Beiträge von Saidi

    Wenn ich das richtig verstehe, empfiehlt Finanztip zur „Altersvorsorge“ auch einem sehr vorsichtigen, verlust-aversen Anleger oder einem Rentner ganz pauschal einen ETF-Sparplan unabhängig von der Laufzeit? Merkwürdig, dass der Gesetzgeber Anlageberater erst einmal zu einer umfassenden Risikoprofilierung nach § 64 Abs. 3 WpHG verpflichtet, wenn das eigentlich so einfach ist. Dazu dann Tages- und Festgeld als langfristige (!) Geldanlage mit einem nach Inflation deutlich negativen Realzins? Wäre das nicht Geldvernichtung? Würde ein Versicherungsmakler oder Anlageberater Kunden so beraten, hätte er vermutlich ein Haftungsproblem. Beim Thema Steuervorteile würde ich mir ebenfalls etwas mehr Differenzierung wünschen und z.B. auch Riester und Rürup in den Vergleich einbeziehen. Leider pauschalisieren Sie auch beim Thema „Provisionen“ (wie wäre es, wenn wir nun doch einmal korrekt von Courtagen sprechen?). Wir empfehlen unseren Kunden als Teil der gemeinsam erarbeiteten Anlagestrategie z.B. häufig eine mit ETFs kombinierte Investition.


    Nur kurz: Lesen Sie doch unseren Ratgeber zum Thema Altersvorsorge oder sehen Sie sich unsere Videoserie dazu an. Dann wissen Sie, dass wir es uns nicht so einfach machen, und unter welchen Bedingugen wir einen ETF-Sparplan empfehlen - der aber für mind. 80% der Menschen unter 50, die sich mit dem Thema befassen, meistens die richtige Wahl ist - aber nicht die einzige sein muss.

    Auch wenn Sie zur BU zurückkehren möchten, kann ich das leider nicht so stehen lassen:


    - Nein, ich habe eben nicht geschrieben, dass Altersvorsorge komplex ist. Man kann sie sich mit einem ETF-Sparplan in Kombination mit Tages- und Festgeld sehr einfach machen und damit auch das Risiko einfach steuern und reduzieren. Dazu muss man kein Experte sein.
    Im Gegenteil: Es würde den Deutschen guttun, sich auf diese Weise mehr mit ihrem Geld selbst auseinander zu setzen. Und das ist Teil unserer Mission.


    - Dass sich die Provisionen nivellieren würden, stimmt insofern nicht, als manche Produkte wie ETFs so gut wie gar keine Provision für einen Vermittler abwerfen und daher uninteressant sind für Vermittler.


    - Und dass Rentenversicherung noch Steuervorteile bringen würden, ist ebenfalls eine Mär. Dazu haben wir Artikel und ein Youtube-Video.


    - Und schließlich lässt sich das auch das Langlebigkeitsrisiko sehr gut über einen Auszahlplan aus einem ETF-Depot abfangen. Auch dazu siehe Website und entsprechendes Video "ETFs im Alter".

    Wir sehen die Sache anders:


    - Bei einer BU möchte der Kunde ein Produkt kaufen, bei dem (hoffentlich) nichts angespart wird und daher im Beitrag keine versteckten Kosten enthalten sind. Der Beitrag ist ein transparenter Preis für den Kunden. Entscheidend ist die Beratungskompetenz des Maklers.


    - Bei der Altersvorsorge geht es um langfristige Ansparvorgänge, bei denen trotz aller Bemühungen des Gesetzgebers der letzten Jahre die Höhe und Auswirkungen der Kosten für den Kunden nachwievor schwierig zu verstehen und intransparent bleiben.
    Solange ein Vermittler, sei er nun Makler oder nicht, hier eine Provision vom Produktgeber erhält, besteht automatisch ein Interessenskonflikt mit dem Kunden. Und wenn ich Interessenskonflikt schreibe, meine ich das auch so: Einerseits möchte der Vermittler wahrscheinlich seinen Kunden gut beraten und zufrieden stellen, andererseits hat er ein Interesse daran, eine auskömmliche Provision zu beziehen. Daran ändert auch nicht der viel zitierte Passus vom Maker als Sachwalter des Kunden.


    Die Lösung für denjenigen, der sich die Sache nicht selbst zutraut, besteht in einer Honorarberatung, also den Berater, der dann auch ein wirklicher Berater ist, selbst zu bezahlen, und diesen nicht über den "Umweg" über den Produktgeber per Provision bezahlen zu lassen.


    Aber am besten verzichtet man von Anfang an auf komplexe und für einen selbst undurchschaubare Produkte wie private Rentenversicherungen und baut sich eine einfache und transparente Altersvorsorge selbst.
    Dass man dafür immer und unbedingt einen Berater benötigen würde, ist eine interessensgeleitete Mär, die die Finanzbranche in die Welt gesetzt hat!


    Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass unsere Empfehlung für Dr. Schlemann und Kollegen ausdrücklich nur für eine Beratung zur BU gilt.


    Wir sind der Meinung, dass man mit einem überschaubaren Studium unserer Ratgeber und/oder Videos seine Altersvorsorge mit einfachen Mitteln selbst gestalten kann und sich die höheren Kosten, die durch einen Berater beim Abschluss entstehen, sparen kann.
    Benötigt man eine Beratung zu bestehenden Altersvorsorgeverträgen, raten wir zu einer Honorarberatung bei einem Versicherungsberater oder einer Verbraucherzentrale, nicht aber bei einem Versicherungsmakler.

    Genau, so geht das. Ausschütter übertragen, automat. Wiederanlage anschalten, bei der nächsten Ausschüttung gehts los.
    Keine zusätzlichen Kosten, Sparplan nicht notwendig, daher auch keine ATC (ATC sind aber kein Problem, weil dein Kurs beim Sparplan trotzdem sehr nahe am Börsenkurs ist. Flatex spart sich dafür die Handelsplatzgebühren, Börsenmakler etc.)

    Sorry für späte Reaktion:


    - Das Problem an P2P ist, dass die Leute verzweifelt nach vermeintlich sicheren Anlagen für Zeiträume von 3-7 Jahren (also mittelfristig) suchen und dann auf P2P stoßen und den Sicherheitsversprechungen glauben. Teilweise wird das geradezu als Tagesgeldersatz gesehen. Da stellt's mir die Zehennägel auf.


    => Immer wieder das Gleiche: Es gibt keine risikolosen 3% da draussen!
    Und je höher der Zins, desto höher das Risiko - das nennt sich Risikoprämie.


    - P2P Test von unserer Seite kann noch ne Weile dauern. Ist nicht so einfach, an vernünftige Daten zu kommen. Das läuft nicht nach dem Motto "Saidi kuckt sich das mal schnell an und sagt welcher Anbieter seiner Meinung nach der beste ist" - wir haben da ganz andere Qualitätskriterien...

    @Referat Janders hat es schon angesprochen: Woher kommt der Leidensdruck?
    Aber die Schlussfolgerung daraus ist für mich eine andere:
    - Wieviel wird wirklich im Fall des Falles für Pflege benötigt?
    - Will ich jemandem (meinen Kindern?) etwas hinterlassen?


    Pflege:
    Die Kosten abzuschätzen ist schwer. Für den bad case würde ich 1500-2000€ annehmen. Da reden wir aber von stationärer Pflege. Deckt das die Pension nicht ggf. eh schon großenteils ab? Und wichtig: Miete fiele dann relativ zeitnah weg, und das eigene Heim kann man ggf. vermieten oder sogar verkaufen?!


    Erbe:
    Wenn ich eine gute Geldanlage will, um auch was zu hinterlassen, dann geht es schon darum, weiterhin eine vernünftige Rendite zu erzielen. Denn wenn ich das Geld in 10-20 Jahren vererbe, dann kommt es schon auf die Rendite in diesen 10-20 Jahren an.


    Pragmatische Vorschlag nach Finanztip-Methode: aufteilen auf Tagesgeld (0,3% sind drin!), Festgeld und ETFs. Tagesgeld-Anteil so hoch halten, dass ich 1-2 Jahre Pflege überbrücken kann (20.000€?). ETF Anteil begrenzen (20-40%).
    Und dann die psychologische Herausforderung: Gesamtrendite über alle 3 Töpfe sehen, nicht die Töpfe getrennt.

    Kater.Ka mal wieder in Hochform :)
    Natürlich alles völlig richtig - unser Kriterium ist das Banken-Rating, nicht das von Anleihen - und deswegen ist die Bank auch nicht drin. Auf der Website haben wir nur die wichtigsten Banken aufgelistet - gibt halt ein bisschen viele davon

    An der Spekulation, wo die Zinsen noch hingehen, und ob wir demnächst auf allen Konten Negativzinsen haben, will ich mich nicht beteiligen, aber danke @Kater.Ka für den Hinweis, dass ein Renten-ETF mit guter Bonität keinesfalls Verzinsungen bringen wird, die signifikant über Festgeld liegen werden - und dafür entsprechende Risiken mit sich bringt - von Inflationsausgleich mal ganz zu schweigen.

    Meine /unsere Empfehlungen ändern sich nicht. Wir empfehlen Tagesgeldkonten, auf denen es keine Negativzinsen gibt. Und selbstverständlich checken wir das laufend.


    Insofern gibt es keine besondere Empfehlung für die Negativzinsen. Aber könnte trotzdem mal ein Video wert sein. ;)


    Und die Aufteilung auf verschiedene Konten ist eine Grundempfehlung von uns. Gibt dazu schon mehrere Videos. Mind. ein tagesgeldkonto muss sein.

    @Liz Die ING ist leider ziemlich schlecht als Depot für Kinder. Ich würde Dir raten, ein extra Depot für Deine Tochter anzulegen. Flatex wäre eine gute Wahl, da sind auch unsere empfohlenen ETFs zu großen Teilen verfügbar. Die Risikoeinstufung sollte dort kein Problem sein.


    @winter Die Risikoklassifizierung wird von unterschiedlichen Institutionen unterschiedlich vorgenommen. Was aber allen gemein ist, ist dass Aktien-ETFs als risikoreich eingestuft werden, aber nicht als maximal risikoreich. Sie sind quasi immer "rechts von der Mitte": Also bei 5 Risikoklassen in der 4., bei 7 in der 5. etc.
    Die standardmäßige Einstufung, wie sie im KIID, dem vorgeschriebenen Infoblatt, vorgenommen wird, ist 5. Risikoklasse von 7 - und das ist in aller Regel in einem frischen Depot noch nicht freigeschaltet, das muss man aktiv auswählen.

    Das Konzept ist erstmal natürlich begrüßenswert, aber ich sehe mindestens zwei große Probleme:


    - nach meinem Kenntnisstand sollen nur "explizite" Altersvorsorgen aufgenommen werden, also Verträge mit Laufzeit bis zur Rente. Sprich: Depot bleibt wohl außen vor.


    - und: ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Immobilie samt laufender Finanzierung da mitaufgenommen wird. Wie auch, so datenbasistechnisch.


    Sprich: Die Info ist m.M. extrem unvollständig - und sie birgt die Gefahr, dass sie von der Versicherungswirtschaft missbraucht wird (Rentenlücken, die nicht so groß sind, wie sie auf dem Papier scheinen).


    Der richtige Ansatz wäre eine komplette Vermögensaufstellung je Haushalt. Aber die kann man nur selbst machen. Oder beauftragt einen Honorarberater

    Also könnte man sagen, wenn die Fonds in der Fondspolice sicher sind, kann man den günstigsten Nettoversicherer nämlich die mylife mit 0,45 % Effektivkosten nehmen oder? Ich habe eh nicht vor eine Verrentung meines Kapitals vorzunehmen. Ich würde mir lieber jedes Jahr einen bestimmten Betrag x auszahlen lassen.


    Wie gesagt: Wir haben berechnet, dass die Direktanlage günstiger ist. Aber mit der Nettopolice machst Du auch nichts falsch.

    wichtiger als die Rendite finde ich den Sicherheitsaspekt: beim normalen Depot handelt es sich um das persönliche Sondervermögen des Anlegers während bei der Nettopolice es das Sondervermögen der Versicherungsgesellschaft ist. Im Insolvenzfall der Versicherung springt zwar Protektor ein - aber ob das langt, um alle Ansprüche der Anleger zu befriedigen, möge jeder für sich selbst beurteilen. Ich schlafe wieder besser, seitdem ich meine Nettopolice aufgelöst habe und wieder "eigenes" Sondervermögen bei einer Depotbank habe.


    Das ist so nicht ganz richtig. Es gibt einen korrespondierenden Begriff zum Sondervermögen in der Lebensversicherung, den des Sicherungsvermögens. Ganz ähnlich wie bei Fonds darf der Wert der Versicherungen nicht für andere Geschäfte des Unternehmens verwendet werden. Die Versichertengemeinschaft ist also etwas wie der bevorzugte erste Gläubiger des Versicherers.
    Ich würde es mal aus meiner Sicht so sagen: Dass Du den heutigen Wert deiner Versicherung immer ausgezahlt kriegst, davon kannst Du ausgehen. Auch ein in Zukunft garantierter Wert wird sehr wahrscheinlich ausgezahlt, da würde wohl wie bei einer Bank der Staat einspringen. Auch die Fonds in einer Fondspolice wird niemand angreifen. Aber Überschüsse, Bewertungsreserven u.ä., das ist "Freiwild".

    Ich fasse unsere Argumentation mal kurz zusammen:
    - Der Hauptvorteil der Police liegt im Switchen & Shiften: kostenlos und steuerfrei. Wenn du aber wie von uns empfohlen buy&hold betreibst, ist dieser Vorteil wenig wert.
    - Die Steuervorteile der Police im Alter werden v.a. durch die Teilfreistellung von 30% egalisiert.
    - Wenn Du im Alter wirklich auf eine lebenslange Rente aus einer Rentenversicherung wert legst, kannst du dann immer noch eine günstige Police gegen Einmalbetrag abschliessen - das musst du nicht heute bei Nullzinsen machen.
    - Die selbst gemanagte Auszahlung aus dem ETF birgt die hohe Chance, noch etwas vererben zu können.


    Hiernach bleiben kaum Vorteile für die Police übrig.

    Können wir schon machen, aber du wirst keine Marktprognosen von mir bekommen ;)


    An der Stelle nur: Die bekannte Aussage mit den 15 Jahren beinhaltet, dass wenn Du 2000 eingestiegen wärst und die großen Crashes 2000/01 und 07/08 BEIDE mitgenommen hättest, TROTZDEM 2015 wieder im Plus gewesen wärst, und zwar mit 1,3% p.a. im MSCIW.


    Ich habe keine Zahlen zur Hand, aber kann es sein, dass -90% für 1929 übertrieben sind? Ich meine mich erinnern zu können, dass 1929 in einer ähnlichen Größenregion lag wie die letzten Crashes.