Beiträge von Berliner Kindl

    Das Problem fehlerhafter Kreditverträge betrifft nicht nur die Banken des VW-Konzerns, sondern zahlreiche andere Kreditinstitute, die den Kauf von Kfz finanziert haben. Auch Leasingverträge sind analog betroffen.


    Insofern ergibt sich hier für eine große Zahl von Verbrauchern eine interessante Möglichkeit - denn ein Vorgehen ist unabhängig davon, ob es sich bei dem Fahrzeug um einen Diesel handelt und auch, ob ein Neuwagen oder ein Gebrauchtfahrzeug gekauft wurde.


    Hier gibt es eine gute Übersicht darüber, welche Kreditverträge bei welchen Banken betroffen sind.

    Klage müsste in diesem Fall bis Ende 2019 eingereicht werden. Allerdings sollte man bei diesem Thema nicht länger warten als nötig. Die Praxis zeigt, dass viele Klagen mit Vergleichen zwischen Verbrauchern und Banken enden, die nicht rückwirkend gelten, sondern nur für die noch offene Zinsbindungsfrist.


    Je länger man also wartet, desto geringer wird der wirtschaftliche Vorteil, der sich aus einem Widerruf ergibt, siehe dazu auch hier.

    Für alle, die ihr Fahrzeug per Kredit oder Leasing finanziert haben, kann der Widerruf der Finanzierung eine weitere Chance bieten, um einen manipulierten Diesel loszuwerden. Ähnlich wie beim sogenannten Widerrufsjoker für Baufinanzierungen finden sich auch in Kfz-Kredite viele Formfehler, die dafür sorgen, dass die Widerrufsfrist nicht zu laufen beginnt.


    Hier ist das Thema ganz gut erklärt.


    Mittlerweile gibt es auch einige Gerichtsurteile, die das Widerrufsrecht bei Darlehen der VW-Bank bestätigen und damit die Rückgabe des Auto geurteilt haben. Das Schöne dabei ist, dass Verbraucher ohne Rechtsschutzversicherung zunächst eine Rechtsschutz abschließen können und dann ohne Kostenrisiko den Widerruf des Kredits / Leasingvertrags erklären können.

    Schwierig. Meiner Ansicht nach kannst Du da nur was machen, wenn Du rechtsschutzversichert bist. Ansonsten ist das Kostenrisiko zu hoch - siehe unten).


    Begründung:


    - Kredit 1 wurde zu einer Zeit abgeschlossen, als es noch kein Widerrufsrecht gab, daher nicht anfechtbar.


    - Anschlussfinanzierung gilt normalerweise nicht als eigenes Darlehen, daher müsste das Ursprungsdarlehen angreifbar sein, was aber nicht der Fall ist.


    Ja, es gibt auch die Ansicht, dass Anschlussfinanzierungen widerrufbar sind, wenn sie im Fernabsatz geschlossen wurden. Allerdings gibt es dazu noch keine gefestigte Rechtsprechung, so dass ein Vorgehen wirklich nur mit Rechtsschutz zu empfehlen ist.

    Tatsächlich ist der Widerrufsjoker kein Selbstläufer für Verbraucher. In vielen Fällen kann man damit etliche Tausend Euro sparen. Wenn es aber um solchen Summen geht, muss man sich auch auf den Widerstand der Gegenseite gefasst machen. Lobbyismus und politische Einflussnahme spielen dabei eine große Rolle.


    Zudem hat sich die Rechtsprechung der deutschen Gerichte gerade bei diesem Thema sehr wechselhaft und uneinheitlich entwickelt. Das führte zu der absurden Situation, dass teilweise identische Kreditverträge am gleichen Gericht unterschiedlich geurteilt wurden - je nachdem, wie der jeweilige Richter die Situation einschätzte (oder vielleicht auch je nachdem, wie gut er mit dem örtlichen Bankvorstand befreundet war).


    Gerade bei den Sparkassen kann man das sehr anschaulich verfolgen. Da bei fast allen Sparkassen deutschlandweit einheitliche Vertragsformulare verwendet wurden, haben wir es dort mit einer großen Zahl von Fällen zu tun, die bei zahlreichen Gerichten in ganz Deutschland eingeklagt wurden. Dabei kam es zu vielen unterschiedlichen Urteilen, die manchmal pro Verbraucher und ein anderes Mal zugunsten der Bank ausfielen. Mit juristischer Stringenz und Logik hatte das zumeist wenig zu tun. Erst als der BGH nach einiger Zeit zu den wichtigsten Vertragsformularen geurteilt hatte, vereinheitlichte sich die Rechtsprechung auch in den unteren Instanzen.


    Für die Sparkassen stellt sich somit folgendes Bild dar:


    - Kredite aus dem Zeitraum 2002-2008: fehlerhaft und widerrufbar bis Juni 2016, BGH-Urteil liegt vor
    - Kredite aus dem Zeitraum 2009-Mitte 2010: korrekt und nicht angreifbar, BGH-Beschluss liegt vor
    - Kredite aus dem Zeitraum Mitte 2010 bis Mitte 2011: fehlerhaft und aktuell noch widerrufbar, BGH-Urteil liegt vor
    - Kredite aus dem Zeitraum nach Mitte 2011: nicht endgültig geurteilt, aber eher nicht widerrufbar


    Die Zeitangaben sind dabei nur als ungefähre Angabe zu verstehen, da die neuen Formulare von den Sparkassen nicht immer sofort eingesetzt worden sind und dadurch erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Banken entstanden sind.


    Insofern kann es durchaus zu der Situation kommen, dass zum Zeitpunkt des Widerrufs ein Fall als aussichtsreich einzuschätzen war - und sich wenige Monate später das Bild gewandelt hatte. Das bedeutet nicht unbedingt, dass der Anwalt schlecht gearbeitet hat. Umso wichtiger ist es, sich von einem Anwalt oder einer Interessengemeinschaft vertreten zu lassen, der/die sich mit dem Thema intensiv beschäftigt und die Entwicklung aktuell verfolgt - und nicht nur nebenbei mal eben ein paar Kredit-Widerrufe macht.


    Stand heute ist es so, dass sich der Nebel der unklaren Entscheidungen deutlich gelichtet hat. Man kann also in den meisten Fällen seriös einschätzen, ob der Widerruf aussichtsreich ist oder nicht (so wie ich das oben getan habe). Einfach mal nach "Widerrufsjoker - welche Fälle aussichtsreich" googeln und nach einem aktuellen Artikel suchen. Eine 100% Garantie gibt es dabei natürlich auch nicht. Aber ein erfahrener Partner sollte in der Lage sein, einen Betroffenen vor einem kompletten Reinfall zu bewahren.

    Alle, die wissen möchten, ob ihre Baufinanzierung für den Widerrufsjoker in Frage kommt, erhalten in diesem Artikel einen guten ersten Überblick, welche Banken hauptsächlich fehlerhafte Darlehensverträge benutzt haben.


    Allerdings führt kein Weg an einer individuellen Prüfung des eigenen Kreditvertrags vorbei. Dabei sollte man nicht nur schauen, ob Fehler gefunden werden. Ähnlich wichtig ist es, zu prüfen, wie die konkreten Schritte aussehen. Das hängt nicht zuletzt davon ab, ob eine Rechtsschutzversicherung greift oder nicht. Vor allem sollte man nicht vorschnell den Widerruf gegenüber der Bank erklären. In vielen Fällen (kein Neubau, keine vermietete Immobilie) kann noch eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen werden, bevor der Widerruf erklärt wird. Dann muss die RSV die Kosten für alle weiteren Schritte übernehmen. Diese Möglichkeit gibt es aber nicht mehr, wenn ein Kredit bereits widerrufen wurde.

    Dass Du zu diesem Zeitpunkt nur unverbindliche Angebote für eine Anschlussfinanzierung bekommst, ist völlig normal. Bei einem verbindlichen Angebot musst Du in der Regel innerhalb von zwei Wochen zuschlagen, sonst verfällt es. Selbst die von Dir geforderten 6 Wochen würden dir nicht helfen, wenn der Widerruf nicht innerhalb dieser Zeit durch ist. Dann müsstest Du von vorne anfangen.


    Aus meiner Sicht hast Du zwei Möglichkeiten:


    1. Du gibst Dich mit der unverbindlichen Finanzierungszusage zufrieden. Das reicht in der Regel, wenn sich nicht plötzlich eine Bonitätsverschlechterung ereignet (z.B. du wirst arbeitslos). Wichtig ist, dass die neue Bank weiß, dass Du durch einen Widerruf aus deinem alten Darlehen aussteigen willst. Ist das nicht der Fall, dann kann es sein, dass sie deswegen die Finanzierungsbereitschaft zurückzieht. Denn nicht alle Banken bieten Anschlussfinanzierungen für Widerrufler.


    2. Du nimmst ein sogenanntes "Flexibles Forward Darlehen". Damit bist Du 100% auf der sicheren Seite, weil Du die Anschlussfinanzierung bereits abschließt. Das Darlehen beginnt zu einem späteren Zeitpunkt (z.B. dem Ende der Zinsbindung deines bisherigen Darlehens). Allerdings kann der Beginn jederzeit vorgezogen werden, weitere Infos z.B. hier.

    Von "lohnen" kann man ja eigentlich nur sprechen, wenn die Prüfung viel Geld oder besonderen Aufwand erfordern würde. Das ist aber hier nicht der Fall. Wenn Du nach "kostenlose Prüfung Widerrufsjoker" googelst, findest Du etliche Angebote.


    Wenn die von Dir genannten Punkte alle stimme, dann stehen die Chancen nicht so schlecht. Vor allem die Vertragsdauer ist ein kritischer Punkt, wo tatsächlich viele Banken Fehler gemacht haben. Zudem kommt es darauf an, ob eine Rechtsschutzversicherung die Kosten für eine Rechtsstreit übernimmt oder ob Du selbst zahlen musst. All das kann man normalerweise im Rahmen einer Erstprüfung herausfinden.


    Wenn 2014 nur der Tilgungssatz geändert wurde, dann ist das kein neues Darlehen. Die dortigen Angaben dürften für mein Verständnis von untergeordneter Bedeutung sein - zumindest dürften sie keine Fehler des Ursprungsvertrags heilen.

    Gestern war "Großkampftag" beim BGH in Sachen Widerrufsjoker: Zwei neue Urteile sowie die mit Spannung erwartete Urteilsbegründung des Sparkassen-Urteils aus dem November.


    Besonders spannend für alle, die ihr Darlehen bisher noch nicht widerrufen haben, ist wohl die Urteilsbegründung (XI ZR 434/15). Demnach wird deutlich, dass ein großer Teil der Sparkassen-Baufinanzierungen aus dem Zeitraum Mitte 2010 bis 2011 fehlerhaft ist und rückabgewickelt werden müssen. Diese Darlehen sind ja von der gesetzlichen Neuordnung aus dem vergangenen Jahr nicht betroffen und können jederzeit noch widerrufen werden.


    Jeder, der in diesem Zeitraum finanziert hat, sollte sich über diesen Sachverhalt informieren, z.B. hier in diesem Beitrag.

    Hallo Herr Broecker,


    die Berechnungen des Streitwerts über die Restschuld ist doch längst überholt. Der BGH hat bereits im vergangenen Jahr entschieden, dass sich der Streitwert beim Widerruf von laufenden Darlehen aus der Summe der vom Kunden an die Bank geleisteten Zahlungen (also die Summe aus Zinszahlungen, Tilgungen und ggf. Sondertilgungen) zusammensetzt.


    Insofern lässt sich der Streitwert anhand der Restschuld gar nicht berechnen.


    Sabine42: Wenn Du das Risiko einer Klage scheust, dann informier dich über die Möglichkeit einer Prozessfinanzierung beim Widerrufsjoker.

    Hallo zusammen ,
    wir haben einen im Jahre 2008 geschlossenen Darlehensvertrag bei der Sparkasse fristgerecht im Juni 2016 aufgrund der vielen Fehler widerrufen.


    Mein Anwalt meint , dass hier nur der Klageweg helfen würde, da die Bank den Widerruf " aussitzen " würde.
    Hat jemand ähnliche Erfahrung ?


    Danke für Eure Rückmeldungen.


    Vorsicht mit den Sparkasse-Verträgen aus 2008! In diesem Jahr haben die Sparkassen zwei unterschiedliche Widerrufsbelehrungen. Es kommt stark darauf an, welche Widerrufsbelehrung in eurem Fall verwendet wurde. Die eine (ältere) WRB wurde vom BGH als fehlerhaft geurteilt, die neuere als korrekt.


    Für die ältere WRB könnt ihr normalerweise klagen, dafür finden sich auch Angebote einer Prozessfinanzierung im Internet, falls keine Rechtsschutzversicherung greift und ihr das Kostenrisiko scheut. Einfach mal nach


    "Sparkasse Widerrufsjoker Prozessfinanzierung"


    suchen.


    Habt ihr aber die neuere Widerrufsbelehrung, dann könnt ihr damit böse auf die Nase fallen. Dann ist jeder Euro, den ihr für den Anwalt ausgebt, aller Voraussicht nach ein Euro zu viel. Hakt also unbedingt beim Anwalt nach, welche Version bei Euch verwendet wurde. Die neuere hat die Fussnote "Nicht für Fernabsatzgeschäfte" - die ältere die Fussnote "Frist im Einzelfall prüfen".

    Weiß jemand, welche Bank eine Anschlussfinanzierung gibt (obwohl man bei der ursprünglichen Bank widerrufen hat) ??

    Wenn Eure Bonität stimmt, sollte eine Anschlussfinanzierung kein Problem sein. Es stimmt zwar, dass einige Banken keine Umschuldung bieten, wenn vorher widerrufen wurde. Neben den von Dir genannten Banken gehört z.B. auch die ING Diba dazu.


    Dem stehen aber genügend Banken gegenüber, die kein Problem mit einer Anschlussfinanzierung haben. Diese gilt es zu finden. Deswegen solltest Du auch nicht von Bank zu Bank laufen, sondern Dich an einen spezialisierten Kreditvermittler wenden, der einen Überblick über die Bankenlandschaft hat und sich idealerweise auch schon mit dem Widerrufsjoker beschäftigt hat. Hier gibt es beispielsweise ein solches Angebot.


    Normalerweise wird das Darlehen auch nicht teurer, wenn Du über einen solchen unabhängigen Finanzierungsvermittler vorgehst, denn der Vermittler wird von der Bank bezahlt. Auch große Anbieter wie MLP oder Interhyp agieren als Vermittler. Allerdings sollte man dort genau hinsehen, wie unabhängig diese Anbieter sind. Zumindest bei der Interhyp kann man aber an der Unabhängigkeit zweifeln, immerhin ist es eine 100% Tochter der ING Diba.

    Wenn Du das Risiko scheust, dann solltest Du prüfen, ob eine Prozessfinanzierung für Dich in Frage kommt. Dabei zahlst Du zwischen 30-45 Prozent Erfolgshonorar, hast aber kein Kostenrisiko für Klage, etc.



    Wenn Dein Anspruch wirklich bei fast 30.000 Euro liegt und dieser Anspruch durchgesetzt werden kann, dann hast Du unter dem Strich knapp 20.000 Euro (nach Abzug des Erfolgshonorars) und stellst Dich damit deutlich besser als mit dem aktuellen Angebot deiner Bank.

    prego:


    Das lässt sich so pauschal kaum einschätzen. Die 3000 Euro solltest Du vergleichen mit dem Anspruch, den Du bei einer vollständigen Rückabwicklung des Darlehens hast. Diesen Anspruch kannst Du bei der Stiftung Warentest berechnen oder beispielsweise hier. Häufig kommst Du dabei auf einen Wert, der rund 10 Prozent der Kreditsumme ausmachen kann, besonders bei älteren Darlehen.


    Bei einer Kreditsumme von 250.000 EUR stünden Dir also rund 25.000 EUR an Nutzungsentschädigung (oder Nutzenersatz) zu. Wenn Du Dich da des lieben Friedens willen mit 3.000 EUR abspeisen lässt, könnte das recht wenig sein. Anders sieht es natürlich aus, wenn die Berechnung der Rückabwicklung nur einen Wert von 4.000 EUR ergibt - dann lohnt sich der Weg zum Anwalt nicht wirklich.


    Grundsätzlich hängt es immer von mehreren Faktoren ab, welchen Weg man geht:


    - wie sicher ist der Fall juristisch?
    - wie streitfreudig bzw. risikofreudig ist man?
    - wie hoch ist das zusätzliche Potential?
    - wie hoch sind die Kosten?


    Die endgültige Entscheidung ist dann häufig sehr individuell. Wichtig ist nur, dass man vorher die Alternative sorgfältig prüft (oder prüft lässt) und dann auf Basis der konkreten Fakten entscheidet.

    DHB: Nach deiner Schilderung müsste es sich um die Widerrufsbelehrung der Sparkasse ohne "frühestens" handeln. (Fussnote: Nicht für Fernabsatz) Diese ist meines Erachtens nach den jüngsten Äußerungen des BGH nicht mehr angreifbar - und zwar unabhängig davon, ob die finanzierten Geschäfte aufgeführt sind oder nicht.


    Falls Du Deinem Anwalt also noch ein kleines Honorar gönnen möchtest und die Rechtsschutzversicherung zahlt, dann kannst Du es versuchen - aber versprich dir nichts davon. Ansonsten würde ich sagen: Finger weg.

    smartfreund:


    Der von Dir beschriebene Sachverhalt ist gar nicht so selten. Die Anwälte versuchen seit einiger Zeit tatsächlich, die Lösung der Grundschuld einzuklagen. Das hat zwar auch juristische Gründe, dient aber in vielen Fälle dazu, den Streitwert nach oben zu treiben. Dass die Rechtsschutzversicherungen das nicht gerne sehen, ist nachvollziehbar. Ein guter Anwalt wird jedoch die Vertretung eines Mandanten daran nicht scheitern lassen und notfalls auf den Antrag auf Löschung der Grundschuld verzichten.


    Ich habe hier gute Erfahrungen mit einem Anwalt gemacht, den ich über die Interessengemeinschaft Widerruf gefunden habe. Ich habe ein Darlehen aus 2010. Mit Hilfe des Anwalts habe ich mich auf eine vorzeitige Beendigung (mehrere Jahre vor Ablauf der Zinsbindung) geeinigt. Die Vorfälligkeitsentschädigung wurde dabei komplett erlassen.


    Zu deinem Fall lässt sich wenig sagen, solange man die Einzelheiten nicht kennt. Wenn die Widerrufsbelehrung aber wirklich fehlerhaft ist, dann ist eine leichte Reduzierung der Vorfälligkeitsentschädigung deutlich zu wenig. Viele Banken versuchen es mit solchen Angeboten, um die wenig streitfreudigen Kunden auf diese Weise abzuspeisen.


    Gerade wenn Du eine Rechtsschutzversicherung hast, die hier greift, solltest Du Dich damit nicht zufrieden geben. Such Dir einen Anwalt, der sich mit deiner Rechtsschutzversicherung arrangiert. Es muss - je nach Bank - auch nicht immer gleich eine Klage sein, um zum Erfolg zu kommen. Viele Banken sind außergerichtlich vergleichsbereit - manche allerdings nicht. Ein guter Anwalt wird dir sagen können, welche Reaktion der Gegenseite zu erwarten ist und wie steinig der Weg zum Widerruf werden könnte.


    Denk dran, dass Dir eigentlich bei einer Rückabwicklung die Bank auch eine Nutzungsentschädigung (oder Nutzungsersatz) für die bereits abgelaufene Kreditlaufzeit schuldet. Häufig sieht ein (gerichtlicher oder außergerichtlicher) Vergleich so aus, dass Du auf diese Nutzungsentschädigung verzichtest und die Bank im Gegenzug die Vorfälligkeitsentschädigung streicht. Der Vertrag wird dann mit sofortiger Wirkung aufgelöst und Du bist frei für eine Umschuldung. Alternativ kannst Du dich mit vielen Bank darauf einigen, dass Zinssatz auf das aktuelle Marktniveau abgesenkt wird. Dann brauchst Du keine Umschuldung.