Geplantes ansparen aber kein Sparplan (ETF)

  • Ich überlege mir einen Teil von meinem Ersparten langfristig in ETFs anzulegen. Ich habe vor einem Monat Vanguard FTSE All World um 5000€ und DWS Top Dividende um 1000€ gekauft. In den FTSE soll der Großteil investiert werden, ich interessiere mich aber auch für den S&P 500.


    Ich möchte gerne bei einem Crash oder einem deutlichen Rückgang noch in der Lage sein ordentlich nachzukaufen, möche aber trotzdem bei steigenden Kursen und gleichzeitiger Inflation schon stabil investiert sein.


    Wie viel von ca 40.000€ würdet ihr jetzt investieren, wieviel soll liegen bleiben um nachzukaufen?

    Oder soll ich gleich alles irgendwo unterbringen, und dann umschichten? (geht das, macht das Sinn, nach Gebühren und Steuern?)


    lg

  • Wie wäre es wenn Du die Fragen des richtigen Zeitpunks nicht stellst – weil Du niemals den richtigen/Falschen Zeitpunkt erwischen wirst – stattdessen ab jetzt per ETF-Sparplan investierst? z. B. oder 2.000 € über 20 Monate

    Ich würde strikt in den FSTE All World investieren. (Keep it simple)
    Alternativ: Einen Anteil z. B. 25% in den SP500 und 75% in den All World.
    Beides wie oben beschrieben als Sparplan.

  • Wie wäre es wenn Du die Fragen des richtigen Zeitpunks nicht stellst – weil Du niemals den richtigen/Falschen Zeitpunkt erwischen wirst – stattdessen ab jetzt per ETF-Sparplan investierst? z. B. oder 2.000 € über 20 Monate

    Ist mir klar, ich frage mich eher ob ich anders investieren (Was auch immer das dann sein mag) oder am Konto liegen lassen soll bis sich eine gute Möglichkeit ergibt.


    lg

  • Die Sache ist einfach die …. Wenn du jetzt noch 3 Jahre wartest und dann kommt der Crash und die Kurse fallen auf den Wert von vor einem Jahr…..


    heute 100€ pro Anteil


    In einem Jahr 120€ pro Anteil


    In 2 Jahren 135€ pro Anteil


    In 3 Jahren Crash 119€ pro Anteil weil Crash


    Hast du 19€ pro Anteil gegenüber jetzt kaufen verloren.

  • Hallo Dire und Herzlich Willkommen im FT-Forum,

    ich bin Ende 2019 erstmalig an die Börse gegangen (ETF) und habe langsam begonnen meine Ersparnisse zu investieren (Kurse standen auf ATH).

    Ich habe im Dezember 2019 5-stellig investiert und dann kam Corona.<X Ich habe dann nach meinem Plan weiter investiert. Ende 2021 war ich dann komplett investiert, die Kurse standen wieder auf ATH.

    Bis Juni 2022 habe ich dann meinen zwischenzeitigen 5-stelligen Gewinn seit 2019 komplett wieder abgegeben.

    Fazit: Marktiming ist zumeist eine blöde Idee! Wenn ich Ende 2019 mein gesamtes Geld auf Einmal investiert hätte ich inzwischen ein mittleres 5-stelliges Plus im Depot!

    Time in the market beats timing the market.

    Ich ärgere mich aber nur ein ganz kleines bißchen.;) Ich verbuche das unter 'Lehrgeld'. Weil wer weiß schon, ob ich bei einem Volleinstieg im Dez. 2019 dann im Corona-Crash auch so ruhig geschlafen und einfach meinen Plan durchgezogen hätte? :/


    Das sagt der Experte:

    Einstieg in den Aktien­markt: Einmal­anlage oder Phasen­investment? – Gerd Kommer (gerd-kommer.de)

    Wenn Du das Geld auf absehbare Zeit nicht benötigst (10, besser 15 Jahre), ein echt cooler Typ bist, dann rein damit und Augen und Ohren zu!

    In den FTSE soll der Großteil investiert werden, ich interessiere mich aber auch für den S&P 500.

    Der S&P 500 ist vollständig im FTSE All World enthalten! 56% des FTSE All World machen aktuell die USA aus. Ich würde denken: Ist genug Klumpenrisiko ;)


    Ich würde strikt in den FSTE All World investieren. (Keep it simple)

    100%ige Zustimmung!

  • @monstermania danke für den Einblick. Das ist genau was mich besorgt, aber du hast das anscheinend gut hinbekommen.

    Ja,15-25 Jahre. Ich brauche derzeit nichts von dem Geld, und möcht nur meine Pension aufbessern, weil ich da nicht so viel bekommen werde.

    Der S&P 500 ist vollständig im FTSE All World enthalten! 56% des FTSE All World machen aktuell die USA aus. Ich würde denken: Ist genug Klumpenrisiko ;)

    Mein Gedanke dazu ist: Ich lebe und arbeite in der EU, mein gesamt Besitz ist in der EU und wenns der EU gut geht gehts mir auch gut. Aber wenn nicht, dann möchte ich am liebsten einiges in den USA haben. Der Gedanke kann gern kritisiert und analysiert werden.


    lg

  • Mein Gedanke dazu ist: Ich lebe und arbeite in der EU, mein gesamt Besitz ist in der EU und wenns der EU gut geht gehts mir auch gut. Aber wenn nicht, dann möchte ich am liebsten einiges in den USA haben. Der Gedanke kann gern kritisiert und analysiert werden.

    Du hast ja mit dem FTSE All World bereits 56% USA-Anteil!

    Das mahnende Beispiel ist Japan. Japan hatte Ende der 1980'er Jahre über 40% Anteil am MSCI World. Heute sind es nur noch 6,5% und Japan krebste über Jahrzehnte wirtschaftlich auf der Stelle. Wer weiß schon, welches Land in 20 oder 30 Jahren der dickste Fisch im Index ist.

  • Ist mir klar, ich frage mich eher ob ich anders investieren (Was auch immer das dann sein mag) oder am Konto liegen lassen soll bis sich eine gute Möglichkeit ergibt.


    lg

    Als ich eingestiegen bin, hätte ich auf solide steigende Kurse gewettet … und quasi mit meinem größeren Einstieg fielen sie. Beispielsweise seit ein, zwei, drei Wochen steigen die Kurse in einem Maße, wie ich es nicht erwartet habe. Zugleich ist mir klar, dass es auch sehr bald wieder abwärts gehen kann, weil es momentan eine Bärenmarktralley sein könnte.


    Long story short: Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.


    Vielleicht wäre das eine Idee: https://www.finanzen-erklaert.de/1-sided-glidepath/

  • Da ja der Verweis auf den Blog von Georg kam, hier mal die historische Sicht der Dinge: 500.000 Euro investieren / All-In oder auf Raten? - Finanzen? Erklärt! (finanzen-erklaert.de)


    Zitat: "Viel wichtiger: der vermeintliche Super-GAU, der unmittelbare Crash nach dem All-In Einstieg, ist gar nicht die größte aller Katastrophen. Viel schlimmer und renditeschädlicher wäre es zunächst in Raten einzusteigen, und dann den (bereits früher erwarteten) großen Crash zu erleben. Das schlechteste aus beiden Welten sozusagen. Erst die Rendite verpassen und dann noch der Kurseinbruch bei vollem Investment. Die Schlussfolgerung aus dieser Überlegung muss also sein: sofortiger Markteinstieg. All-In Strategie."


    In Beitrag #8 habe ich ja an meinem eigenen Beispiel genau diesen Fall geschildert.;)

    Wie immer gilt: Was das 'Beste' gewesen ist, wissen wir dann irgendwann in der Zukunft!

    Man muss aber lernen zu unterscheiden, was das 'Beste' bzw. renditestärkste für den Depotwert gewesen wäre, muss nicht zwingend auch das 'Beste' für den Depotinhaber sein. Wer vor lauter Sorgen um die eigene finanzielle Zukunft dann keinen Schlaf mehr findet, dem ist auch nicht geholfen.:/

  • Ich möchte gerne bei einem Crash oder einem deutlichen Rückgang noch in der Lage sein ordentlich nachzukaufen,

    Tja... da sollte man schon eine Ahnung haben können, wann denn ein Crash einsetzt. Ebenso sollte man 'vorhersehen' können, ob ein Kursrückgang nur ein Kursrückgang sein wird und - janz wichtig - wann die Talsohle erreicht ist... Ich stelle mir das recht schawierig vor, wenn man als Hobby-Klein-Investor und Rentenaufbesserer unterwegs ist.

    Alleine die Vorstellung, die so häufig kommuniziert wird, bei einem Crash oder deutlichen Kursrückgang nachkaufen zu wollen, erfordert ja auch eine Vorstellung, wie es nach dem Crash oder Kurseinbruch weitergehen mag...

    In der Praxis der vergangenen ca. 35 Jahre (länger habe ich diese Chose nicht beobachtet) hatte es sich als vorteilhaft erwiesen, vor einem (indizierten) Crash oder deutlichem Kurseinbruch auszusteigen und unmittelbar nach einem bzw. während eines erneuten Aufholen/s wieder voll einzusteigen, sofern der erneute Kursanstieg halbwegs solide erschien.


    Wer doch eher auf Buy & Hold getrimmt ist, der sollte mMn jetzt - ungeachtet allem Für und Wider - voll reingehen und mit den Sparraten zum Teil auch ein Chash-Polster aufbauen, das ggfs. zum Nachkaufen verwendet werden kann.


    Zu bedenken ist dabei natürlich auch die sog. Gesamtsituation des Sparer-Investors. Dazu zählt das Alter, der Bildungsstand (bezüglich Finanzbildung), das derzeitige und angenommene, künftige Einkommen, das derzeitige und angenommene, künftige Vermögen (Nettovermögen), das man durchaus mit Durchschnittswerten (Renditen, Teuerungsraten... ) skizzieren kann.

    Wie viel von ca 40.000€ würdet ihr jetzt investieren, wieviel soll liegen bleiben um nachzukaufen?

    Erst mit einem 'Gesamtbild' in den Händen bzw. vor Augen sollte man an die Auswahl der Instrumente gehen und dabei auch Quoten ansetzen, die dem Bedarf entsprechen.

    ... möche aber trotzdem bei steigenden Kursen und gleichzeitiger Inflation schon stabil investiert sein.

    Wer will das nicht? Das hört sich aber auch ein bischen so an, als wolltest du Duschen ohne nass zu werden ;-)

    Ich denke du solltest akzeptieren, wie 4 alle, dass immer ein gewisses Risiko mitlaufen wird. Selbst die vermeintlich sicherern Anlagen (in Geldwerten) sind bei Weitem nicht so sicher, wie landläufig angenommen. Und die sog. risikobehafteten Geldanlagen (Investitionen) in Sachwerten sind - auf Sicht - in der Vergangenheit nicht so unsicher gewesen, wie gemeinhin angenommen oder unterstellt war.


    Wenn es dir, wie du im Eingangspost geschrieben hast, um eine 'bessere' Anlage deines Ersparten geht, solltest du deine Ziele definieren und beim 'Zielvermögen' berücksichtigen, dass doppelt so viel besser gut ist ;-) Denn dann machen auch knapp vor oder während der geplanten Nutzung des Vermögens Kursrückgänge nicht wirklich Autsch ;-)