Beiträge von Finnie

    Was meinen die Experten zur empfohlenen Vorgehensweise der Anspruchstellung vor folgendem Hintergrund: Flugverspätung > 4 Stunden im Zusammenhang mit einer Pauschalreise; 3 Reisende (2 Erwachsene, 1 Kind), ermittelter Anspruch: 400 Euro pro Person.


    Sollte jeder Reisende einzeln seinen Anspruch gegenüber der Fluggesellschaft geltend machen oder eher eine Art "Sammelanspruch" formuliert werden.


    Ich denke daran, dass die Fluggesellschaft einem Anspruch von 400 Euro (der von einer einzelnen Person gestellt wird) anders begegnen wird als einem über 1.200 Euro. Andererseits ist bei letzterer Variante der Aufwand für die Gesellschaft geringer.


    Gibt es hier Erfahrungswerte oder einen ganz praktischen Tipp?

    @Henning,


    genau, so einfach kann das Thema Altersvorsorge sein.


    Der Vollständigkeit halber sollten noch Dinge wie KVdR-Pflicht und Steuern berücksichtigt werden, um zu zeigen, dass wir hier mit Bruttorenten rechnen und der Sparplan etwas höher angesetzt werden.

    Hallo @Andreas, hallo @Henning,


    das ist eine sehr gute Frage und eine spannende Diskussion.


    Genau diese Frage habe ich mir auch schon gestellt, die Lösung des Problems stelle ich mir ähnlich einfach vor wie Andreas. Und genau so ein Produkt sollte in punkto Transparenz auch im Sinne des Gesetzgebers sein.


    Von den Versicherungsmantel-Lösungen selbst halte ich generell wenig, u.a. weil weder die versicherungsinternen Kosten noch die Berechnungsgrundlagen zur Ermittlung der (prognostizierten) Ablaufleistung offengelegt werden.


    Weil es bei deiner Frage aber speziell um Riester ging, würde ich einen reinen riesterfähigen Fondssparplan nehmen und meine AV darauf aufbauend mit ETF selber basteln. Riester allein reicht ja eh nicht und mit mit eigenen Lösungen, Abgeltungssteuer hin oder her, bin ich flexibler.

    Hallo @Henning,


    vielen Dank für das freundliche Willkommen und dein Statement zum Text.


    Betriebswirtschaftlich rechnet sich ein einzelner Sachvertrag kaum, es macht die Menge an betreuten Kunden/ Verträgen.
    Sachverträge sind also nichts für`s schnelle Geld (das geht mit langlaufenden Lebens-/ Rentenversicherungen eher), sorgen aber für zufriedene Kunden und eine langfristige, vertrauensvolle Beziehung und so manch Weiterempfehlung.


    Schön ist es, wenn der Berater für die Beratungsthemen Vermögensaufbau und Altersvorsorge nicht auf Versicherungsprodukte angewiesen ist, sondern auch "direkte Kapitalanlagen" wie z.B. Investmentfonds empfehlen kann.

    Schön, dass diese Themen hier so fundiert und sachlich bewegt werden.


    Inhaltlich sehe ich es wie Andreas und Henning: Finanzbildung auch als elementare Grundlage für die Auswahl des passenden Beraters, die richtigen Fragen im Gespräch und die kritische Hinterfragung der gegebenen Empfehlungen.


    Wenn auf den informierten, kritischen Kunden ein kundiger, ehrlicher und transparent arbeitender Berater trifft und die Rahmenbedingen (Honorar oder Provision) für beide Beteiligten in Ordnung sind, ist alles gut. Es geht also auch einfach.


    Sehr interessant ist übrigens ein Blick ins Honoraranlageberater-Register (Stand: 2.09.2014):
    https://portal.mvp.bafin.de/database/HABInfo/
    Gegenwärtig gibt es bundesweit neun Eintragungen.

    Das Thema ist gut und wichtig, aber es gibt noch einen ganz wichtigen praktischen Tipp:
    Wenn der Bank der volle Kreditbetrag zurückgezahlt werden muss geht das i.d.R. nicht ohne Anschlussfinanzierung. Deshalb muss erst die Anschlussfinanzierung in "trockenen Tüchern" sein, ehe man seinen Darlehensvertrag wegen formaler Fehler in der Widerrufsbelehrung kündigt. Das Problem liegt darin, dass einige Banken eine Anschlussfinanzierung grundsätzlich ablehnen, wenn der Vorvertrag aus o.g. Gründen widerrufen wird.

    Ich bin froh über dieses Thema und sehe es wie Henning und Nordlicht.


    Die Maßnahmen zur Regulierung der Finanzberatung und zur Förderung der Honorarberatung in Deutschland begrüße ich sehr, allerdings ist die Sichtweise auch etwas einseitig, wenn die Honorarberatung häufig als einziger Zugangsweg zu einer objektiven, produktunabhängigen Beratung dargestellt wird. Das ist aus meiner Sicht aus folgenden Gründen nicht ganz zutreffend:


    1. Bei der Bewertung der Honorarberatung sollte nicht nur auf die Vergütung geschaut werden, sondern auch auf die Lagerzugehörigkeit und die daraus resultierenden Pflichten: Sowohl Versicherungsberater als auch Versicherungsmakler stehen als „Sachwalter des Kunden“ im gleichen Lager. Ein Sachwalter bewertet die Angebote des Marktes und spricht unter Berücksichtigung des Anforderungsprofils des Kunden eine Empfehlung aus.


    2. Die Vergütung sagt nichts aus über die Qualität der Beratung. Deshalb sollte man den Berater die Fragen stellen, die Henning genannt hat.
    Übrigens kann auch ein Versicherungsmakler mit seinem Kunden vereinbaren, dass dieser ihn bezahlt. Dann gibt es keinen Unterschied mehr zwischen einem Honorarberater und einem Versicherungsmakler. Auch wenn ich will, dass jemand meine Versicherungen "im Blick" hat und mich z.B. im Schadensfall unterstützt und meine Interessen gegenüber der Versicherung vertritt, ist ein Versicherungsmakler geeignet.


    3. Es gibt Beratungsthemen, für die sich aus Verbrauchersicht die Honorarberatung finanziell nicht lohnt. Das gilt insbesondere für private Versicherungen wie Hausrat-, Haftpflichtversicherungen usw. und Anlagethemen, in denen kleine Beträge (z.B. vermögenswirksame Leistungen) angelegt werden sollen. Hier liegt der Vorteil von Beratern/ Vermittlern, die auf Provisionsbasis beraten: Sie ermöglichen auch den Menschen, die sich einen Stundensatz von 150 EUR aufwärts nicht leisten können, Zugang zu passenden Produkten. Im Versicherungsbereich sind das die oben erwähnten Versicherungsmakler, im Anlagebereich sind es Finanzanlagenberater.
    Das wesentliche Kriterium sollte nicht die Frage: "Honorar oder Provision?" sein, sondern auch deren Höhe für die erbrachte Leistung. Wo ist das Problem an der Provision, wenn ein Versicherungsmakler für eine 2-stündige Beratung zur Unfallversicherung 30 EUR Provision bekommt? Will der durchschnittliche Kunde für eine solche Beratung wirklich zu einem Honorarberater gehen und 300 EUR Honorar zahlen oder mit dem Makler vereinbaren, dass er ihn für seine Beratung direkt bezahlt?


    Entscheidend ist doch, dass der Berater dem Kunden gegenüber offenlegt, durch wen und in welcher Höhe er bezahlt wird. Und das gehört nicht nur zum Berufsethos eines guten Beraters (neben den von Henning genannten Kodices gibt es einige andere), sondern gilt inzwischen für alle Finanzberater (im Anlagebereich). Versicherungsmakler, die das nicht von sich aus tun, kann man direkt danach fragen. Im übrigen kann auch ein Finanzanlageberater, der üblicherweise auf Provisionsbasis bezahlt wird, mit seinem Kunden vereinbaren, dass dieser die Beratung bezahlt und im Gegenzug provisionsfreie Produkte bekommt.


    Was die konkrete Empfehlung angeht, habe ich die Tipps:


    1. sich Zeit nehmen
    2. Überlegen, was man will (und was man bereit ist, dafür auszugeben)
    3. Konkret verschiedene Berater ansehen und dann entscheiden, mit wem man kann und will


    Ich kenne es auch so, dass das erste Kontaktgespräch kostenlos ist und man erst dann bezahlt, wenn man sich für einen Berater entschieden hat und eine Beratungsleistung bekommt.


    Zur Empfehlungsplattform whofinance: Nach Aussage von whofinance wird jede Bewertung vor Veröffentlichung geprüft: Nach der Bewertungsabgabe muss man sich selbst als reale Person und seine E-Mail-Adresse bestätigen (per Aktivierungslink) und erst dann beginnt die Qualitätsprüfung durch whofinance, u.U. mit Rückfragen an den Bewerter z.B. zur konkreten Beratungssituation.


    Um einen ersten Eindruck darüber zu bekommen, welche Berater es in der Nähe gibt und was Andere über ihn sagen, ist die Seite ganz gut geeignet. Die Entscheidung, ob man das glaubt und bei ihm bleiben will, kann man nach einem persönlichen Kontakt immer noch treffen.

    Ich stimme Nordlicht uneingeschränkt zu: Wir sind denkende Wesen und in der Lage, die Informationen, die wir von Produktanbietern und Vermittlern bekommen, zu filtern. Deshalb gelten für Finanzentscheidungen die gleichen Regeln wie für alle anderen Entscheidungen auch: Beschäftige dich gründlich mit dem Produkt und kaufe erst, wenn du die Eigenschaften kennst und verstanden hast, was du da kaufst. Wenn du es nicht verstehst, lass die Finger davon.


    Wesentliche Fragen im Zusammenhang mit der Entscheidung für oder gegen ein Produkt sind: "Besteht das Risiko, meine investiertes Geld zu verlieren?", "Wie hoch sind die Kosten des Produkts?", d.h. "Welcher Teil meines Geldes wird tatsächlich in die Anlage investiert?" und was hat der "Berater" davon, wenn ich mich dafür entscheide? Wie steht er zum Produkt: Ist er Angestellter einer Bank und muss in deren Auftrag verkaufen, bekommt er vom Produktanbieter eine Provision oder berät er unabhängig und in meinem Auftrag, wofür er von mir ein Honorar bekommt?

    Auf dieser Grundlage kann jeder für sich entscheiden, ob das Verhältnis von Rendite und Risiko passt und ob er bereit ist, für eine gute, faire Beratungsleistung zu zahlen.


    Jeder ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich, und das gilt auch und gerade im Finanzbereich.


    Wenn wir alle unseren kritischen Sachverstand einsetzen, gibt es keinen Markt mehr für unseriöse Berater.

    Hallo Renate,


    das hört sich doch gut an. Dein neuer Arbeitgeber zahlt jetzt die Beiträge in einen neuen R+V-Vertrag, der in den nächsten Monaten mit dem Geld aus dem Zurich-Vertrag aufgefüllt wird. Wenn es richtig gemacht wurde, erlischt dann der Zurich-Vertrag und es gibt nur noch den zwischen der R+V und deinem neuen Arbeitgeber - und du bekommst am Ende die Leistungen.


    Kleiner Tipp noch: Die Direktversicherung ist besonders interessant, wenn du vom Arbeitgeber einen Zuschuss oder wenigstens dessen eingesparte SV-Beiträge bekommst.

    Wenn es um die Honorarberatung geht, steht fast immer die grundsätzliche Annahme im Raum, dass Provisionsberatung generell subjektiv ist und am Bedarf des Kunden vorbeigeht.


    Außer Acht gelassen wird dabei häufig die Tatsache, dass der Begriff "Honorarberatung" nichts über die Qualität des Beraters aussagt und dass die Honorarberatung nicht in allen Beratungs-/ Produktbereichen funktioniert.
    Oder würden Sie für die Beratung zu einer privaten Haftpflichtversicherung (kostet ab 50 EUR p.a.) oder einen VL-Sparplan 150 EUR Beratungshonorar zahlen?


    Bei den zahlreichen Begrifflichkeiten fällt es schwer, einen Überblick zu behalten und den Richtigen für seine Bedürfnisse zu finden: Da ist von Versicherungsvertretern, -maklern und -beratern die Rede, von Finanzanlagenvermittlern und bald auch von Honorar-Anlageberatern.


    Und nur die, die gegen Honorar arbeiten, sind die Guten?
    Das ist etwas zu kurz gegriffen und löst nicht das Problem, dass viele Menschen so verunsichert sind, dass sie gar keine oder die falschen Finanzentscheidungen treffen.

    Hallo Renate,


    habe ich dich richtig verstanden, dass du mit dem Zurich-Anliegen (betriebliche Altersversorgung) zur R+V gegangen bist und von dort ein Angebot für eine private Rentenversicherung bekommen hast? Hast du bei der R+V einen Antrag unterschrieben?


    Hast du mit deinem neuen Arbeitgeber darüber gesprochen, dass du einen Zurich-Vertrag mitbringst und bei ihm fortsetzen möchtest? Das wäre die eleganteste Variante. Möglich ist auch, dass dein neuer Arbeitgeber eine Vereinbarung mit einem anderen Versicherer geschlossen hat und die Zurich deshalb nicht zulässt. In diesem Fall ist es u.U. möglich, das bestehende Kapital zu übertragen. Erneute Abschlusskosten fallen hierfür in der Regel nicht an, das sieht das sog. Übertragungsabkommen vor. Mehr dazu hier: http://www.gdv.de/2013/06/abko…s-bei-arbeitgeberwechsel/

    Nicht unerheblich können auch anfallende Umrechnungsgebühren sein: Der Geldautomat im Ausland bietet u.U. eine sofortige Umrechnung der Landeswährung in Euro an (häufig Standardeinstellung, die durch den Benutzer aktiv abgewählt werden muss). In den zugrunde gelegten Kurs kann ein Aufschlag für den Automatenbetreiber eingerechnet sein.


    Deshalb der Tipp: Vor der Reise Überblick über den aktuellen Kurs verschaffen (und notieren) und beim Geldabheben am Automaten die Abrechnung in Landeswährung auswählen.

    Ich bin davon überzeugt, dass wir unsere Vorliebe für sichere, täglich verfügbare Anlagen teuer bezahlen, wenn wir unser gesamtes Erspartes in Form von Tagesgeldern usw. anlegen, weil wir hier keinen realen Ertrag (nach Inflation und Steuern) erzielen.


    Es gibt einen Zusammenhang zwischen Sicherheit, Verfügbarkeit und Rendite (sog. "Magisches Dreieck der Vermögensanlage") und das bedeutet, dass man für sich entscheiden sollte, für welchen Teil des Gesamtvermögens man für die tägliche Verfügbarkeit Renditeeinbußen (wie beim Tagesgeld) in Kauf nimmt und ob es nicht einen anderen Teil gibt, für den man kurz- bis mittelfristig Wertschwankungen akzeptiert, um langfristig eine über der Inflationsrate liegende Wertentwicklung und damit einen realen Ertrag zu erreichen.


    Mit der Aufteilung von Gesamtvermögen auf verschiedene Risikoklassen habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Entscheidend ist, dass man sich im Vorfeld grundlegende strategische Gedanken macht, die Anlagen im Blick behält und ggf. Anpassungen vornimmt.

    Die Empfehlung von Manuel Kayl gefällt mir.


    Darüber hinaus kann die absehbare Reduzierung der Tagesgeldzinsen auch ein Anlass sein, einige grundlegende Überlegungen über die eigenen finanziellen Ziele anzustellen und sein Vermögen entsprechend zu strukturieren.


    Denkbar ist da beispielsweise im ersten Schritt die Frage, welcher Teil des Gesamtvermögens täglich verfügbar sein muss und welcher für zukünftige kurz-, mittel- oder langfristige Zwecke vorhanden sein soll.


    Im zweiten Schritt kann man die Aufteilung des Gesamtvermögens angehen und in verschiedene Anlageformen investieren, die für die Umsetzung der Gesamtstrategie passend erscheinen. Es wird sich zeigen, dass allein die Verteilung auf verschiedene Anlageformen mit unterschiedlichen Eigenschaften (Wertentwicklung, Risiko) langfristig zu einem höheren Ertrag führen kann. Das Ganze kann man sehr flexibel gestalten und muss sich auf keine festen Vertragslaufzeiten, hohe Abschlusskosten oder dergleichen einlassen.