Buy n' Hold und Rebalacing - wie passt das überhaupt zusammen

  • Hallo an die Community,


    gesetz der Fall ich kaufe ETFs für meine Altersvorsorge - und möchte "Buy und Hold" machen.


    Nun kommt das Thema "Rebalancing" im Spiel.


    Gesetz der Fall habe ich €10,000 zu investieren.

    Da ich sicherheits orientiert bin, investiereich die Hälfte in MSCI Worl (oder FTSE All-Word) - die andere Hälfte lass ich einfach aufs Tagesgeldkonto liegen (weil Anleihen ETFs zu gefährlich sind).


    Auggangsposition ist 50% ETF (Risikoreich) und 50% Tagesgeld (Risikoarm).


    Wenn ich einmal im Jahr mein Investment kontrolliere sehe ich, dass diese "Balalance" nicht mehr vorhanden ist.


    z.B., Tagesgeld ist immer noch €10,000 aber ETFs sind jetzt €20,000 Wert (ist nur ein Beispeil)


    Um mein Investment zu rebalancien muss ich unbedingt ETFs verkaufen?

    Das geht gegen unsere "Buy and Hold" Philosophie, oder????


    Wenn ich Rebalancing mache - dann sollte ich €5000 an ETFs verkaufen und dieses Geld aufs Tagesgeldkonto "parken".

    Damit habe ich wieder 50:50.


    Oder soll ich Geld aus eine andere Quelle aufs Tagesgeld "parken" und keine ETFs verkaufen.


    Vielen Dank im Voraus!!


    Eure

    Elgob

  • Es geht darum, die Anlagekonstellation von ETF aufrecht zu erhalten. Wenn du den Klassiker wählst, 70% MSCI World, 30% Emerging Markets, dann stellst du jährlich die Prozentverteilung wieder her, wennein ETF stärker gewachsenist und nun 75% deiner ETF Anlage ausmacht.


    Das Tagesgeld stellst du auf einen fixen Betrag, zb 3-6 Monatsnettogehälter.


    Du musst aber nicht zum Tagesgeld rebalancen. Wenn du konsequent in ETF investierst, hast du nach einer Weile 100.000 in ETF. Es wäre aber Quatsch auch 100.000 Tagesgeld zu halten. Deine 10.000 oder 20.000 Tagesgeld sollten reichen, unabhängig wieviel deine ETF wert sind.

  • Hi chris2702,


    vielen Dank für Deine Anwort.


    Ich bin 50 Jahre alt und investiere nach dem Motto 100-Lebensjahre in Risikoarm.

    d.H. 50% in Risikoarm Tagesgeld.


    Auch wenn ich 100.000 in ETF habe, warum soll ich nicht auch 100.000 in Tagesgeld haben?


    Wäre es nicht Leichsinn meine Risikoarm Investment zu reduzieren so dass ich nur 10.000 bis 20.000 Tagesgeld habe.


    Dein Rat finde ich ist sehr gefahrlich für einem altern Knacker wie ich.


    Oder übersehe ich etwas - soll ich lieber "ETF All In" gehen?


    Vielen Dank im Voraus!


    Eure

    Elgob

  • Es wäre aber Quatsch auch 100.000 Tagesgeld zu halten.

    Ich sehe das zwar auch so, allerdings lautet die Empfehlung von Finanztip und auch den sonstigen Vertretern des statischen Investierens so, die Gewinne des Rsikoanteils im Sicherheitsbaustein soweit zu sichern, dass die Ausgangskonstellation wieder eintritt.

  • Ich sehe das zwar auch so, allerdings lautet die Empfehlung von Finanztip und auch den sonstigen Vertretern des statischen Investierens so, die Gewinne des Rsikoanteils im Sicherheitsbaustein soweit zu sichern, dass die Ausgangskonstellation wieder eintritt.

    Meinst du mit Ausgangskonstellation die 50:50 von Elgob? Das heißt, wenn ich 500k ETF erreichen will, brauche ich genau so 500k Tagesgeld?

  • Dein Rat finde ich ist sehr gefahrlich für einem altern Knacker wie ich.

    Ich bin ein älterer Knacker und habe eine viel höhere Aktienquote.


    Schau mal in den heutigen Thread Später Einstieg in ETF . Da haben wir das unter mehreren Gesichtspunkten durchbetrachtet. Wie hoch Dein angemessener Risikoanteil sein soll musst Du selbst entscheiden, speziell hängt es auch von der weiteren Einkommenssituation, dem erwarteten Renteneintritt und dann zu deckenden Bedarf ab.

  • Meinst du mit Ausgangskonstellation die 50:50 von Elgob? Das heißt, wenn ich 500k ETF erreichen will, brauche ich genau so 500k Tagesgeld?

    Ja. zumindest kenne ich keine anderen Aussagen und auch die Videos verstehe ich so.


    Ich bin anderes aufgestellt und bei Antworten hier im Forum argumentiere ich in die Richtung speziell bei älteren nicht "100-Lebensalter % in Aktien" zu nehmen sondern dort ordentlich was drauf zu satteln aufgrund der Niedrig-/Negativzins-Situation.


    Nachtrag: Im Detailartikel werden beide Wege optional dargestellt https://www.finanztip.de/geldanlage/rebalancing/

  • Ich bin ein älterer Knacker und habe eine viel höhere Aktienquote.


    Schau mal in den heutigen Thread Später Einstieg in ETF . Da haben wir das unter mehreren Gesichtspunkten durchbetrachtet. Wie hoch Dein angemessener Risikoanteil sein soll musst Du selbst entscheiden, speziell hängt es auch von der weiteren Einkommenssituation, dem erwarteten Renteneintritt und dann zu deckenden Bedarf ab.

    Mach ich - danke Dir!!


    VG,

    Elgob

  • Hallo Elgob ,

    da möchte ich auch meinen Senf dazugeben. Ich mache kein Rebalancing und es geht auch.

    Bin dieses Jahr 20 Jahre in Rente. Bin überwiegend in Aktienfonds investiert. Notgroschen ist auf dem Girokonto und Sicherheitsbaustein ist eine Festgeldtreppe.

    Ich finde es einfach unsinnig, an einen willkürlich gesetzten Verhältnis festzuhalten. Wenn das ganze dann auch noch Geld kostet, ist das nicht mein Ding.

    Gruß


    Altsachse

  • Mein Vater hat 3500 euro Rente, 1000 Euro Nebenjob, 1000 euro Mieteinnahmen. Seine Frau hat ebenfalls 3000 euro Rente. Sie leben im Eigentum. "Solide Verhältnisse, da kann nichts schiefgehen" könnte man meinen. Trotzdem hält mein Vater gern 50.000 auf dem Girokonto.


    Ich finde das bescheuert. Wer bin ich, ihm das auszureden??? Er muss selbst wissen, was gut für ihn ist.

  • 500K Tagesgeld klingt viel (vielleicht auch nicht, wenn man 1 Mio hat) , aber ich hätte das auch so verstanden, dass man versucht sein gewähltes Risikoverhältnis immer wieder zurecht balanced.

    Würde man das nicht auch bei Anleihen so machen? Ich seh da nicht so eine großen Unterschied zu Festgeld (als Alternative zu Anleihen mit Negativzins)


    Wenn ich in meinem Portfolio 60% Aktien, 30% Anleihen und 10%Rohstoffe und sich im Laufe der Zeit nur die Aktien entwickeln, dann muss ich die Verhältnisse irgendwann wieder herstellen sonst bin ich irgendwann bei 80% Aktien und risikoreicher unterwegs und deutlich älter, oder nicht?


    In einer Ansparphase kann man auch über Verschiebung der Sparrate rebalancen, aber nicht mehr, wenn es nur noch um Entnahme geht. Geld, dass man dann in den nächsten 5-10 Jahren unbedingt braucht, sollte man wahrscheinlich nicht in den ETF investieren.

  • Mein Vater hat 3500 euro Rente, 1000 Euro Nebenjob, 1000 euro Mieteinnahmen. Seine Frau hat ebenfalls 3000 euro Rente. Sie leben im Eigentum. "Solide Verhältnisse, da kann nichts schiefgehen" könnte man meinen. Trotzdem hält mein Vater gern 50.000 auf dem Girokonto.


    Ich finde das bescheuert. Wer bin ich, ihm das auszureden??? Er muss selbst wissen, was gut für ihn ist.

    Es ist immer gut Rücklagen zu haben falls die Waschmaschine kaputt geht.

    Veilleicht schläft dein Papa besser wenn er weißt, dass er Kleingeld für Notfälle auf dem Girokonto hat.


    Der Bundesfinanzminister is auch Long auf dem Girokonto.


    Seriös aber herzlich :)


    Elgob

  • Es ist immer gut Rücklagen zu haben falls die Waschmaschine kaputt geht.

    Na ja, wenn es an einer Waschmaschine scheitert. :/

    Entscheidend, ist doch immer der gute Schlaf, oder!? ;) Und klar, wenn ich Eigenheimbesitzer bin benötige ich sicherlich einen größeren Notgroschen als ein Mieter einer Genossenschaft.

    Ich bin mit 50 zu rund 90% investiert und habe vor, das für die nächsten 10 Jahre auch so durchzuhalten bzw. meine Investitionsquote kontinuierlich zu erhöhen.

    Der Rest Cash liegt auf dem Girokonto und daraus werden alle Kosten bezahlt. Und wenn das Auto kaputt geht oder neu muss, geht das halt auch von dem Konto ab... (nein NeverEver ein Neuwagen!!!)

    Ich habe noch eine alte KLV in der Hinterhand. D.h. 2031 wird sich mein Bestand an Cash dann schlagartig deutlich erhöhen. Das Geld wird dann halt mein Puffer wenn es Richtung Rente geht. Schauen wir mal, wo ich dann mit dem Depot stehe.