Beiträge von Samuel

    Der Punkt mit der Inflation ist ökonomisch falsch ist, und zwar das mit der Inflation. Denn Inflation (in normalen Größenordnungen, Hyperinflation mal ausgenommen) betrifft nämlich immer Kosten UND Einkommen.


    Das ist leide nur bedingt richtig. Wenn jemand Geld druckt - wie jetzt die EZB und die FED und die BoJ - dann profitieren immer diejenigen am meisten, die an erster Stelle in der Reihe des Geldflusses stehen. Am wenigstens profitieren diejenigen, die am Ende stehen. Und der normale Bürger steht am Ende. Die einkommensseitige Inflation greift - wenn überhaupt - erst sehr spät, wenn die vermögensseitige bereits sehr viel Vermögen vernichtet hat.


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    Richtig ist, dass der Betrag, der heute auf einem Apfel oder einem Brot stht deutlich höher ist, als vor 100 Jahren.
    Allerdings sind auch die Einkommen entsprechend gestiegen - sogar noch deutlich stärker. Darum kann sich ein Normalverdiener heute Dinge leisten, die vor 100 Jahren nur den Reichsten vorbehalten waren (Autos, Reisen, täglich Fleisch, etc.)


    Du musst aufpassen, nicht Wert mit Kaufkraft bzw. Vermögenswert zu verwechseln. Größer werdende Zahlen sagen nichts über Inflation oder Deflation aus. Richtig ist, dass in den letzten 100 Jahren die Produktivität einen gewaltigen Sprung nach oben gemacht hat. Und allein die Produktivität - und eventuelle neuartige Erfindungen und Entdeckungen - lassen die Kaufkraft steigen.


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    Auch wenn man einen Betrag X im Jahre 1916 auf ein Konto gelegt hätte, hätte der mehr Kaufkraft als damals, da auch die Zinsen real (also nach Abzug der Inflation) mit Ausnahme von wenigen Jahren immer positiv waren, es fand also ein kontinierlicher Wertzuwachs statt.


    Die Zinsen müssen aus dem Produktivitätszuwachs erwirtschaftet und bezahlt werden. Das ist bei Gold nicht anders. Zinsen sind immer das Entgelt (Preis) für die vorzeitige Befriedigung von Wünschen. €100 heute sind mir lieber als in zehn Jahren, deshalb bezahle ich einen Preis (Zinsen), um sie heut zu erhalten. Diesen Preis muss ich erwirtschaften. Bei Gold funktioniert es - logischerweise, weil es echtes Geld ist - genauso: Stichworte Goldleihe und -verleihe.


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    Im Gegensatz dazu hat Gold - wie Du ja selber sagst - nicht an Kaufkraft gewonnen.


    Das ist richtig, wenn ich das Gold einfach nur gelagert habe. Dann hat es die einmal erworbene Kaufkraft konserviert. Das ist auch der natürliche Zustand von (echtem) Geld, was ja nichts weiter als ein Tausch- und Wertaufbewahrungsmittel ist. Erst wenn ich Geld (oder Gold) investiere, kann ich eine Rendite einfahren. Das kann ich natürlich auch mit Gold und unterliege dort genau denselben Chancen und Risiken wie bei allen Formen des Investments.


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    Und Stichwort normale Zeiten: In den letzten 100 Jahren hatten wir einen Weltkrieg, vier Deutschländer, eine Hyperinflation, mehrere Währungsreformen, mehrere Weltwirtschaftskrisen, den Zusammenbruch von Bretton-Woods, den Zusammenbruch des Ostblocks und noch so ein paar kleinere Sperenzchen. Und TROTZDEM ist das System noch halbwegs stabil, und TROTZDEM wäre man vermutlich mit einem Konto bei der Deutschen Bank besser gefahren als mit einem Klumpen Gold.


    Und trotz all dieser unbestreitbaren Ereignisse hat Gold seine konservierte Kaufkraft noch heute. Die $100 unter dem Kopfkissen von vor 100 Jahren sind heute vielleicht noch zwei oder drei Cent wert. Mit einem Dollar konnte man vor 100 Jahren einiges kaufen, mit zwei oder drei Cents heute nichts. Die Unze Gold unter dem Kopfkissen hat dagegen auch heute noch ungefähr dieselbe Kaufkraft wie vor 100 Jahren dafür allerdings in Dollar ausgedrückt einen Raketenstart hingelegt.


    Um nicht missverstanden zu werden: Gold zu verstecken ist kein Investment. Hier ist keine Rendite zu erwarten. Aber der heute erworbene Wert wird konserviert. Möchte ich Rendite, muss ich investieren, egal ob Geld, Gold oder Aktien. Der entscheidende Vorteil von Gold als Wertspeicher ist jedoch, das niemand es vermehren kann. Keine EZB und keine FED kann einfach mal rund um die Uhr die Druckerpressen laufen lassen. Gold vermehrt sich nicht.

    Pleiten werden auch meiner Ansicht nach unvermeidlich sein und sicherkommen. Zuvor wird noch das ganze Repertoire der "kalten Insolvenz"ausgeschöpft. Die Gesetze lassen es ja zu, dass Lebensversicherer beispielsweise selbst vertraglich festgelegte Zahlungen kürzen, wenn die Insolvenz droht.


    Und die Enteignung durch die EZB trifft ja nicht nur Lebensversicherungen. Letztlich arbeiten alle Versicherungen mit Überschüssen, um Beiträge und/oder Leistungen zu garantieren. Die PKV ist das wohl beste Beispiel dafür. Die fehlenden Zinserträge müssen - will man eine Insolvenz abwenden - durch höhere Beiträge ausgeglichen werden. Alternativ werden, wo dies möglich ist, die Leistungen gekürzt (das ist bei privaten Versicherungen aber nur sehr eingeschränktmöglich).


    Und die Versicherer können ja der Enteignung durch die EZB auch nicht entfliehen, weil sie der Staat zwingt, ihm immer weiter Kredit zugewähren, also Staatsanleihen zu kaufen. Das Ausweichen auf renditeträchtigere Anlageformen ist den Versicherungen weitestgehend gesetzlich verwehrt.

    Hier wurde Gold nur unter Renditegesichtspunkten betrachtet. Das ist
    natürlich richtig, wenn man Gold als Investment- bzw- Anlageprodukt
    gebrauchen will.


    Da Gold echtes Geld ist und einen inhärenten Wert hat und auch keiner
    Inflation unterliegt (es sei denn jemand findet mal eine ganz, ganz
    dicke Goldader), ist es aber - zumindest für mich - kein
    Investmentprodukt sondern ein Wertspeicher. Gold sichert den Wert meines
    Vermögens ab, eben weil Gold keine Inflation kennt.


    Papiergeld verliert mit rasanter Geschwindigkeit an Wert. So haben in
    den letzten 100 Jahren (also ein gutes Menschenleben lang) alle
    Papierwährungen (inklusive Dollar als Weltleitwährung) über 90 % ihres
    Wertes verloren. 90 %!! Umgangssprachlich könnte man auch einfach sagen,
    sie sind wertlos geworden.


    Mit echtem Geld, also allen voran Gold, kann und wird das nicht
    passieren. Eine Unze Gold hat auch heute noch ungefähr dieselbe
    Kaufkraft wie vor 100 Jahren, Tendenz zunehmend. Die fehlende Rendite
    wird durch die fehlende Inflation teilweise ausgeglichen. Das wurde im
    Artikel nicht betrachtet. Gold steigt bei gleichbleibendem Kurs jedes
    Jahr mindestens um die Inflationsrate.


    Aber wie gesagt, zumindest für mich ist Gold kein Anlageprodukt wie
    Aktien oder Fonds. Ich lege einen großen Teil meines freien Vermögens in
    Gold an, um so sicher zu sein, bei einem kommenden Zusammenbruch des
    Währungssystems abgesichert zu sein. Anders als Immobilien gibt es bei
    Gold auch praktisch kein Enteignungsrisiko. Immobilien wurden und werden
    vom Staat enteignet werden, wenn die Zeiten schlechter werden, und zwar
    entschädigungslos, vollkommen unabhängig davon, was im Grundgesetz
    steht. Eine Immobilie kann man weder verstecken noch mit ihr ins Ausland
    flüchten. Man ist der staatlichen Willkür hilflos ausgesetzt.


    Gold kann man dagegen problemlos an einem beliebigen Ort lagern. Man
    kann es gut verstecken oder - was mein Tipp ist - im Ausland verwahren
    lassen und es so dem staatlichen Zugriff weitestgehend entziehen. Und
    ja, es gab Goldverbote sowohl in Deutschland als auch für Jahrzehnte in
    den USA - was viele nicht wissen oder vergessen haben. Gut versteckt
    bzw. im Ausland verwahrt, brauchen mich aber eventuell kommende
    Goldverbote (die ich aktuell allerdings nicht wirklich sehe) nicht
    fürchten.


    All das wurde im Artikel nicht weiter angesprochen. Aber auch darüber
    sollte man nachdenken, bevor man sein Vermögen investiert, damit man
    eine informierte Entscheidung treffen kann.