den Gewinn aus dem gekündigten Altersvorsorgevertrag wieder auf. Das macht für mich jedoch keinen Sinn, da der Vertrag nach Kündigung 2021 als einmalige Kapitalzahlung ausgezahlt wurde. In 2022 und Folgejahren bekomme das Geld ja nicht noch einmal ausgezahlt.


    Daher beabsichtige ich, Widerspruch gegen den Bescheid bezüglich der Steuervorauszahlungen beim Finanzamt einzulegen. In der Vergangenheit hatte ich jedes Jahr eine Steuererstattung und ich verstehe nicht, wieso das Finanzamt aufgrund eines Einmaleffekts Steuervorauszahlungen ansetzt. Bin selbst kein Steuerexperte und hoffe, dass ihr vielleicht Tipps und Argumente habt, die helfen die Rechtmäßigkeit der geforderten Steuervorauszahlungen des Finanzamts besser zu bewerten.

    Vielen Dank schon einmal!