Mittelfristige Geldanlage für Immobilie

  • Hallo liebe FT-Community,


    ich quäle mich seit längerem mit folgender Thematik und freue mich über eure Tipps und Gedankengänge:


    Ich bin nach absolviertem Master-Studium nun seit einem Jahr im Beruf und möchte in ca. 5-7 Jahren eine Immobilie für meine kleine Familie erwerben. Dafür möchte ich so viel Eigenkapital wie möglich ansparen und dieses natürlich auch erfolgversprechend anlegen. Da es sich hierbei ja nun um einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont handelt, bin ich mir unsicher welche Geldanlageform ich hierfür verfolgen sollte. Ich habe direkt zum Berufsstart ein Depot eröffnet, welches ich aktuell mit 600 EUR in 4 aktiv gemanagte Fonds bespare. Das Depot selbst ist aus meiner Sicht ausreichend diversifiziert, ich mache mir nur Sorgen um die Rentabilität nach Abzug von Gebühren, Depotgebühren und Inflation. Außerdem maße ich mir auch nicht an immer auf die besten aktiv gemanagten Fonds zu setzen und kann hier bei meiner Wahl durchaus auch daneben liegen. Schließlich spricht vergangene Performance nicht unbedingt auch für zukünftige Performance. Im vergangenen Jahr war die Rendite mit 2,7 leider eher mäßig (wobei ich mich als renditeorientierten Anleger mit einem VaR von -6% bis -14% beschreiben würde).


    Ich stelle mir nun die Frage welche Alternativen sich mir bieten, um das beste Sparpotenzial für die nächsten 5-7 Jahre auszunutzen und im Idealfall am Ende auch nicht mit weniger Geld dazustehen:


    - Festgeld ist zwar sicher, aber leider sehr wenig mit zu holen

    - ETFs sind, wie ausgiebig bei FT erklärt, für längere Anlagezeiträume von > 7/10/15 Jahren am besten geeignet. Bei kürzeren Anlagezeiträumen besteht aber die Gefahr, dass man einfach "eine schlechte Phase" des zugrunde liegenden Index erwischt (MSCI World, ACWI, EM)

    - Eine bessere Auswahl von aktiv gemanagten Fonds, was jedoch mit erheblichem Mehraufwand und/oder Kosten verbunden ist. Außerdem ist eine bessere Performance ja auch nicht garantiert, zumindest immer fragwürdig.

    - Beim Kauf von Einzelaktien fehlen mir die Erfahrungswerte (mit etwas "Spielgeld" übe ich gerade, aber Erfahrung ist für mich etwas anderes)

    - Spekulativere Investments in Krypto, Branchenthemen, Spezielle Edelmetalle, etc. sind kein Thema für mich


    Wie ihr seht stehe ich ob des mittelfristigen Anlagezeitraums vor dem kleinen Dilemma, ob ich die richtigen aktiv gemanagten Fonds auswählen kann (die outperformen) oder mich für einen anderen Weg entscheiden sollte.


    Ich bin offen für alle eure Vorschläge, Anregungen, Ideen und natürlich auch für Kritik (in entsprechenden Dosen ^^).


    Liebe Grüße

    YoschiPepe

  • Ich habe direkt zum Berufsstart ein Depot eröffnet, welches ich aktuell mit 600 EUR in 4 aktiv gemanagte Fonds bespare.

    Moin YoshiPepe,


    die aktiv gemanagten Fonds sind sehr lukrativ... für die Fondsgesellschaften. Ob deine 4 unter dem Strich besser performen, als z.B. ein ETF (MSCI World o.ä.) kann man derzeit nur erraten. Schreibe doch einfach mal, um welche Fonds es sich handelt.


    Sparst du über die 600 € (im Monat) hinaus zusätzlich noch?


    Wie ihr seht stehe ich ob des mittelfristigen Anlagezeitraums vor dem kleinen Dilemma, ob ich die richtigen aktiv gemanagten Fonds auswählen kann (die outperformen) oder mich für einen anderen Weg entscheiden sollte.

    Erst mal Butter bei di Fische! Mit mehr Infos kaann man sich auch ein en konstruktiven Kommentar aus den Rippen leiern.


    LG

    John

  • Schon mal über einen Bausparvertrag nachgedacht? Wenn ohnehin Immobilienerwerb angestrebt wird, sollte man sich mal darüber informieren. Auf Finanztip gibt es auch eine informative Seite dazu: https://www.finanztip.de/bausparvertrag/

    Bei Biallo ist neben einer ausführlichen Info-Seite auch ein Vergleich von verschiedenen Anbietern enthalten: https://www.biallo.de/baufinan…/ratgeber/bausparvertrag/

    Hallo Helmut,


    danke für die Anregung. Bisher wollte ich das Thema Eigenkapitalaufbau lieber mit reinen Geldanlageformen angehen. Wir wünschen uns grundsätzlich eine Immobilie, aber wenn es anders kommen sollte wäre es mir lieber das Ersparte nicht in einem BSV geparkt zu haben, der die letzten 5-7 Jahre mit einem sehr niedrigen Sparzins bedacht war. Da ist der BSV einfach recht unflexibel aus meiner Sicht. Auch wenn die Abschlussgebühren beim BSV den Verwaltungsgebühren, Perfomance Fees, Depotgebühren usw. wahrscheinlich gleich kommen, die bei aktiv gemanagten Fonds anfallen.


    Vielleicht sollte ich da aber mal noch ein paar Gedanken mehr hinein stecken und mir mal die konkreten Anbieter anschauen. Danke für den Vorschlag. Das nehme ich mir mal vor. :)

  • Hallo John,


    es ging mir weniger um die spezifische Performance der einzelnen Fonds als mehr um die grundsätzliche Herangehensweise an meinen Wunsch und die Situation. Ob man das generell lieber nicht über aktive Fonds abbilden sollte.

    Das diese natürlich einiges kosten ist mir bewusst. Nur wenn die Performance stimmt, sind die Gebühren für mich auch in Ordnung. ;)


    Aber hier mal die ISINs. Auch hier bin ich für Kritik und Vorschläge offen:

    DE000A0X7541

    LU0323577923

    LU0552385295

    LU0295585748


    Meine Frau und ich sparen jeweils separat noch langfristig in ETFs als Altersvorsorge. Dies sind zusammen nochmal 380 EUR. Und für die (noch ganz kleinen) Kiddies wird in kleinem Rahmen auch schon gespart. ;) Das weitere Sparpotenzial ist aber aus Budgetperspektive aktuell beschränkt.


    Im Grunde genommen suche ich einfach nach klaren Argumenten für und/oder gegen meine aktuelle Vorgehensweise. :)


    LG

    YoschiPepe

  • Du bist halt in im aktuell sehr ungünstigen mittelfristigem Segment. Wenn du das Geld zu 100% innerhalb der nächsten 5 Jahre brauchst, um eine Immo-Finanzierung zu stemmen, darf es m.E. nicht oder nur zu einem sehr sehr kleinen Anteil (< 20%) im Aktienmarkt investiert sein. Bleibt also eigentlich nur Festgeld mit 0,5 - 1%, https://www.finanztip.de/festgeld-vergleich/. Tut weh, aber ist so.


    Die Auswahl der Fonds ist dann m.E. auch zweitrangig, wobei der landläufige Common Sense ist, dass eine passiver worldwide ETF ("MSCI World") zu 95% einen aktiv gemanagten Fond schlägt, da er einfach geringere Kosten hat.


    Alternativ bleibt ihr voll am Aktienmarkt investiert, freut euch über die AVG 6 - 8% auf den MSCI World, aber müsst in Kauf nehmen, dass ihr eure Lebensplanung anpasst und den Immo-Kauf verschiebt, falls in 5 Jahren Downswing / Krise ist.

  • Aaaalso, YoshiPepe,


    bis jetzt sind also etwas um die 7k (plus x?) in die besagten Fonds gewandert, in 5 Jahren kann man wohl mit 42k und in 7 Jahren mit 56k rechnen. Bei einer Rendite von 7% dürftest du auf rund 78k brutto kommen, bzw. netto auf irgendwo um die 73k.

    Würde dein Depot ausgerechnet in 7 Jahren um 30% einbrechen, hättest du nicht ganz die investierten Euronen zur Verfügung.

    Mit 50k kannst du 200k finanzieren, mit 70k dann doch sogar 280k. Reichen denn 250 bis 350k für den Kauf der Wunschimmobilie?

    Reichen die wegfallende Miete und die 600€ Sparrate, um die Hypo zu bedienen?


    Oder erscheint es nach dem Spiel mit den Zahlen sinnvoll/er, den Immobilienwunsch auf später zu terminieren... damit mehr Eigenkapital zur Verfügung steht?


    Unabhängig davon erscheint mir deine Fondsauswahl ein leichter Griff in Klo gewesen zu sein ;-) Einzig der Morgan Stanley war nicht so übel...

    Wer hat dir denn diese Fonds empfohlen?

    Vergleiche die Performance mal mit einem MSCI World, aber reiße dir keine Haare aus! Was folgerst du nach einem Vergleich? Radikal verkaufen und neu investieren?


    Angesichts der "niedrigen" Eigenkapitalquote würde ich eher eine Dekade ansetzen, um "Kohle auf die Seite zu packen". Damit rückt auch der Anlagezeitraum in ein positiveres Licht.

    Natürlich werden die die "deutschen Angsthasen" eine hohe Cash-Quote zum Ansparen des EK empfehlen, da "man" das Geld ja auf sicher benötigen wird, und negative Realverzinsungen (resp. Renditen), mit denen wir schon seit fast 10 Jahren herumeiern, noch lange nicht in den Köpfen angekommen sind.

    Für einen Bausparer würde ich ebenfalls nicht mal für 5 Cent Hirntätigkeit investieren.


    Und für den Fall der Bedenken, dass dein künftiger ETF ausgerechnet in 5 oder 7 oder 10 Jahren unter einem Downswing leidet... Wer sagt denn, dass man einen ETF nicht "halbwegs rechtzeitig" verkaufen kann? Bislang waren alle "Krisen" rechtzeitig indiziert, von Fukushima mal abgesehen.

    Mit einem mittleren bis höheren 5-stelligen Volumen/Fondsvermögen "lohnt" sich die Zeit, die man aufwendet, um News und Kursentwicklungen zu verfolgen... und ggfs. auch zu reagieren. Buy & Hold passt für ratierliche Investitionen zum Vermögensaufbau für's Alter, wenn wir an 30 Jahre plus denken. Bei deinem "kürzeren" Anlagehorizont gehört "Aufpassen" mMn essentiell dazu. Im Zweifel gilt, wie mein Vorredner mit dem kryptischen Namen schon konstatiert hat, den Kaufwunsch anzupassen.


    Bringen dir diese Ideen etwas?

  • Unabhängig davon erscheint mir deine Fondsauswahl ein leichter Griff in Klo gewesen zu sein ;-) Einzig der Morgan Stanley war nicht so übel...

    Wer hat dir denn diese Fonds empfohlen?

    Vergleiche die Performance mal mit einem MSCI World, aber reiße dir keine Haare aus! Was folgerst du nach einem Vergleich? Radikal verkaufen und neu investieren?

    Fondsvergleich https://www.fondsweb.com/de/ve…LU0295585748,LU0392494562


    Im Grundsatz ist das eine eher konservative Auswahl von Fonds. Der Vergleich mit dem MSCI World hinkt insoweit, dass der eben keine Sicherheitskomponente integriert hat, drei Deiner vier Fonds aber schon.


    Ich würde zumindest die Gewichte verschieben, d.h. den Anteil der drei Mischfonds reduzieren und diesen Anteil offensiver anlegen, z.B. mit einem ETF. Die Gewichtung danach ausrichten, wie viel zwischenzeitlichen Verlust Ihr ertragen möchtet. Sehr spitz formuliert würde ich sagen, dass da im Grunde keine Limitierung besteht, da dieser Teil des Vermögens nicht dringend gebraucht wird, da zum Immobilienkauf gedacht. Der kann (vielleicht) auch mal ein Jahr warten, wenn gerade ein Kurstief erreicht ist. Alternativ besteht natürlich die Möglichkeit vor der Krise Teile der Postion glattzustellen wie von JDS beschrieben. Allerdings gehört da schon ein wenig Erfahrung dazu.

  • Im Grundsatz ist das eine eher konservative Auswahl von Fonds. Der Vergleich mit dem MSCI World hinkt insoweit, dass der eben keine Sicherheitskomponente integriert hat, drei Deiner vier Fonds aber schon.

    Moin Kater.Ka,


    ich freue mich immer wieder, wenn du Sachverhalte nüchtern, sachlich und eloquent darstellst. Da braucht der geneigte Leser nicht so dolle interpretieren, wie bei meinen doch eher schnodderigen Ausführungen ;-)


    In Yoshis Fall mag die "alte" Fondsauswahl dem VaR geschuldet sein und zeigt wieder einmal sehr deutlich, dass "Sicherheit" Rendite kostet. Hier kostet die "Sicherheit" sogar Rendite und "Kosten" (Ausgabeaufschläge und TER).


    Wenn ich an Sicherheit und Rendite für Selbermacher denke, fällt mir nur ein "gesunder Mix" von Geld- und Sachwerten ein... also Cash (Festgeld) und Sachwerten wie Aktienfonds und ggfs. - je nach Neigung, Zeit und Wissen - vermieteten Immobilien (keine selbstgenutzen Immos).

    Damit können wir "Selbermacher" kurz-, mittel- und langfristig den gleichen Effekt erzielen, für den die Manager der sog. konservativen Fonds kräftigst die Hand aufhalten.


    LG

    John

  • Hallo rzf9bgw-jyt@vgd4CWP, JDS, Kater.Ka,


    danke, dass ihr euch über meine finanzielle Situation und die Fonds Gedanken gemacht habt. Bei jeder Antwort verstehe ich die Argumentation und nehme etwas für mich mit. Das hat mir schon jetzt geholfen! :)


    Die Höhe der Kaufsumme für die Immobilie steht natürlich noch nicht fest. Wir werden wahrscheinlich die Möglichkeit haben die Doppelhaushälfte meiner Eltern zu übernehmen. Entweder für einen "annehmbaren Preis" oder als vorgezogenes Erbe mit Auszahlen meiner Schwester. Dieses wird dann auf jeden Fall kernsaniert/renoviert werden müssen. In Summe ist die benötigte Finanzierungssumme noch nicht klar und ich würde da jetzt auch noch keine Abschätzung geben wollen. Aus Mangel an Erfahrung und dem Sachverhalt, dass bis dahin ja auch noch einige Jahre ins Land gehen werden.


    Mir war nicht zu 100% bewusst, dass die aktuelle Fondszusammensetzung nicht optimal und zu teuer für die geleistete Performance ist. Auch wenn ich da schon ein ungutes Gefühl hatte seit einem halben Jahr (lang lebe Finanztip!). Die Fonds sind mir von meinem MLP-Berater empfohlen worden, welchen ich schon seit Studienzeiten kenne. Ich unterstelle ihm da mal keine profitgierige Absicht, dennoch werde ich das wohl ändern. Und mit knapp 7k (gut berechnet ;) ) ist das jetzt auch noch halb so wild.


    Der wichtigste Punkt, den ich für mich mitnehmen werde, ist, dass ich den Immobilienerwerb einfach ein bisschen nach hinten verschieben werde, je nachdem wie die Marktsituation aussieht. Mit 27 Jahren kann ich das denke ich noch verkraften. 5-7 Jahre waren das "Idealszenario". Ich gehe auch noch von einer Einkommenssteigerung in den nächsten Jahren aus. Und damit käme das Thema ETFs auch wieder in Betracht. Und da beim Ausstieg dann einfach ein wenig Market-Timing vornehmen und flexibel bleiben. :)


    Vielen Dank für eure Meinungen! Gerne auch noch mehr Ideen, falls vorhanden.


    LG YoschiPepe

  • Die Fonds sind mir von meinem MLP-Berater empfohlen worden, welchen ich schon seit Studienzeiten kenne. Ich unterstelle ihm da mal keine profitgierige Absicht, dennoch werde ich das wohl ändern. Und mit knapp 7k (gut berechnet ;) ) ist das jetzt auch noch halb so wild.

    Da würde ich an Deiner Stelle gaaanz genau prüfen, was ich Alles so über die MLP abgeschlossen habe. Die MLP steht im Finanzbereich im Ruf eher auf der Stufe einer 'Drückerkolone'!

    MLP = Mein Leben Planen -> Das sollte man Allein auf Grund eigener Entscheidungen machen;)