Beiträge von chris2702

    Saidi


    Die Frage ist halt, ist die Listung auf bvvb.de ein Qualitätsmerkmal. Aus meiner Sicht ist das eine Seite, bei der sich Honorarberater gegen Geld registrieren können, um Kundenkontakte zu generieren. Man muss einige Voraussetzungen erfüllen, "gut sein und zufriedene Kunden haben" ist aber kein Kriterium.


    Ich würde mich eher von jemandem beraten lassen, der viele Infos kostenfrei preisgibt und zig positive Bewertungen hat, als jemanden nach seiner Postleitzahl auszusuchen. Denn räumliche Nähe ist in Zeiten von Zoom für solcher Art Aufgaben überhaupt kein Kriterium.


    Und wenn ich mich dann tatsächlich schlecht beraten fühle, kann ich ja immer noch entscheiden, weiter zu suchen.

    Saidi Ich sehe das eher so: Jemand verkauft Autos und Fahrräder. Die ganze Stadt ist begeistert von seinen Fahrrädern. Er gibt auf seiner Homepage seitenweise Auskunft über die Fahrräder, über Marken, Typen, Handhabung, Pflege, Zubehör, Vorteile, Nachteile. Es gibt ellenlange Referenzen zu seinem Geschäftsgebaren.


    Sollte man dann nicht auch mal vorbeischauen und sich informieren, wenn man ein Auto braucht? Auch wenn das vom Produkt her was ganz anderes ist als ein Fahrrad, viel teurer, viel komplizierter, die zweitgrößte Anschaffung nach einem Hauskauf? Aber offenbar verkauft er super Fahrräder, warum nicht auch mal beim Autokauf vorbeischnuppern?

    Dann sollten wir hier doch auch nicht über ETFs/Aktienfonds schreiben. Diese sind ja auch in keiner Einlagensicherung. ETFs/Aktienfonds sind Sondervermögen, aber nicht über eine Einlage gesichert.

    Ich glaube, da werden nicht Äpfel mit Äpfeln verglichen.


    Fall 1: Du legst 101.000 Euro bei einer x-beliebigen, europäischen Bank an. Dann ist die (mindestens) im Einlagensicherungsfonds und wenn sie Pleite geht, verlierst du 1000 Euro, die restlichen 100.000 bekommst du zurück.


    Fall 2: Die oben beschriebenen Bonds verlierst du, wenn der Emittent Pleite geht oder du machst Verluste, wenn der Business Case nicht aufgeht.


    Fall3: ETF sind Sondervermögen. Das heißt, du verlierst sie weder wenn deine Depotbank pleite geht noch wenn iShares oder Blackrock Pleite gehen. Sie liegen bei Clearstream und da liegen sie gut.

    winter


    Du kannst davon ausgehen, dass sich die Depotlandschaft in den nächsten Jahren weiter verändern wird. Nimm Flatex. Ein gefeierter Star im Depotuniversum. Bis sie über Nacht 0,1% (!!! Etwas mehr als nichts!!!)Depotgebühr verlangten. Und im Netz zerrissen wurden. Und angeblich trotzdem weiter wachsen. Weils den Leuten egal ist.


    Der heute "Beste" kann morgen die Bedingungen anpassen. Garantien auf Bedingungen gibt es nicht. Willst du wirklich jedesmal die Hühner satteln und dein Depot umziehen? Nicht wissend wie lange es dir woanders gefällt?


    Es kommt sicher auf deinen Fall an. Wenn du mehrfach im Monat handelst, summieren sich die Kosten. Aber dann hast du hoffentlich auch ein Vermögen, bei dem sich mehrere Depots lohnen. Kater.Ka hat glaube ich 6 Depots.


    Wenn du einfaches Sparplan-buy-and-hold machst (was evt beim Threadersteller der Fall sein könnte) ist es schon fast egal, welches Depot du nimmst. Jeder hat kostenlose Sparpläne, verkaufen wirst du erstmal nicht. Why worry?


    Worauf es wirklich ankommt, ist, ob du 25 Euro im Monat sparst oder 250 oder 500 oder 1000. Da spielt die Musik nach Jahrzehnten. Nicht bei der Frage, ob der Sparplan 1,5 Euro oder 1,5% kostet.

    marcoh.73


    Hast du mal eine Excel basierte Analyse gemacht, welche Kosten dir bei identischem Anlageverhalten bei allen drei Anbietern über 10/20/30 Jahre entstehen und wieviel das deine Rendite drückt?


    Bei mir ist der Fall einfach. Ich mache bei Comdirect nur kostenlose Sparpläne, dadurch fällt keine Grundgebühr an, verkauft habe ich in sechs Jahren noch nichts. Du wirst vermutlich ein komplexeres Setup haben.


    Aber ich kann dich nur mal ermutigen, das durchzurechnen. Ich würde vermutlich erst ab 0,1% Renditeschmälerung aktiv werden, was sehr gut sein kann, wenn die Commerzbank die Comdirect vollintegriert hat und die Melkmaschine anwirft. Wenn sie sich hingegen am Mittelfeld des Marktes orientieren oder Aktivitätsrabatte geben, werde ich eher nicht wechseln.


    Denn an sich bin ich mit der Comdirect hochzufrieden. Wir sind mit diversen Depots dort, für uns, für meinen Vater, für meine Kinder. Alles klappt seit Jahren immer problemlos, auch der Support per Telefon.

    Ich kenne auch die Berechnung über Warenkörbe. Dadurch wird ein durchschnittlicher Haushalt abgebildet. Soll heißen wenn du Strom vollständig über Solar abdeckst, interessiert dich die Stromteuerung nicht. 1000 Beispiele analog möglich.

    Seb


    Ich möchte nur noch zu bedenken geben....


    Es ist absolut in Ordung, bei der Depotauswahl maximal zu optimieren. Aber du solltest nicht zuviel Zeit auf das Thema anzusetzen.


    Egal welches der Depots du wählst, die Frage ob du in 50 Jahren 1.000 Euro Depotvermögen hast oder 10.000 oder 100.000 oder 1.000.000 oder 10.000.000 oder mehr wird durch die Depotwahl so gut wie nicht beeinflusst. Das hängt in erster Linie von deiner Sparrate und in zweiter Linie von der Börsenentwicklung ab. Ob ein Trade 1 Euro oder 9,95 kostet ist im Vergleich zu deiner Sparrate irrelevant. Und da du die Börsenentwicklung nicht beeinflussen kannst, kannst du sie auch als vorgegeben hinnehmen.

    Dass die APO Bank massive technische Probleme hat/hatte, habe ich auch mitbekommen. Gibt dutzende Berichte im Netz, zb den hier https://www.deutsche-apotheker…klappt-die-apobank-wieder


    Natürlich kannst du deine Bankgeschäfte abwickeln wo du willst. Ob deine Kreditverträge Klauseln enthalten, die deine Bankverbindung an die APO Bank fesseln, können wir aus der Ferne nicht sagen. Gefühlt halte ich es für unwahrscheinlich. Mein Gefühl bringt dir aber nichts.

    Der richtige Zeitpunkt zum umschichten von ETF in Kasse? Wenn du sagst, dass du dir die Rente verschönern willst, kannst du ad hoc umschichten, wenn die nächste Reise bezahlt werden muss oder ne neue Couch.


    Frag dich einfach "was passiert, wenn mein Depot morgen noch 50% wert ist". Wenn die Antwort ist "no problem" hast du gut gehaushaltet. Wenn die Antwort ist "dann kann ich mir dies und das unerwartet nicht leisten und ich würde mich total schlecht fühlen" solltest du schleunigst umschichten, denn dann kannst du dir den nächsten Börsencrash nicht leisten.

    Nicht naiv, sehr sinnvoll. Allerdings musst du immer im Blick behalten, ob du das Geld in <15 Jahren brauchst, eher vielleicht <5 Jahre. Du kannst das Geld nicht bis zum Tag x liegen lassen, wenn du es einen Tag später brauchst und ein Börsencrash eine Katastrophe wäre.


    Mein Vater vermutet, dass er das Geld nicht mehr braucht, er will es nur als letzte Sicherheit behalten. Das ist natürlich die Idealsituation für ein Langfristinvestment in ETF.