Beiträge von chris2702

    "Meine Frau arbeitet" und "unsere Familien würden uns unterstützen" können im konkreten Fall von chris2702 helfen, würde ich aber nicht als generelle BU Strategie empfehlen. So war es von ihm ja auch nicht gemeint.

    Korrekt, es ist keine Empfehlung dies als BU Strategie zu nutzen. Nun muss man aber auch realistisch bleiben und sehen, dass hundertausende Arbeitende da draußen keine BU-Versicherung bekommen. Und von diesen Nicht-BU-Versicherten wird auch nur ein teil berufsunfähig. Und wenn die Berufsunfähigkeit dann leider doch eingetreten ist, gibt es immer noch Mittel und Wege ein normales Leben zu führen.


    Mir gefällt die Schwarzweißmalerei nicht: "Wenn du keine BU-Versicherung hast, kannst du dich gleich umbringen...". Das ist Unsinn. Ich hätte sie abgeschlossen, konnte es nicht, und lebe trotzdem sorgenfrei. Mehr wollte ich nicht sagen.

    Ich bekomme aus gesundheitlichen Gründen keine BU. Wäre ich topfit, hätte ich sie nach dem Studium sicherlich abgeschlossen.


    Deswegen zittere und weine ich aber trotzdem nicht jeden Tag. :)


    Meine berufliche Situation ist extrem stabil ohne größere gesundheitliche Risiken. Meine Frau könnte unsere Familie auch mit Vollzeitjob finanzieren, wenn auch mit völlig anderem Lebensstandard als mit 1,5 Jobs. Unsere Familien würden uns im Ernstfall unterstützen können. Sozialhilfe müssten wir wohl nie beantragen.


    Ich finde die Überlegung daher durchaus interessant. Ich glaube aber, im Ernstfall hätten 99% der Bevölkerung ein echtes Problem.


    Wir bräuchten 1,5 Mio allein um es bis zur Rente zu schaffen (25 Jahre mit 3 Kindern 5000 Euro pro Monat, die Inflation fällt hoffentlich bald wieder auf Null ;)) und eine weitere Mio um ein gutes Alter zu verleben. Beträge, über die wir gar nicht nachdenken brauchen. Insofern planen wir erstmal mit gesetzlicher Rente, Betriebsrente, Sparraten in ETF und einer MSCI World Rendite von 7%. :P Was in 25 Jahren Status ist, sehen wir dann.

    Ich kann empfehlen, auf http://www.zinsen-berechnen.de den Sparplan und den Entnahmeplan durchzurechnen.


    • Wieviel Vermögen erwirtschaftet Ihr binnen 15 Jahren bei 3,5,7%?
    • Welche Entnahme wird mit diesem Vermögen möglich sein?

    Einerseits motiviert das vielleicht zu einer Sparrate Richtung 800 Euro. Andererseits könnt ihr dann besser abschätzen, wie weit euer Lebensstandard in der Rente von dem heutigen abweichen wird. Und ob sich Lücken schließen lassen, oder ob ihr sie in Kauf nehmen müsst.

    Allgemein kannst du dich fragen, wie sorgenfrei du lebst... verdienst du viel oder wenig, gemessen an deiner Lebenssitiation. Fährst du einen neuen Golf mit Vollkaskoversicherung oder einen alten Daihatsu, der vermutlich nicht nochmal übern Tüv kommt, kannst du leicht arbeitslos werden, wie leicht kannst du den Job wechseln, etc etc.


    Am Ende bleibt die Empfehlung, drei Monatsgehälter stets verfügbar zu haben. Manche empfehlen Brutto, andere sagen Netto reicht. Da kannst du natürlich deinen zinsfreien Dispo "irgendwie" berücksichtigen. Allerdings bleibt es Fremdkapital und kein Eigenkapital, du musst es zurückzahlen und wenn du gleichzeitig in Urlaub willst, die Waschmaschine streikt und das Auto hustet lebt es sich auf jeden Fall sorgenfreier, wenn alle Kosten durch dein Eigenkapital gedeckt sind, als wenn du hinterher x000 Euro Schulden hast.


    Ich würde den Dispo außen vor lassen.

    Was mich zu der Frage führt, welche meiner Aktien deiner Meinung nach eine - wenn auch nur 30-minütige - Bauchprüfung benötigen.

    Schön, dass du es mit Humor nimmst.


    Angenommen, ich besitze 100k und du vererbst mir 10k in Msci World und 40k in FAANG, würde ich einfach alles eine Weile (5j?) behalten und regelmäßig die Performance tracken und ein Gefühl für die Story entwickeln.


    Wenn ich plötzlich 80% Einzelaktien im Depot hätte, wär mir das zuviel und ich würde auf einen 50% Anteil runtergehen. Maximal.

    Wäre ich dein Erbe 🤣🤣🤣 würde ich mich insgesamt 30 min mit deinen Aktien befassen, entscheiden was ich behalte (rein nach dem Ergebnis der 30 min) und den Rest in MSCI World umschichten.


    Kriterien wären Analystenmeinungen, Charts, ein paar Kennzahlen und insbesondere ob mir die Story aus dem Bauch raus gefällt.


    Jeder Profitrader würde weinen bei diesem Ansatz, aber ich wäre damit zufrieden.

    D. h., 50 €/Mon je Mama und Papa sind zu wenig?!


    D. h., bei 5k € nt gesamt = 1000 €/Mon anlegen? O_O Das können wir uns nicht leisten!

    Du kannst mit jedem Betrag sparen!!!!! Auch mit kleinen Beträgen!!!!! Dir muss nur klar sein, dass du, wenn du 100 Euro im Monat sparst für 25 Jahre in der Rente nicht 1000 Euro entnehmen können wirst. Um hier ein Gefühl zu bekomnen helfen diese Rechner


    https://m.zinsen-berechnen.de/sparrechner.php


    https://m.zinsen-berechnen.de/entnahmeplan.php


    Beim Sparrechner solltest du mit 3, 5, 7% rechnen, der MSCI World hat seit 1970 ca 7% gebracht, das ist aber ein Durchnittswert, es gab auch Jahre mit 1,x%.


    Beim Entnahmeplan kannst du mit 3% oder 4% Entnahme rechnen. Das heisst wenn du 10.000 Euro Kapital hast, kannst du 400 Euro IM JAHR entnehmen und wirst bis ans Lebensende mit 90+ nicht verarmen. Sicher sind hier 3%, möglich sind 4%, mehr ist ein Risiko.

    Ozymandias


    Aus meiner Sicht können 100% der Menschheit von deinen Szenarien betroffen sein. 99% werden es aber nicht, bzw greifen vorher lenkend ein.


    Wir haben einen ETF Sparplan ins Gemeinschaftsdepot aus gemeinsam erarbeiteten Haushaltsnetto. Ziel ist Vermögensaufbau mit unbekanntem Zweck, Studium der Kinder, Altersvorsorge, Erbmasse. Meine Frau würde sich niemals um ihr Depot kümmern, im Zweifel hätten wir eine niedrigere Sparrate und mehr Konsum oder ich müsste zwei Depots identisch aufsetzen...Mehrarbeit. Im Scheidungsfall machen wir Zugewinnausgleich, nach Scheidung wäre das Vermögen immer gleich, egal ob Einzel- oder Gemeinschaftsdepot. Im Todesfall gibt es Erbmasse, die bei entsprechender Höhe versteuert werden muss.


    Daneben habe ich ein Einzeldepot, sechsstellig, von meinem Vater. Wenn mein Vermögen 500k übersteigt, werde ich ohnehin einen Vermögensübertrag an meine Kinder in Erwägung ziehen. Solange sie klein sind soll im Zweifel lieber meine Frau ein bisschen Erbschaftsteuer zahlen (15% auf Beträge höher 500k bis 1.1m) und alles besitzen als dass zB eine Immobilie einen minderjährigen Eigentümer bekommt, was neue Schwierigkeiten mit sich brächte.


    Insofern, ich wüsste nichts was automatisch gegen ein Gemeinschaftsdepot spricht, ganz im Gegenteil.

    Wenn ihr in dasselbe Produkt investieren wollt (ETF MSCI ...?), spricht denke ich nichts für Einzeldepots oder gegen ein Gemeinschaftsdepot.


    Meine Frau hat null Interesse sich um irgendwas finanzielles zu kümmern. Dann wären zwei Einzeldepots nur Mehrarbeit für mich. Mit unserem Gemeinschaftsdepot halbiere ich also meinen Aufwand.


    Ich denke, wenn die obigen Punkte für dich passen, machst du mit einem Gemeinschaftsdepot alles richtig.

    Jacob97


    Die Frage ist ob ihr gemeinsam wirtschaftet, unabhängig vom Einkommen der Partner. Man kann kein Gemeinschaftsdepot führen, bei dem einer 100 Euro einzahlt, der andere 300 Euro. Man kann aber sehr wohl sagen "wir haben ein gemeinsames Einkommen von x, davon zahlen wir monatlich y% in den ETF Sparplan, wenn wir uns trennen machen wir 50:50". Letzteres ist unser Modell. Ich bin Hauptverdiener, sie hat eine halbe Stelle und kümmert sich um die Kinder. Wir mögen unseren Ansatz.

    Volle Zustimmung für Kater.Ka und weitere Vorredner. Wir haben 1,5 gute Gehälter und 3 Kinder. Ich vermute für uns sind 900 Euro vorgesehen. Wir kämen auch ohne Förderung zurecht, während Haushalte mit wenig Einkommen oder kleiner Rente sich Sorgen machen müssen. Aber solche Beispiele gibt es ja zuhauf. Kindergeld für Topverdiener. Elterngeld für Topverdiener bis 500.000 Euro Familieneinkommen. Ist es so schwer da gerechter zu differenzieren?