• Hallo zusammen,

    ich würde gerne meine ETF Strategie etwas anpassen und würde gerne zu der geplanten Veränderung und zu meiner grundsätzlichen Strategie eure Meinung wissen.


    Es ist eine ganz klassische buy and hold Weltportfolio Strategie.


    Mein Depot sieht wie folgt aus:


    Ausschüttender Teil:

    1. Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (Dist) // ISIN: IE00B3RBWM25 // 60%

    2. Vanguard FTSE Emerging Markets UCITS ETF (Dist) // ISIN: IE00B3VVMM84 // 40%


    Thesaurierender Teil:

    3. iShares Core MSCI World UCITS ETF (Acc) // ISIN: IE00B4L5Y983 // 50%

    4. SPDR MSCI World Small Cap UCITS ETF // ISIN: IE00BCBJG560 // 10%

    5. iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF (Acc) // ISIN: IE00BKM4GZ66 // 40%

    Ich plane einen Umzug von Finvesto zur ING. Bei der ING sind fast alle Sparpläne kostenfrei. Leider ist mein Small Cap ETF (Position Nr. 5) nicht dabei. Daher habe ich überlegt den SPDR MSCI Small Cap zu verkaufen und mir dafür den Sparplanfähigen iShares MSCI World Small Cap UCITS ETF // ISIN: IE00BF4RFH31 ins Depot zu holen. Vorteil Kostenfrei, bessere TER, größeres Volumen etc. Laut Finanztip sollten ETF ja mindestens 5 Jahre aufgelegt sein, sodass eine Schließung nicht so wahrscheinlich ist. Der iShares MSCI World Small Cap wurde jedoch erst seit 2018 aufgelegt. Ich frage mich also macht diese Überlegung Sinn. Ich bin großer Freund von kostenfreien Sparplänen und hätte wenig Lust via Wiedervorlage alle 6 Monate händisch den SPDR MSCI World Small Cap nachzukaufen. Was meint ihr, lohnt sich der Wechsel der Small Cap ETF´s oder was sind eure Ideen.

    Was haltet ihr von dem Depot? Wann sollte ich wohl aufhören die ausschüttenden ETF´s zu besparen? 30K, 40K oder 50K?

    Vielen Dank schon mal im Voraus.

    Viele Grüße

    Arnold

  • Zum Small Cap:

    Ich würde nicht verkaufen sondern den Bestand stehen lassen, außer der Pauschbetrag ermöglicht es die Gewinne steuerfrei zu realisieren. Neue Käufe würde ich im iShares tätigen, da bereits über 2 Mrd. € Volumen.

    Wann sollte ich wohl aufhören die ausschüttenden ETF´s zu besparen? 30K, 40K oder 50K?

    Das kommt darauf an. Die Empfehlungen von Finanztip gehen dahin, dass man viele Jahre Ruhe hat sprich den Pauschbetrag mit den Ausschüttungen nicht überschreitet. Bei 2% Ausschüttung und 30% TFS darf man rund 801/0,7/0,02 = 57T€ angelegt haben. Bei 6% Wertsteigerung hat man nach 15 Jahren rund das 2,4-fache. Will man also 15 Jahre Ruhe haben sollte man (mit diesen Zahlen) maximal rund 24 T€ in den Ausschütter stecken. Das ist alles Excel-Spielerei, da sich alle Werte in Zukunft anders entwickeln können. Ich plädiere daher inzwischen eher für den Thesaurierer und gezieltes Rollen, d.h. Verkauf und Neukauf in dem Maße, dass der Pauschbetrag ausgenutzt wird.

  • Hmm,

    Warum FTSE All World + FTSE EM im ausschüttenden Teil? Die EM sind im All-World bereits enthalten (ca. 10%) . Mit der aktuellen 60/40-Aufteilung gewichtest Du damit 50% Industrieländer und 50% Schwellenländer.

    Klar, kann man so machen, wenn es Deine bewusste Entscheidung ist! Mir wäre der Anteil der EM zu hoch.

    In der Vergangenheit war langfristig die Aufteilung 70/30 optimal.

    MSCI World & MSCI Emerging Markets – was ist der optimale Mix? - Finanzen? Erklärt! (finanzen-erklaert.de)

    Ob das auch zukünftig gilt, wissen wir dann in 20 oder 30 Jahren. ;)


    Ich habe mir auch die Frage gestellt, Ob ich Small Caps dazu nehme. Ich bespare auch den iShares Core MSCI World und den iShares Core MSCI EM IMI. Halt in 70/30 Aufteilung. Da wäre dann ein MSCI World Small Caps noch breiter diversifiziert.

    Letztlich habe ich mich nach diversen Backtests dagegen entschieden und bleibe meinem Motto Treu: KISS = Keep it Simple, Stupid

    Wie der Zufall es will, kürzlich hat sich der Finanzwesir auf Seinem Blog ebenfalls des Themas angenommen:

    Was ist für die Depot-Rendite verantworlich? | Finanzwesir


    Ja, die Small Caps können für ein Renditeplus sorgen, aber eben nicht bei nur 10% Beimischung.

    Letztlich ist es ziemlich egal, wie die konkrete Depotaufteilung aussieht. Sofern man weltweit diversifiziert anlegt sind die konkreten prozentualen Anteile nicht so wichtig, wenn man nur lang genug stur seiner Linie treu bleibt.

  • Ich sehe es auch so, dass man mit einem All-world ETF bereits ausreichend diversifiziert ist. Ich würde es auch tatsächlich so simpel machen. Ggf. erst mal eine ausschüttende Version, und dann bei ca. 50.000 Depot-Bestand einen thesaurierenden. Die ein-ETF-Lösung hat auch den Vorteil, dass Du nie über Re-Balancing nachdenken musst.


    Was Du aktuell hast würde ich einfach stehen lassen, ist ja alles nicht verkehrt.

  • Tausend Dank an euch alle für die hilfereichen Rückmeldungen!


    @monstermania: Mir war verrückter weise nicht klar, dass mein ausschüttender Teil 50/50 ist. Ich werde dies über höhere Einzahlungen beim Vanguard FTSE All-World ausgleichen um dann real folgende Gewichtung zu haben: 60% Industrieländer & 40% Schwellenländer. 70/30 klingt sehr smart. Da ich von mindestens 15 Jahren Anlage ausgehe und mir der Schwankungen bewusst bin finde ich 60/40 okay. 50/50 ist mir dann doch zu viel.


    Zum Thema Sparerpauschbetrag (S-P) ausnutzen:


    Könntet ihr mir noch konkretere Tipps geben wie ich den S-P für diese Jahr optimal ausnutze?


    Ausgangsbedingungen:


    Bei den Erträgen und Steuern bin ich für 2021 bei Brutto Erträge und davon freigestellte bei: 286€


    Bei der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) bin ich aktuell für 2021 bei: 8.400€ im Plus


    @ Kater.Ka: Könntest du mir bitte deine Berechnung nochmal erläutern? „Bei 2% Ausschüttung und 30% TFS darf man rund 801/0,7/0,02 = 57T€ angelegt haben.“



    Mir ist nicht klar wieviel ich jetzt verkaufen sollte bzw. was das geschickteste Vorgehen wäre? Wann sollte ich die Verkäufe tätigen (zum Ende des Jahres?).



    Vielen Dank im Voraus



    Viele Grüße


    Arnold

  • Könntest du mir bitte deine Berechnung nochmal erläutern? „Bei 2% Ausschüttung und 30% TFS darf man rund 801/0,7/0,02 = 57T€ angelegt haben.“

    57 T€ mit 2% Ausschüttung ergibt eine jährliche Ausschüttung von 57.000 *0,02 = 1.140 €, mit 30% Teilfreistellung sind das 1.140*0,7 = 798 €, die fehlenden 3€ zu den 801 € ist Rundung.

    Könntet ihr mir noch konkretere Tipps geben wie ich den S-P für diese Jahr optimal ausnutze?

    Zunächst: Bitte bei Deinen Berechnungen genau darauf achten, ob die TFS berücksichtigt ist oder nicht. Je nachdem ist Dein steuerfreies Volumen an Ausschüttungen und Gewinnen bei Veräußerung 1.144 (vor TFS) oder 801 € (nach TFS). Ich vermute, dass die genannten Erträge nach TFS sind, die aufgelaufenen Gewinne vor TFS (?).


    Wenn diese Voraussetzung stimmt und in den genannten Zahlen bereits die erwarteten Ausschüttungen für 2021 mit drin sind (!) hast Du noch 801 - 286 = 515€ Pauschbetrag übrig. Du kannst dann Anteile mit aufgelaufenen Gewinnen von 515/0,7= 735 € verkaufen und neu kaufen und machst damit den Gewinn steuerfrei.


    Beim Verkauf muss man darauf achten, dass steuerlich FIFO (First In First Out) gilt, d.h. es wird kein Durchschnittskurs bei der Anschaffung angenommen, sondern der jeweilige Kaufkurs der ältesten Anteile angenommen. Welchen ETF zum Verkaufen nimmst ist im Grunde egal. Sofern Du sowieso einen ETF etwas reduzieren möchtest würde sich dieser ETF natürlich anbieten. Insgesamt macht das Vorgehen etwas Arbeit, da Du wohl einen guten Überblick über Deine Anlagen hast sollte das aber machbar sein.


    Hier ein längerer Thread, in dem sich der TE iterativ an das Thema herangetastet und am Ende erfolgreich umgesetzt hat. Thesaurierender ETFs und die perfekte Ausnutzung des Steuerfreibetrags

  • Kater.Ka: Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Ich gehe stark davon aus, dass bei meiner Berechnung der TFS schon berücksichtigt ist. Ich habe soeben nochmal nachgeschaut in meinem Depot und folgende Daten werden mir angezeigt:


    Freistellungsbetrag: 791€/ In Anspruch genommen: 286€ / Noch Verfügbar 504€.


    Wie kann ich denn sicher gehen, dass der TFS schon berücksichtigt wurde?


    Somit würde ich dann Mitte Dezember für 720€ Anteile verkaufen & einen Tag später wieder für 720€ Anteile kaufen. Macht das Sinn deiner Meinung nach erst kurz vor Jahres Ende zu verkaufen und kaufen oder könnte ich auch mit gutem Gewissen jetzt schon im November die Aktion machen?


    Mir ist leider nicht klar wie ich mit dem Wert der Vorabpauschale umzugehen habe. Laut meiner Berechnung liegt diese bei 295€. Auf den Wert komme ich wie folgt:

    Anfangsbestand 2021: 48.000€

    Mal Basiszins 2021: 0.88%

    Mal 0,7

    Vorabpauschale ist gleich: 295€


    Wird der Wert 295€ (Vorabpauschale) von meinem Verrechnungskonto abgezogen. Macht es aus deiner Sicht immer noch Sinn für 720€ Anteile zu verkaufen und zu kaufen.


    Wie würdest du an meiner Stelle vorgehen?


    Vielen Dank schon mal im Voraus.

  • Freistellungsbetrag: 791€/ In Anspruch genommen: 286€ / Noch Verfügbar 504€.

    Wie kann ich denn sicher gehen, dass der TFS schon berücksichtigt wurde?

    Wenn das ein Status seitens der Bank ist dann ist die TFS berücksichtigt.

    Somit würde ich dann Mitte Dezember für 720€ Anteile verkaufen & einen Tag später wieder für 720€ Anteile kaufen.

    Nein. Es geht nicht um das Volumen der Anteile, sondern um den Gewinn, den Sie tragen. Du musst also so viele Anteile verkaufen, dass die Summe der individuellen Gewinne der Anteile (FIFO beachten) * 0,7 den gewünschten Gesamtgewinn , maximal die 504 € ergibt.

    Macht das Sinn deiner Meinung nach erst kurz vor Jahres Ende zu verkaufen und kaufen oder könnte ich auch mit gutem Gewissen jetzt schon im November die Aktion machen?

    Geht jederzeit. Ich würde mir einen ruhigen Börsentag nehmen und das zwischen 16 und 17 Uhr an einem Tag durchziehen. Nicht in der übernächsten Woche ab Wochenmitte, da am dritten Freitag im Monat Verfallstag ist und da im Vorfeld immer mal komische Kursbewegungen zustande kommen.

    Mir ist leider nicht klar wie ich mit dem Wert der Vorabpauschale umzugehen habe. Laut meiner Berechnung liegt diese bei 295€. Auf den Wert komme ich wie folgt:

    Anfangsbestand 2021: 48.000€

    Mal Basiszins 2021: 0.88%

    Mal 0,7

    Vorabpauschale ist gleich: 295€

    Die Vorabpauschale 2020 wurde im Januar 2021 abgerechnet und Deinem Verrechnungskonto bzw. Freistellungsauftrag belastet. Da kommt nichts mehr in 2021. Die Vorabpauschale 2021 würde im Januar 2022 abgerechnet, ist aber 0, daher wird Dein FSA in 2022 damit nicht belastet.


    Deine Rechnung ist in zwei Aspekten falsch. Zum einen fehlt die TFS, statt 0,7 steht 0,7*0,7, sofern Deine ETF TFS 30% haben.

    Der Basiszins 2020 (in 2021 abgerechnet) ist 0,07% https://www.bundesfinanzminist…_blob=publicationFile&v=4

    Der Basiszins 2021 (in 2022 abgerechnet) ist negativ, daher keine Vorabpauschale https://www.bundesfinanzminist…_blob=publicationFile&v=3

    Wie würdest du an meiner Stelle vorgehen?

    Wie ausgeführt geht die Vorabpauschale steuerlich am ersten Werktag des Jahres, tatsächlich im Laufe des Januars weg. Insofern ist sie im Steuerreporting Deiner (inländischen !) Bank im November längst berücksichtigt und kommt Dir nicht in die Quere.