Beiträge von BSHKunde

    Hallo calypho,


    da Ihre Anfrage schon etwas älter und noch unbeantwortet ist, versuche ich es 'mal mit einer Antwort aus der Kategorie "praktische Lebenshilfe".


    Mir ist aufgefallen, dass Sie sich selbst widersprechen.
    Das Angebot der LBS ist entweder "sehr gut" - dann sollten Sie die LBS dafür loben, auch an die langfristige Finanzierbarkeit Ihres Projekts gedacht zu haben und Ihnen den Bausparvertrag auferlegt zu haben - selbstverständlich nur zu Ihrem Besten ;) !
    Oder der Bausparvertrag ist nicht in Ihrem Interesse und nicht zu Ihrem Besten - dann triftt aber auf das Gesamtangebot zu, dass es für Sie schlecht ist und Sie sollten davon Abstand nehmen, es anzunehmen.


    Da für die LBS an diesem Punkt "Nehmen" seliger sein dürfte als "Geben", können Sie sicher sein, dass Sie die Abschlussgebühren als definitive "Kosten" abschreiben müssen. (Hinweis: Vermutlich finden Sie in den ABB die folgende oder eine ähnliche Formulierung unmittelbar vor der Passage, die Sie Ihrer Frage nach zu urteilen gelesen haben: "Der Bausparvertrag kommt mit dem Tage zustande, an dem der Antrag auf Abschluss bei der Bausparkasse eingeht, wenn sie nicht innerhalb von 2 Monaten widerspricht. Die Bausparkasse bestätigt dem Bausparer unverzüglich den Abschluss des Bausparvertrages. Mit Abschluss des Bausparvertrages wird eine Abschlussgebühr von 1% der Bausparsumme fällig. ..." Daraus folgt m. E., dass die LBS die Abschlussgebühr zu dem Zeitpunkt, wo Sie den Vertrag kündigen können - und das geht ja erst nach der Bestätigung, dass es überhaupt einen Vertrag gibt - schon "verdient" hat. Sie könnten allenfalls über einen fristgerechten Widerruf nachdenken - aber ob dann der Darlehensvertrag noch Bestand hat??? - Ich weiß es nicht.)


    Ich habe den Verdacht, dass es sich bei dem Darlehensvertrag und dem Bausparvertrag um derart verbundene Verträge handelt, dass die LBS bei Ausbleiben der Raten auf den Bausparvertrag nicht nur diesen, sondern auch den Darlehensvertrag kündigen wird. Ist wie gesagt nur ein Verdacht, aber prüfen Sie das, bevor Sie sich entscheiden ...


    Mein Fazit bzw. meine Empfehlung:
    Eher Finger von diesem Angebot weglassen, als sich in irgendwelche komplizierten und vermeintlich listigen "Ausweichmanöver" zu verstricken, dazu ist eine Baufinanzierung für die allermeisten Menschen, vermutlich auch für Sie (?), von zu existenzieller Bedeutung.


    Viele Grüße


    BSHKunde

    Hallo chewbaecker bzw. Nico,


    meinem Nickname können Sie entnehmen, dass ich Kunde einer anderen Bausparkasse bin - und das seit Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts.


    Ohne also die für Ihren Vertrag konkret geltenden ABB zu kennen, kann ich Ihnen versichern, dass in allen Bausparverträgen, die ich jemals hatte, entsprechend den Muster-ABB (einfach 'mal diesen Begriff googlen ;) ), eine Formulierung enthalten war, derzufolge Einzahlungen oberhalb der Regelsparrate von der Zustimmung der Bausparkasse abhängig gemacht werden können. Früher eine Regelung von eher theoretischem Wert, seit der Niedrigzinsphase eine Regelung mit höchst praktischer Bedeutung.
    Fazit: Die Ihnen gegebenen Auskünfte sind glaubhaft und auch der Höhe nach (5 Promille der Bausparsumme monatliche Sparleistung sind nicht der einzig mögliche, aber ein sehr "gängiger" Wert) wohl zutreffend.


    Die für Ihren Vertrag aktuell gültigen ABB sollten Sie problemlos von der Bausparkasse erhalten. Schreiben Sie diese an. Wenn Sie dort die in Rede stehende Formulierung finden und ein eher misstrauischer Mensch sind, schreiben Sie die Bausparkasse nochmals an und fragen Sie nach, seit wann § XY Absatz Z der ABB unverändert in den ABB enthalten sind ...


    Bedenken Sie ergänzend Folgendes:
    Die Bausparkasse könnte Sie auffordern, die in der Vergangenheit nicht geleisteten Regelsparbeiträge nachzuentrichten (auch eine solche Regelung werden Sie in den ABB finden). Rechtlich umstritten ist, für wie lange rückwirkend. Es gibt aber durchaus die Auffassung: "Seit Anbeginn". Für die 13 Jahre von 2006 bis 2019 würde dann eine Einzahlung in Höhe von 19.500 Euro fällig werden. Spätestens im Jahr 2022 wäre die Bausparsumme von 25.000 Euro erreicht und die Bausparkasse kann und wird den Vertrag kündigen - Sie hätten also nicht lange etwas und nicht viel von Ihrer Sortierentdeckung gehabt. (Ergänzender Hinweis: Wenn Sie einer solchen Nachzahlungsaufforderung dann nicht nachkommmen, weil sie den genannten Betrag vielleicht doch gerade nicht zur Hand haben, dann ist das natürlich auch ein Kündigungsgrund - ob das dann alles rechtmäßig ist, weiß ich nicht - aber wollen Sie sich wirklich mit solchen Fragen befassen?)


    Mein Praxistipp:
    Vermutlich haben Sie - auch wirtschaftlich - viel mehr von dem Vertrag, wenn Sie "brav" den Ihnen mitgeteilten Regelsparbeitrag einzahlen und hoffen, dass Sie der Wüstenrot-Bausparkasse nicht weiter auffallen (Wahrscheinlichkeit: Durchaus gegeben, der Vertrag ist noch nicht sooo fürchterlich alt und 1,5% Zinsen sind schon deutlich unter den zeitweilig vereinbarten 3 + X %) und Sie nicht mit Nachzahlungsaufforderungen, die zu einem baldigen Ende Ihres Vertrages führen würden, konfrontiert werden (wägen Sie also ab, wie laut Sie rufen wollen: "Hier bin ich, macht mal was mit mir!" ;) )


    Viele Grüße


    BSHKunde

    Hallo Newbie341,


    das ist einer der (aus meiner Sicht wenigen) Vorteile von Bauspardarlehen - wenn sie in der Darlehensphase sind kann man das Darlehen jederzeit ohne Angabe von Gründen und ohne jedwede Vorfälligkeitsgebühr vollständig zurückzahlen. Das gilt bausparkassenunabhängig.
    Ein "technischer" Tipp, im Doppelabbuchungen und Rückzahlungen seitens der Bausparkasse zu vermeiden: Überweisen Sie eine Sondertilgung auf das Bausparkonto, die nur so hoch ist, dass etwas mehr als ein Tilgungsbeitrag als Restschuld übrig bleibt. Die Bausparkasse kann sich dann rechtzeitig auf das vorzeitige Ende des Vertrages einstellen und die Abbuchungen nach Abbuchung des letzten regulären Tilgungsbeitrags und ggf. eines letzten Abrechnungsbetrages (manchmal wird das auch gleich einer letzten Abbuchung zusammengefasst) stoppen.


    Viele Grüße
    BSHKunde

    Hallo DND,


    die Darlehenszinssätze für die normalen Darlehen sind aus meiner Sicht in Ordnung. Sie bieten mit der vorhandenen und der zukünftigen Immobilie zwar (hoffentlich) ordentliche Sicherheiten, ich vermag aber nicht einzuschätzen, wie sicher Ihr Gehalt (einschl. der Gehaltshöhe) ist. Ein Darlehenszinssatz von über 2% für ein Bauspardarlehen war Ihnen an anderer Stelle zu viel (Sie sehen, ich kann in dieser Sache das Sticheln nicht ganz lassen ;-)


    Und Ihr Hinweis, dass das Scheidungsrisiko nicht ausschlaggebend sein darf (wenn die Ehe zumindest jetzt in Ordnung ist) ist auch richtig, es reicht völlig, dass Sie sich der Risiken bewusst sind, was der Fall zu sein scheint.


    Viel Erfolg!


    BSHKunde

    Hallo NDD / DND,


    folgende ergänzende Hinweise zum weiteren "Nachdenken" (vielleicht etwas provozierend formuliert, aber nicht böse gemeint):


    Vor der späteren Versteuerung eines Wohnriesters über bescheidene 25.000 Euro müssen Sie sich m. E. nicht fürchten - die Steuern können Sie mit 30%-Nachlass in einem Betrag ablösen, evtl. reicht dafür die Auszahlungssumme aus den nach meinem Vorschlag ruhend gestellten derzeitigen Riesterverträgen, wenn da (bisher) so wenig Geld eingezahlt wurde, dass eine Verrentung nicht erfolgt.


    Ebenso sollte bei einem Darlehensbetrag von (unter) 5.000 Euro der Zinssatz für das Bauspardarlehen aus dem vorhandenen Bausparvertrag nicht entscheidungserheblich sein. Relevanter fände ich, dass Sie die Mittel, die Sie schon haben, auch aktivieren. Was wollen Sie sonst mit diesem Bausparvertrag - an Ihre Kinder vererben?


    Wenn Sie zu dem Block-2-Vertrag heute nicht sicher sind, ob Sie sich überhaupt Sondertilgungen leisten können (so habe ich Sie verstanden) - wie können Sie sich dann sicher sein, sich Einzahlungen in einen Bausparvertrag leisten zu können? Insofern sind Sie mit Ihrer "Mittelwegüberlegung" auf dem richtigen Weg.


    Zu Block 1 kann ich nur hoffen, dass das alles so stimmt, was man Ihnen vorgerechnet hat, selbst bei konkreteren Zahlen würde ich es mit "Bordmitteln" vermutlich nicht seriös entkräften können, ein gewisses Misstrauen meinerseits bleibt ... Wichtig ist aber, dass Sie von dem Weg überzeugt sind und dass Sie sich die Gesamtsumme der Rate leisten können.


    Sie sollten darüber hinaus mit Ihrer Frau zwei Dinge besprechen:
    1. Keine weiteren Kinder!
    2. Scheidung in den nächsten 20 Jahren verboten!


    Wenn Sie sich an diese Verabredung halten und nicht beruflich oder gesundheitlich außerordentliches Pech haben, sollte Ihr Projekt serös machbar sein.


    Viele Grüße


    BSHKunde

    Hallo NDD,


    ich verstehe das Projekt so, dass Sie eine Bestandsimmobilie zu einem Kaufpreis von 245.000 Euro erwerben möchten. Weitere 60.000 Euro, die zugleich das Eigenkapital darstellen, sind für die Erwerbsnebenkosten und Modernisierungsmaßnahmen / Renovierung vorgesehen.
    Die 60.000 Euro sind nicht bar vorhanden, sondern stecken in einer derzeit selbst bewohnten Eigentumswohnung, die jedoch verkauft werden soll, so dass insoweit eine kurzfristige Kreditaufnahme erfolgt. Der Kredit wird aus dem Verkaufserlös zurückgezahlt. Nach Ihren Ausführungen gehe ich davon aus, dass der Verkauf auf jeden Fall die erforderlichen 60.000 Euro einbringt, so dass absolut sicher ist, dass nicht plötzlich ein Rest verbleibt, der noch irgendwie langfristig finanziert werden muss.
    So weit (Block 3) ist der Plan dem Grunde nach vollkommen in Ordnung (über die Zinskondition der Verkaufserlösvorfinanzierung sagen Sie nichts, ich logischerweise auch nicht, außer - gilt auch für den Rest des Planes -: bei anderen Anbietern vergleichen kann sich immer lohnen ...).


    In den Blöcken 1 und 2 taucht mir einerseits zu oft und mit zu hohen Summen der Begriff "Bausparvertrag" auf, andererseits vermisse ich den Begriff Bausparvertrag als Block 0 (wenn Sie so wollen), konkret: warum wird Ihr zuteilungsreifer 10K Bausparvertrag nicht als allererster Baustein in die Finanzierung einbezogen?


    Zu Ihrem Block 1: Bei einem Tilgungsaussetzungsdarlehen besteht kein Sondertilgungsrecht. Allenfalls hat man Ihnen gesagt, dass Sie die Möglichkeit haben, zusätzlich, überobligatorisch, Geld auf den Bausparvertrag einzuzahlen - hat man Ihnen auch gesagt, dass das nur mit Zustimmung der Bausparkasse geht und dass Bausparkassen diese Zustimmung auch gerne verweigern, wenn es ihnen wirtschaftlich in den Kram passt? Darüber hinaus liegen die strukturellen Fehler in Tilgungsaussetzungsdarlehen - was auch immer man Ihnen vorgerechnet hat (sind in die Kosten nur reine Zinskosten einbezogen? Sind auch die Abschlussgebühren und die laufenden Gebühren des Bausparvertrags enthalten?) - darin, dass es fast nie Sinn macht, Geld zu niedrigen Guthabenzinsen anzusparen und gleichzeitig höhere Darlehenszinsen zu zahlen. Zudem ist diese Zwei-Verträge-Konstruktion fürchterlich unflexibel in der Phase bis zur Ablösung des Tilgungsaussetzungsdarlehens, da Sie auf einen exakten monatlichen Zahlbetrag festgelegt sind. Diesen Umstand hat man Ihnen vermutlich als Vorteil - "absolute Kalkulationssicherheit bei den monatlichen Ausgaben" - "verkauft", was auch nicht völlig falsch ist, aber wenn Sie 'mal Pech haben, brauchen Sie es genau andersherum. Soll heißen: Wenn Sie ein normales Annuitätendarlehen mit 3 Prozent Tilgung und einem echten Sondertilgungsrecht von 5 % haben und es finanziell 'mal knapp wird, können Sie nicht nur die möglicherweise eigentlich geplanten Sondertilgungen ausfallen lassen, sondern auch mit dem Kreditgeber verhandeln, dass Sie den Tilgungssatz (vorübergehend) senken. Bei vielen Darlehensgebern haben Sie standardmäßig das Recht, den Tilgungssatz während der Darlehenslaufzeit in gewissem Umfang zu ändern und brauchen insoweit dann auch nicht zu verhandeln.


    Zu Ihrem Block 2: Die Verbindung eines Annuitätendarlehens mit einem Bausparvertrag ist meiner Meinung nach - s. o. - Quatsch, daran verdienen nur vermittelnde Bank und Bausparkasse und Sie werden effektiv gehindert, Ihr Geld in die sofortige und schnelle Tilgung des Darlehens zu stecken. Und das Zinsänderungsrisiko, vor dem Sie Angst haben (oder vor dem man Ihnen Angst macht) reduzieren Sie am Besten dadurch, dass Sie Ihren Kredit tilgen. Ist die Kreditsumme klein genug, dann müssen Sie sich auch nicht mehr vor steigenden Zinsen fürchten. In Ihrer Lage ist die Dauer der geplanten Zinsfestschreibung (15 Jahre) gut, richtig und Sicherheit genug (wenn Sie meinen, mehr Sicherheit zu benötigen: es gibt auch 20-jährige Zinsfestschreibungen).


    Meine Empfehlung:
    Block 1: 10 K Euro - Ihr vorhandener Bausparvertrag
    Block 2: 25 K Riesterbausparvertrag (Ihre bisherigen Riesterverträge stellen Sie ruhend) mit Vorfinanzierung ("Tilgungsaussetzungsdarlehen"). In dieser Größenordnung und mit der Riesterförderung machen Sie mit einem Finanzierungsbaustein "Bausparvertrag" nichts falsch und bleiben mit der Gesamtkreditsumme der Bausparkasse unter 30 K Euro (Vorteil: kein Grundbucheintragung erforderlich).
    Block 3: 210 K Euro normales Annuitätendarlehen (sofern, was zu prüfen wäre, keine KFW-Darlehen möglich sind) mit 5 % Sondertilgungsrecht, auf Ihre finanziellen Möglichkeiten abgestimmte anfängliche Tilgung und mit vertraglichem Anspruch, die Tilgungshöhe im Verlauf der Zeit mindestens zweimal kostenlos anpassen zu dürfen und 15 Jahren Zinsfestschreibung.


    Abschließende Hinweise:
    1. Was man Ihnen empfohlen hat sieht wie das typische provisionseinnahmenorientierte Beratungsergebnis einer örtlichen Sparkasse oder Volksbank aus. Arbeiten Sie sich bitte 'mal durch diese Community und stellen Sie fest, wie oft sich hier Menschen melden, die Probleme haben, weil sie eigentlich nur eine Baufinanzierung wollten aber plötzlich zusätzlich mehrere Bausparverträge an der Backe haben ...
    2. Das Geld für den KFZ-Kredit sollten Sie gedanklich erst einmal "außen vor" lassen. Wenn der Kredit bezahlt ist, werden Sie das nächste Auto in absehbarer Zeit benötigen, und das will dann auch bezahlt werden. Legen Sie nach Tilgung des Kredits die 400 Euro für die Anzahlung des nächsten Autos zurück und verwenden Sie sie im Übrigen für den nächsten Kredit ... (den Sie im Idealfall nicht benötigen, weil Ihr gegenwärtiges Auto hoffentlich überraschend lange hält, so dass Sie Ihr nächstes Auto bar bezahlen können). Sie können diese 400 Euro natürlich auch für Sondertilgungen und spätere Tilgungssatzerhöhungen verwenden, wenn Sie einschätzen, sie für ein neues Auto nicht zu benötigen.


    Viele Grüße


    BSHKunde

    Eine Korrektur meiner vorherigen Ausführungen: In der ersten Zeile des zweiten Absatzes muss es statt "Darlehenslaufzeit" korrekt "Zinsbindungsfrist" heißen, da sich die Darlehenslaufzeit danach bestimmt, wann das Darlehen vollständig zurückgezahlt ist (oder zu welchen Zeitpunkt eine Kündigung wirksam wird). Die Darlehenslaufzeit kann - bei entsprechenden Tilgungs- und ggf. Sondertilgungshöhen - sowohl kürzer als auch länger als die jeweils vereinbarte Laufzeit der Zinsbindung - und die ist hier gemeint - sein.
    Ergänzender Hinweis: Ein Baudarlehensvertrag als solcher ist grundsätzlich (es mag Sonderformen von Baudarlehensverträgen geben, die mir nicht bekannt sind) zeitlich nicht befristet. Er endet entweder durch vollständige Darlehensrückzahlung oder eben durch Kündigung.

    Hallo sweetbear,


    ich sehe es so:


    Sie habe einen ganz normalen Darlehensvertrag mit (knapp) 10-jähriger Zinsbindungsfrist. Diesen können Sie zum Ende der Zinsbindungsfrist, also zum 30.04.2026, kündigen. Die Kündigungsfrist ergibt sich aus § 489 Abs. 1 Nr. 1 BGB (ein Monat). Eine Vorfälligkeitsentschädigung wird nicht fällig.


    Wenn Sie eine Prolongationsvereinbarung abschließen verlängert sich die Darlehenslaufzeit bis zum Ende der neuen Zinsbindungsfrist (also z. B. bis zum 30.04.2031 bei Verlängerung zu neuem Zinssatz um 5 Jahre).
    Ein Sonderkündigungsrecht nach § 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB gibt es im Verlängerungszeitraum nicht, da eine neue Zinsvereinbarung getroffen wurde und die 10-Jahre-Frist neu beginnt. Sie können (im gewählten Beispiel) - ohne dass eine Vorfälligkeitsentschädigung fällig wird - erst zum 30.04.2031 nach § 489 Abs. 1 Nr. 1 BGB kündigen.


    Schließen Sie keine Prolongationsvereinbarung ab, wird Ihr Darlehen ab dem 1. Mai 2026 zu einem Darlehen mit veränderlichem Zins. Es gilt dann die Kündigungsfrist des § 489 Abs. 2 BGB (drei Monate).


    § 489 Abs.1 Nr. 2 BGB ist in Ihrem Fall nicht von Bedeutung, da Sie kein Darlehen mit mehr als 10-jähriger Zinsbindungsfrist vereinbart haben. Dementsprechend ist es auch nicht relevant, wann die letzte Darlehensrate ausgezahlt wurde.


    Vor dem 30.04.2026 kommen Sie nicht "normal" (d . h. ohne Vorfälligkeitsentschädigung und wenn nicht der Widerrufsjoker gezogen werden kann) aus dem Darlehensvertrag. Forward-Darlehensvereinbarungen kann man üblicherweise ab 60 Monate (bei manchen Darlehensgebern auch erst ab 36 Monate) vor Ablauf der jeweils aktuellen Zinsbindungsfrst abschließen (sowohl bei einem anderen als auch bei dem bisherigen Geldgeber). Ob das wirtschaftlich sinnvoll ist, ist eine andere Frage. Ich rate tendenziell ab.


    Alle Angaben wie üblich ohne Gewähr und reine persönliche Meinung - die Angaben stellen weder eine Rechtsauskunft noch eine Rechtsberatung dar!


    Viele Grüße


    BSHKunde

    Hallo Steffe74 und mbg511,


    wenn auch etwas verspätet: Vielen Dank dafür, dass Ihr Euch noch einmal gemeldet habt und mitgeteilt habt, dass Eure Bausparverträge etwas jünger sind als die z. B. von maxxam und mir.


    Auch wenn das Ergebnis für Euch unbefriedigend ist, ist es doch für die Community wichtig, abschätzen zu können, unter welchen Voraussetzungen man mit welcher Reaktion der Bausparkasse Schwäbisch Hall rechnen muss. Außerdem kann nur durch solche Rückmeldungen abgeschätzt werden, ob die Bausparkasse wenigstens gleiche Sachverhalte gleich behandelt (was natürlich nicht identisch damit ist, ob das dann auch rechtmäßig ist).


    In diesem Sinne würde ich mich freuen, wenn Ihr auch weiterhin über den Fortgang Eurer Bemühungen berichtet, wenn es einen neuen Sachstand gibt.


    Nochmals vielen Dank!


    BSHKunde

    Hallo ma cha,


    ich habe eine ähnliche Erfahrung bei einer anderen Bank gemacht, allerdings war ich mir über die übliche zeitliche Begrenztheit der Aktion im Klaren (auch die DKB kommuniziert das bei der gegenwärtig laufenden Aktion m. E. hinreichend (wenn auch nicht "auf der ersten Seite fettgedruckt").


    Da die DKB recht günstig ist und wenn Sie sonst mit der DKB zufrieden sind, würde ich Ihnen raten, die Ausführungshäufigkeit zu verringern (also die Zahlungsintervalle zu vergrößern), das habe ich jedenfalls gemacht, nachdem ich mich gegen einen Wechsel der Depotbank und auch gegen den Wechsel in einen aktuellen Aktions-ETF entschieden hatte ... (und die DKB ist günstiger als "meine" Depotbank, wäre also ein mögliches Wechselziel gewesen ...).


    Der Erfolg Ihrer ETF-Anlage wird von der Wertentwicklung Ihres ETF entschieden, nicht von (pro Zahlung) einmaligen Sparplanausführungsgebühren, dieses gilt um so mehr, je höher die Sparrate im Verhältnis zu den Gebühren sind. Üblicherweise werden Kosten, die unter 1% der Sparrate liegen als in Ordnung angesehen.


    Und bei jedem Aktionsende die Depotbank oder den ETF zu wechseln verursacht auch nur regelmäßigen Zeit- und Nervenaufwand ...


    Viele Grüße


    BSHKunde

    Hallo piofinanzen,


    das ist umstritten. Es gibt ein aktuelles Urteil des OLG Hamm (wohl noch nicht rechtskräftig, Revision zum BGH wurde ausdrücklich zugelassen).


    Hierzu folgende Links:


    https://www.n-tv.de/ratgeber/K…dung-article20858215.html


    http://www.justiz.nrw.de/nrwe/…7_18_Urteil_20181204.html


    Mein Tipp zum Vorgehen: Gebühr erstmal zahlen, um die Abwicklung der Umschuldung nicht zu gefährden, die Sparkasse sodann unter Hinweis auf das Urteil zur Rückzahlung auffordern. Wenn die Sparkasse darauf (voraussichtlich) nicht eingeht, die Sache zunächst "im Blick behalten" (Urteil rechtskräftig? Ausgang Revision beim BGH?) und ggf. rechtzeitig vor Ende der Verjährungsfrist (wohl: 31.12.2022) überlegen ob Sie selbst klagen möchten, wenn es kein rechtskräftiges BGH-Urteil gegen die Treuhandgebühren gibt ...


    Viele Grüße


    BSHKunde

    Hallo Steffen74,


    ich bin irritiert und ratlos - Sie sind der erste, der hier vermeldet, dass es nicht geklappt hat.


    Dass die Wahl des Tarifes FR nur bei Vertragsabschluss möglich gewesen sein soll, ist definitiv falsch, vgl. § 3 Abs. 2 ABB - https://www.finanztip.de/commu…-fassung-januar-1998-pdf/ -.
    Über die Gründe der Ablehnung seitens der Bausparkasse Schwäbisch Hall (BSH) kann ich nur spekulieren (Es werden der BSH zu viele Wechsler und sie versucht es einfach mal mit einer Ablehnung und wartet ab, ob der Kunde insistiert ...?Möglicherweise ist Ihr Bausparvertrag bei der BSH jüngeren Datums als Mitte / Ende 90er Jahre des letzten Jahrhunderts und es gelten andere ABB?)
    Ich kann Ihnen nur raten, noch einmal zu prüfen, ob die Voraussetzungen für den Wechsel in den Tarif FR auf Sie zutreffen und es dann ggf. noch einmal zu probieren.


    Viele Grüße


    BSHKunde

    Hallo vocaris,


    wie Saidi stört auch mich, dass Ihre Angaben unvollständig, in einem Punkt wohl sogar fehlerhaft sind (bei einem Regelsparbeitrag von 5 Promille der Bausparsumme im Monat (? - die Angabe des Bezugszeitraums fehlt, üblicherweise werden die Regelsparbeiträge jedoch in Promille der Bausparsumme im Monat angegeben) und einer Bausparsumme von 20.000 Euro beträgt der Regelsparbeitrag 100 Euro/Monat). Sofern Ihre sonstigen Angaben stimmen, müsste das Guthaben gegenwärtig bereits über 10.000 Euro liegen. Sofern Ihr Vertrag die übliche Regelung enthält - auch hierzu schweigen Sie sich leider aus -, dass die Zuteilungsreife erreicht wird, wenn das Guthaben 50% der Bausparsumme beträgt (und zudem die erforderliche Bewertungszahl erreicht wurde, was ich auf Grund der über 15-jährigen Laufzeit des Vertrages und der Besparung des Vertrags mit immerhin dem halben Regelsparbeitrag jedoch stark vermute), ist also bereits eine Zuteilung erfolgt. Zehn Jahre nach der ersten Zuteilung kann die Bausparkasse Ihnen aber sowieso kündigen (vgl. BGH-Urteile vom 21.02.2017). Sofern die für Ihren Vertrag geltenden ABB die Bausparkasse berechtigen, den Regelsparbeitrag zu verlangen und dieses Recht auch nach Zuteilung noch gilt - dazu sollten Sie sich noch einmal die ABB durchlesen - befürchte ich, dass Sie wenig Chancen haben, der Zahlungsaufforderung Ihrer Bausparkasse erfolgreich entgegen zu treten. Wenn Sie es ernstlich auf eine Klage ankommen lassen wollen, sollten Sie sich jedoch nicht von einem Forum Hilfe erhoffen, sondern frühzeitig einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens aufsuchen …
    Sofern und solange diese Bereitschaft nicht besteht und Sie es sich finanziell leisten können, den vollen Regelsparbeitrag zu zahlen, dürfte dieses für Sie - und da schließe ich mich Saidis Empfehlung an - die wirtschaftlich sinnvollste Lösung sein, mit der Sie zudem einer kurzfristigen Kündigung Ihres Vertrages durch die Bausparkasse entgegen treten.
    Ich empfehle Ihnen, ergänzen den Thread "Schwäbisch Hall zwingt Verbraucher zum Übersparen der Bausparverträge - Kredit & Bauen - Finanztip Community" zu lesen, wo dieses Thema ebenfalls diskutiert wurde. Bedenken Sie auch, dass das LG Aachen in einem in dem verlinkten Thread behandelten Urteil die Auffassung vertreten hat, dass Bausparkassen sogar die Regelsparbeiträge rückwirkend vom Vertragsbeginn an nachfordern können - da ist "Ihre" Bausparkasse - ebenso wie "meine" - noch zurückhaltend, wenn sie nur "ab sofort" die Regelsparbeiträge fordert ...


    Viele Grüße


    BSHKunde

    Hallo Togo341406,


    zu diesem Thema gibt es bereits zwei Threads:


    http://www.finanztip.de/commun…-der-bausparvertr-c3-a4ge und den von Ihnen selbst eröffneten http://www.finanztip.de/commun…3822-regelsparbeitrag-bsh


    Auch wenn Ihr BSH-Bausparvertrag noch etwas älter ist als meiner, dürfte die BSH nach dem Wortlaut der ABB kündigen dürfen, sofern sie Sie zur Zahlung des Regelsparbeitrags aufgefordert hat.


    Alles andere ist die Rechtsfrage, ob das Recht der BSH, sich auf diese ABB-Klausel noch berufen zu dürfen, nach langer Zeit, in der sie sich nicht darauf berufen hat, eventuell verwirkt ist (§ 242 BGB, vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Verwirkung_(Deutschland) ).
    Ich persönlich würde einschätzen - sie darf noch kündigen, sofern sie Ihnen nicht irgendwann irgendwie signalisiert hat, von diesem Kündigungsrecht keinen Gebrauch mehr zu machen und Sie dieses Signal nachweisen können ("Umstandsmoment").
    Wenn Sie es genau wissen wollen, müssen Sie einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens aufsuchen und die BSH verklagen ... (soll heißen: eine verbindliche Antwort auf Ihre Frage erhalten Sie nur durch ein rechtskräftiges Urteil - in einem der anderen o. a. Threads wurde vor einiger Zeit auf das in diesem Zusammenhang interessante Urteil des LG Aachen, Az. 10 O 158/17 hingewiesen).
    Sie können auch rechtlich darüber nachdenken (lassen), ob die entsprechende ABB-Klausel als solche möglicherweise nichtig ist, z. B. mit der Begründung, dass sie keine sachlichen Voraussetzungen nennt, unter denen die BSH den Regelsparbeitrag verbindlich fordern und bei Nichtzahlung kündigen kann (Stichwort: "Willkür"). An dieser Stelle könnte Ihnen (und mir und vielen anderen) aber schon auf die Füße fallen, dass unsere Verträge so alt sind, dass damals evtl. noch ein großzügigeres Recht für Allgemeine Geschäftsbedingungen galt. Auch die Erfolgsaussichten einer solchen Argumentation schätze ich eher schlecht ein - aber wenn Sie schon mal bei einem Rechtsanwalt sind - fragen sie ihn ...


    Herzliche Grüße


    BSHKunde

    Hallo Zitrone,


    zu 1.: Schreiben Sie Ihrer Bank einen freundlichen (das ist jetzt ernst gemeint) Brief, in dem Sie sich darüber wundern, dass der Zinssatz seit geraumer Zeit nicht angepasst wurde, obwohl sich der Euribor (wenn auch unterhalb der Nulllinie) bewegt hat, rechnen Sie den Zinssatz aus, der derzeit Ihrer Meinung nach zutreffend wäre und bitten die Bank, ab sofort diesen Zinssatz anzuwenden und für die Vergangenheit auf der Basis des jeweils zutreffenden Zinssatz neu zu rechnen. Setzen Sie der Bank im ersten Anlauf eine eher großzügige Frist (ein Monat), wenn innerhalb dieser Frist keine Antwort kommt, dann noch eine kurze Nachfrist (zwei Wochen). Kommt dann immer noch keine Antwort, dann wissen Sie, dass Sie im Do-It-Yourself-Verfahren nicht weiterkommen und lassen sich anwaltlich beraten. Ich vermute aber, dass Sie eine Antwort bekommen. Im Wesentlichen sind drei Varianten denkbar:
    a) Die Bank stellt fest, dass aus diesem oder jenem Grund bei ihr etwas schief gelaufen ist und berechnet einen günstigeren Zinssatz - super, Haken dran, Sache erledigt.
    b) Die Bank teilt Ihnen mit, dass sie alles richtig berechnet hat, wie sich aus § XY Absatz Z Ihres Vertrages eindeutig ergibt - Sie lesen noch einmal nach und stellen fest, dass die Bank recht hat - schade, hat nichts gebracht, außer dass Sie jetzt wissen, dass die Bank das Darlehen korrekt abrechnet, Sache erledigt.
    c) Die Bank teilt Ihnen mit, dass sie alles richtig gemacht hat, die Begründung befriedigt Sie aber nicht, ist für Sie nicht nachvollziehbar, kommt Ihnen "irgendwie verdächtig" vor - ärgerlich, Sie wissen nun, dass Sie im Do-It-Yourself-Verfahren nicht weiterkommen und suchen sich rechtlichen Rat bei einem Anwalt Ihres Vertrauens - in diesem Fall kann Ihnen kein Forum helfen, da Sie hier eine qualifizierte Rechtsberatung nicht erwarten können.


    Zu 2.: Üblicherweise wird nach Auslaufen der Zinsbindung, sofern keine neue Zinsbindung vereinbart wird, ein variabler Zinssatz angewendet, den die Bank "nach billigem Ermessen" ziemlich frei festsetzt. Diese Zinssätze liegen immer über den Baufinanzierungszinssätzen mit Zinsbindung und entsprechen eher den Zinssätzen für Ratenkredite. In der Regel steht diese Verfahrensweise schon irgendwo im Kleingedruckten des zunächst abgeschlossenen Vertrages (Formulierung z. B. "Kommt eine Vereinbarung über eine neue Zinsfestschreibung nicht zustande, gilt nach dem Ende der Zinsfestschreibung der dann aktuelle variable Zinssatz der Bank für Immobiliar-Verbraucherdarlehen mit dreimonatiger Kündigungsfrist."). Sie können also nicht automatisch davon ausgehen, dass die Vereinbarung wie bei dem Darlehen zu 1. (handelt es sich um die gleiche Bank?) für dieses Darlehen die gleiche ist (es sei denn, Sie wissen es - dann sollten Sie aber noch einmal in Ihren Vertrag schauen, üblicherweise lauten die Vereinbarungen dann ungefähr "Der Zinssatz liegt X Prozentpunkte über dem 3-Monats-Euribor des vorherigen Quartals und wird regelmäßig zum ... angepasst." oder so ähnlich. Den jeweils aktuellen variablen Zinssatz, den die Bank für derartige Darlehen berechnet, können Sie evtl. im Preis- und Leistungsverzeichnis finden, sonst müssen Sie die Bank fragen (das müsste auch beim Call-Center funktionieren). Ca. sechs Monate bis ca. einen Monat vor Auslaufen der Zinsbindung müssten Sie zudem eigentlich ein Schreiben von der Bank bekommen haben, in dem ungefähr stand, dass Ihre Zinsbindung demnächst ausläuft und dass man Ihnen anbietet, eine neue Zinsbindung zu ... Konditionen abzuschließen, falls keine neue Zinsvereinbarung erfolge, werde das Darlehen mit einem variablen Zinssatz von X % fortgeführt. Anstatt genau das zu machen, hat die Bank offenkundig irrtümlich, in gewisser Weise ein Bankirrtum zu Ihren Gunsten, weiterhin einen - vermutlich vergleichsweise niedrigeren - "festen" Zinssatz angewendet. Nun ist die Bank - mangels tatsächlicher Vereinbarung einer Zinsbindung - bereit, Sie aus dem Vertrag zu entlassen, möchte aber nachträglich den schlechteren variablen Zinssatz anwenden und bittet Sie hierzu um Ihre Zustimmung (so meine Vermutung zum Hintergrund des von Ihnen erwähnten Schreibens). Hierauf sollten Sie sich auf keinen Fall einlassen. Schreiben Sie der Bank, dass Sie mit ihrem Vorschlag (Einverständniserklärung) nicht einverstanden sind, kündigen Sie das Darlehen (Sie müssen allerdings sicher sein, dass Sie anderweitig eine Finanzierung bekommen) und weisen Sie darauf hin, dass Sie davon ausgegangen sind, dass dieses Darlehen in der Vergangenheit und gegenwärtig zinslich jedenfalls nicht zu günstig für Sie abgerechnet wurde. Schreiben Sie, wäre Ihnen in der Vergangenheit ein höherer Zinssatz berechnet worden, wären Sie selbstverständlich schon viel früher aktiv geworden, um sich anderweitig mit einem günstigeren Darlehen zu versorgen. Bitten Sie um eine Bestätigung der Kündigung unter Angabe des Inkrafttretens der Kündigung (m. E. müsste die Kündigungsfrist bei drei Monaten liegen, § 488 Abs. 3 BGB). Entspricht die Bank Ihrer Forderung nicht (bedingungslos), wissen Sie dass Sie im Do-It-Yourself-Verfahren nicht weiterkommen und suchen sich rechtlichen Rat bei einem Anwalt Ihres Vertrauens - in diesem Fall kann Ihnen kein Forum helfen, da Sie hier eine qualifizierte Rechtsberatung nicht erwarten können ...
    Wenn Sie allerdings davon ausgehen bzw. sicher sind, dass die Bank Ihnen für dieses Darlehen in der Vergangenheit zu hohe Zinsen berechnet hat, sollten Sie gleich einen Anwalt aufsuchen - Call-Center können Sie für derartige Angelegenheiten jedenfalls vergessen. Die Mitarbeiter haben in aller Regel nicht die notwendigen Entscheidungsbefugnisse für "außergewöhnliche Fälle".


    Viel Erfolg und herzliche Grüße


    BSHKunde

    Hallo Werner,


    ich versuche es mal, weise vorab jedoch vorsorglich darauf hin, dass ich nur Meinungen, aber keine Gewissheiten „verkünde“ – und dass meine Meinungen schon mal „knapp daneben“ gehen können, können Sie einige Posts weiter oben nachlesen … Es kommt hinzu, dass ich die für den Vertrag Ihrer Frau maßgeblichen ABB nicht vollständig kenne und nicht sicher bin, ob ich einige Angaben Ihrer Sachverhaltsschilderung richtig verstanden habe.


    • Sie schreiben (so habe ich das verstanden), dass Ihre Frau gegenwärtig den halben Regelsparbeitrag zahlt und dass damit die Bausparsumme unter Einschluss der bis dahin noch fälligen Zinsen (ohne etwaige Bonuszinsen!?) in etwa zwei Jahren (d. h. 2019) erreicht wird. Das bedeutet nach meinem Verständnis: Würde Ihre Frau den vollen Regelsparbeitrag zahlen (ggf. auch noch eine Nachzahlung für die letzten sechs Monate), dann wäre die Bausparsumme bereits in einem Jahr (2018) erreicht. Das bedeutet: Es gibt insoweit hinsichtlich des sicheren Endes des Bausparvertrags einen Unterschied von etwa einem Jahr.
    • Im Jahr 2008 hat die BSH Ihrer Frau mitgeteilt, „dass sie jetzt in die Zuteilungsphase gehen könne. Sie müsse nur antworten und ankreuzen, was sie wolle, ob Darlehen oder weiter besparen, etc.“. Das verstehe ich so, dass irgendwann im Jahr 2008 die Mindestbausparsumme und die Bewertungszahl so waren, dass der Bausparvertrag zuteilungsreif war. Seit den für uns Bausparer unerfreulichen BGH-Urteilen vom 21. Februar 2017 wissen wir, dass die Bausparkassen Bausparverträge grundsätzlich zehn Jahre nach Erreichen der Zuteilungsreife kündigen können. Da der Zinsbonus nach den mir bekannten Vertragsgestaltungen der BSH nicht von einer zeitlichen Komponente abhängig ist (die eine Verschiebung der 10-Jahres-Frist bewirken könnte), gehe ich dementsprechend davon aus, dass die BSH irgendwann im Jahr 2018 so oder so ein gesetzliches Kündigungsrecht erhält – sofern dieser Einschätzung nicht ein grundsätzliches Missverständnis Ihrer Angaben zu Grunde liegt, kann das schon Anfang 2018 sein, oder auch erst Ende 2018 – schauen Sie noch mal in das BSH-Schreiben aus dem Jahr 2008, was da drin steht und von wann das genau ist.
    • Auf das BSH-Schreiben aus dem Jahr 2008 hat Ihre Frau nicht reagiert – das Ergebnis war, dass sie das gleiche erreicht hat, was sie erreicht hätte, wenn sie reagiert hätte und der BSH mitgeteilt hätte, sie wolle den Vertrag weiter besparen. Was bewirkt Ihre Frau also, wenn sie sich jetzt für die andere Alternative entscheidet? Sie teilt der BSH – nach meinem Verständnis – mit, dass sie jetzt die Zuteilung annimmt und das Darlehen will! Die BSH freut sich, sagt danke und schickt Ihrer Frau einen Darlehensvertrag. Den wird sie (vermutlich) nicht unterschreiben. Es bleibt jedoch, dass Ihre Frau die Zuteilung angenommen hat, dann jedoch auf das Darlehen verzichtet hat (weil sie den Darlehensvertrag nicht unterschrieben zurücksendet) und somit der BSH „signalisiert“, dass sie nur das Bausparguthaben ausgezahlt bekommen möchte, was die BSH dann auch gerne und kurzfristig machen wird. Falls ich das richtig einschätze passieren also Dinge, die Sie und Ihre Frau nun gar nicht gewollt haben.
    • Falls ich das nicht richtig einschätze: Der Effekt, den Ihre Frau mit der Zuteilungsannahme erreicht, ist derjenige, dass der Darlehensanspruch sich nicht mehr (nur) dadurch reduziert, dass Ihre Frau Sparbeiträge leistet, sondern auch dadurch, dass die BSH den Darlehensanspruch um die nicht vollständig eingezahlten Sparraten und die darauf entfallenen Zinsen kürzt. Dadurch sinkt der Darlehensanspruch jedoch gleich schnell auf „Null“, wie wenn Ihre Frau den Regelsparbeitrag zahlen würde, auf den sie wenigstens noch Zinsen bekommen würde. Die BSH könnte sich unter Hinweis auf den (primären) Zweck eines Bausparvertrages lt. Präambel zu den ABB (Erreichung eines Anspruchs auf ein – nun ja – zinsgünstiges Darlehen) dann auf den Standpunkt stellen, dass sich der Vertragszweck in dem Moment erledigt hat, in dem der Darlehensanspruch „Null“ ist und mit dieser Begründung – ähnlich wie bei Erreichen der Bausparsumme – kündigen. Auch hier kann ich natürlich nicht einschätzen, ob die BSH das tatsächlich tun wird (und ob das rechtmäßig wäre) – ich würde aber zumindest einkalkulieren, dass das passieren kann.

    Fazit: Ich rate davon ab, dass Ihre Frau „in die Zuteilung“ geht. Sie bzw. Ihre Frau sollten prüfen, wann die BSH welche Möglichkeit zur Kündigung des Vertrags erhält, und welche Kündigungsfrist (drei Monate, sechs Monate …?) damit verbunden ist. Ich gehe davon aus, dass Ihrer Frau die Sache weder wirtschaftlich noch rechtlich so wichtig ist, dass sie ernsthaft juristisch gegen die BSH vorgehen will (in diesem Fall sollten Sie bzw. Ihre Frau dringend einen Rechtsanwalt aufsuchen und nicht nur nicht Mühen, sondern auch nicht Kosten scheuen), sondern dass es Ihnen darum geht, sich taktisch so zu verhalten, dass Ihre Frau noch möglichst lange zinslich von dem Bausparvertrag profitiert. Das ganze wird dann also zu einem Rechenexempel. Beziehen Sie in Ihre Überlegungen auch die Möglichkeit ein, jetzt den vollen Regelsparbeitrag zu zahlen, um der BSH jetzt keinen Kündigungsgrund zu geben, die Zahlungen Anfang / Mitte 2018 jedoch schon wieder (und dann komplett) rechtzeitig vor der Vollbesparung einzustellen – die BSH erhält dann natürlich einen Kündigungsgrund, aber erst später und muss auf ein höheres Guthaben Zinsen zahlen …


    Herzliche Grüße


    BSHKunde

    Hallo maxxam,


    vielen Dank für Ihre Rückmeldung, die auch für andere Mitlesende in vergleichbarer Situation von Interesse sein könnte.


    Ich freue mich für Sie, dass meine Einschätzung vom 14. März 2017 unzutreffend war und dass Sie es erfolgreich probiert haben - wenigstens ein "Trostpflaster" in dieser insgesamt unerfreulichen Situation.


    Viele Grüße


    BSHKunde

    Hallo maxxam,


    ja, die BSH hat anstandslos in den sauren Apfel gebissen und die Vertragsumstellung bestätigt.
    Es wird bei Ihnen aber möglicherweise nicht mehr funktionieren, weil Ihr Bausparvertrag schon einmal zugeteilt worden ist (§ 3 Abs. 2 ABB: "Der Bausparer kann bis vor Zuteilung des Bausparvertrags ..." ). Ich befürchte, es reicht die erste Zuteilung, die die Wahlmöglichkeit kaputt macht, auch wenn man die Zuteilung nicht angenommen hat ... (Aber: Ich mag mich irren und probieren geht über studieren ... - die Zeit und die 70 Cent Porto für den Antrag würde ich an Ihrer Stelle vorsichtshalber noch investieren. Und ggf. können Sie es in dieser Sache ja auch noch einmal mit dem Hinweis auf die Ihnen nicht bei Vertragsabschluss ausgehändigten ABB bei der Schlichtungsstelle versuchen, falls die BSH bei Ihnen ablehnt - hier könnten Sie ggf. argumentieren, dass die Unkenntnis über die Wahlmöglichkeit Sie daran gehindert hat, die Wahl früher zu treffen.)


    Viele Grüße


    BSHKunde