Beiträge von Comandante

    Aus den berufsständischen Versorgungen bekommen Ärzte (laut einer Übersicht, die ich jüngst im Versicherungsboten gesehen habe) durchschnittlich knapp 2500 Euro an monatlicher Rente heraus. Das entspricht ungefähr dem, was nach nicht ganz 35 Jahren an Spitzenverdienst bei der gesetzlichen Rentenversicherung herauskäme. Der sich daraus ergebene Beitrag wäre wahrscheinlich konkurrenzfähig mit der pKV, allerdings geht es bei Entscheidung zwischen den beiden Welten um Leistungen und nicht um Kosten. Das Vorsorgekonzept muss zu dieser Entscheidung passen. Daher macht kundige Beratung vor dem Fällen der Entscheidung schon Sinn. (Und die geht über das hinaus, was diese Community zu leisten vermag.)

    Ich bleibe dabei, wir sind hier ein von Laien gespicktes Verbraucherforum. Das ist hoffentlich allen Beteiligten klar?!


    Ich sehe auch - wie einer meiner Vorredner - wie der Thread Private Krankenversicherung als Assistenzarzt? mittlerweile vom eigentlichen Thread-Titel abgekommen ist und es sollte in einem separaten Thread behandelt werden.


    finanztip : Kann man das einrichten? Danke

    Genau DAS sollten ja wirklich nicht die Anreize sein. Sie gehen also davon aus, dass es medizinisch keinen Unterschied gibt und wechseln in die PKV nur um sich bessergestellt zu fühlen?

    Sie haben leider nicht richtig gelesen.


    Man muss unterscheiden: Ist ein Notfall im Sinne von Leben und Tod? Dann ist es m.E. nicht richtig zu denken, es gäbe hier Unterschiede in der Behandlung. Nun ja, der eine oder andere ist der Auffassung, dass z.B. Medikamente für eine Krebsbehandlung sich schon unterscheiden. Dieser festen Meinung ist ein guter Freund von mir, der Krebs hatte, kurz vorher in die PKV gewechselt war. Er sagt, er hätte diese Behandlung nie als GKV-Patient bekommen. Kann man drüber streiten.


    Natürlich ist es angenehm, dass ich die Kosten für eine potentielle Augenlaserung erstattet bekomme. Genauso angenehm, dass ich bei einem Unfall für 3 Monate Reha sämtliche (!) Fahrtkosten zur Reha bekommen habe. Einmal im Jahr rechne ich eine Kontaktlinsen-Großbestellung über meine PKV ab.


    Und das ist der Punkt: Die im zweiten Absatz genannten Themen sind medizinisch nicht notwendig. Und alles, was in der GKV medizinisch nicht notwendig ist, da können Sie davon ausgehen, dass es eben nicht erstattet wird.


    Nochmal: Es gibt nicht richtig und nicht falsch. Jeder muss für sich beantworten, was er will. Dem einen ist eine sehr gute medizinische Absicherung mit vertraglich festgelegten Leistungen wichtig, dem anderen reicht eine Grundversorgung.


    Jedoch den Ärzten zu unterstellen sie seien Schuld daran, dass sie bei medizinischen Behandlungen Patienten bevorzugen - vielleicht auch subtil - da wo es in ihrem Ermessensspielraum liegt, ist vom Grundsatz her falsch, wie wir schon weiter oben festgestellt haben. Denn die können nichts für das Gesundheitssystem. Da ist eben unsere liebe Politik gefragt.

    Ärzte sind also vom Kaptitalismus indoktrinierte hirntote Zombies? Das kann und will ich nicht glauben!


    Nein. Deswegen schrieb ich ja "kann auf der Hand liegen", nicht "liegt auf der Hand".

    Lassen wir mal elementare medizinische Fragen außen vor - da wird mit Sicherheit jeder gleich behandelt - aber ich war vor einigen Jahren noch GKV und bin dann in die PKV gewechselt:


    - Ich warte in einer Praxis nie länger als 15min.

    - MRT-Termine bekomme ich noch am selben Tag

    - Ärzte geben mir ihre direkte Durchwahl für Rückfragen

    - Teilweise komme ich in separate Wartezimmer, wo ich nicht stehen muss


    Nochmal zur Klarstellung: Ich sage nicht, dass das gut ist. Gleichzeitig muss man die Ärzte hier in Schutz nehmen. Das Problem sind nicht sie, sondern der Anreiz, den das System schafft. Daran hakt es.

    Stell dir vor es gibt ein ekelhaftes Gesundheitssystem und keiner macht mit! Ärtze entscheiden sich dazu GKV/PKV Patienten gleich zu behandeln und die Bevölkerung die es sich leisten kann versichert sich nicht privat...

    Die Antwort hierauf lautet Bürgerversicherung. Das wäre wohl die gerechteste Lösung.


    Ironischerweise wäre dieses System auch mit das beste, was vielen PVK-Patienten passieren könnte... Jahrelang Beiträge gespart, Top Behandlung, und dann ab in den "sicheren Hafen".

    Einwand:


    Ist es methodisch korrekt, beim Vergleich der Kosten den Höchstbetrag anzusetzen?

    Einspruch: Es handelt sich um ein Verbraucherforum ;)


    Es ist methodisch sicherlich auch nicht korrekt, nur wiederum den anderen Bereich einzublenden.


    Den Höchstbetrag habe ich hier explizit genannt, da bei Ärzten oder angehenden Ärzten ggf. eher davon ausgegangen werden kann, als dass sie sich darunter bewegen. Aber natürlich trifft es auch viele andere, nicht nur Ärzte, die den Höchstbetrag erreichen.


    Ich hatte Anfang letzten Jahres heftige Rückenprobleme mit extremen Schmerzen. Wenn ich als Privatpatient bei einem der beiden Top-Orthopäden Kölns anrufe, sitze ich 45 Minuten später (aufgrund von 30 Minuten Anfahrt) in dessen Behandlungszimmer. Wartezimmer kenne ich ehrlich gesagt kaum. Wird ein MRT erforderlich, entschuldigt man sich, dass ich darauf 20 Minuten warten muss. Das ist für mich eines der vielen Highlights der PKV. Dafür wäre ich auch durchaus bereit, etwas mehr zu zahlen, als in der GKV.


    Man kann diese Zweiklassengesellschaft gut finden oder nicht - sie ist Realität.


    Als Arzt kennen Sie das sicher alles. Bei Ihnen fallen die Unterschiede aber natürlich dank "Kollegenbonus" etwas geringer aus. In welcher Fachrichtung sind Sie tätig?

    Die Erfahrungen zum MRT kann ich nur bestätigen, vorher GKV und aktuell privat versichert.


    Und noch nicht einmal die Ärzte sind schuld an der Zweiklassengesellschaft. Wenn ich mit Patient A mehr Geld verdienen kann als mit Patient B, dann kann es auf der Hand liegen, um welchen Patienten ich mich "intensiver" kümmere. (Natürlich mit allen Vor- und Nachteilen für Patient A). Es liegt also am System GKV/PKV. Und solange das nicht geändert wird, wird sich in der Behandlungs-Prio auch nichts ändern.


    Zum Thema exorbitante Beitragserhöhungen: Da muss man auch zwischen den Gesellschaften unterscheiden. Ich meine, die Axa hat da z.B. nicht den allerbesten Ruf. Schlecht beraten worden! Und was nach der Bundestagswahl die GKV bzgl. des Beitrags - Entschuldigung, durch die Hintertür heißt es ja "Beitragsbemessungsgrenze" - erwartet, da muss man nur die Presse verfolgen. Leistungskürzungen sind sogar gratis inklusive.


    Wie schon gesagt, die Ärzte die ich in meinem Bekanntenkreis habe, sind alle privat versichert mit hohem SB (keine angestellten Ärzte).

    Finanztip.de fällt mir da spontan ein (weiß auch nicht wieso) ;-)

    Und unabhängige Honorarberatung wäre ein Ansatz für eine individuellere Offline-Variante 😉


    Und bitte nicht falsch verstehen: Ich sage nicht, dass jede Nicht-Honorarberatung schlecht ist (und auch eine Honorarberatung ist sicherlich nicht immer gut). Aber der Interessenskonflikt dabei lässt sich ja nicht wegdiskutieren. Darüber sollte man sich meiner Meinung nach einfach im Klaren sein.

    Bei Finanztip findet man zum Thema PKV sicherlich keine detaillierten Infos, sei es das "Intensive Einlesen" und der Vergleich zwischen verschiedenen Gesellschaften.


    Für ein sehr grobes Verständnis reicht Finanztip.de vielleicht gerade bzgl. PKV, mehr aber auch nicht.

    Es macht sogar sehr viel Sinn, sich als Arzt privat zu versichern.


    Ich habe im Bekanntenkreis 5 Ärzte und keiner von denen ist gesetzlich versichert. Was wiederum auch nichts heißen muss.


    Ich würde an Deiner Stelle - wie schon so oft - parallele Wege zur Auswahl des Anbieters beschreiten:


    - Solche Gesellschaften kontaktieren, die nicht im Portfolio eines Maklers sich befinden (z.B. Debeka)

    - Makler, die viele Anbieter im Portfolio haben (im Forum gibt es z.B. einen sehr aktiven Dr. Schlemann)


    Und, ganz wichtig, sich auch selbst einen Überblick verschaffen (Marktberichte, Testberichte, ..). Man wird dadurch nicht dümmer!


    Viel Erfolg!

    Ärztetarife können wirklich günstiger sein, weil die Ärzte sich doch mit Ärztemustermedikamenten und aus der Krankenhausapotheke gut selber behandeln können. Außerdem werden die überhöhten betrügerischen Abrechnungen unter Ärzten geringer sein als gegenüber "normalen" Patienten, da die betrügenden Ärzte in ihrer eigenen Zunft sich lieber verborgen halten wollen.

    So sieht es aus. Ich habe im Bekanntenkreis einige Ärzte, die sind alle PKV-versichert. Mit einem entsprechend höheren SB, da der Zugriff auf Medikamente ein anderer ist als bei "Normalsterblichen". Das wirkt sich wiederum natürlich auch positiv auf die Beitragshöhe aus.

    Die Hausrat- und Glasversicherung sind in der Tat sehr teuer.

    Ich würde immer dazu raten, seine Versicherungen von einem unabhängigen Makler betreuen zu lassen. Das ist nicht teurer und in vielen Fällen sogar günstiger.


    Eine Glasversicherung macht m. E. Sinn, wenn man ein Ceranfeld besitzt. Das sind mit Abstand so die häufigsten Glasschäden in meinem Berufsalltag.

    Ich habe auch eine Glasversicherung; allerdings wird oft davon abgeraten, dass sich das nicht "lohne". Die kostet bei uns aber auch wirklich nicht viel, so dass wir das dringelassen haben (es geht auch um Fenster..).


    Ich habe bewusst nur Hausrat- und Wohngebäude beim Makler, weil ich keine Lust habe, mich um solche Schadensregulierungen selber zu kümmern. Interessanterweise sind die Versicherungen beim Makler gar nicht teurer als wenn ich sie online abschließe. Das hatte ich mal verglichen und hat mich echt erstaunt.

    Ich bin der gleichen Meinung wie MichaG, für 77 m² hört sich die Hausrat doch sehr hoch an.


    Ob die Kompaktversicherung so Sinn macht, sei dahingestellt. Wir haben unsere Versicherungen aufgeteilt. Wobei ich mal gehört habe dass es Sinn machen soll, z.B. die Hausrat- und Wohngebäudeversicherung beim gleichen Versicherer zu haben. Aber das ist ja für Dich gerade nicht relevant.


    Hier finde ich die Hinweise von Finanztip ganz gut zu einer Orientierung und es werden auch Vergleichsportale genannt.

    Eigentlich ist

    was mich mal aus reiner Neugierde interessieren würde: bei den PKV-Abschlüssen (und ebenso bei anderen Versicherungsprodukten) fallen z.T. nicht unerhebliche einmalige Abschluss- und Vertriebskosten (bis zu 3.000 EUR) und zusätzlich laufende Kosten (bis zu 50 EUR monatlich) an. Diese Kosten müssen im Produkt irgendwie eingepreist sein? Kann man diese Kosten wirklich so genau auf den Cent ermitteln? Bei Geldanlageprodukten (z.B. aktiven Investmentsfonds spricht man u.a. von Produktkosten). Hiervon bekommt der Vermittler einen Teil ab. Bei einer PKV liegt diese Vermittlungsprovision pro Vertrag bei ca. 1.000 bis 2.000 EUR je Abschluss, welche auch bei einem online Abschluss oder Direktversicherer anfällt, selbst wenn man auf die Beratung verzichtet. Ist das korrekt?


    Bei Investmentsfonds habe ich die alternative ETFs mit deutlich niedrigen Produktkosten und online und ohne Beratung abzuschließen. Habe ich diese Möglichkeit auch bei einer PKV? Ich würde lieber für eine gute neutrale Beratung bezahlen wollen als versteckte Kosten in einem Produkt. Leider gibts bei der Quirin Bank keine PKV zum Nettotarif ;-(

    DANKE!

    Zumindest zu den laufenden Kosten (Verwaltungskosten) wird man ja im Netz über diverse PKV-Vergleiche fündig. Die eine Gesellschaft hat höhere Kosten, die andere etwas niedrigere.


    Jetzt stellt sich die Frage, bei einer Krankenversicherung dieses Kriterium in den Vordergrund zu stellen. Kann man machen, würde ich persönlich bei dieser Versicherungssparte nie machen. Eigentlich sagt man immer, dass man sich bewusst für eine bestimmte Absicherung/ Qualität entscheidet.


    Zudem, was bringen keine/ günstige Abschlusskosten bzw. laufende Kosten, wenn z.B. der Tarif ein sog. "Lockvogel-Tarif" ist? Dann ist dieser Vorteil schnell hinüber. Ich würde immer das Gesamtpaket sehen wollen.


    Um trotzdem auf Deine Frage zu antworten, es gibt ja schon sowas wie eine Online PKV, die da heißt Ottonova. Ist entsprechend noch nicht ganz solange auf dem Markt.


    Ich kenne nur niemanden persönlich, der dort versichert ist. Was wiederum nichts heißen muss...


    Viel Erfolg!

    was genau ist das für ein Raking? Anteil in % an Marktstärke, also wo die meisten Kunden versichert sind? Wird hier nach Kundengruppen (Anwärter, Beamte, Angestellte, Selbständige) differenziert oder allgemein? Die DEBEKA hat mit Abstand die meisten Kunden - aber ist sie deshalb auch zwangsläufig die beste? Die internen Kosten bei der HUK sind noch niedriger als bei DEBEKA und die Leistungen sind in etwa vergleichbar auf gleichem Niveau?

    Genau das war auch mein Gedanke. Und worauf legt man wert? Leistung wichtig? Möglichst bilig? Stabile Tarife? Beamter? Angestellter? Familienplanung? Keine oder möglichst niedrige SB?


    Es sind zuviele Aspekte.


    Ein Tipp 5551008:


    Lass Dich doch kostenlos z.B. mal bei Dr. Schlemann beraten. Soweit ich weiß, gibt es da auch eine Video- bzw. Telefon-Beratung mit Präsentation am Bildschirm. Somit kannst Du Dir schonmal ein erstes Bild machen...

    Vielen Dank , habe ich, allerdings hat mich die DEBEKA NICHT überzeugt! Schlechter und teurer als LVM, das sagt auch Finanztest! Viele meiner Kollegen sind mit HUK sehr zufrieden, auch was was die Stabilität der Beiträge angeht. (da sagt Finanztest aber leider etwas anderes)

    Viele Anbieter, dazu viele Meinungen.


    Die Entscheidung musst Du dann tatsächlich für Dich selber treffen.

    welche PKV ist für einen neuen Beamten mit fast 44 zu empfehlen? Laut Finaztest (aus 2019) gilt: Concordia, LVM, HUK, Debeka, DKV, Alte Oldenburger...

    bei der HUK sind die internen Abschluss/Vermittlungskosten am niedrigsten, gefolgt von DEBEKA...der Beitrag in meinem Alter ist bei der HUK am günstigsten. Die leistungen sind zwar nach oben gedeckelt, aber dürften 6.000 EUR p.a. für Zahnbehandlung nicht ausreichend sein? Zur Not macht man eine Behandlung im Dezember und die andere im Januar, dann hat man 12.000 EUR. Und Zweibettzimmer und Chefarzt ist doch ebenfalls ausreichend? Immerhin benötige ich aktuell nur 50% Absicherung, und ab 67 nur noch 30%, den Rest übernimmt die Bundesbeihilfe... ich gehe davon aus, dass der Beitrag somit bis max. 1.500 EUR/Monat steigt bis Endalter 100 Jahre bei 30% Absicherung?

    Nimm zu Deinen oben genannten wie im anderen Thread schon erwähnt die Barmenia noch hinzu und dann lass Dich beraten.


    Beachte aber, dass die Debeka einen eigenen Vertrieb hat. Daher musst Du, um Informationen einzuholen, eine direkte Beratung bei denen machen (Geschäftsstellen gibt es zu hauf in jeder Stadt..)

    Inhalt nicht mehr verfügbar.

    Gerade die HUK hat ihre Kernkompetenz nicht in der PKV. Hat wohl auch den Ruf, mit günstigen Tarifen zu ködern, die sich dann leider schnell verteuern. Da gibt es weitaus bessere mit Kernkompetenzen in diesem Bereich, nur um mal Namen wie Alte Oldenburger oder Barmenia genannt zu haben.


    Mein Tipp: Sich selbst informieren (auch bei Gesellschaften, die nicht von Maklern angeboten werden, wie z.B. Debeka!), dann beraten lassen.